Die Autobahnraststätte als Reiseziel

„Lasst uns zur Autobahnraststätte XYZ fahren, um dort zu bummeln und zu essen.“ Auf so eine Idee kommt doch niemand – denken Sie. Tatsächlich kann das in Taiwan aber passieren und auch wenn ich selber persönlich keinen Tagesausflug zu einer Autobahnraststätte einplanen würde, ist eine derartige Idee bei vielen taiwanischen Autobahnraststätten gar nicht so abwegig.

Kein Cafe in einem Park - sondern ein Autobahnraststätte

Kein Cafe in einem Park – sondern ein Autobahnraststätte

In Taiwan legt man vor allem in den letzten Jahren sehr viel wert auf gepflegte Autobahnraststätten, deren Besuch nicht nur angenehm ist, sondern oft auch als ein eigenständiges Reiserlebnis gilt. Viele dieser Raststätten sind weitläufig angelegt mit Grünanlagen und Spielgelegenheiten für Kinder und Erwachsene.

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Das Innere ist (oft gemütlich) ausgestattet mit einer oft großen Vielzahl von Garküchen und Einkaufsgelegenheiten, in denen man beispielsweise Souveniers aus der Umgebung kaufen kann.

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Sitzgelegenheiten im Freien laden bei entsprechendem Wetter zum Genuß von 7-11 Kaffee im Freien ein. Oder wie auf der Gukeng Raststätte, die ich kürzlich besuchte, zum Genuß des Gukeng-Kaffees (die Region Gukeng ist bekannt für ihren Kaffee).

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Und wie gesagt gibt es tatsächlich nicht wenige, die als Ausflugsziel eine dieser Raststätten, für die es wohl auch eine Rangliste gibt, wählen. Die Gukeng Raststätte, die ich während meiner letzten Reise anfuhr (nicht als primäres Reiseziel, sondern aus menschlichen Bedürfnissen heraus), wurde auf Rang zwei dieser Liste geführt. Hier ein paar Eindrücke.

von Ilon Huang

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Mit dem Rad von Taipei nach Hsinchu

In diesem Eintrag will ich insbesondere einige Bilder von der Radtour zeigen und nur ein wenig davon erzählen. Wer mehr darüber erfahren will, kann am 27. Oktober in „Reise durch Taiwan“ reinhören.

Hier zunächst eine kurze Vorschau:

Endziel sollte ein Spa Ressort sein, ein Hotel mit heißen Quellen. Die erste Hälfte entwickelte sich sehr einfach, da ich von Xizhi auf der Ostseite von Taipei bis zum Töpfereiort Yingge die ganze Zeit richtige Radwege benutzen konnte.

Wie gemalt

Wie gemalt

Das waren etwa 40 Kilometer ohne die Gefahr, sich zu verfahren und fast ohne die Gefahr, umgefahren zu werden. In ganz Taiwan arbeitet man an einem Fahrradnetzwerk, mit dem Ziel, einmal vom Norden bis in den Süden nur auf Radwegen fahren zu können.

Eine Teekanne lädt zur Pause ein

Eine Teekanne lädt zur Pause ein

Gerade in Taipei hat man schon die drei großen Flüsse und die anliegenden Flussparks benutzt, um dort immer besser werdende Fahrradwege einzurichten. Interessanterweise heisst das insbesondere außerhalb von Taipei Stadt aber nicht immer, dass Fahrradwege nur für Fahrräder sind, doch das ist ein anderes Thema.

Kontrast - Gebäude aus der Qing Dynastie vs. Gebäude aus den 1970ern

Kontrast – Gebäude aus der Qing Dynastie vs. Gebäude aus den 1970ern

So ist eben beispielsweise YingGe per Radweg, der nur für Radfahrer ist, an Taipei angeschlossen. Nach Yingge ging es dann weiter auf normalen Landstrassen, was nicht immer so schön war wie auf dem Radweg. Denn in Taiwan ist gerade am Wochenende auf den Straßen immer viel los und auch Lastwagen rasen am Wochenende unbegrenzt über die Straßen.

Ein kleines Örtchen an einer Nebenstraße - noch hoffe ich, dass ich auf der richtigen Straße bin

Ein kleines Örtchen an einer Nebenstraße – noch hoffe ich, dass ich auf der richtigen Straße bin

Um die großen Straßen zu vermeiden, hatte ich per Internet einige kleine Nebenstraßen gesucht, was das Fahren tatsächlich angenehmer machte. Meistens war es etwas ruhiger und weniger befahren, aber auch weniger bebaut, so dass man auch die Landschaft geniessen konnte und auch einiges vom „alten“ Taiwan sehen konnte.

Ein altes Bauernhaus im Stil der Qing Dynastie

Ein altes Bauernhaus im Stil der Qing Dynastie

Also z.B. kleine Bauernhäuser im Stile der Qing Dynastie. Allerdings waren diese Straßen weniger beschildert, so dass ich mich hin und wieder verfuhr und letztendlich etwa 15 Kilometer mehr zurückgelegt hatte, als für die eigentliche Strecke vorgesehen war.

Bananen- und Pampelmusenbäume

Bananen- und Pampelmusenbäume

Je mehr ich mich dem Ziel näherte, desto bergiger wurde es auch, und wäre ich auf der Hauptstrecke geblieben, wäre es wohl meistens immer langsam stetig bergauf gegangen. Die kleinen Nebenstrecken zeichneten sich aber dadurch auf, dass es immer wieder bergab ging und dann wieder extremer bergauf ging, was das „sich Verfahren“ auch noch anstrengender machte.

Etwas anderes, was mir auffiel, während ich mich dem Ziel näherte, waren die Hinweise auf Ureinwohner. Tatsächlich war dies früher eine Region, die insbesondere von den Atayal bewohnt wurde, ehe sich auch hier die Han-Chinesen insbesondere die Hakka niederliessen. Diese Hinweise sind z.B. (neuere) Gebäude mit den markanten, kunstvollen Mustern, die traditionell auf den Gewändern der Atayal zu sehen waren, oder Schnitzereien und Statuen, die auf Ureinwohner hinweisen.

Endlich der erste Blick auf das Ziel - das Spa Ressort

Endlich der erste Blick auf das Ziel – das Spa Ressort

Nach knapp 105 km statt der vorgesehenen etwa 90 km erreichte ich dann schließlich das Spa Ressort in den Bergen, wo ich mich in der Ansammlung von Wasserbecken (es gab sogar ein Becken mit Fischen, die einem die Haut abknabbern) erst einmal entspannen konnte.

Teile des Ressorts inmitten der Berge

Teile des Ressorts inmitten der Berge

Nach Abendessen, einer nicht so ruhigen Nacht (eine Reisegruppe machte mit Karaoke die Nacht zum Tage) und einem Frühstück mit wunderbarer Aussicht ging es wieder auf den Rückweg, der auch bis auf den Gegenwind ziemlich problemlos verlief. Ich fand sogar noch einen neuen Radweg, der es mir erlaubte, mich schon etwa 10 Kilometer vor Yingge wieder auf den Radweg zu begeben, ehe es von Yingge weiter auf dem Radweg nach Taipei zurückging.

Von Ilon Huang

Ein "Heiße Quellen Bad" auch im Hotelzimmer

Ein „Heiße Quellen Bad“ auch im Hotelzimmer

Auf dem Balkon des Frühstückssaals

Auf dem Balkon des Frühstückssaals

Und die Aussicht vom Balkon

Und die Aussicht vom Balkon

Internationaler autofreier Tag in Taipei

Seit nun bereits über 10 Jahren wird am 22. September der internationale autofreie Tag begangen. Autofreie Tage sollen die Menschen dazu aufrufen, der motorisierten Gesellschaft den Rücken zu kehren, und sich für ein umweltbewusstes Fortbewegen zu Fuß oder per Fahrrad einzusetzen. Veranstaltungsort des Taipeier „Carfree Day“ am vergangenen Samstag war der Platz vor dem Rathaus, der während der Veranstaltung für 7 Stunden zur autofreien Zone erklärt wurde.

So war auf dem Gelände auch ein Informationsstand des neuen  Taipeier Fahrradleihsystems mit dem Namen „Youbike“ vertreten. Die orangegrellen Youbike-Räder fallen einem in der letzten Zeit im Taipeier Satadtbild immer häufiger ins Auge. „Seit dem offiziellen Beginn der Nutzung der Räder am 30. August ist die Zahl der Nutzer und Mitglieder sprunghaft angestiegen. Es haben sich mittlerweile bereits über 30.000 Mitglieder registriert. Und was die Zahl der täglichen Nutzer betrifft, so haben wir bisher an den besten Tagen bis zu 6.000 Nutzer“, so eine Youbike-Verantwortliche.

 

Youbike-Infostand

Youbike-Infostand

Mit seinen zahlreichen Aktionen, zu denen neben verschiedenen Musikaufführungen auch ein Spieleparcour sowie eine Losaktion zählte, konnten vor allem auch Kinder für die Veranstaltung gewonnen werden. Hier einige Eindrücke:

 

Ampelmännchen auf Youbike-Rädern

 

Hüpfen und Planschen für Groß und Klein

 

musikalische Unterhaltung

 

umweltbewusste Radler

„Wenn kein besonderer Bedarf besteht, gehe ich immer möglichst zu Fuß oder fahre mit dem Fahrrad, um der Umwelt nicht zu schaden. Das ist denke ich am wichtigsten. Die heutige Veranstaltung hat daher schon ihren Sinn. Man sollte mit der Aufklärung zum Umweltschutz bei den Kindern anfangen. Erst so kann Umwelthilfe geleistet werden“, so die Ansicht eines Taiwaners, der schon in Kürze auf einen Elekroroller umsteigen will. Probefahrten auf den neuen Elektrorollern fanden regen Anklang bei den Besuchern.

Elektroroller-Probefahrt

Gerade in einer Stadt wie Taipei, deren Straßen von Motorrollern, Autos und Bussen bestimmt werden, kommt die Vorstellung von der abgasfreien Stadt einer Wohltat für Lungen und auch Ohren gleich. Daher scheint es nur natürlich, dass sich auch hiesige Stadtregierung dieses Jahr wieder mit einer halbtägigen Veranstaltung am internationalen autofreien Tag beteiligt hat. So konnte die eigene Bevölkerung auf spielerische Art und Weise zu mehr umweltbewusstem Handeln anregt werden, um Taipei dazu zu verhelfen, in Zukunft zu einer noch lebenswerteren Stadt zu werden.

Taipeier Rathaus am Veranstaltungstag

Autor: Dominik Weihrauch

Der Radiobeitrag zum autofreien Tag lief am 26. September in der Sendung „Rund um die Insel“.

 

 

 

 

 

Kleinkunst in der MRT Taipei

Fortbewegung ist in Taipei mittlerweile durch das effiziente Metronetz, kurz MRT genannt, recht komfortabel geworden.

Alles steht in der "Rush hour"

Alles steht in der „Rush hour“       (Foto: Frank Pevec)

 

 

Zu gut erinnere ich mich noch an den Baubeginn Ende der 80er Jahre, der den Nahverkehr fast zum erliegen brachte.  Die Taipei in Nord-Süd-Richtung trennende Fuxing-Straße im Zentrum der Stadt wurde damit quasi lahmgelegt und beeinflusste den gesamten Verkehr.
Abgasschwaden von Mopedschwärmen,  2-Takter, waberten durch die Straßen, Fußgänger waren kaum zu sehen, da auch der Bürgersteig von den Mopeds genutzt wurde, sei es als Parkplatz oder als letze Möglichkeit, den Dauerstau auf der Straße zu umfahren.

Bau einer weiteren MRT-Linie an der Xinyi Rd.

Bau einer weiteren MRT-Linie an der Xinyi Rd.         (Foto: Frank Pevec)

Das gehört jetzt glücklicherweise der Vergangenheit an, die MRT ist mit 10 Strecken recht gut ausgebaut und entlastet mit knapp 1,6 Mio. Fahrgästen täglich deutlich den Verkehr.

MRT-Station Fuhsing Rd.

MRT-Station Fuhsing Rd. (Foto: Frank Pevec)

Im Jahr 2006 waren es noch 1 Mio. Passagiere am Tag, die Streckenerweiterung macht die MRT beliebter. Mit knapp 100 Stationen und etwa 110 km Streckenlänge bietet sie eine angenehme Alternative zum täglichen Kampf um die Lücke auf Taiwans Straßen. Vor allem bietet sie ein verlässliches Vorwärtskommen, unabhängig von der Tageszeit und auch vom Wetter.

Die gut funktionierende Airkondition macht im brütend-schwül-heißen Sommer die Fahrt zu einer Phase der Erholung, in den weniger frequentierten Zeiten am Abend ist allerdings angeraten, einen Schal dabei zu haben.

Was Verlässlichkeit, Sicherheit und Sauberkeit betrifft, so zählt die MRT zu den besten der Welt. Auch Keine zerkratzen Scheiben, keine aufgeschlitzenen Sitze – hier sind sie auch aus Hartplastik bzw. Stahl – das völlige Fehlen destruktiver Äußerungen zwangspubertierender Elemente macht sich angenehm bemerkbar, es kommen keinerlei Gedanken auf, dass Grafitti-Hieroghlyphen etwas zur Bereicherung beitragen könnten.

MRT Station Taipei Fuhsing Rd.

Damit es nicht zu langweilig wird, bemüht man sich auch um das Auge. Wohl eine der am besten designten U-Bahnstationen der Welt findet man allerdings nicht in Taipei, sondern in Kaoshiung in Südtaiwan. Der von einem italienischen Designer entwickelte Lichtdom an der Formosa-Boulevard-Station ist wohl somit das aufwändigste, was zur Dekoration einer Metrostation getan werden konnte. Vier Jahre Bauzeit soll der Lichtdom benötigt haben, ein Kunstwerk, dessen Betrachtung mit dem Kauf eines Fahrscheins abgegolten ist – dabei würden etliche sogar Eintritt dafür bezahlen.

MRT Kaohsiung „Formosa Boulevard-Station“ (Foto: Frank Pevec)

Taipei blieb da pragmatischer und realistischer, hier steht das Vorwärtskommen von A nach B im Vordergrund. Kaohsiung verfügt zwar über die schöneren Stationen, allerdings reichte das Geld nur für zwei Linien, die Metro dort ist hochdefizitär. Kaohsiungs Metro ist eher etwas für Liebhaber der schönen Künste, etliche Stationen sind ansprechend gestaltet, doch geht man natürlich nicht jeden Tag ins Museum.

MRT-Kunst in der MRT

MRT-Kunst in der MRT (Foto: Frank Pevec)

Doch auch in Taipei lässt man das Ästethische nicht völlig außer acht. Verstärkt bemüht man sich nicht nur um großformatige Werbeflächen sondern auch um künstlerische Darstellungen innerhalb der Metro. Ein kleines Beispiel aus der Fuxing-Zhongxiao-Station.

Reise durch die Zeiten?

Reise durch die Zeiten? (Foto: Frank Pevec)

Die alternative Fortbewegung?

Die alternative Fortbewegung? (Foto: Frank Pevec)

Clark Kent mit Barbie im taiwanischen Traum

Clark Kent mit Barbie im taiwanischen Traum(Foto: Frank Pevec)

Romantisches Europa - Reiseträume (Foto: Frank Pevec)

Romantisches Europa – Reiseträume (Foto: Frank Pevec)

Taipei in der Neuzeit (Foto: Frank Pevec)

Taipei in der Neuzeit (Foto: Frank Pevec)

Altes Taipei (Foto: Frank Pevec)

Altes Taipei (Foto: Frank Pevec)

Che , Engel und Lou Reed bei der Jagd?  Taiwanisches Bild des Westens? (Foto: Frank Pevec) (Foto: Frank Pevec)

Che , Engel und Lou Reed bei der Jagd? Taiwanisches Bild des Westens? (Foto: Frank Pevec)

Letztes Fenster der MRT

Letztes Fenster der MRT

Autor: Frank Pevec

Ein Tag in Taipei

Was kann man an einem Tag in Taipei sehen? Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, dies zu testen, als Freunde aus Deutschland auf dem Weg nach Neuseeland für einen Tag in Taipei einen Zwischenstop machten. Trotz etwa 24-stündigem Schlafmangels wollten sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, einmal einen kurzen Eindruck von Taipei zu erhalten. So verliessen die vier (Gwen, Katrin, Svenja und Denise)  den sicheren Taoyuan Internationalen Flughafen und begaben sich per Bus nach Taipei Stadt. Tatsächlich ist es doch relativ einfach, vom Flughafen aus andere Städte in Taiwan zu erreichen, auch wenn man noch nie in Taiwan war. Für etwa 15-20 Euro kann man ein Taxi nach Taipei Stadt nehmen, ein Busticket gibt es schon für etwa 3 Euro. Die Fahrt zum Taipei Hauptbahnhof dauert derzeit etwa eine Stunde, kann bei zügigem Verkehr aber auch weniger als 45 Minuten dauern (während des Berufsverkehrs aber auch wesentlich länger). Man kann auch mit dem Bus zunächst zu den Bahnhöfen in Taoyuan (Taiwan Eisenbahn und Hochgeschwindigkeitsbahn), doch da die Bahnhöfe in einiger Entfernung vom Flughafen liegen, lohnt sich das für eine Fahrt nach Taipei eher nicht. Diese Methode lohnt sich allerdings (zeitmäßig) für eine Fahrt in weiter abgelegene Städte im Süden (Hsinchu, Taizhong, Kaohsiung usw.). In etwa 3 Jahren wird Taipei Stadt aber noch bequemer und schneller zu erreichen sein, wenn nämlich die MRT-Strecke (Mass Rapid Transportation – das taiwanische U-Bahn System in Taipei und Kaohsiung) zwischen dem Flughafen und Taipei Stadt fertiggestellt sein wird. Dann soll die Fahrt zum Bahnhof nur etwa 35 Minuten dauern und das natürlich unabhängig von der Verkehrssituation. Doch zurück zur Gegenwart und zu unserem Tagesausflug. Wir trafen uns am Hauptbahnhof (mit Steffi, einer weiteren gemeinsamen Freundin aus Taiwan), der trotz der Größe auch ein sehr guter Treffpunkt ist.

Der Taipei Hauptbahnhof

Der Taipei Hauptbahnhof

Denn auf jeder Seite des Hauptgebäudes gibt es einen Ein-/Ausgang mit der jeweiligen Windrichtung als Bezeichnung. Man muss also nur sagen, ob man sich an Ausgang Nord, Ost, Süd oder West treffen will.

Treffpunkt Ausgang Ost, sehr einfach zu finden

Treffpunkt Ausgang Ost, sehr einfach zu finden

Vom Bahnhof, der natürlich an das Taipeier MRT-Netzwerk angeschlossen ist, ging es dann per MRT zur ersten Sehenswürdigkeit – die im Jahr 1972 zur Erinnerung an den Gründervater der Republik China fertiggestellte Sun Yat-Sen Gedenkstätte.

Vor der Sun Yat-Sen Gedenkstätte

Vor der Sun Yat-Sen Gedenkstätte

Nach einem hastigen Frühstück konnten sich meine Gäste hier ein grobes Bild über traditionelle chinesische Architektur und Parks machen. Und wir hatten Glück – wir kamen gerade pünktlich zum stündlichen Wachwechsel. Vor der Statue des Sun Yat-Sen stehen nämlich zwei Soldaten der Ehrengarde Wache und werden jede Stunde abgelöst.

Wachablösung - wer sich diese Schritte wohl ausgedacht hat

Wachablösung - wer sich diese Schritte wohl ausgedacht hat

Das geht natürlich nicht mit einem einfachen Abklatschen und „Jetzt seid Ihr dran“, sondern mit einem hochkomplizierten, oft trainiertem Ritual, wobei die Soldaten auf jeden Schritt und jede Drehung achten müssen und dabei auch noch einige Kunsttücke mit dem Gewehr vorführen. Das ist bis heute eine Touristenattraktion, die vielleicht einen neuen Schub durch die neuen Massen von festlandchinesischen Besuchern erhalten hat. Nach den obligatorischen Fotos ging es zum nächsten Ziel, in dessen Schatten die Sun Yat-Sen Gedenkstätte steht – das Taipei 101.

Das nächste Ziel - der alles überragende Taipei 101

Das nächste Ziel - der alles überragende Taipei 101

Das Taipei 101 war mit 101 Stockwerken und 508 Metern (Höhe bis zur Spitze) das höchste Gebäude der Welt, bis es vom Burj Khalifa abgelöst wurde. Aber inzwischen gilt es als das höchste grüne Gebäude der Welt (siehe Bericht in der Wiener Zeitung von Klaus Bardenhagen http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/panorama/chronik/411846_Ein-gruener-Riese-in-Taipeh.html), noch ein Grund mehr, dieses beeindruckende Gebäude nicht nur anzuschauen, sondern auch die oberste Aussichtsplattform zu besuchen.

Vor dem Stadtbild von Taipei

Vor dem Taipei Stadtbild

Das wollten sich meine Gäste nicht entgehen lassen und so ging es mit dem ehemals schnellsten Aufzug der Welt (16 m/s) zur Aussichtsplattform (der Aufzug des Burj Khalifa soll mit 18 m/s inzwischen schneller sein). Mit 400 Taiwan Dollar, etwa 10 Euro ist man dabei.

und über der Stadt Taipei

und über der Stadt Taipei

Oben angekommen hat man bei guten Wetter eine unglaubliche Aussicht, doch leider war es an diesem Tag bewölkt und regnerisch. Trotzdem hatten wir eine bessere Aussicht als vorher gedacht und man konnte immerhin noch unseren Radiosender RTI sehen.

RTI (dahinter das Grand Hotel) vom Taipei 101 gesehen

RTI (dahinter das Grand Hotel) vom Taipei 101 gesehen

Und natürlich auch die Sun Yat Sen Gedenkstätte, die ja sozusagen gleich unter dem Taipei 101 liegt.

Die Sun Yat-Sen Gedenkstätte von oben

Die Sun Yat-Sen Gedenkstätte von oben

Auch das (weltgrößte?) Tilgerpendel zur Dämpfung von Gebäudeschwingungen des Taipei 101 ist für Besucher immer beeindruckend.

Das Tilgerpendel

Das Tilgerpendel

Jetzt war es inzwischen Mittag geworden, also Zeit für das Mittagessen. Und naürlich hat auch dafür das 101 einiges zu bieten – in Taipei ist etwas Eßbares nie weit entfernt. Im Erdgeschoss gibt es nicht nur einen Delikatessen-Laden, sondern auch eine Vielzahl von Garküchen, mit aller Arten von Speisen – von traditionell taiwanisch/chinesisch über indisch und koreanisch bis hin zu McDonalds (oder war es BurgerKing?). Da fällt einem die Auswahl schwer, doch schließlich hatten wir alle etwas gefunden und nach einer Stärkung sollte es weiter gehen. Wir hatten jetzt schon etwas eher traditionelles (Sun Yat-Sen Gedenkstätte) und etwas super modernes (Taipei 101) gesehen. Als nächstes wollten wir noch mehr in die Vergangenheit tauchen und den Long Shan Tempel im Westviertel der Stadt besuchen. Also ging es zuerst zurück zur MRT-Station, wobei wir das ultramoderne Einkaufsviertel im XinYi Viertel durchquerten. Hier treffen sich die Schönen und die Reichen und alle anderen auch. Das wunderbare hier – viele der Gebäude in diesem Gebiet sind durch überdachte Brücken verbunden, so dass man einerseits den Verkehr vermeiden kann aber auch vor Regen geschützt ist. Dann ging es mit der MRT vom Ostviertel der Stadt in das ältere Westviertel in nur 15 Minuten.

Im Hof des Long Shan Tempels

Im Hof des Long Shan Tempels

Nur einige Minuten Fussmarsch von der MRT Station liegt dann der 1738 erbaute LongShan Tempel. Wir hatten wieder Glück, denn in dieser Woche fanden Feierlichkeiten zum Geburtstag einer Göttlichkeit statt und so konnten wir den Tempel in voller Aktion erleben. Viele Tempelgänger mit Opfergaben und Räucherstäbchen. Im LongShan Tempel werden, wie in den meisten Tempeln in Taiwan, verschiedene Götter verschiedener Religionen verehrt. Buddhistische und daoistische Götter und traditionelle Volksgötter. Das ist natürlich auch für die Götter von Vorteil, können sie doch ihre Tempel über das ganze Land verteilen ohne, dass sie alleine die Kosten für jeden ihrer Tempel tragen müssen. Nach dem Besuch beim Tempel war es auch schon wieder später Nachmittag und langsam wurde es Zeit für die inzwischen sehr müden Besucher, zum Flughafen zurückzukehren. An einem Tag konnten sie ein wenig in das moderne und in das alte Taipei reinschnuppern, auch dank der MRT in Taipei, die immer mehr wächst und immer mehr Teile der Region Taipei verbindet. Also ein Besuch in Taipei lohnt sich, auch wenn es nur für einen Tag ist, aber länger wäre natürlich besser.

von Ilon Huang

Verkehr in Taiwan – Survival of the Fittest


Motorrollerfahren mag in unseren Breiten nicht unbedingt die komfortableste Art der Fortbewegung sein, zumal nur an wenigen Sommertagen tagsüber leicht bekleidetes Fahren möglich ist.

Für das dichtbesiedelte Taiwan mit seinem subtropischen Klima sind die mehr oder weniger stark knatternden Fahrzeuge DAAASSSS Verkehrsmittel schlechthin, rund um die Uhr.

13 Mio. soll es davon mittlerweile geben, in der Tat scheinen die meisten von ihnen auch auf der Straße zu sein.

Flink, wendig , relativ geringe Parkplatzprobleme und jede Menge Freiheit beim Ausnutzen der Lücken im Verkehr bietet der Roller, kostengünstig und zeitsparend ist er ebenfalls. Zudem erlauben sie auch individuelle Ausflüge in die schöne Umgebung von Taipei, sei es an den Strand oder in die Berge.

Allerdings ist man nicht allein, wie Hornissenschwärme treiben sie aus, sie sind überall. In den 90er Jahren,  als Staus noch häufig waren, fuhr man auch auf dem Bürgersteig, Fußgänger gab es damals fast keine.  Mit dieser Unsitte hat dann Taiwans ehemaliger Präsident Chen Shui-bian und damaliger Bürgermeister von Taipei aufgeräumt und die Rollerfahrer ein wenig in die Schranken verwiesen.

In der Tat verspricht Rollerfahren auch jede Menge Aufregung und Abenteuer …. bis man sich an den Verkehr gewöhnt hat und ein Sicherheitsgefühl aufkommt. Um emotionslos durch den Verkehr zu rollen, dafür braucht es allerdings mindestens 2 Jahre Härtetest in Taipei.

…wie komme ich da durch…

Hier einige Überlebenstips, um diese Phase gut zu überstehen:

1. Alles kann passieren!

Ohne Licht auf der Gegenfahrbahn Fahrrad fahrende, telefonierende Oma mit dem Regenschirm in der Hand, in der Kurve in zweiter Reihe parkende Autos, an Kreuzungen anhaltende Taxis, alles ganz normal. Ampeln und Blinker haben eher Dekorationsfunktion, letztere besser ignorieren. Einfach agieren, wie es die Situation erfordert, auch wenn dabei nicht zwingend gleichzeitig die Verkehrsregeln beachtet werden können. Grundregel: Berechenbar bleiben, keine plötzlichen Richtungsänderungen.

2. Roller checken:

Wichtigstes Teil ist die Hupe, man kann kostengünstig für 10 EUR eine lautere einbauen lassen, eine der besten Investitionen in die Sicherheit.

Wegen der starken Regenfälle sollte das Reifenprofil ausreichend sein, mindestens 3mm sind zu empfehlen. Helme gibt es hier günstig, schon ab 3 Euro zu bekommen, doch helfen Eierschalen nicht wirklich bei einem Sturz. Gute Helme findet man fast nur in Fachgeschäften für Motorradbekleidung, nicht billig. Halbwegs akzeptable lokale Qualität gibt es für ca. 25 EUR (kein Integralhelm).

Bei der Wahl des Gefährts ist ein moderner Roller mit Scheibenbremsen und mindestens 12 PS einem älteren Modell klar überlegen und bietet vielfältigere Reaktionsmöglichkeiten auf den ständigen Zusammenprall hochindividualisierten Fahrverhaltens. Kants Gedankengänge  (Was Du nicht willst, dass man Dir tu….) sind Rollerfahrern in Taiwan nicht unbedingt geläufig, hier steht der Alltag unter dem Diktat der Zeit, Schnelligkeit und maixmaler Verwertung.

3. Verkehrsregeln

Im Prinzip vorhanden, werden allerdings kaum beachtet. Vorfahrtsregeln sind kaum bekannt, die Einbahnstraße ist für Taiwanesen oft keine, von Nebenstraßen in die Hauptstraße kommende Fahrer fahren ohne zu schauen einfach hinein und achten seltenst auf den Verkehr .

Ampelphasen:   In Taiwan gibt es nur extrem kurze Gelbphasen !!!  Taiwanesen überqueren daher auch bei Dunkelrot noch schnell die oft großen Kreuzungen. Angefahren wird ebenfalls oft schon, wenn die Ampel der Gegenseite auf Rot springt (genau, beide laufen Gefahr, sich zu treffen).

Mein Tip: beim Anfahren an der grünen Ampel  erst nochmal nach links schauen, meist kommt noch jemand.

3.   Besonderheiten

  •    Linksabbiegeverbot an großen Kreuzungen für Roller:  Man ordnet sich nach Überqueren der Kreuzung rechts ein und wartet auf die nächste Grünphase in der markierten Wartezone.
  •  An Ampeln schneiden Linksabbieger oft den geradeaus fahrenden Verkehr ab und drängeln sich vor.
  • Ampelphasen: Bei Wechsel auf Grün nochmals nach links und rechts schauen, 2 Sekunden zeitverzögert starten hat sich empirisch als das sicherste Verhalten bewährt.
  • Langsame Seitwärtsbewegung ist für  Autofahrer die einzige Möglichkeit des Richtungswechsels, ohne mit einem Rollerfahrer zusammen zu stoßen (Grundregel: keine plötzlichen Richtungsänderungen)
  • Dicht vor der Ampel wartende Autofahrer lassen bei Beginn der Grünphase erst den Motorrollerpulk passieren und rollen dann langsam an.
  •   Es wird fast nie geblinkt, wenn geblinkt wird, wahrscheinlich aus versehen.  Man achtet kaum auf Blinker, Motorroller überholen auch rechts. Richtungsänderungen deuten sich meist durch Geschwindigkeitsverlangsamung oder durch minimale seitliche Drift an. Blinker von Motorrollern  können jede erdenkliche Farbe haben, oft blinken alle möglichen kleineren Lampen gemeinsam um die Wette (das macht attraktiv/ist sicherer/sieht doch gut aus oder …?)

  • Fußgängerüberwege/Fußgängerampeln:  Lücken im Fußgängerstrom werden von den Autos und Rollern genutzt (nach dem Prinzip der Effizienzsteigerung durch Verdichtung von Zeit und Raum )
  •  Fahrradfahrer fahren immer ohne Licht. Lampen sind zwar vorgeschrieben, doch an kaum einem Fahrrad vorhanden, sie gehören auch nicht zur Grundausstattung eines neuen Komplettfahrrades.
  •  Taxifahrer scheeren aus oder halten an, wie es der Kunde will. Ihr Alltag ist hart, der Verdienst bescheiden, sobald jemand auf dem Bürgersteig einen Moment zögert, riskieren die Ritter des Lenkrades fast alles, um ihn als Kunden zu gewinnen. Für Mopedfahrer geht von ihnen eindeutig die größte Gefahr aus. Ergo: Auf Fußgänger am Straßenrand achten, um mögliche Schnittgeraden der Taxifahrer zu ermitteln
  • Ähnlich unberechenbar sind Handwerker auf einem kleinen aber extrem flinken Minitransporter.
  •    Nie mit Taxifahrern oder schwarzen BMWs anlegen, sie sind gut organisiert.
  •   Nur Motorräder mit mehr als 550 ccm dürfen auf die Schnellstraßen in der Stadt, Autobahn nach wie vor passee!
  •    Lastwagenfahrer an der Ostküste: überarbeitet, beladen mit 30 Tonnen Marmor, Sand, oder Steinen. Ergo: Schwache Reaktionszeit, lange Bremswege. Abstand halten und schnell vorbei. Ohne Ladung testen sie das ungewohnte Gefühl der unbeschwerten Beschleunigung, Kurvenkratzer, vielleicht mal eine Pause machen.

Bau der neuen MRT-Linie Hsin-Yi Rd.

...so bequem geht es auch...

Letzte Tips: die laue Luft, die größere Freiheit bei der kreativen Bewältigung des Verkehrschaos und die unorthodoxe Auslegung der Verkehrsregeln vor Ort können einen schnell zu übermütig machen, darauf kann leicht der freie Fall erfolgen, daher sich nie zu sicher fühlen.

Apropos Alkohol: die Strafen für Fahren unter Alkoholeinfluß sind deutlich angehoben worden. Bei über 0,25 Promille bis 0,5 Promille zahlt man ca. 1500 EUR an Strafe, über 0,5 Promille sind es geschlagene 3000 EUR inclusive Gerichtsverhandlung. Die meisten Taxifahrten im Stadtgebiet kosten kaum 5 EUR und sind garantiert sicherer.

Das Wichtigste zum Schluß: der Internationale Führerschein ist nur 30 Tage gültig und muss für Expats innerhalb dieses Zeitraumes in eine lokale Fahrerlaubnis umgewandelt werden. Ansonsten muß man eine örtliche Fahrprüfung gemeistert werden (die theorethische Prüfung ist auch auf Englisch möglich).  Für Mopeds bis 50 ccm reicht ein Autoführerschein.

…der Verkehr ist überall…

Author: Frank Pevec

Individuelle Chinesen im Herzen Asiens

Ilha Formosa – die schöne Insel. So nannten die Portugiesen Taiwan bereits im 16. Jahrhundert. Das ist schon fast ein halbes Jahrtausend her. Hat Taiwan seitdem seine Schönheit verloren oder glänzt die Perle im Chinesischen Meer noch immer?
Im vergangenen Jahr wollten sich über 5,5 Millionen Touristen selbst ein Bild machen (2009 waren es nur knapp 4,4 Millionen). Das teilte das taiwanesische Tourismusbüro mit. Darunter waren auch 42 000 Deutsche, die den 12-stündigen Flug auf sich genommen haben (im Vergleich dazu 2009: 39 000). Den Spitzenplatz unter den Europäern nimmt das Vereinigte Königreich mit 44 000 Touristen ein. Platz 3 hinter Deutschland belegt Frankreich (26 000). Aus den USA kamen fast 400 000 Besucher.
(Besucher-Statistik Taiwan 2010: http://admin.taiwan.net.tw/statistics/File/201012/table02_2010.pdf )

Um Touristen anzulocken geht Taiwan mit seiner Charme-Offensive jetzt in die Vollen. Der neue Slogan des Tourismusbüros: Taiwan– The Heart of Asia.

Der neue Tourismus-Slogan: "Taiwan - The Heart of Asia"

 
Das Tourismusbüro hat es nach eigener Aussage auf vier Kategorien Touristen besonders abgesehen: junge backpacker, ältere Paare, junge Frauen und Familien. Zur Untermauerung hat das selbsternannte “Herz Asiens” einen Werbefilm drehen lassen. Vielsagender Titel “Time forTaiwan—My Beautiful Island”.

Beliebt ist die “abtrünnige Provinz” auch bei den Festlands-Chinesen – allerdings nocht nicht lange. 1,6 Millionen Chinesen überquerten 2010 die Taiwan-Straße. Das sind 700 000 mehr als noch im Vorjahr. Im Jahr 2008 trauten sich nur knapp über 300 000. Und davor? Null – offiziell jedenfalls. Fast 60 Jahre durften Chinesen nicht nach Taiwan reisen. Taiwaner dürfen hingegen bereits seit 1987 nach China.
Erst seit 2008 dürfen Touristen aus der Volksrepublik in die Republik China einreisen – damals allerdings nur in organisierten Gruppen. Das hieß, dass die chinesischen Touristen den straffen (Zeit-)Plan ihrer Reiseleiter einhalten mussten. Sie nächtigten dementsprechend nur in bestimmten Hostels, kauften Souvernirs nur von wenigen Läden und aßen nur in ausgewählten Restaurants. Doch Ende Juni haben die Behörden das Individualreiseverbot aufgehoben. Dadurch sollen die Wirtschaft angekurbelt werden und die Einnahmen aus dem Tourismus sprudeln. Auch Linienflüge direkt nach Taiwan sind eine Neuheit.

Maximal 500 Chinesen aus bestimmten Provinzen dürfen nun täglich individuell und ohne Gruppe die Taiwanstraße überqueren. Start frei also für backpacking auf eigene Faust – oder? 
Das Limit von 500 Chinesen am Tag erweist sich als recht optimistisch. Tatsächlich reisten im ganzen ersten Monat nach der Aufhebung des Individualreiseverbots nur etwa 800 Chinesen auf eigene Faust nach Taiwan. Auch die Gesamtzahl der Chinesen, die in Taiwan Urlaub machen, ging in diesem Jahr zurück. In den ersten sieben Monaten waren es nur 698.000, und damit 31.000 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei hatte sich das taiwanesische Tourismus-Büro für dieses Jahr das Ziel gesetzt, insgesamt 2,1 Millionen Chinesen anzulocken. 

Um dem hehren Ziel nahe zu kommen, startet das taiwanesische Tourismusbüro Werbekampagnen in China. Gelobt werden sollen darin vor allem Taiwans Qualität und Sicherheit.

Auch für deutsche Reisende wird der Abstecher nach Taiwan immer leichter. Einreisen ohne Visum – undenkbar in der Volksrepublik zum Beispiel – ist in Taiwan kein Problem. Seit Januar 2011 darf man auch ohne Viusm ganze 90 Tage bleiben, statt wie bisher nur 30 Tage. Im Gegenzug dürfen Taiwaner ebenfalls ohne Visum in den Schengen-Raum – und somit Deutschland – einreisen und maximal 90 Tage bleiben.
(Auskunft über die Einreise-Bestimmungen erteilt auch die Taiwan-Vertretung in Deutschland: http://www.roc-taiwan.org/de/ham/mp.asp?mp=107 
beziehungsweise das Deutsche Insitut Taipei: http://www.taipei.diplo.de/Vertretung/taipei/de/01/Visabestimmungen/Seite-Visafreiheit-Uebersicht.html)

Und weil Taiwan zum 100. Geburtstag gerade in Feierlaune ist, legt die Regierung noch eines obendrauf: alle internationalen Besucher, die am Nationalfeiertag, also am 10. Oktober (dem Tag der Doppel-Zehn) einreisen, bekommen an internationalen Flug- und Seehäfen ein Rubbellos. Zum gewinnen gibt es Fluggutscheine, Hotelübernachtungen und Elektrogeräte.
Nur ein zusätzlicher Anreiz, den die Ilha Formosa eigentlich gar nicht nötig hat.

Weitere Infos: Tourismusbüro Taiwan http://www.taiwantourismus.de/

von Manon Priebe