Halloween in Taipei

Waren die Tage bis zum letzten Oktoberwochenende klar von den Sommergeistern beherrscht, meldeten sich die Regengeister am Zombiemonstertag zahlreich zurück – das letzte Samstag des Oktobers ist der Tag,  an dem in Taipei zahlreiche Halloween-Parties steigen.

Der plötzliche Temperatursturz  ließ es den ganzen Tag bis in den späten Abend vom Himmel  triefen. Dies vertrieb etliche , oft deutlich ansprechender aussehende, mehr oder weniger böse Monster.

Doch Regen ist in Taiwan kein Thema, er ist eben da, gefeiert wurde trotzdem und einige  kreative Einfälle  kamen mir trotzdem vor die Fotolinse.

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John W. ist doch nicht tot (Foto:Frank Pevec)

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Etliche Engel verbreiteten Hoffnung (Foto: Frank Pevec)

Text und Fotos: Frank Pevec

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Wenn nur der Wind nicht wäre-Radfahren an der Ostküste

Die Geografie Taiwans lässt sich in acht Wörtern zusammenfassen: Im Westen nur Städte, im Osten nur Gebirge. Und Gebirge heißt auch wirklich Gebirge. Der höchste Berg Taiwans-der Yushan (玉山)-misst knapp 4.000 Höhenmeter. Ganz im Osten fallen die Bergketten steil ab und treffen auf den Pazifischen Ozean, es gibt nur wenig Platz zwischen Berghängen und Meer. Darum finden sich an der Ostküste Taiwans auch nur sehr wenig  Städte, vor allem Hualien und Taitung. Ausreichend Platz ist aber für eine Straße direkt am Meer, auf der man großartig Fahrrad fahren kann.

Ende Dezember bin ich mit sechs Freunden diese Strecke gefahren. Von Taitung im Süden nach Hualien im Norden, etwa 190 Kilometer, insgesamt drei Tage. Unter Radfahrern hat sich die Ostküste Taiwans mittlerweile als Ziel herumgesprochen. Aus gutem Grund. Man muss nur einer einzigen Straße folgen, die immer direkt am Meer entlangführt. Der Verkehr ist nicht sehr stark und es gibt sogar einen breiten Seitenstreifen extra für Fahrradfahrer. Nicht mal ein eigenes Fahrrad ist von Nöten. In Taitung können diese ausgeliehen und in Hualien wieder zurückgegeben werden. Anders herum geht auch. Für drei volle Tage haben wir pro Rad etwa 40 Euro Leihgebühr bezahlt. Für gute Fahrräder, voll ausgestattet. Übernachtungsmöglichkeiten finden sich überall am Weg, auch wenn beim Einchecken Chinesischkenntnisse nützlich sind.

Wer jetzt denkt, dass 190 Kilometer für drei Tage nicht gerade viel sind, der hat Recht. Auf den ersten Blick. Die Strecke kommt zwar nicht ohne Steigungen aus, ist aber in dieser Hinsicht auch recht harmlos. Das Problem ist ein ganz anderes: Der Wind. Vielleicht lag es an der Jahreszeit, in der wir unterwegs waren: rund um den Jahreswechsel, vom 30. Dezember bis zum 1. Januar. Der Wind war so stark, dass aus den etwa 60 bis 70 Kilometern pro Tag locker gefühlte 120 bis 140 wurden. Dass wir genau in die andere Richtung hätten fahren sollen, von Hualien im Norden nach Taitung im Süden, wurde uns recht schnell klar. So fanden wir es schon am ersten Tag verdächtig, dass wir doch relativ viele Radfahrer trafen, uns aber alle entgegenkamen. Immerhin haben sie uns freundlich gegrüßt, mit einem mitleidsvollen Lächeln, kompletter Rennradausrüstung und Rückenwind.

Aber gelohnt hat es sich in jedem Fall. Meistens fuhren wir direkt an der Küste, manchmal, wenn die Berge zu nahe ans Meer heranrückten, führte unser Weg etwas hinauf in die Berge, wobei man dann aber immer durch einen wunderbaren Ausblick entlohnt wurde. Und durch die frische Luft. Unsere ganze Gruppe hatte sich in Kaohsiung kennengelernt, wo wir ein Semester zusammen studiert hatten. Danach wurde uns an der Ostküste zum ersten Mal wieder klar, wie gut die Luft außerhalb einer Großstadt sein kann. Und wie klein und nett die ganzen Ortschaften waren, durch die war kamen.

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Meer und Berge, ansonsten nichts

Am meisten aber hat uns die Herzlichkeit der Taiwaner erfreut. Nein, man muss sagen angetrieben. Egal an welchem Punkt unserer Reise, an wem auch immer wir vorbeifuhren, er rief uns ein freundliches jiayou! (加油) zu. Zu Deutsch: Gebt Gas! Ein Jahreswechsel also der ganz besonderen Art.

„The Lab Space“ feiert Saisonfinale

Die Theatergruppe “The Lab Space” interpretiert zum Jahresende den us-amerikanischen Thriller „Warte, bis es dunkel wird“ (Wait Until Dark) von Frederik Knott.

Der britische Stückeschreiber Knott wurde 1916 als Sohn von englischen Missionaren in Hankou, China, geboren. Seine schulische Ausbildung genoss er jedoch in England. Zwischen 1939 und 1946 diente er der britischen Armee. Anschließend zog es ihn in die USA, wo er auch sein Stück „Wait Until Dark“ verfasste, welches 1967 verfilmt wurde. In der Hauptrolle Audrey Hepburn, die für die Rolle als Susy zum Oscar nominiert wurde.

Das Theaterstück handelt von der erblindeten Susy Hendrix, gespielt von Esther Veronin, die gemeinsam mit ihrem Mann, dem Photographen Sam, und der kleinen Gloria in einem einfachen Apartment in New York lebt.

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Esther Veronin spielt Susy, eine blinde Frau, die sich gegen Drogendealer behaupten muss. Stück: Warte, bis es dunkel wird (Wait Until Dark). Photo: The Lab Space

Sam hilft seiner Frau die Bürden des neuen Lebens ohne Augenlicht zu meistern. Nach einer Auslandsreise bringt Sam schließlich Tod, Drogen, Angst und Gefahr in ihr kleines Apartment, ausgelöst durch eine harmlos scheinende Puppe, die ihm eine unbekannte Frau in Obhut gab. Wenig später wird die Frau ermordet.

Dem nicht genug locken die finster dreinschauende New Yorker Gangster, angeführt von Harry Roat (Stewart Glen), den ahnungslosen Sam aus seiner Wohnung, um an die mit Heroin gefüllte Puppe zu gelangen.  Sie haben mit Susy kein leichtes Opfer gefunden, da sie das schlechte Spiel der Gangster schnell durchschaut.

Doch zu spät, Susy kann den Gangstern nicht mehr entkommen und findet sich plötzlich im Kampf mit dem brutalen Roat wieder, der zuvor seine Kollegen ermordet hatte. Auf engstem Raum kämpfen die beiden und Susy gelingt es ihre eigentliche Schwäche, ihre Blindheit, zum Vorteil zu nutzen, indem Sie alle Lampen zerschlägt und Roat auch zum Blinden macht. Erst später erfährt man das Gloria die heroingefüllte Puppe an sich genommen hatte.

Das Bühnenbild versetzt die Zuschauer zurück in die 1960er Jahre nach Greenwich Village in New York. Man findet sich in einem einfachen Apartment wieder, ohne Handy und ohne Internet.

Im Gespräch mit Jerome Keating sagt der Regisseur Brook Hall, dass die Taiwanesischen Zuschauer eine solche Art von klassischem Thriller so noch nicht gesehen haben werden.

Hall konnte eine erfahrende Gruppe zusammenbringen, mit dabei Esther Veronin (Susy), Stewart Glen (Roat), Dan O’Shea (Mike), John Brownlie (Carlino).

Zusehen ist „Warte, bis es dunkel ist“ (Wait Until Dark) am 4. und 5. Dezember, am 11. und 13. Dezember und am 18. 19. Dezember jeweils um 20:00 Uhr; und am 6. und 20. Dezember schon um 14:30 Uhr.

Ort: he LAB Space (實演場), 3F, 9, Beitou Rd Sec 1, Taipei City (台北市北投路一段9號3樓)
Tickets: NT$600, http://www.accupass.com/go/dark oder an der Tür.

The Lab Space Flzer

Durch die Taroko Schlucht auf den Hehuanshan

Hualien ist eine Provinz an der Ostküste Taiwans. Landschaftlich ist die Region überwältigend. An der Küste überragen bis zu 1200 Meter hohe Berge das Meer. Bereits wenige Kilometer im Landesinneren beginnt der Aufstieg auf einige der höchsten Berge Taiwans. Wir haben uns mit gemieteten Motorollern auf die Reise durch die Taroko Schlucht auf den Hehuanshan (Hehuanberg) gemacht.

Die Taroko Schlucht ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Taiwans. Es lohnt sich aber etwas mehr Zeit einzuplanen und der einzigen Straße durch die Schlucht und in die Berge in Richtung Westen zu folgen. Dabei gelangt man fast automatisch auf den Hehuanshan. Der über 3000 Meter hohe Berg befindet sich nur knapp 36km (Luftlinie) von der Küste entfernt.

Die Roller bekamen eine Pause und wir machten uns zu Fuß daran die Schlucht erkunden.

Wir ließen die Taroko Schlucht hinter uns und schlängelten uns in gemächlichem Tempo die Bergstraßen hinauf.

Nach einer um die 8 Grad kalten Nacht führte uns die nächste Etappe hinauf auf den Hehuanshan.

-Wettkampf

Seit kurzem findet auf Facebook eine Serie von <Mit einem Satz jemanden verärgern> -Wettkämpfen statt, z.B. mit einem Satz einen Fotograf verärgern, einen Designer verärgern, einen Lehrer , einen Kellner oder seinen Freund/seine Freundin verärgern.

最近在FB上舉辦了了一系列的一句話惹火某人大賽,例如說:一句話惹火攝影師、設計師、老師、服務員或你們的男女朋友。

Das alles fing mit einem anderen Wettkampf an, der „ein Satz-eine Gruselgeschichte -Wettkampf“ hieß. Das heißt, mit einem Satz der Leserschaft das Fürchten beizubringen.

這全部都是由一個叫做一句話恐怖故事大賽所開始的。意思是,只能用一句話來講這個鬼故事。

一句話恐怖故事

Dieser Wettkampf fand bei vielen Leuten Resonanz. So entstanden viele kreative Sätze.

這個比賽引起很多人共鳴,也產生了很多有創意的句子

ich habe einen Furz

要開學了22

情人節快到了

Danach entstanden und verbreiteten viele weitere Wettkämpfe.

之後延伸出很多類似的比賽

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In den Wettkämpfen gab es viele lustige und kreative Sätze, z.B. im <mit einem Satz die Freundin verärgern > -Wettkampf

在這些比賽中有很多很有趣也很有創意的句子,像是在一句話惹火女朋友裡面

你是不是變胖了

du bist lästig

friendijji我在一個會站

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Im <mit einem Satz Kellner verärgern > -Wettkampf

在一句話惹火服務員的比賽裡

快點

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Und am Ende darf ich Ihnen den Champion der Wettkämpfe vorstellen.

最後請容許我為你們介紹,本次大賽的冠軍

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Ich glaube ’actually’, dass die Teile von diesem ’proposal’ sehr ’creative’ sind, aber ist unser ’schedule’ ausreichend? Und ist das ’budget enough’? Können die ’consumer accept’? `Well´ es ist unsere `concern `Hauptangelegenheit. Aber in dieser „Powerpoint“ wurde nicht alles „discussed“. Es ist wirklich eine „pity“, ich „prefer“ eher, wir können……

Es ist sehr schwer, diesen Satz zu übersetzen. Der Autor macht sich über Taiwaner sowie Ausländer lustig, die Chinesisch und Englisch vermischen, um mit ihren Sprachkenntnissen anzugeben.

這實在是太難翻譯了。作者認為這很有趣,這台灣人把中文跟英文一起用,只是為了突顯自己的語言實力,想把自己搞得像外國人一樣。

Die Bildausschnitte wurden dem sozialen Netzwerk „facebook“  entnommen.

Der Taipeier Zoo

Der Taipeier Zoo

In diesem Jahr feiert der Taipeier Zoo 101-jähriges Jubiläum. Er hat somit schon eine lange Geschichte. In diesem über hundertjährigen Zoo gibt es viele Star-Tiere.

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Viele Leute sind mit den Tieren aufgewachsen, z.B. mit dem bekanntesten Tier in diesem Jahrhundert, dem Panda oder dem Orang-Utan,  der sogar von dem japanischen Kaiser Tenno gelobt wurde. Dieser Zoo hat eine sehr besondere, wenn auch recht unbekannte Geschichte.  So wurden zum Beispiel im 2. Weltkrieg alle Tiere getötet.

Der Erforscher des Zoos Zhen Yi Ming fand heraus, dass der Zoo vor hundert Jahren ursprünglich von den Japanern gegründet wurde. Anfänglich gab es nur elf Tiere, aber der Zoo erstreckte sich bereits damals schon über 20 Hektar, wobei es jedoch kaum Blumen und Wiesen gab. Damals war dem gemeinen Volk der Zutritt verwehrt, da der Zoo als heilige Stätte galt.

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Im Jahr 1926 importierte der Zoo seinen ersten Elefanten aus Singapur.  Danach kamen die ersten Besucherströme. Diese fanden insbesondere nach Anschaffung eines Orang-Utans keinen Abriss mehr, obwohl der Zoo damals lediglich über Flugblätter Werbung machte. So galt der Käfig des Orang-Utans als erste Station japanische Besucher als Muss.

Zhun Yi Ming zeigte auch, dass der Zoo während des zweiten Weltkrieges seine schwerste Zeit hatte. Damals bauten die Mitarbeiter des Zoos selbst z.B. Bananen und Getreide an, um die Tiere zu füttern. Aber im Jahr 1943 war die Situation zu schwierig. Der Zoo machte sich Gedanken darüber, alle Tiere wegen des Krieges auszusetzen. Dies  hätte jedoch zu viel Schaden angerichtet. Deshalb tötete der Zoo alle Tiere, nur der Elefant und Orang-Utan blieben.

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Im Jahr 1952 kamen die Elefanten Ling Wang und Ma Lan in den Zoo. Nach und nach folgten die King-Pinguine, die Koalas und die Pandas. Erneut kam eine große Masse an Besuchern in den Zoo und viele Touristen aus Süd- und Mitteltaiwan fuhren mit dem Auto oder mit der MRT zum Taipeier Zoo

Die Top drei der beliebtesten Tiere des Zoos sind der Panda, der Koala, und die King-Pinguine. Übrigens hat der Panda eine neuen Rekord aufgestellt: An einem Tag verzeichnete der Zoo 68 Tausend Besucher, die kamen, um den Neuzugang zu sehen.

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Am 31. Oktober des letzten Jahres feierte der Taipeier Zoo sein 100-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass wurde am 25. Oktober ein Karneval veranstaltet. Hierbei konnte man alle Tiere auch in Puppenform betrachten.

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Taipei 101 Aussichtplattform

Taipei 101 ist das bekannteste Gebäude in Taiwan und war von 31.12.2004 bis 4.1.2010 auch das höchste Gebäude der Welt. In diesem Gebäude gibt es den größten Schwingungsdämpfer der Welt und den schnellsten Aufzug der Welt. Unzweifelhaft ist der Taipei 101 das bekannteste Wahrzeichen in Taiwan .

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Vor dem Aufzug gibt es einen Schrein, der zeigt, dass er der schnellste Aufzug der Welt ist. Dieser Aufzug kann pro Minute 1010m (60km/h) aufsteigen.

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In dem Aufzug gibt es einen Bildschirm, auf dem angezeigt wird, wie schnell und auf welcher Höhe der Aufzug ist. Die Geschwindigkeit des Absteigens ist langsamer. Würde er so schnell absteigen, wie aufsteigen, würde den Leuten übel werden.

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Normale Besucher können mit dem Aufzug bis zum 89sten Geschoss aufsteigen. Auf diesem Geschoss kann man fast über ganz Taipei sehen und an jeder Seite der Fenster gibt es eine Karte, die anzeigt, was zu sehen ist.

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Aber heute war leider kein guter Tag die Landschaften zu sehen, es war ein bisschen neblig.

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Es gibt keinen Führer im 101, aber man kann mit seinem Handy einen QR-code scannen, um einen e-guide zu bekommen.

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Das ist der Taiwan-Schwarzbär, das Maskottchen Taiwans. Sehr süß, oder ?

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Auf dem 89sten Geschoss gibt es einige Geschäfte und man kann hier viele Spezialitäten kaufen. Die Ananasküche darf natürlich auch hier nicht fehlen

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Das ist der Schwingungsdämpfer des Taipei 101, der größte der Welt. Erdbeben und Taifune können den Taipei 101 dank des Abdämpfers nicht umfallen lassen.

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In der Nähe des Schwingungsdämpfers gibt es ein paar Grafikkarten, die beschreiben, wie diese Anlage funktioniert.

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Die Wand ist mit Projektionen von Bildern von Taiwans Landschaft erfüllt.

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Auf dem 90sten Geschoss gibt es eine kleine Open-Air-Aussichtplattform.

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Aber am Himmel ziehen Wolken auf.