Taiwan auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin

Auch in diesem Jahr präsentierte sich Taiwan wieder auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin. Mehrere Hörerinnen und Hörer von Radio Taiwan International waren auf der ITB und haben auch den Stand Taiwans besucht.
Bernhard Henze berichtet am Freitag, den 17. März 2017, in der Sendung Briefkasten  über den Taiwan-Stand und Reiseangebote.


Vielen Dank an Bernhard Henze, Frank Dombrowski und Werner  Hoffmann für die Fotos von der ITB 2017!

Fotos: Bernhard Henze, Frank Dombrowski und Werner Hoffmann

von Eva Triendl

Taiwans Baseballgeschichte – im Sonntagsmagazin im Januar

Dr. Andrew Morris, Professor für moderne chinesische und taiwanische von der Cal Poly Universität in Kalifornien, hat neben Geschichte eine weitere Leidenschaft – Sport. In seiner akademischen Tätigkeit hat er diese beiden Leidenschaften immer wieder kombiniert und ist dabei tief in Taiwans Sportgeschichte eingedrungen.

Professor Andrew Morris

Professor Andrew Morris

So hat Professor Andrew Morris z.B. vor einiger Zeit das Buch „Colonial Project, National Game: A History of Baseball in Taiwan“ herausgegeben, aber auch sonst sehr viel Forschung über Taiwans und Chinas Sportgeschichte betrieben. Morris Book

 Und ich hatte das Glück, dass Professor Morris sich freundlicherweise bereit erklärte, ein Interview mit mir durchzuführen, was sich so interessant entwickelte, dass es statt der angedachten 15-20 Minuten letztendlich eine Stunde dauerte. Daher steht das Sonntagsmagazin im Januar ganz im Zeichen von Taiwans Sportgeschichte mit dem Schwerpunkt auf Baseball. Eine kleine Übersicht darüber, was sie im Gespräch mit Professor Andrew Morris erwartet:

1. Teil am Sonntag, den 5. Januar 2014

Professor Morris erzählt darüber, was ihn vor gut 20 Jahren das erste Mal nach Taiwan brachte und wie sein Interesse am taiwanischen Sport insbesondere Baseball geweckt wurde. Ausserdem geht Professor Morris auf C. K. Yang ein, den vielleicht ersten taiwanischen Weltklasseathleten, der nicht nur bei den Olympischen Spielen 1960 im Zehnkampf die Silbermedaille gewann, sondern 1963 auch den Weltrekord im Zehnkampf hielt.

C K Yang Sports Illustrated

C K Yang auf der Titelseite von Sports Illustrated
(Dezember 1963)

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C K Yang in UCLA
mit Freund und Rivalen Rafer Johnson
und Trainerlegende Ducky Drake

Rafer Johnson (Goldmedaille) und C K Yang (Silbermedaille) nach den abschließenden 1500 M des Zehnkampfs bei Olympia 1964

Rafer Johnson (Goldmedaille) und C K Yang (Silbermedaille) nach den abschließenden 1500 M des Zehnkampfs bei Olympia 1964

2. Teil am Sonntag, den 12. Januar 2014

Im zweiten Teil des Gespräches geht Professor Morris darauf ein, wie sich die Idee für das Buch „Colonial Project, National Game: A History of Baseball in Taiwan“ entwickelt hat, und geht dann natürlich auf den Inhalt des Buches selber ein. Zunächst geht es darum, welche Rolle Baseball in der japanischen Kolonialzeit bei dem Versuch, Taiwan zu japanisieren, gespielt hat. Denn Baseball kam nicht durch Amerikaner sondern durch die Japaner nach Taiwan und entwickelte sich zu einem wichtigen Werkzeug bei der versuchten Japanisierung der Taiwaner – sowohl der mit hanchinesischem Ursprung als auch der Ureinwohner.

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Das berühmte Kano Team aus Chiayi (1931)

3. Teil am Sonntag, den 19. Januar 2014

Dann endete der zweite Weltkrieg und Taiwan wurde der Republik China zugeführt. Das hatte auch Einfluss auf den Baseball in Taiwan, denn der eigentliche neue Nationalsport der Republik China war in erster Linie Basketball und Baseball wurde von der neuen chinesischen Regierung als Teil der japanischen Kultur angesehen. Doch auch wenn Baseball nicht die gleiche Förderung erfuhr wie Basketball, wurde er jedoch nicht unterdrückt, denn die Regierung sah Sport als sehr wichtig an, und der beliebteste Sport in Taiwan zu der Zeit war Baseball. Und natürlich erzählt Professor Morris von den berühmten Little League Teams Taiwans, die in den 70er Jahren die Welt dominierten. Doch dabei spielten diese Teams nicht nur eine sportliche Rolle, sondern auch eine politische Rolle. Das mussten die Amerikaner und die amerikanischen Medien mit Erstaunen feststellen, als sie Zeuge davon wurden, dass es während der Endspiele in den USA zwischen Fans, die alle die taiwanischen Little League Teams unterstützten, immer wieder zu Schlägereien kam.

Das Hongye Team, das 1969 als erstes taiwanisches Team die Little League Meisterschaft gewann, ist auf dem 500 NTD Geldschein verewigt.

Das Hongye Team, das 1969 als erstes taiwanisches Team die Little League Meisterschaft gewann, ist auf dem 500 NTD Geldschein verewigt.

Zwei Mitglieder des Hongye Teams von 1969

Zwei Mitglieder des Hongye Teams von 1969

4. Teil am Sonntag, den 26. Januar 2014

Welche Rolle spielt Baseball im modernen Taiwan und welchen Einfluss hatten und haben die Wettskandale? Professor Morris legt seine Schlussfolgerung dar und geht nochmal auf die interessanten Widersprüche der Baseballgeschichte Taiwans ein. Außerdem nimmt er Stellung zu der scheinbaren Widersprüchlichkeit bei der Einstellung vieler Taiwaner zum Sport – das Verlangen nach internationalem Erfolg taiwanischer Athleten bei gleichzeitigem Widerstreben, die eigenen Kinder eine Sportlerkarriere einschlagen zu lassen.

Mehr über Professor Andrew Morris kann man auf dieser Webseite von Cal Poly erfahren:

http://cla.calpoly.edu/hist_morris.html

Und hier mehr zum Buch „Colonial Project, National Game: A History of Baseball in Taiwan“:

http://www.amazon.com/Colonial-Project-National-Game-Baseball/dp/0520262794

Übrigens arbeitet der taiwanische Regisseur We Te-sheng (Cape No. 7, Seediq Bale) an einem Film über das berühmte Kano Baseballteam aus dem zentraltaiwanischen Chiayi, das 1931 an den Oberschulmeisterschaften des gesamten japanischen Reiches teilnahm und den zweiten Platz belegte.

Kano Movie

Dieser Film soll im Februar 2014 in die Kinos kommen –  und hier eine kurze Vorschau:

http://www.youtube.com/watch?v=BlXvc-Nd2xg

Ilon Huang

Mochi stampfen in Wulai (烏來)

Berglandschaft in Wulai

Wulai (烏來) liegt im Süden von Taipei und ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Man kann zum Beisipiel mit der MRT nach Xindian (Endstation der grünen U-Bahnlinie) fahren. Von dort aus mit dem Bus 849 bis zur Endhaltestelle Wulai (烏來).
Wulai ist zu allen Jahreszeiten einen Besuch wert. Es gibt dort Berglandschaften, Wasserfälle, Wanderwege, Bergpfade, das Neidong Walderholungsgebiet, Küche und Kultur der Ureinwohner Atayal und natürlich – vor allem im Winter – kann man sich in Wulai in den heißen Quellen dort entspannen und aufwärmen.

Der Anlass meines diesmaligen Besuches in Wulai war ein Treffen mit meinem Kurs der Ureinwohner-Volkshochschule (原住民族部落大學) auf der Freizeitfarm Geszyou (葛思悠休閒農場).

Wenn man von der Bushaltestelle Wulai ein kleines Stück die Straße weiter hinaufgeht, kommt man zur alten Straße von Wulai, mit vielen Läden und Geschäften, die unter anderem Spezialitäten der Ureinwohner anbieten, wie Reis in Bambus gekocht, gegrilltes Wildschweinfleisch, Hirsewein und Vieles mehr. Auf dieser Straße befindet sich auch das Wulai Atayal Museum. In diesem Museum kann man sich über die in Wulai lebenden Ureinwohner Atayal informieren, über die Geschichte, Archichtektur Lebensgewohnheiten und Kultur.

Wulai Atayal Museum

Wulai Atayal Museum

Wulai Atayal Museum

Wulai Atayal Museum

Alte Straße in Wulai

Alte Straße in Wulai

Brücke am Ende der alten Straße

Brücke am Ende der alten Straße

Dann ging es weiter über die Brücke am Ende der alten Straße, die Bergstraße hoch  bis zur  Freizeitfarm Geszyou (葛思悠休閒農場).

Blick auf Wulai

Blick auf Wulai

Nach einer etwa einstündigen Wanderung die Bergstraße hinauf bin ich an meinem Ziel angekommen – die  Freizeitfarm Geszyou .

Freizeitfarm Geszyou

Freizeitfarm Geszyou

Auf der Farm werden verschiedene Produkte angebaut, darunter Bambussprossen und Makao, ein Gewürz, das besonders in der Küche der Ureinwohner Atayal oft verwendet wird. Das Restaurant auf der Freizeitfarm hat keine festen Öffnungszeiten und es gibt auch keine Speisekarte. Man muss auch vorher Bescheid sagen, wann man mit wievielen Leuten zum Essen kommen möchte – dann bekommt man dort frisch zubereitetete Gerichte aus den frischesten Zutaten je nach Saison. 

Hier wird das Essen für die Besucher serviert

Hier wird das Essen für die Besucher serviert

Bei unserem Eintreffen wurde gerade Bambus geschält – denn heute werden unter anderem frische Bambussprossen gekocht. Die Besucher dürfen auch mal testen, wie gut ihre Bambussprossen-Schälkünste sind – und wir bekommen auch fachkundige Anleitung:

Ein Grund, warum sich die Teilnehmer der zwei Kurse der Ureinwohner-Volkshochschule Taipei auf dieser Farm in Wulai versammeln ist, weil Kursleiter Lin Nan-chi (巴拉•卡夫 , 林南吉老師) den Kursteilnehmern hier die Pflanzen auf der Farm erklärt und auch zeigen will, wie man auf tradtionelle Weise Hirse- und Klebereis Mochi herstellt.

Kursleiter Herr Lin stellt die Pflanzen auf der Farm vor

Kursleiter Herr Lin stellt die Pflanzen auf der Farm vor

Kursteilnehmer bei ihrer Exkursion

Kursteilnehmer bei ihrer Exkursion

Dieser Baum mit den großen Dornen spielt auch eine Rolle bei der Geschichte der Ureinwohner Bunun von der Hundert-Schritte-Schlange, erklärt unser Kursleiter Herr Lin

WulaiPflanzen

Kursleiter Herr Lin hat auch alles für die traditionelle Zubereitung von Hirse- und Klebereis-Mochi dabei – Gasflasche, Gefäße zum Dämpfen von Reis und Hirse, einen großen Holzmörser und Stampfer.

Hirse stampfen

Hirse stampfen

 Zuerst wird die Hirse gestamft, dann gedämpft bzw. gekocht und dann im Mörser zu einem klebrigen Brei zerstampft – was ganz schön anstrengend ist. Die klebrige Masse wird dann – noch heiss zu Mochi verarbeitet.

Mochi machen

Mochi machen

Mochi machen

Mochi machen

… und mit einer Tüte Mochi aus Hirse und Reis, einer großen Tüte frisch geernteter, geschälter und gekochter Bambussprossen und einer Probe Makao (kleiner grüner bzw. brauer Gewürzkörner), machte ich mich dann bei einm kräftigen, aber kühlendem, Regenschauer wieder auf den Weg, die Bergstraße hinunter, Richtung Bushaltestelle Wulai …

mehr über unseren Tagesausflug nach Wulai am Samstag, den 22. Juni 2013 in „Reise durch Taiwan“ mit Chiu Bihui und Eva Triendl

http://www.rti.org.tw/ajax/RtiwebPod/German_VOD.aspx

von Eva Triendl

Djanav Zengor – „Rhythm of Path“

„Laysu“ von Djanav Zengror

聽路 „Rhythm of Path“ ist der Titel des ersten Albums von Djanav Zengor  ( 丹耐夫正若).  Höre die Klänge meines Weges – Die Suche nach einem Weg für traditionelle Gesänge, der Weg zur Rückkehr in die Vergangenheit und der Weg auf der Suche nach der Zukunft.

Die Musik von Taiwans Ureinwohnern wurde in den vergangenen mehr als 400 Jahren durch viele Kolonialmächte und historische Ereignisse beeinflusst. Wie die Holländer, Spanier, die chinesische Qing-Regierung, die Japaner und  die KMT-Regierung. Es wurde versucht, bei der Produktion dieses Albums auch traditionelle Instrumente anderer Kulturen mit einzubeziehen, wie die Suona der Minan- und Hakkamusik, die Pferdekopfgeige des mongolischen Graslandes, außerdem den Klang der Natur – der Zikaden, des Windes, des Wassers, der Felsen, von Holz, Bambus und und traditionelle Instrumente der Ureinwohner Paiwan, wie Nasenflöte und Flöte.

Mehr Lieder aus der CD  „Rythm of Path“ von Djanuv Zengror, am Mittwoch, den 5. Juni  2013 in „Musik aus Taiwan“ bei RTI ( hier der Link zu  on demand )

RhythmOfPath

von Eva Triendl

Fotos der Bunun-Samba Trommelgruppe beim Karneval der Kulturen in Berlin

Die Bunun-Samba Trommelgruppe der Jianshan Grundschule hat am Wochenende am Karneval der Kulturen in Berlin teilgenommen. Sie haben am Samstag eine Vorstellung gegeben, bei der sie unter anderem auch Lieder und Tänze der Ureinwohner Bunun aufgeführt haben. 

Karneval der Kulturen Berlin 2012

Karneval der Kulturen Berlin 2012

Am Sonntag haben sie am Umzug beim Karneval der Kulturen teilgenommen. Die Gruppe der Jianshan Grundschule hat auch eine Auszeichnung für ihre Teilnahme am Karneval der Kulturen erhalten. Hier einige Eindrücke vom Karneval der Kulturen. (Fotos von Frank und Gabi Dombrowski)

mehr:
https://rtideutschblog.wordpress.com/2012/05/21/bunun-samba-trommelgruppe-aus-taiwan-in-berlin/

Bunun-Samba Trommelgruppe aus Taiwan in Berlin

Die Samba-Trommelgruppe der Jianshan Grundschule fährt zum Karneval der Kulturen nach Berlin

Die Samba-Trommelgruppe der Jianshan Grundschule aus Kaohisung in Südtaiwan nimmt Ende Mai auf Einladung der „Werkstatt der Kulturen in Berlin-Neukölln“ am „Karneval der Kulturen“ in Berlin teil.

Bunun-Samba Trommelgruppe der Jiannan Grunschule beim Karneval der Kulturen in Berlin

Bunun-Samba Trommelgruppe der Jiannan Grunschule beim Karneval der Kulturen in Berlin

…. Unsere Grundschule war vom schweren Taifun am 8. 8. 2009 sehr betroffen. Nach der Katastrophe sind mehrere Wohlfahrtsorganisationen zu uns in die Schule gekommen, um unseren Schülern dabei zu helfen, die Auswirkungen der Katastrophe zu überwinden. Verschiedene Organisationen haben uns unterschiedliche Kurse angeboten, wie zum Beispiel Malkurse, Kochkurse, Musikkurse oder Sportkurse. Darunter war auch ein Samba-Trommeln-Kurs. Ich bin davon überzeugt, dass Musik die verletzten Seelen am besten heilen kann. Außerdem habe ich gemerkt, dass unsere Schüler diese Art von Kunst wirklich von ganzem Herzen mögen. Daher habe ich mich für das Samba-Trommeln entschieden.
Die Kurse wurden von der Meng-hsiang Kulturstiftung angeboten. Die Stiftung schickte ihre Trainer zu uns, um unseren Schülern das Samba Trommeln beizubringen. Seitdem lernen unsere Schüle fleissig Samba Trommeln …  (Lin Rong-yi, Schulleiterin der Jianshan Grundschule)

Obwohl die Samba-Trommelgruppe der Schule noch gar nicht so lange besteht, haben sie schon einen eigenen Stil entwickelt – den „Bunun-Samba-Stil.“  

Lin Rong-yi, Schulleiterin der Jianshan Grundschule (Foto: Jianshan Grundschule)

Lin Rong-yi, Schulleiterin der Jianshan Grundschule (Foto: Jianshan Grundschule)

… Inselweit gibt es viele Schulen, in denen es auch Samba-Trommelgruppen gibt. Aber unsere Guppe ist etwas Besonders. Unsere Schule ist eine Ureinwohnerschule vom Volk der Bunun. In unsere Darbietungen haben wir auch Elementen der Bunun eingemischt, sodass unsere Aufführung anders als die der anderen ist…
… Wir haben traditionelle Tanzschritte, den Rythmus, und Kinderlieder in unsre Samba-Musik mit einbezogen. Wir haben außerdem einige Lehrer eingestellt, die unsere Tanz-Formationen verbessert haben. Nun ist unsere Samba-Trommelgruppe wirklich anders als andere Gruppen …

(Lin Rong-Yi, Schulleiterin der Jianshan-Grundschule)

Die Trommelgruppe wird in Deutschland außer Samba-Trommeln auch noch Lieder, Tänze und Kultur der Bunun vorstellen.

Chiu Bihui hat vor der Abreise der Gruppe nach Berlin mit der Schulleiterin der Jianshan-Grundschule, Lin Rong-yi gesprochen.
Beitrag hören

 Termine:

Bühnenaufführung beim Karneval der Kulturen:
am Samstag, 26. Mai um 13.30 Uhr
Ort Eurasia Zossner- / Ecke Blücherstraße
http://www.karneval-berlin.de/de/neu.304.html
http://www.karneval-berlin.de

Straßenumzug beim Karneval der Kulturen
am Sonntag, den 27. Mai (12.30 bis 21.30 Uhr)
Start: Hermannplatz, über Hasenheide, Gneisenaustraße, Yorckstraße

Vorführung im Peißnitzhaus in Halle an der Saale
am Montag, den 28. Mai 2012, 16:30
Peißnitzhaus 

Angaben gemäß Informationen auf den Webseiten der Veranstalter

Die Samba-Trommelgruppe der Jianshan Grundschule (Foto: Jianshan Grundschule)

Die Samba-Trommelgruppe der Jianshan Grundschule (Foto: Jianshan Grundschule)

Si Mangavang – Ureinwohner Tao rudern von der Orchideeninsel nach Taipei

Das Boot "Si Mangavang" im Dajia Riverside Park in Taipei
Das Boot „Si Mangavang“ im Dajia Riverside Park in Taipei

Ruderer machten sich am 29. Juni in einem traditionellen  Boot der Ureinwohner Tao der Orchideeninsel, einem „Balangay“, auf den Weg zu einer Reise  nach Taiwan – zuerst ging es von der Orchideeninsel zum Fischerhafen Shangwu an der Ostküste Taiwans und dann um die Südspitze Taiwans herum, an der Westküste entlang nach Norden bis nach Taipei. Das Boot –  in den traditionellen Farben der Dawu-Boote weiß rot und schwarz – mit dem Namen „Si Mangavang“ (Besuchen oder Hafenbesuche) mit einer Länge von etwa 11 Metern war das größte, dass die Tao seit etwa einem Jahrhundert bauten.

Hier ein Trailer mit der Zeremonie auf der Orchideeninsel, bei der das Boot zu Wasser gelassen wird.

Und bei jedem ihrer „Hafenbesuche“ wurden die Ruderer begeistert  empfangen.
Hier ein Video vom Eintreffen der „Si Mangavang“ In Kending an der Südspitze Taiwans 

Die Si Mangavang  hat 18 Ruderplätze – und Ruderer wechselten sich auf ihrer Fahrt ab. Nach 18 Tagen erreichte die „Si Mangavang“ schließlich ihre letzte Station der Reise. Begleitet von anderen Booten, darunter Drachenbooten ruderten die Ruderer bei ihrer letzten Etappe von Danshui – den Fluss entlang -bis zum Dajia Riverside Park in der Stadt Taipei. Auch dort wurden sie begeistert empfangen – mit viel Medienaufmerksamkeit und auch hochrangige Politiker hatten sich eingefunden, darunter Präsident Ma Ying-jeou und Premierminister Wu Den-yih. Das Projekt war auch Teil der Feiern zum 100-jährigen Bestehen der Republik China. Auf der Orchideeninsel gab es auch Kritik, dass man sich mit diesem Projekt für politische Zwecke habe einspannen lassen.

Hier ein Beitrag in den Nachrichten des Ureinwohnerfernsehens „Taiwan Indigenous Television“ TITV über die Ankunft der „Si Mangavang“ im Dajia Riversidepark in Taipei 

Die Ruderer mussten auf ihrer etwa 800 Kilometer langen Fahrt auch einige Schwierigkeiten überwinden. Sie mussten auf der Fahrt von der Orchideeninsel zur Ostküste Taiwans durch den Kuroshio-Strom – bei Wellen von drei bis vier Metern. Einmal, auf der Strecke zwischen Mailiao nach Taichung an der Westküste Taiwans, lief das Boot auf eine Sandbank und die Ruderer benötigten etwa eine halbe Stunde, bis sie es wieder frei bekamen – dies bei großer Hitze und starker Sonne – und den letzten etwa halben Kilometer vor Taichung in Mitteltaiwan mussten die Ruderer das Boot durch starke Strömungen und Wellen rudern – bis sie schließlich am Hafen in Taichung eintrafen.

Der älteste Ruderer, der 74-jährige Hsie Long-luo sagte nach der Reise, dieses Mal habe man für diese Reise 18 Tage gebraucht, das nächste Mal könnte man es wohl auch in einer Woche schaffen.

Der mit 74 Jahren älteste Ruderer berichtet über die Fahrt

Der mit 74 Jahren älteste Ruderer berichtet über die Fahrt

Das Boot „Si Mangavang“ ist noch bis zum 15. Oktober im Taipeier Rathaus zu sehen.

Nach einem Programm mit Reden und Musik- und Tanzvorführungen singt Purdull Chen Jian-nian noch einmal das Themenlied der Reise:

 

von Eva Triendl