Taiwanrundfahrt: Formosa 900 – Von Kaohsiung zurück in die Hauptstadt Taipei

Taiwanrundfahrt: Formosa 900 – 6. Tag  –  von Kaohsiung bis nach Chiayi (138 km )

Gut die Hälfte des Weges ist zurückgelegt, jetzt geht es wieder stramm nach Norden in Richtung Hauptstadt durch die dichtbesiedelte Westhälfte der Insel. Die heutige Etappe führte uns von Kaohsiung über Tainan bis nach Chiayi, mit 140 km stand die längste Etappe auf dem Programm.

 Weiterhin wunderschönes Wetter bei 30 Grad, allerdings stellte ging es diesmal nur sehr schleppend zum in das eigentlich recht nahe liegende, nur 30 km entfernte Tainan. Kaohsiung ist mit gut 1,5 Mio. Einwohnern Taiwans zweitgrößte Stadt.

Der Verkehr von Kaohsioung war sehr intenstiv, etliche knatternde Mopeds PKWs und LKWs sorgten für Geräuschkulisse und dicke Luft, zudem kam man wegen der zahlreichen Ampeln kaum voran.

 Tainan und Kaoshiung wachsen immer mehr zusammen, zudem befindet sich nahezu sämtliche wirtschaftliche Aktivität an der Westküste, entsprechendicht ist es dort besiedelt. Nur ein Drittel der Fläche ist bewohnbar. So kommt man schnell auf eine Bevölkerungsdichte von 2000 Personen pro km2, inklusive unbewohnter landwirtschaftlicher Nutzfläche.

Rast machten wir in einem Museums-Park für Merkwürdigkeiten mit dem Namen „Glaub es oder glaub es nicht“.

Irgendwann erreichten wir Anping, einen Vorort von Tainan. Dieser Ort hat nicht nur historisch mit die ältesten Gebäude Taiwans aufzuweisen, sondern ist auch für seine kulinarischen Spezialitäten bekannt, vornehmlich Seafood,  Tainan liegt küstennah.

Nach einem ausgezeichneten Mittagesseen ging es bei über 30 Grad weiter, es wurde richtig heiss, doch zum Glück weg von der Hauptstraße, vorbei an Feldern und Fischteichen.

Im Dunkeln erreichte man nach einem langen Tag das etwas verschlafene Chiayi. Dort scheinen die nettesten Taiwanesen zu leben. Freundlich neugierig zeigten sie sich sehr interessiert, mehrfach wurden wir auf unserem Weg zum Restaurant angesprochen. Durch kleine Gassen ging es, in denen wir zwei auffällig grosse und schöne Tempelanlagen entdecken konnten.

 

Abendessen gab es in einem einfachen Restaurant in der Innenstadt, die aus lediglich einer Hauptstraße zu bestehen scheint.

Gegessen wurde heute mal eine ganz einfache, lokale Küche, die aber immer schmackhaft ist. Sollte es nebenan eine Spezialität geben: Kein Problem, bestellen und rüberbringen lassen!

Kurzum: Chiayi ist zwar nicht spektakulär, die Bewohner vermittelten uns aber ein äußerst positives Lebensgefühl. Von hier kann übrigends man mit der berühmtesten Bergbahn Taiwans den Berg Ali erklimmen. Dieser liegt ca. 70 km von Chiayi entfernt, die Bahn schraubt sich dann bis in 2500 Meter Höhe.

Formosa 900 – 7. Tag – Chiayi nach Taichung (85 km)

Vor dem Start erst ein ausgiebiges Frühstück mit allerlei frischen Dingen. Abgenommen habe ich auf der Fahrt nicht, wahrscheinlich wegen des Muskelzuwachses in den Oberschenkeln.

Nächste Etappe war Taichung, die Metropole Zentraltaiwans und mit gut 1 Mio. Einwohnern drittgrößte Stadt des Landes.  Lediglich 85 km, das war mittlerweile eine kleine Übung. Das Wetter war weiterhin warm und sonnig, etwas mehr Gegenwind gab es, zum Glück führte uns die Strecke weg von den Hauptstraßen durch verkehrsärmere Gegenden.

Zum Mittagessen besuchten wir ein vom Expräsidenten Chen Shui-bian favorisiertes einfaches Restaurant.

Allez , allez, was tut mir alles weh….

Bei der Nachmittagspause mussten doch einige den Temperaturen, der letzten Woche und wohl auch dem guten Essen Tribut zollen.

Langsam näherten wir uns der Stadtgrenze Taichungs. Auf dem Programm stand noch ein Besuch bei der Verkaufszentrale des Tourveranstalters GIANT.

Dort war man natürlich informiert und vorbereitet, lautstark wurden wir von einem Heer taiwanischer Vuvuzeela und  Chinaböllern empfangen.

Tony Lo, der CEO von GIANT, stellte uns dort vor, wie GIANT auf einem justierbaren Modellrad für seine Kunden die optimalen Fahrradmaße ermittelt. Dies soll in allen größeren Zentralen von GIANT möglich sein.

Day 8 (Nov. 17) Taichung – Hsinchu (110 km)

Bei der Rückfahrt Richtung Norden gerieten wir immer stärker unter den Einfluss des Nordwestmonsuns, im Klartext: Es wehte bereits ein recht strammer Gegenwind, zudem war es jetzt Schluss mit dem Sonnenschein.

Heute galt es 110 km bis nach Hsinchu zu bewältigen. Die Kondition war mittlerweile deutlich verbessert, kleiner Steigungen konnten mühelos auch mit dem großen Zahnkranz bewältigt werden, man war gut im Tritt und hatte seinen Lebensrhythmus mühelos an die neuen Anforderungen angepasst:

Aufstehen , Essen , Morgengymnastik, Fahrradfahren, Essen, Schlafen. Um mehr brauchte man sich nicht zu kümmern, der Alltag war weit weg und wurde von niemandem vermisst .

Doch auch am Morgen des achten Tages, im warmen Hotelbett liegend, fühlten sich die Beine etwas dicker, etwas schwerer an und wiesen ein leichte Druckempfindlichkeit auf. Es handelte sich um eine bisher unbekannte, leichtere Form von Muskelkater, welcher zum permanenten Begleiter geworden war und einen erst drei bis vier Tage nach der Radtour verlassen sollte.

Die Geräusche nach dem Weckruf versprachen nichts Gutes: Regen trommelte gegen die Scheiben des angenehmen, nicht ganz unluxuriösen Hotels in Taichung, der Nordostmonsun versteckte sich nicht mehr und ließ die Werbeflaggen heftig im Wind flattern.

Heute hieß es mal wieder hinein in das Plastikregencape., welches unsere aufmerksamen unermüdlichen Helfer des GIANT-Teams zur Verfügung stellten.

Bei ordentlich Wind und nachlassendem Regen raus aus dem Talkessel von Taichung Richtung Küste und Hafen und dann immer dem Gegenwind entlang, auf irgendwelchen Nebenstraßen mit wenig Autoverkehr.

Erster Stop am Samstagmorgen war der berühmte Zhenla-Tempel von Dajia. Hier beginnt jährlich die große Prozession der Tempelgöttin Matzu, ihre Reise in den Süden einschließlich Rückkehr statt.  Matzu ist die Schutzpatronin der Fischersleute und daher in Taiwan sehr beliebt. Der Tempel genießt hohes Ansehen und war an diesem Samstagmorgen gut besucht.

Besonders auffällig war die lange Schlange mit Neuwagen im Vorhof des Tempels.

Der Grund: Der Tempel hat seine Schutzdienste ausgeweitet, professionelle Kräfte sorgen dafür, dass der Wagen im Verkehr gegen böse Geister geschützt ist, eine Art „Geisterversicherung“. Den zuckenden Bewegungen und ausgestoßenen, äußerst seltsam klingenden Tönen des Profi-Beschwörers  nach zu urteilen waren die 6-7 EUR Gebühr gut investiertes Geld.

Mittag hatten wir dann mittlerweile vom Regen pitschnass zusammen mit einer Hochzeitsgruppe im gleichen Restaurant.

Am Nachmittag dann der Härtetest: Starker permanenter Gegenwind mit teils heftigen Schauern bei nur noch 16 Grad ließen die Strecke bis nach Hsinchu deutlich länger erscheinen.

Das Abendessen in Hsinchu wurde diesmal individuell auf dem in der Nähe liegenden Nachtmarkt eingenommen.

9. Tag: Von  Hsinchu nach Taipei  (84 km)

Auch der heutige Tag stand im Zeichen des Nordwestmonsuns, Gegenwind mit Regenfällen bei ungemütlichen Temperaturen von 16 Grad, zum Nachmittag stellte uns dann der Regen nochmals auf die Probe.

Stramm in die Pedale tretend erreichten wir dann am Nachmittag das Rathaus von Taipei , wo wir zur „Siegerehrung“ empfangen wurden, das ganze natürlich notariell beglaubigt.

Eine erlebnisreiche Zeit mit vielen positiven Eindrücken, eine Reise, bei der man etliche nette Leuten kennen gelernt hatte, fand damit ihr Ende. Eine gutgelauntes und engagiertes Begleitteam sorgten für einen reibungslosen Verlauf der Inselumrundung. Die Tour steht übrigends allen offen, es handelt sich um keine geschlossene Gesellschaft. Eine gute Möglichkeit, mit Taiwanesen gmeinsam die Insel zu umrunden und Land und Leute näher als sonst kennenzulernen.

Eine Welt ohne Fahrrad? Unmöglich!

Text und Fotos: Frank Pevec

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Taiwanrundfahrt: Formosa 900 – Vom Südosten bis zur Hafenstadt Kaohsiung

4. Tag: Vom Thermalort Chiben nach Checheng an die Südküste  (108KM)

Heute die Fortführung der Fahrradtour „Formosa 900“, einmal herum um Taiwan.
In der Zwischenzeit kam sie leider etwas ins „stocken“, klassischer Fall von „Hardware-Schwäche“, die letztlich in den Griff bekommen wurde. Die „900“ steht für die Anzahl der Kilometer, die es dabei zurückzulegen galt.

Im ersten Teil ging es von Taipei Richtung Yilan an die Ostküste, weiter nach Hualien und von dort über den Thermalort Ruishui zum Thermalort Chiben, etwa 20 Kilometer südlich von Taidung.

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Das Aufstehen erfolgte am vierten Tag bei herrlichstem Wetter, der Eintritt in die Tropen hatte sich gelohnt. Sonnenschein, aber nicht zu heiss, ein leichte Brise wehte, alles Bestens, bis auf den vermeintlich besiegten Muskelkater.

Die Morgengymnastik erfolgte diesmal im Beisein von neugierigen Reisegruppen vom Festland, denen wir ein beliebtes Fotomotiv darstellten.

Die heutige Etappe war etwa 110 km lang, es ging in das küstennah gelegene Checheng in Südtaiwan, ganz in der Nähe des wohl bekanntesten Badeortes Kending. Eine abwechslungsreiche Strecke wartete auf uns, die alles bot. Küste, Berge und eine schöne Abfahrt ins tropische Binnenland.

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Unendliche Weite des Pazifik

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Im ersten Abschitt führte die Strecke etwa 50 km am Meer entlang. Sanfte Steigungen mit kleineren Abfahrten sorgten für einen abwechslungsreichen beschwingten Rhythmus, dazu gab es weiten Blick auf den Pazifik, auf Wellen und Brandung. Sonne , Wolken und Wasser boten unterhaltsame, fast meditative Lichtspiele, die Küstenstrecke hätte noch viel länger sein können. Der Gedanke an das weit entfernt auf der anderen Seite liegende Amerika verschaffte einem ein Gefühl unendlicher Weite.

Unterwegs hatten wir noch unser tägliches Treffen mit einer weiteren von insgesamt 10 Teilnehmergruppen, die uns entgegen kamen. Am heutigen Tag trafen wir auf die Behinderten-Gruppe, die auf Spezialfahrrädern mit der Kraft ihrer Arme und bei Bedarf elektrisch unterstützt die über 900 km lange Strecke bewältigten.

Danach machten wir uns zur Herausforderung des Tages , und zwar der Erklimmung des Shouka-Passes. Der Name verspricht ein zusätzliches Leben – wenn man es hinauf geschafft hat!

Photo 4 5 6

Die Sonne lief an dem Novembertag dann zur Hochform auf, 30 Grad wurden erreicht, genau das Richtige für die 10 km lange Steigung. Etwa 450 Meter ging es hinauf, ab und an auch etwas steiler. Eine Höhe, die auch für engagiertere Hobbyradler zu erklimmen ist und eine gute Balance zwischen Anstrengung und Abfahrtsfreuden darstellt. Damit hatten wir denn auch die zweithöchste Erhebung auf unserer Tour erklommen, von nun an war Entspannung angesagt, so glaubte man es zumindest.

Shou-Ka-Pass erledigt, ein Extra-Leben gewonnen

Shou-Ka-Pass erledigt, ein Extra-Leben gewonnen

05 Praerie-Durchquerer aller Laender 06 Alles OK

Wer in Taiwan etwas höher hinaus will, kann dies mit Leichtigkeit tun: Fast alle Pässe sind höher als die von uns erklommenen. Der höchste Pass, der Wuling Pass am oberen Ende der Taroko-Schlucht, liegt in der luftigen Höhe von 3275 Metern und ist damit auch der höchste Pass in Südostasien.

Der Shouka Pass befindet sich an der Kreuzung von der Nationalstraße 9 mit der 199. Weiter ging es dann auf der kleineren 199 in Richtung Chiben durch landschaftlich nahezu unberührte Strecke. Die 9 ist die Hauptverbindung zwischen den Kreisen Pingtung und Kaohsiung mit der Ostküste und entsprechend stärker befahren. Fahrradfahrer sollten diese Strecke daher meiden.

Nach einer kurvigen Abfahrt ging es noch zum Dongyuan See mit Gruppenfoto, vorbei an einer Talsperre in Richtung Chiben.
08 Taiwans Sueden

07 Unberuehrter Sueden
Ein schöner runder Tag ging zu Ende, im Hotel angekommen ging es gleich zur Lockerung in das Schwimmbad und in die Sauna.

09 Rast auf dem Weg nach ChechengKending

5. Tag – Von Checheng nach Kaohsiung (100KM)

Von Chechen aus, gut 20 km vom Badeort Kenting entfernt, ging es am fünften Tag in Richtung Hafenmetropole Kaohsiung Richtung Nordwesten, ca. 100 km waren zurückzulegen.

 01 Checheng

Insbesondere die Südhälfte bietet sich Mitte November zum Fahrradfahren an, eine leichte Brise bei 25 bis 28 Grad, was will man mehr. Die ersten 10 km hatte man noch den Blick auf Berge und Hügel zur Rechten, dann verflachte die Landschaft, Felder wechelten sich mit Gewerbeindustrie ab, man näherte sich der Schwerindustrieregion von Pingdong und Kaohsiung, hier befindet sich ein Großteil von Taiwans Stahl- und Chemieindustrie.

02 Spezilitaet der Region

Etliche Schilder wiesen darauf hin, die besten Wasserkastanien zu beissen gibt, das stimmte wohl auch.

03 Wasserkastanie

Wasserkastanien aus Pingdong

Einige kleinere kulinarische Spezilitäten gab es natürlich ebenfalls, insbesondere die heiße und süße Mehlspeise, mit Bohnen und Früchten angereichert auf geraspeltem Eis, hatte es etlichen angetan.

 04 Kulinarischer Spezialitaetenstop

05 Cycle forever05 Wer sein Moped liebt der schiebt

Nach der wunderschönen Strecke im Osten war dies ein eher normaler Tag, es ging aber mit jetzt strammeren Beinmuskeln flott voran, sodass wir uns recht früh am Nachmittag Kaohsioung näherten. So blieb noch ein wenig Zeit für einen kleinen Stadtbummel.  Das Hotel war zentral am Aihe , dem Liebesfluss, gelegen.

06 Metropole Kaohsiung am Liebesfluss

Kaohsiung-Zentrum mit dem Liebesfluß

Zum Abendessen ging es dann ein Stück am Fluss entlang und später an den alten Kaianlagen des Hafens zum Abendessen. Diesmal speisten wir auf einer Veranstaltung des Rotary-Clubs von Kaohsiong, die auch im Zeichen von Formosa 900 stand.

07 Kai der wahren Liebe

Hafenmole der „wahren Liebe“

08 Treffen des Rotary Clubs Kaohsiung

Auch der Rotary-Club im Fahrradfieber

 Kaohsiung hat das Gebiet um den Liebesfluß für die innerstädtische Freizeit gestaltet, Radlerwege sind vorhanden, alte Hafengebäude sind jetzt zu Kunstgalerien und Aktionsstätten geworden, das ganze natürlich mit einem Meer von LED-Lichterketten illuminiert. Nach dem Abendessen schlenderte ich dann, völlig unüblich zu Fuß,  über die Nachtmärkte Richtung Hotel zurück.

09 Kaohsiung am Abend 09 Kaoshsiung am Abend 2

09 Vespa-Oldtimer

Vespa-Revival-Werkstatt

Taiwanrundfahrt: Formosa 900 Radtour – Rund um die Insel

Formosa 900

Einmal mit dem Fahrrad um die Insel, dass ging einem schon des Öfteren durch den Kopf. Beim morgendlichen E-mail-Check dann die Nachricht des Tapeier Clubs der Auslandsjournalisten: Formosa 900 – Medienvertreter für eine Taiwanrundreise gesucht!

Bewerbungsfrist: bereits abgelaufen…

Egal.

Eine kurze Email-Nachfrage, eine schnelle Antwort, nach der Kleidergröße wurde gefragt und weitere Kontaktdaten des Reiseausrichters GIANT übermittelt…Infoveranstaltung am Samstag in Taipei.

Info-Veranstaltung im GIANT-Shop

… und damit genau 10 Tage Zeit, sich noch ein wenig in Form zu bringen.

Am Vorabend der Rundreise  noch schnell die letzte Trainingseinheit,   ein wenig Hügel mit 300-400 Höhenmetern und zwei lange Sprints, 60 km in 2 Stunden,  man fühlte sich gewappnet – dass sollte reichen.

Das Packen zog sich allerdings ein wenig in die Länge, mit nur einer Stunde Schlaf ging es dann am 10. November um 7:30 Uhr zum frühen Treffpunkt am Rathaus in Taipei. Taiwans herbstlicher November zeigte sich von der besten Seite, Sonne pur, kein Wölkchen am Himmel, 30 Grad könnten es werden.

1. Tag: (Nov. 10) Taipei – Luodong bei  Yilan (86KM)

Bei Ankunft tummelten sich schon hunderte Personen auf dem Rathausplatz. Unter den wohl 100 auf den Boden liegenden Fahrrädern suchte ich mir meines heraus, kleiner Testlauf, kleine Anpassungen, das Rad machte einen guten Eindruck, ich war bereit!
Find your Bike

Offizielle Eroeffnung
Doch erst gab es noch eine Weile ein großes Gewimmel und Medienspektakel: Vertreter von Politik und Wirtschaft waren anwesend, ein Präfekt aus Japan nahm ebenfalls mit einer Gruppe japanischer Fahrradfreunde teil und hatte als Gastgeschenk bergeweise Mandarinen aus Okinawa mitgebracht – somit die Besten , die ich je in meinem Leben gegessen hatte. Typisch chinesisch-asiatisch: schon vor der Abfahrt gab es kleine Spezialitäten.

First Class Mandarinen aus Japanwirklich lecker

Die Teams

Zehn Gruppen mit etwa je 25 – 30 Teilnehmern traten die 9-tägige Tour gleichzeitig an, allerdings von verschiedenen Etappenpunkten aus.  Wir in der Unternehmer- und Mediengruppe reisten im Uhrzeigersinn, alle anderen entgegengesetzt. Zum Mittag oder abends im Hotel traf man dann täglich eine der Gruppen. Es gab eine Seniorengruppe, eine Frauengruppe, eine Behindertengruppe, Firmengruppen etc. , insgesamt wollten ca. 300 Personen im Rahmen von Taiwans Fahrradfestival die gut 900 km um die Insel strampeln – eben Formosa 900.

Mit viel Tamtam verließen ca. 250 Radler das Rathaus, darunter auch der 78 jährige Gründer der Fahrradschmiede GIANT, der mit 74 Jahren die Formosa 900 Rundfahrt ins Leben gerufen und auch geradelt ist. Diesmal reiste er aber aus nicht weiter genannten Gründen nur am ersten Tag ein Stück mit des Weges.

Die erste Pause wurde schon nach gut 10 km in Bitan eingelegt, dort gab es ein großes Verabschieden, dort trennten sich die Gruppen, wir fuhren in den Osten , die anderen Richtung Westen.

Flussufer bei Bitan

Für alle die zu Besuch in Taipei sind: Man muss nicht gleich um die Insel fahren, hier kann man auch gemütlich an einem Tag die Stadt auf Fahrradwegen am Flußufer umrunden, etwa 50 km lang ist die Strecke, auf der man vom normalen Verkehr verschont bleibt und den Talkessel von Taipei angenehm entdecken kann. .

Die erste Etappe der Formosa 900 war gleich die „Königsetappe“ – zumindest wähnte ich mich anfangs in dem Glauben, es gäbe nur diese eine. Etwa 100 km von Taipei ging es immer die Hügel durch das Teeanbaugebiet um Pinglin hinauf bis nach Luodong an die Ostküste.

Teehuegel Richtung Pinglin

Von Bitan bis zur nächsten Raststätte waren es 30 km bergauf mit Steigungen von bis zu 9% , ein würdiger Anfang für den Rest der Reise.

Das Thermometer erreichte die befürchteten 30 Grad, der wenige Schlaf und die späte Trainingseinheit am Vorabend machten sich bei dem langen Anstieg Richtung Yilan bemerkbar.

Pinglin

Das man Tee nicht nur trinken kann, erfuhren wir dann beim Mittagessen: Frittierte Teeblätter, Teekekse und Teebonbons, Pinglin hat auch kulinarisch einiges zu bieten. Ansonsten gab es deftige Kost vom Lande, gerade richtig für hungrige Radler.

Nach dem Essen ging es wieder bergab und bergauf, irgendwann war es dann geschafft, erleichtert konnte man am späteren Nachmittag den Blick aus etwa 500 Metern Höhe über die Tiefebene der Ostküste genießen.

Pass von Yilan

Blick auf die Tiefbebene von Yilan – 500 Höhenmeter in Serpentinen bergab

Tiefebene von Yilan

Tiefebene von Yilan

Lediglich eine etwa  15 km lange Serpentinenabfahrt galt es noch zur Belohnung zu bewältigen, der Rest verlief dann im Flachen durch das dichtbesiedelte  Ortschaften bis Luodong.

Wie selten genoss man die warme Dusche am Abend, und auch für das Abendessen war man nach dem langen Tag wohl präpariert, es schmeckte vorzüglich. Ungewöhnlich früh um 10 Uhr legte man sich auf ein himmlisch weiches Bett und sank in einen wohligen Tiefschlaf.

2. Tag:  Luodong – Hualien – Ruisui (90 km)

Morgengrauen in Luodong

Morgengrauen in Luodong mit der Schildkröteninsel im Hintergrund (links)

Der Morgen begann natürlich erstmal mit einem stärkenden Frühstück, etliches aus Taiwans Küche wurde aufgefahren, doch auch ein westliches Frühstück liess sich leicht aus dem großen Büffett zusammenstellen. Eine große Palette an Früchten und Salaten neben deftiger Kost wurde ebenfalls angeboten.

Asiatisch gesund

Ein Bruchteil dessen, was das Frühstücksbuffet zu bieten hatte.

Der Morgen begann mit einem kurzen 10 km – Antritt bis zur kleien Hafenstadt Suao, auf dem Weg dahin wurde noch ein etwas längerer Photostopp eingelegt, nicht der letzte auf der Reise, um dann von Suao  aus mit der Bahn 80 km weiter in Richtung Hualien zu fahren.

BizMedia Team

Der Grund: die Strecke ist für den Fahrradverkehr gesperrt. Etliche z. T. mehr als 2 km lange Tunnel müssen auf der an der Steilküste liegenden Straße passiert werden. Da es die Hauptverkehrsader an der Ostküste ist, herrscht dort reges Verkehrsaufkommen und etliche ambitionierte Lastwagenfahrer oberhalb der 20 to Klasse mit anscheinend größeren Zeitproblemen sind dort anzutreffen.

Trotz der landschaftlichen Schönheit ist diese Strecke nicht nur für Fahrradfahrer sondern auch für Rollerfahrer recht gefährlich. Neben des erhöhten Risikos von Steinschlag können die einsatzfreudigen Lastwagenfahrer eine echte Gefährdung darstellen, u.a. werden dort riesige, etliche Tonnen schwere Marmorplatten auf den kurvigen und bergigen Straßen transportiert. Als Zweiradfahrer fühlt man sich angesichts dieser Riesen in der Tat ziemlich deplatziert und sehnt sich plötzlich nur noch nach seinem sicheren Heim.

Daher zu dieser Strecke mein absolutes Nein, die Bahnfahrt ist auch nicht schlecht und bietet ebenfalls des öfteren einen schönen Panoramablick auf die Ostküste Taiwans.

Bahnwagon

Tunnelmarathon nach Huelien

Suao-Hualien-Bahnfahrt

Inkognito

Inkognito

In Hualien ging es dann erstmals zum Mittagessen und relativ spät, um halb Zwei, konnte man dann endlich wieder einige Kalorien abarbeiten. Doch fehlgeschlagen, eine weitere „Stärkung“ galt es zu bewältigen: Eine lokale Spezialität namens Douhua, Doufu-Pudding !

Auf der Bundestraße 9 radelten wir im Binnenland weiter Richtung Süden, der schon am Morgen wolkenverhangene Himmel wurde noch ein wenig dunkler, ab und an ein bischen Regen, am Abend dann etwas mehr.

Ruishui liegt in einem immergrünen Talbecken, mystisch wolkenverhangen oder mit Fernblick auf das blauschwarze Gebirge – je nach Wetterlage – doch beides hat seinen Reiz. Der Ort ist wegen seiner extrem mineralstoffhaltigen Quellen in ganz Taiwan beliebt und bekannt – und genau das richtige Wasser für verhärtete Radlerbeine. Die fühlten sich mittlerweile mindestens 5 cm dicker an und schmerzten schon bei leichtem Druck recht ordentlich- klassischer Fall von Muskelkater. Auch am heutigen Abend schlief es sich hervorragend und erneut zu ungewohnt früher Uhrzeit.

3. Tag: (Nov. 12) Ruisui – Zhiben (123KM)

Die dritte Etappe der gut 900 km langen Taiwanumrundung führte vom Thermalort Ruisui im Osten des Landes zum Thermalort Zhiben etwa 20 km südlich von Taidung. Obwohl beides Thermalorte sind, gibt es deutliche Unterschiede: In Ruisui ist das Wassser enorm mineralstoff- und eisenhaltig, es läuft in der Tat braun aus der Leitung, das perfekte Sportlerwasser.

In Zhiben ist das Wasser besonders weich, es fühlt sich fast wie flüssigerer Wackelpudding an und verschafft einem eine besonders weiche Haut, Zhiben ist daher oft bei der Damenwelt beliebt.

Doch noch waren wir nicht dort,  es stand eine der längeren Etappen auf dem Programm. Schlappe 125 km auf der Nationalstraße 9 galt es zu bewältigen, immer weiter im Tal des östlichen Grabens Richtung Süden.

Das Einschlafen bereitet einem auch am dritten Tag keine Probleme, ähnlich verhält es sich mit dem Aufstehen. Sehr früh um halb fünf mit dem ersten Hahnenschrei wurde ich wach, deutlich vor der Abfahrtszeit. Ein Plätschern von Regentropfen war auszumachen. Mal leise Aufstehen , nicht meinen Zimmerkollegen Ruben wecken, doch: Ruben ist nicht da! Etwas verwundert löst sich dies dann auf: Er nutzte schon die dunkelgrauen Morgenstunden, um in der Gartenanlage unseres Hotels, eher eine Ansiedlung kleinerer, komfortabler Holzhäuser, seine Taiqi-Übungen zu machen. Ein mystischer Regen verstärkte das Gefühl von Ruhe und Abgeschiedenheit , recht passend zum Taiqi,  für das Fahrradfahren gibt es natürlich bessere Bedingungen, doch als kalt wurden die 22 Grad nicht empfunden.

Endlich um 6 Uhr 30 ging es los, die Abfahrtszeit kam mir mittlerweile etwas spät vor – so schnell kann eine Nachteule seinen Lebensrhythmus wechseln.

Auf das Plastikregencape verzichtete ich angesichts der aktzeptablen Temperaturen,es gab nur noch Nieselregen. Meine Spekulation, dass der Einfluss des Nieselregens geringer ist als der des Schwitzen unter einem Plastikcape ging auf, der leicht feuchte Nieselfilm auf meiner Haut erwies sich als angenehme Kühlung. Ansonsten empfehle ich Radlern für Reisen in Taiwan eine leichte, atmungsaktive Regenjacke.

Ein Fotostop wurde dann am Wendekreis des Krebses eingelegt, dem Übergang von den Subtropen zu den Tropen.

Wendekreis

Bruecke ueber den Wendekreis

Ansonsten ging es durch Reisfelder, Reisfelder Reisfelder , links und rechts in der Ferne die Berge, der Himmel meist verhangen  teils etwas dunkler, was aber das Grün besser zur Geltung kommen ließ.

Tempel im Reisfeld RuishuiReisfelder auf dem Weg nach ZhibenPausenteam

Kaum Verkehr im abgelegeneren Süden, nach Taidung , einem Ort mit 100.000 Einwohnern, kommt eben nicht mehr viel. Kurzum – die perfekte Gegend für entspanntes Radeln.

Das Mittagessen war heute etwas einfacher aber sehr berühmt, ein Biandang, welches wir an einem Bahnhofsrestaurant einnahmen. Biandangsind diese in Taiwan so beliebten Mittagessen in Pappschachteln zum Mitnehme. Bestückt meist mit verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten und einem Teeei an Reis, vegetarische Varianten sind auch zu bekommen.

Der erste und echte Biandang

Der Urvater aller Biandang

An dem Bahnhof hier vor Ort soll in der grauen Vorzeit ohne Speisewagen dieser für die Reise bestens geeignete Biandang erfunden worden sein.

Das Streckenprofil war ein sehr angenehmes, man hatte das Gefühl es ginge ständig bergab, nur zum Schluss einige etwas längere Steigungen, die man mit relativer Leichtigkeit nahm. War diese Leichtigkeit schon den Trainingserfolgen der Vortage zu verdanken…spekulierte man hoffnungsvoll. Zum Schluss belohnte nochmals eine längere Abfahrt für die Anstrengungen des Tages, die erwartet langen 125 km erwiesen sich als relativ leichte Aufgabe.

Chulu-Milch ist die Beste

Chulu-Milch, schmeckt frisch wie zu Hause!Taitung ist Heimat der glücklichsten Milchkühe Taiwans

Nach der Ankunft im Hotel von Zhiben fühlte man sich wie in Festlandchina. Etliche Reisegruppen aus China waren anzutreffen. Das Abendessen, es gab Buffet, machte einem mehr deutlich, dass die langen Jahre der Mangelwirtschaft immer noch nicht verdaut sind und nach wie vor das Essverhalten einiger Besucher vom Festland prägen: Greife zu, solange noch etwas da ist.

Die Leichtigkeit, mit der man sich tagsüber bewegte, war allerdings nach dem Essen verschwunden, Muskelkater machte sich breit, Beine , Rücken Arme, einfach alles angespannt und unangenehm. Glücklicherweise fand ich einen Massagesalon, in dem die Masseuse anscheinend besser über die Unannehmlichkeiten meiner angespannten Muskeln Bescheid wusste als ich selber. Zwei Stunden war ich in Bearbeitung, danach war der Muskelkater fast weg.  Wunderbar.

Ein Wochenende in Taitung

Taiwans Ostküste  - irgendwo zwischen Taitung und Dulan

Ostküste Taiwans – irgendwo zwischen Taitung und Dulan

Mit dem Fahrrad die Küstenstraße entlangfahren, auf der einen Seite Blick auf den Pazifik, auf der anderen Seite Blick auf die Berge – in einem Ureinwohnerdorf Rast machen, in der Polizeistation des Dorfes noch etwas Luft in in die Fahrradreifen pumpen, an der nächsten Meeresbucht an einem (fast) einsamen Strand sitzen. Den Abend mit Livemusik ausklingen lassen. So etwa kann ein ruhiges Wochenende Mitte Dezember in Taitung in Osttaiwan aussehen. In der Stadt Taitung und Umgebung  kann man viele Sehenswürdigekieten sehen und viel unternehmen, man kann aber auch einfach ein ruhiges Wochenende dort verbringen.

Küste in Taitung

Küste in Taitung

Taitung liegt in Südosttaiwan, etwas mehr als viereinhalb Zugstunden von Taipei entfernt. Es ist auch der Ausgangspunkt für einen Besuch der Grünen Insel oder der Orchideeninsel. Es gibt viele Orte mit ihren Besonderheiten, Ausgangspunkte für Bergtouren, Reisanbaugebiete und natürlich die Kultur der Ureinwohner. Die Ostküste zwischen Hualien und Taitung  ist mittlerweile auch eine sehr beliebte Route für Fahrradtouren. Aber man kann in Taitung  auch einfach ein Fahrrad mieten und losfahren – die meisten Hotels und Pensionen verleihen auch kostenlos Fahrräder an ihre Gäste – solange der Vorrat reicht. Manchmal ist zwar in den kleineren Pensionen nur noch ein altes Fahrrad ohne Gangschaltung übrig – aber das reicht für die meisten Ausflüge in der Umgebung.

Beliebt  zum Spazierengehen und Fahrradfahren - der Ozeanpark in Taitung

Beliebt zum Spazierengehen und Fahrradfahren – der Ozeanpark in Taitung

Ich habe kürzlich ein  Wochenende in Taitung verbracht. Nach der knapp fünfstündigen Zugfahrt habe ich nach der Anfkunft am Bahnhof in Taitung zuerst einmal einen Spaziergang durch den Beinan Kulturpark hinter dem Bahnhof gemacht. Der Beinan Kulturpark beinhaltet eine prähistorische archäologische Ausgrabungsstätte, ein Museum mit Informationen über die neolithische Beinan Kultur und die Menschen, die vor etwa 2000 bis 3000 Jahren in dieser Region lebten – dort sind Steinsärge, Werkzeuge, Kunsthandwerk und Gegenstände des täglichen Lebens der Beinan Kultur zu sehen. Man knn im  Beinan Kulturpark auch einen Spaziergang machen und man kann das Dorf Nanwang der Ureinwohner Puyuma besuchen, das hinter dem Beinan Kulturpark liegt.

Archäologische Ausgrabungsstätte im Beinan Kulturpark

Archäologische Ausgrabungsstätte im Beinan Kulturpark

Beinan Kulturpark hinter dem Bahnhof Taitung

Beinan Kulturpark hinter dem Bahnhof Taitung

Wenn man nicht viel Lust hat auf  Besichtigungstouren und Freitzeitstress hat, kann man in der Stadt Taitung zum Beispiel den Fahrradweg am alten Bahnhof entlangfahren, das Taitung Eisenbahn Künstlerdorf besuchen, durch den Ozeanpark oder Waldpark fahren, über die Märkte schlendern, oder das Gelände der Taitung Zuckerfabrik besuchen. Meine liebste Freizeitbeschäftigung in Osttaiwan ist mit dem Fahrrad die Küstenstraße entlangfahren – man kann sich in einem der Fahrradverleihe einfach ein Fahrrad ausleihen (es gibt auch einen Fahrradverleih von Giant direkt am Bahnhof Taitung), oder eines nehmen, das viele Pensionen oder Hotels in Taitung ihren Gästen kostenlos zur Verfügung stellen.

Wenn man von Taitung aus zum Beispiel die Küstenstraße Richtung Norden fährt erstreckt sich auf der rechten Seite das Meer, auf der anderen Seite hat man einen Blick auf die Berge. Man kann immer wieder Halt machen – zum Beispiel am Hafen Fugang – oder in „Klein Yeliu“ den Aussichtspunkten an der Küste, an einem Cafe oder Stand in einem Dorf entlang der Küstenstraße.

Die Dulan Zuckerfabrik liegt direkt an der Küstenstraße und ist kaum zu verfehlen

Die Dulan Zuckerfabrik liegt direkt an der Küstenstraße und ist kaum zu verfehlen

Nach etwa 20 Kilometern kommt man zum Dorf Dulan, einem Dorf der Ureinwohner Amis. Auf der linken Seite der Straße sieht man gleich den Schornstein der Dulan Zuckerfabrik. Die Zuckerfabrik wurde während der japanischen Kolonialzeit errichte, ist schon seit Längerem stillgelegt und dient nun als Künstlerdorf.

Die Dulan Zuckerfabrik ist nun ein Künstlerdorf

Die Dulan Zuckerfabrik ist nun ein Künstlerdorf

Im alten Bürogebäude der Zuckerfabrik befndet sich nun das „Dulan Sugar Factory Cafe“ Dort kann man außer Getränken und etwas zu Essen auch viele Informationen über Dulan und darüber hinaus erhalten – wie zum Beispiel über Übernachtungsmöglichkeiten im Dorf, Cafes, Restaurants, lokale Spezialitäten, über Kunsthandwerk,  über Künstler, lokales Kunsthandwerk (wie zum Beispiel Kleidung aus Baumrindenfasern). Jeden Samstag Abend gibt es im Dulan Cafe Live Musik – mit Musikern aus der Umgebung und darüber hinaus.

Im ehemaligen Bürogebäude der Zuckerfabrik befindet sich nun das Dulan Sugar Factory Cafe

Im ehemaligen Bürogebäude der Zuckerfabrik befindet sich nun das Dulan Cafe – dort gibt es jeden Samstag Livemusik

Osttaiwan ist gut zum Fahrradfahren geeignet – sehr beliebt ist die Strecke ab Hualien die Ostküste entlang Richtung Süden. So gibt es auf der Strecke auch immer wieder Servicepunkte für Fahrradfahrer – Auch die Polizeistation im Dorf Dulan ist ein solcher Servicepunkt – dort gibt es Trinkwasser, Lufpumpen, Werkzeug, Rastplätze und  Zelt- und Grillplätze.

Die Polizeistation Dulan ist auch eine Servicestation für Fahrradfahrer

Die Polizeistation Dulan ist auch eine Servicestation für Fahrradfahrer

Polizeistation in Dulan

Polizeistation in Dulan

Auch an einem warmen, sonnigen Sonntag Nachmittag ist es an der Bucht von Dulan ganz ruhig – höchstens mal ein Angler oder der ein- oder andere Dorfbewohner beim Muschelsammeln.

Bucht bei Dulan an einem sonnigen Sonntagnachmittag Mitte Dezember

Bucht bei Dulan an einem sonnigen Sonntagnachmittag Mitte Dezember

Den Tag kann man an der Ostküste auch ganz ruhig ausklingen lassen – man kann in einem Cafe oder Restaurant oder am Meer sitzen, oder, wenn man schon in Dulan ist, am Samstag Abend dort Live Musik hören. Wer gerne den Abend in Cafes oder Bars mit Livemusik verbingt, kann in Taitung im Tiehua Music Village vorbeischauen. Ein Gelände mit einer Wiese, Bäumen, einer Kaffeebar an der es nicht nur Kaffee gibt, Verkaufsständen und einem kleinen blauen Gebäude. Das Tiehua Music Village liegt am alten Bahnhof an der Tiehua Straße in der Nähe des Touristenzentrums. Das Meiste, spielt sich dort im Freien ab. Von Freitag bis Sonntag ist dort auch Markt mit Ständen, an denen Bewohner der Gegend ihr Kunsthandwerk und andere eigene Produkte verkaufen.

Sonntag Nachmittag im Tiehua Music Village in Taitung – man kann hier sitzen und etwas trinken, sich Produkte lokaler Künstler und Herteller ansehen und Musik hören – heute die Gruppe Paliulius 

http://www.lovelytaiwan.org.tw/Spotlight/Taitung.htm

Weitere Eindrücke von Taitung  am Samstag, den 19. Januar 2013 in „Reise durch Taiwan“

von Eva Triendl

Mit dem Rad von Taipei nach Hsinchu

In diesem Eintrag will ich insbesondere einige Bilder von der Radtour zeigen und nur ein wenig davon erzählen. Wer mehr darüber erfahren will, kann am 27. Oktober in „Reise durch Taiwan“ reinhören.

Hier zunächst eine kurze Vorschau:

Endziel sollte ein Spa Ressort sein, ein Hotel mit heißen Quellen. Die erste Hälfte entwickelte sich sehr einfach, da ich von Xizhi auf der Ostseite von Taipei bis zum Töpfereiort Yingge die ganze Zeit richtige Radwege benutzen konnte.

Wie gemalt

Wie gemalt

Das waren etwa 40 Kilometer ohne die Gefahr, sich zu verfahren und fast ohne die Gefahr, umgefahren zu werden. In ganz Taiwan arbeitet man an einem Fahrradnetzwerk, mit dem Ziel, einmal vom Norden bis in den Süden nur auf Radwegen fahren zu können.

Eine Teekanne lädt zur Pause ein

Eine Teekanne lädt zur Pause ein

Gerade in Taipei hat man schon die drei großen Flüsse und die anliegenden Flussparks benutzt, um dort immer besser werdende Fahrradwege einzurichten. Interessanterweise heisst das insbesondere außerhalb von Taipei Stadt aber nicht immer, dass Fahrradwege nur für Fahrräder sind, doch das ist ein anderes Thema.

Kontrast - Gebäude aus der Qing Dynastie vs. Gebäude aus den 1970ern

Kontrast – Gebäude aus der Qing Dynastie vs. Gebäude aus den 1970ern

So ist eben beispielsweise YingGe per Radweg, der nur für Radfahrer ist, an Taipei angeschlossen. Nach Yingge ging es dann weiter auf normalen Landstrassen, was nicht immer so schön war wie auf dem Radweg. Denn in Taiwan ist gerade am Wochenende auf den Straßen immer viel los und auch Lastwagen rasen am Wochenende unbegrenzt über die Straßen.

Ein kleines Örtchen an einer Nebenstraße - noch hoffe ich, dass ich auf der richtigen Straße bin

Ein kleines Örtchen an einer Nebenstraße – noch hoffe ich, dass ich auf der richtigen Straße bin

Um die großen Straßen zu vermeiden, hatte ich per Internet einige kleine Nebenstraßen gesucht, was das Fahren tatsächlich angenehmer machte. Meistens war es etwas ruhiger und weniger befahren, aber auch weniger bebaut, so dass man auch die Landschaft geniessen konnte und auch einiges vom „alten“ Taiwan sehen konnte.

Ein altes Bauernhaus im Stil der Qing Dynastie

Ein altes Bauernhaus im Stil der Qing Dynastie

Also z.B. kleine Bauernhäuser im Stile der Qing Dynastie. Allerdings waren diese Straßen weniger beschildert, so dass ich mich hin und wieder verfuhr und letztendlich etwa 15 Kilometer mehr zurückgelegt hatte, als für die eigentliche Strecke vorgesehen war.

Bananen- und Pampelmusenbäume

Bananen- und Pampelmusenbäume

Je mehr ich mich dem Ziel näherte, desto bergiger wurde es auch, und wäre ich auf der Hauptstrecke geblieben, wäre es wohl meistens immer langsam stetig bergauf gegangen. Die kleinen Nebenstrecken zeichneten sich aber dadurch auf, dass es immer wieder bergab ging und dann wieder extremer bergauf ging, was das „sich Verfahren“ auch noch anstrengender machte.

Etwas anderes, was mir auffiel, während ich mich dem Ziel näherte, waren die Hinweise auf Ureinwohner. Tatsächlich war dies früher eine Region, die insbesondere von den Atayal bewohnt wurde, ehe sich auch hier die Han-Chinesen insbesondere die Hakka niederliessen. Diese Hinweise sind z.B. (neuere) Gebäude mit den markanten, kunstvollen Mustern, die traditionell auf den Gewändern der Atayal zu sehen waren, oder Schnitzereien und Statuen, die auf Ureinwohner hinweisen.

Endlich der erste Blick auf das Ziel - das Spa Ressort

Endlich der erste Blick auf das Ziel – das Spa Ressort

Nach knapp 105 km statt der vorgesehenen etwa 90 km erreichte ich dann schließlich das Spa Ressort in den Bergen, wo ich mich in der Ansammlung von Wasserbecken (es gab sogar ein Becken mit Fischen, die einem die Haut abknabbern) erst einmal entspannen konnte.

Teile des Ressorts inmitten der Berge

Teile des Ressorts inmitten der Berge

Nach Abendessen, einer nicht so ruhigen Nacht (eine Reisegruppe machte mit Karaoke die Nacht zum Tage) und einem Frühstück mit wunderbarer Aussicht ging es wieder auf den Rückweg, der auch bis auf den Gegenwind ziemlich problemlos verlief. Ich fand sogar noch einen neuen Radweg, der es mir erlaubte, mich schon etwa 10 Kilometer vor Yingge wieder auf den Radweg zu begeben, ehe es von Yingge weiter auf dem Radweg nach Taipei zurückging.

Von Ilon Huang

Ein "Heiße Quellen Bad" auch im Hotelzimmer

Ein „Heiße Quellen Bad“ auch im Hotelzimmer

Auf dem Balkon des Frühstückssaals

Auf dem Balkon des Frühstückssaals

Und die Aussicht vom Balkon

Und die Aussicht vom Balkon

Eine Radtour durch Taiwan

Mit dem Fahrrad Taiwan zu erkunden, bietet jede Menge interessante Eindrücke. Egal ob einfach am Fluss entlang oder durch die Berge Taiwans. Eine derartige Tour durch Taiwan hat in diesem Sommer Jan Duben aus Tschechien mit einigen seiner Freunde unternommen. Ich habe mich mit Jan Duben unterhalten, der mir seine Eindrücke und Erlebnisse beschrieben hat. Wenn Sie das Interview hören möchten, hören Sie doch am Montag, den 10. Januar in unser Programm rein, da wird der zweite Teil des Gespräches. Der erste Teil des Gespräches wurde schon am Montag, den 27. Dezember gesendet.  Haben Sie das Interview schon gehört und möchten noch einige bildliche Eindrücke gewinnen, dann sind sie auch richtig. Nochmal zum Nachlesen das Interview plus einiger Bilder, die Jan Duben uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Können Sie uns vielleicht zunächst den Trip einmal kurz beschreiben und zusammefassen? Und was hat Sie zu diesem Trip bewogen?

Jan Duben: Wir haben unseren Trip Mitte Juli durchgeführt. Ich war nicht allein, sondern mit sechs anderen Freunden. Wir waren eine internationale Gruppe bestehend aus fünf Tschechen, einem Mädchen aus Chile und einem Jungen aus der Schweiz. Daher fand unsere Kommunikation meistens auf English statt. Wir sind von Taipei aus gestartet und sind dann zunächst um den Norden Taiwans gefahren. Also Tamshui, Yeliu und dann Jiu Fen. Von dort sind wir dann weiter durch die Tarokko Schlucht, zum Sonne Mond See, bis zum Ali Shan.

Die Strecke

Die Strecke

Dann ging es weiter nach ChiaYi und von dort aus ging es in den Süden Taiwans. Im Süden haben wir dann Tainan, Kaoshiung und Kenting besucht. Und die letzte Strecke ging dann an der Ostküste entlang nach Taidong. Für eine kurze Strecke haben wir den Zug genommen, da wir ein kleines Problem mit den Rädern hatten. Aber über 90% der Strecke haben wir mit dem Rad zurückgelegt. Wir haben es im Prinzip eher gemütlich angehen lassen. Wir haben am Tag durchschnittlich etwa 70, 80 oder 90 Kilometers zurückgelegt. Insgesamt haben wir eine Strecke von etwas über 1200 Kilometern zurückgelegt und dafür haben wir zwei Wochen benötigt. Wir haben viele Stopps eingelegt und an zwei Tagen sind wir auch sehr wenig gefahren.

Nicht nur Radeln, auch Surfen gehörte zum Programm

Nicht nur Radeln, auch Surfen gehörte zum Programm

Stattdessen sind wir surfen gegangen. Denn der Zweck dieser Reise war nicht, einfach einen Kreis um Taiwan zu radeln und dann wieder zurück zu kommen. Sondern mein Hauptgrund war, meinen Freunden Taiwan vorzustellen.

Die Gruppe noch am Anfang ihrer Tour

Die Gruppe noch am Anfang ihrer Tour

Das ist auf jeden Fall keine einfache Strecke, da muss man erst mal auf die Idee kommen. Wie sind sie überhaupt auf die Idee gekommen?

Jan Duben: Das erste Mal kam in mir die Idee für diese Radtour auf, als ich einen Film gesehen habe. Über einen Jungen, der hörbehindert ist und mit einer Gitarre um Taiwan herumradelt. Dieser Film hat in Taiwan viel Begeisterung ausgelöst. Und auch bei mir. Als ich einmal auf meinem Scooter durch Taiwan gefahren bin, habe ich gedacht, es wäre schön, dies einmal mit dem Rad zu machen.

Der Film, den Jan Duben anspricht, heisst Island Etude oder der chinesische Originaltitel, Lian Xi Qu (練習曲). Tatsächlich, so sagt man, habe dieser Film vor 2-3 Jahren mit zu dem Fahrradboom in Taiwan beigetragen und tatsächlich auch viele Menschen dazu bewogen, Taiwan zu umradeln. Doch zurück zu Jans Radtour. Es bedarf sicherlich einiger Vorbereitungen, um eine solche Radtour durchzuführen. Vor allem, wenn man sie über zwei Wochen hinweg durchführt, bedarf es ja auch wohl einiger logistischer Planung, und wie sahen die körperlichen und geldtechnischen Vorbereitungen aus?

Trinken ist immer wichtig

Trinken ist immer wichtig

Jan Duben: Wenn ich mal mit dem Geld anfangen kann, denn das ist der einfachste Teil. Es war nämlich tatsächlich billiger, um die Insel zu radeln, als in Taipei zu bleiben. Wir haben nämlich Zelte mitgenommen und dann am Strand gezeltet, oder an einer passenden Stelle. Wir brauchten also kein Geld für das Übernachten, nur für das Essen. Die Fahrräder habe ich von Freunden ausleihen können, wie beispielsweise von Lynn DongLong. Diese Freunde waren so nett, mir diese Räder einfach so auszuleihen. Ich denke, es ist wichtig, gute Fahrräder zu haben, wenn man durch Taiwan fahren möchte. Wir haben uns nicht wirklich vorbereitet.

Am Eingang des Taroko Nationalparks

Am Eingang des Taroko Nationalparks

Wir haben einfach nur ab und zu Sport gemacht. Und was dann passierte, war, dass wir während der ersten 3 oder 4 Tage doch ziemlich müde waren, doch nach und nach fingen wir an, uns daran zu gewöhnen. Und ab dem 5. oder 6. Tag, als wir schon in der Tarokko Schlucht waren, waren wir dann schon in ziemlich guter Form und es wurde immer leichter und besser zu.

In der Taroko Schlucht

In der Taroko Schlucht

Wie sah ihr Tagesablauf aus? Hatten sie einen sehr strengen Tagesplan oder sind sie das ganze eher flexibel angegangen?

Jan Duben: Wir waren sehr flexibel. Der Hauptgrund war, wie ich schon sagte, Taiwan zu sehen und nicht, Kilometer abzureissen. Aber wir haben immer versucht, möglichst früh aufzustehen, so gegen 5, 5 Uhr 30 oder 6 Uhr. Denn während des Sommers ist die Sonne die Hauptsorge. Meine Freunde waren ja gerade erst aus Tschechien gekommen waren noch völlig weiß, also sie hatten noch keine Bräune. Und daher war auch Sonnenbrand eine unserer Sorgen. Also jeden Tag sind wir, sagen wir mal, um 6 Uhr aufgestanden, haben dann gefrühstückt und sind dann los gefahren. Zwischendurch haben wir vielleicht Tee gekauft und haben Halt gemacht, wenn es etwas Interessantes zu sehen gab. Gegen 12 haben wir dann unsere Mittagspause eingelegt.

Essen ist auch wichtig

Essen ist auch wichtig

Normalerweise haben wir es vermieden, zwischen 12 und 15 Uhr zu fahren. Wir haben uns entweder etwas angesehen oder uns einfach ausgeruht. Nach 15 Uhr sind wir dann wieder aufgebrochen und sind fast bis zum Dunkelwerden gefahren. Entweder haben wir einen Punkt erreicht, der uns interessierte, wie beispielsweise YeLiu, und haben dann dort übernachtet oder wir haben einfach einen günstigen Platz vielleicht am Strand ausgesucht, um dort zu übernachten. Mit günstig meine ich, wo man Wasser bekommt und sich duschen kann. Ein guter Platz sind beispielsweise auch Grundschulen. Die lassen einen gewöhnlicherweise dort übernachten und duschen. Die waren wirklich sehr nett. Ein andere Platz sind die Tempel.

Auch in Tempeln kann man uebernachten

Auch in Tempeln kann man uebernachten

Da muss man etwas bezahlen aber nicht viel. Wir haben pro Person etwa 100 Taiwandollar bezahlt. Man kann also auch in Tempeln übernachten. Eine Freundin von mir, die diesen Trip allein gemacht hat, erzählte, dass sie jede Nacht in Polizeistationen übernachtet habe. Aber das ist vielleicht ein spezieller Fall, weil sie ein Mädchen ist. Ich weiss nicht, ob das für jeden ginge. Aber wir hatten ja unsere Zelte dabei und so haben wir die meisten Nächte in den Zelten übernachtet. Ich hatte einen ungefähren Plan darüber, wo es jeden Tag hingehen soll, doch wir haben keinen festen 100% Reiseplan verfolgt.  

Sie haben auch einige Bergetappen beschrieben. Dabei handelte es sich nicht um kleine Hügel, sondern um ernsthafte Berge. Wie haben sie diese bewältigt?

Jan Duben: Es war, glaube ich, an unserem 5. oder 6. Tag. Wir waren schon in besserer Form als am Start. Wir sind in einem kleinen Dorf an der Küste aufgewacht und haben uns von da aus dann auf die erste Bergetappe gemacht. Es geht dann rauf auf 3200 Meter über dem Meeresspiegel, und unser Ziel war es, diese Etappe an einem Tag zu bewältigen. Die Länge der Strecke betrug etwa 80 Kilometer und es geht wirklich fast die ganze Zeit bergauf.

Es geht immer bergauf

Es geht immer bergauf

Aber wenn man es langsam angeht, dann schafft man es an einem Tag. Wir hatten ein kleines Problem, kurz vor dem Gipfel, also etwa 5 Kilometer davor. Einer meiner Freunde hatte einen Platten, und wir mussten den Reifen flicken. Das hat uns etwas zurückgeworfen, und als wir weiterfahren wollten, war es schon dunkel. Aber wir wollten nicht an dieser Stelle übernachten, denn dann hätten wir am nächsten Morgen gleich mit einer sehr schweren Steigung anfangen müssen.

In ueber 3000 Metern Hoehe

In ueber 3000 Metern Hoehe

Denn die letzten etwa 5 Kilometer vor dem Gipfel sind sehr steil. Daher haben wir uns dann dazu entschieden, die Räder zu schieben, damit wir noch am gleichen Tag den Gipfel erreichen konnten. Da haben wir dann in unseren Zelten übernachtet. Übrigens, wenn man auf einer Höhe von etwa 3000 Metern zeltet, ist es schon ziemlich kalt.

Das sieht kalt aus

Das sieht kalt aus

Da oben und auf dem AliShan waren die einzigen Orte, an denen wir etwas gefroren haben. Doch das gute war dann die Abfahrt. Es ging etwa 60 Kilometer immer bergab und man musste sich eigentlich gar nicht anstrengen. Es ist wirklich eine schöne Fahrt und man gelangt dann direkt an den Sonne Mond See. Und es ist wirklich ein wunderschöner Anblick, auf den See zuzufahren.

Sonnenaufgang über dem Sonne-Mond See

Sonnenaufgang über dem Sonne-Mond See

 Es war sonnig und wirklich schönes Wetter und alle waren glücklich und in guter Stimmung, denn wir hatten es geschafft. Am nächsten Tag sind wir wieder eine Bergetappe gefahren. Und zwar sind wir wieder auf etwa 2800 Meter hochgefahren, bis zu dem Punkt, an dem man die Wanderung zum Jade Berg beginnt. Wir haben dann da wieder übernachtet, um dann am nächsten Tag wieder runterzufahren. An dem Tag sind wir dann etwa 120 Kilometer gefahren, denn der erste Teil war wieder eine lange Strecke nur bergab bis in die Gegend um den Alishan.

Im Alishan Park

Im Alishan Park

Man kann dort übrigens Affen sehen und einige von uns hatten tatsächlich Glück und sahen auch einige Affen. Was ich noch anfügen möchte, wenn man wirklich jeden Tag Fahrrad fährt, dann gewöhnt man sich daran und man beginnt, es zu geniessen. Das ist der Punkt. Alle meine Freunde haben gesagt, dass sie es nach 5 oder 6 Tagen genossen haben. Auch wenn es in den ersten 2 oder 3 Tagen etwas schmerzvoll war.

Es geht wieder runter

Es geht wieder runter

Die Bergetappen haben Sie also ohne größere Probleme bewältigt. Aber gab es insgesamt irgendwelche größeren Probleme?

Jan Duben: Ich denke, unsere größten Probleme waren tatsächlich die platten Reifen. An einem Tag hatten wir 8 oder 9 Platten und wir hatten keinen Ersatzschlauch mehr. So mussten wir dann Flicken benutzen. An dem Tag haben wir dann den Zug nach Hualian genommen. Bzw wir haben die Gruppe aufgeteilt und eine Gruppe ist mit dem Zug nach Hualien gefahren, um einige Gegenstände zu kaufen, die wir brauchten. Wir befanden uns nämlich gerade in einem kleinen Dorf, in dem es gewisse Dinge, die wir brauchten, nicht zu kaufen gab. Aber wir hatten die meisten Werkzeuge usw. selber dabei und so war das eigentlich auch unser einziges größeres Problem.

Was waren die größten Herausforderungen während der Reise? Ich kann mir vorstellen, dass eine Gruppentour nicht immer einfach ist, auch wegen der Kommunikation.

Jan Duben: Ja, die Sprache war eine Herausforderung. Denn 5 von uns kommen aus Tschechien und so ist es für uns natürlich, dass wir uns auf Tschechisch unterhalten. Doch das wäre natürlich den anderen beiden gegenüber unhöflich gewesen. Daher haben wir versucht, das möglichst gering zu halten und uns auf Englisch oder Chinesisch zu unterhalten, wenn möglich. Das war die erste Herausforderung, aber ich glaube wir waren erfolgreich und haben das ganz gut hingekriegt. In Bezug auf die körperliche Herausforderung. Die gibt es natürlich und daher ist es wichtig, mit wem man diesen Trip macht. Aber ich denke, wir hatten sehr viel Glück, denn es hat sich niemals jemand beschwert.

Alle waren guter Dinge und wirklich glücklich. Für einige war es das erste Mal in Asien, daher waren sie wirklich enthusiastisch, kann ich sagen, über das was sie gesehen haben. Jeden Tag haben wir uns darauf gefreut, neue, interessante Dinge zu sehen. Denn wir haben Dinge und Orte gesehen, die nicht nur für sie neu und überraschend waren, sondern auch für uns, die wir schon länger hier in Taiwan sind. Es gab so viele schöne Dinge, und wenn irgendwas schlechtes passiert, muss man einfach damit leben und weitermachen. Einmal sind wir in einen sehr schweren Regen geraten. Es war in Kenting und plötzlich kam der Taifun.

Kending, vor oder nach dem großen Regen?

Kending, vor oder nach dem großen Regen?

Da hat es so schwer geregnet, dass wir schon fast aufgeben wollten, obwohl nur noch ein kleiner Teil der Reise vor uns stand. Doch glücklicherweise hörte dann der Regen wieder auf und alle waren wieder frohen Mutes und bereit, weiter zu fahren. Aber für einen Augenblick während des Regens, wussten wir nicht, was wir machen sollten, denn wir waren die ganze Zeit Sonnenschein gewohnt. 

Dass wir im Meer schwimmen konnten oder mit den Taiwanern draussen Basketball spielen konnten. Und auf einmal war da dieser grosse Regen. Doch wir haben durchgehalten.

Was sind ihre schönsten Erinnerungen, und welche Orten haben ihnen am meisten gefallen, bzw. würden sie empfehlen?

Jan Duben: Ich glaube, die meisten guten Erinnerungen sind mit den Menschen verbunden, mit denen man zusammen geht. Daher ist es wirklich wichtig, die richtige Gesellschaft zu wählen für einen solchen Trip. Die meisten in dieser Gruppe waren meine besten Freunde seit meiner Kindheit. Wir verstehen uns ziemlich gut, und auf diesem Trip sind wir uns noch näher gekommen. Das ist perfekt, wenn man etwas hartes durchmacht. So wie beispielsweise die Tarroko Schlucht oder die Bergetappen.

Es ist hart, aber man sieht die anderen. Die haben auch Probleme, es ist auch hart für sie, aber sie fahren weiter. Das gibt Dir das Gefühl, ja, das ist es wert. So war ich wirklich glücklich darüber, wie alle in unserer kleinen Gruppe den Trip genossen. In Bezug auf Taiwan selber. Was ich besonders empfehlen würde, wenn jemand nach Taiwan kommt, dann ist es die Strecke zwischen Kenting und Taidong. Dieser Teil ist sehr schön, denn er ist sehr ruhig und abgelegen. Man sieht dort keine 7-11 und nur wenige Menschen. Es ist etwas wilder als in anderen Gegenden. Die Straßen sind nicht so gut, aber es ist wirklich schön dort und empfehlenswert.

Wie haben die Taiwaner ihre Reise insgesamt aufgenommen? Eher mit Skepsis, diese verrückten Ausländer, oder eher mit Unterstützung?

Jan Duben: Die Taiwaner waren extrem hilfreich. Man musste nur erwähnen, dass man einen solchen Trip macht, und alle haben einem Hilfe angeboten. Sie bieten einem sogar an, in ihrem Haus zu übernachten oder bieten einem andere Hilfe an. Taiwaner sind wirklich freundlich, denke ich. Man muss nur sagen, dass man diese Strecke mit dem Fahrrad fährt, dann äußern sie ihre Bewunderung und ihren Respekt. Das war vielleicht etwas zu viel für einige Gruppenmitglieder, aber es war wirklich sehr schön.

 Und man hat uns während unserer Reise tatsächlich sehr oft geholfen. Ein Beispiel – in unserer Gruppe war ja ein Mädchen, wie ich erwähnt hatte. Und sie konnte nicht so wirklich die ganze Zeit mit den anderen Gruppenmitgliedern mithalten. Anfänglich haben wir uns gefragt, was wir machen sollen. Auf sie zu warten, hätte die Gruppe vielleicht zu oft zurückgehalten, was für einige Mitglieder der Gruppe vielleicht nicht so schön gewesen wäre. Doch sie hat dann einen eigenen Stil zu reisen entwickelt. Sie ist immer so lange mit uns mitgefahren, bis sie müde war und wenn sie müde war, hat sie den Rest der Strecke per Anhalter zurückgelegt. Sie hatte niemals Probleme, es gab auch immer jemanden, der sie mitgenommen hat.

Und so war sie dann auch immer vor uns an unserem Treffpunkt. Noch ein anderes Beispiel. Einmal habe ich meine Geldtasche verloren. Und innerhalb von zwei Stunden habe ich einen Anruf von der Polizei erhalten. Die hat mir dann einen Platz genannt, wo ich mir meine Geldtasche abholen konnte. Und es gab sogar einen freundliche Person, die mich dorthin gefahren hat. Das war wirklich sehr nett. Wir haben keine negativen Erfahrungen mit Taiwanern gemacht, es war perfekt.

Auch immer mehr Taiwaner radeln

Auch immer mehr Taiwaner radeln

Ich habe diese Frage nicht ohne Grund gestellt, denn bis vor einiger Zeit war Fahrradfahren gar nicht so populär in Taiwan und oftmals wurden die wenigen Leute, die derartige Radtouren unternehmen, verständnislos gefragt: „warum machst du sowas“. Doch inzwischen sind Taiwaner es gewöhnt, Radfahrer zu sehen und auch Radfahrer, die längere Strecken unternehmen. Und wie man auch aus Jans Beschreibung entnehmen kann, ist aus Unverständnis eher Anerkennung geworden. Doch das war es auch schon von meinem Gespräch mit Jan Duben.

Von Ilon Huang

Photos von Jan Duben und Freunde