Wenn nur der Wind nicht wäre-Radfahren an der Ostküste

Die Geografie Taiwans lässt sich in acht Wörtern zusammenfassen: Im Westen nur Städte, im Osten nur Gebirge. Und Gebirge heißt auch wirklich Gebirge. Der höchste Berg Taiwans-der Yushan (玉山)-misst knapp 4.000 Höhenmeter. Ganz im Osten fallen die Bergketten steil ab und treffen auf den Pazifischen Ozean, es gibt nur wenig Platz zwischen Berghängen und Meer. Darum finden sich an der Ostküste Taiwans auch nur sehr wenig  Städte, vor allem Hualien und Taitung. Ausreichend Platz ist aber für eine Straße direkt am Meer, auf der man großartig Fahrrad fahren kann.

Ende Dezember bin ich mit sechs Freunden diese Strecke gefahren. Von Taitung im Süden nach Hualien im Norden, etwa 190 Kilometer, insgesamt drei Tage. Unter Radfahrern hat sich die Ostküste Taiwans mittlerweile als Ziel herumgesprochen. Aus gutem Grund. Man muss nur einer einzigen Straße folgen, die immer direkt am Meer entlangführt. Der Verkehr ist nicht sehr stark und es gibt sogar einen breiten Seitenstreifen extra für Fahrradfahrer. Nicht mal ein eigenes Fahrrad ist von Nöten. In Taitung können diese ausgeliehen und in Hualien wieder zurückgegeben werden. Anders herum geht auch. Für drei volle Tage haben wir pro Rad etwa 40 Euro Leihgebühr bezahlt. Für gute Fahrräder, voll ausgestattet. Übernachtungsmöglichkeiten finden sich überall am Weg, auch wenn beim Einchecken Chinesischkenntnisse nützlich sind.

Wer jetzt denkt, dass 190 Kilometer für drei Tage nicht gerade viel sind, der hat Recht. Auf den ersten Blick. Die Strecke kommt zwar nicht ohne Steigungen aus, ist aber in dieser Hinsicht auch recht harmlos. Das Problem ist ein ganz anderes: Der Wind. Vielleicht lag es an der Jahreszeit, in der wir unterwegs waren: rund um den Jahreswechsel, vom 30. Dezember bis zum 1. Januar. Der Wind war so stark, dass aus den etwa 60 bis 70 Kilometern pro Tag locker gefühlte 120 bis 140 wurden. Dass wir genau in die andere Richtung hätten fahren sollen, von Hualien im Norden nach Taitung im Süden, wurde uns recht schnell klar. So fanden wir es schon am ersten Tag verdächtig, dass wir doch relativ viele Radfahrer trafen, uns aber alle entgegenkamen. Immerhin haben sie uns freundlich gegrüßt, mit einem mitleidsvollen Lächeln, kompletter Rennradausrüstung und Rückenwind.

Aber gelohnt hat es sich in jedem Fall. Meistens fuhren wir direkt an der Küste, manchmal, wenn die Berge zu nahe ans Meer heranrückten, führte unser Weg etwas hinauf in die Berge, wobei man dann aber immer durch einen wunderbaren Ausblick entlohnt wurde. Und durch die frische Luft. Unsere ganze Gruppe hatte sich in Kaohsiung kennengelernt, wo wir ein Semester zusammen studiert hatten. Danach wurde uns an der Ostküste zum ersten Mal wieder klar, wie gut die Luft außerhalb einer Großstadt sein kann. Und wie klein und nett die ganzen Ortschaften waren, durch die war kamen.

IMG_4807_1024

Meer und Berge, ansonsten nichts

Am meisten aber hat uns die Herzlichkeit der Taiwaner erfreut. Nein, man muss sagen angetrieben. Egal an welchem Punkt unserer Reise, an wem auch immer wir vorbeifuhren, er rief uns ein freundliches jiayou! (加油) zu. Zu Deutsch: Gebt Gas! Ein Jahreswechsel also der ganz besonderen Art.

Advertisements

Rivertracing im Touqian-Fluss (頭前溪)

Rivertracing im Touqian-Fluss (頭前溪)

Die Sonne scheint, eine milde Brise weht – perfektes Wetter für Outdoor-Aktivitäten. Wäre es nur nicht so unenedlich heiß draußen. Wandern fällt da flach, es sei denn man nimmt eine längere Bus- oder Autofahrt auf sich und begibt sich in höhere Gefilde Taiwans. Zeitlich ist aber nur ein kurzer Tagestrip drin. Ans Meer? Nee, da war ich letze Woche; also Rivertracing! Optimal für die heißen Tage – man ist im Grünen, hat viel Schatten und zum Abkühlen reichlich Wasser um sich. Trotzdem liegt man nicht bloß auf der faulen Haut.

Rivertracing ist in Ostasien, vor allem in Japan, Hong Kong und Taiwan sehr beliebt. Es ist dem weltweit verbreiteten Canyoning sehr ähnlich, wenn auch wahrscheinlich etwas einfacher und ungefährlicher. Grundsätzlich funktioniert das Ganze so: man sucht sich einen geeignenten Fluss, dessen Verlauf man dann stromaufwärts so weit wie man will oder kann folgt. Natürlich ist das Ziel dabei nicht einfach neben dem Strom herzulaufen, sondern sich direkt im Flussbett fortzubewegen. Dabei werden viele verschiedene Arten der Fortbewegung kombiniert. Vom Waten über Schwimmen bis zu Klettern und von Stein zu Stein Kraxeln wird alles abgefragt. Profis unternehmen sogar mehrtägige Touren, die die Benutzung eines Schlauchbootes oder Kajaks und einer Kletter- und Campingausrüstung erfordern. Für unsere erste Tour haben wir uns aber für ein einsteigerfreundliches Gewässer, den Touqian, entschieden.

Übersicht auf der Karte

Der Fluss liegt im Norden Taipeis im östlichen Bereich des Yangmingshan-Nationalparks. Der Einstieg zum Fluss ist nicht ganz leicht zu finden. Am besten hält man nach Beschilderung zum Lukuping-Wanderpfad ausschau (鹿窟坪). Dieser startet am selben Ort. Vom Taipei Hauptbahnhof fährt man am besten zunächst mit dem Bus nach Wanli. Von dort sollte es eigentlich witer mit dem örtlichen öffentlichen Nahverkehr hinauf in die Berge gehen. Von unserer Zielstation Daping Elementary wäre dann noch ein 20 minütiger Fußmarsch vonnöten gewesen. Da der Bus vor Ort am Wochenende aber nur bis 10.20 verkehrt musste in unserem Fall ab Wanli ein Taxi herhalten. Der etwas mürrische Fahrer verlangte einen Festpreis 350 NTD für die ca 15-minütige Fahrt (am Ende standen 210 auf dem Taxameter). Bei 6 Leuten war dies aber weniger schlimm. Abgesetzt an einem kleinen staubigen Parkplatz, direkt am Startpunkt legten wir unsere Ausrüstung an und verstauten die Wertsachen in wasserdichten Taschen.

Tatsächlich sollte man für eine Rivertracing-Tour etwas Ausrüstung einplanen. Je nach Schwierigkeitsgrad benötigt man spezielles Schuhwerk und Handschuhe, einen Neoprenanzug, Schwimmweste, Helm, Kletterausrüstung und einen wasserfesten Beutel. Für unsere Tour waren aber ein wasserfestes Behältnis und die Schuhe mehr als ausreichend. Mit geeigneten Outdoor-Sandalen, denen das Durchwaten von Flüssen nichts ausmacht sollte man im Touqian auch ohne Probleme vorankommen. Spezielle Schuhe (im Prinzip Schuhe fürs Tauchen mit einer extra angeklebten Filzsohle) kann man aber in Taipei für 50 NTD am Tag mieten. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auch einen Helm (gibts im selben Laden wie die Schuhe) mitnehmen. Auf den feuchten Steinen besteht doch eine erhöhte Rutschgefahr.

Der reißende Touqian

Der reißende Touqian

Nach einem kurzen Spaziergang durch den Wald waren wir am Touqian angekommen. Da die letzten Tage und Wochen sehr heiß und trocken waren, erwartete uns ein gemächlich dahinplätscherndes Flüsschen inmitten dichter Vegetation – für Anfänger nicht verkehrt. Voller Elan begannen wir unseren Aufstieg. Anfänglich stapften wir gemächlich durch den Fluss. Ab und zu mussten wir einen von einem größeren Stein zum Andern springen.

Eine Gruppe von Schulkindern in voller Ausrüstung

Eine Gruppe von Schulkindern in voller Ausrüstung

Bereits nach wenigen hundert Metern trafen wir auf eine Schulklasse, die sich im natürlichen Becken eines Wasserfalls vergnügte. Die Wasserfälle sind stets das Highlight der Touren, denn meist bieten die unter ihnen ausgespülten Becken gute Gelegenheit zum schwimmen und “duschen”.Wer es wagt, kann auch einen Sprung ins Wasser von einem der umliegenden Felsen riskieren. Allerdings sollte man vorher die Tiefe des Wassers genau auskundschaften und eventuelle Felsbrocken suchen, denn diese sind durch das aufgewühlte Wasser von oberhalb der Wasseroberfläche schwer auszumachen. Zu guter Letzt fordern die Wasserfälle auch immer eine kleine Klettereinlage um den Aufstieg fortsetzen zu können.

Klettern mitten im Wasserfall

Klettern mitten im Wasserfall

Die zweite Gruppe, die wir trafen war wesentlich professioneller Ausgerüstet. Diese durch Profis geleiteten Touren erfreuen sich in Taiwan großer Beliebtheit. Auch Anfänger können hier erste Erfahrungen mit dem Klettern, Abseilen und Schwimmen machen. Tatsächlich ist die Anzahl der Taiwaner die gut und gerne schwimmen trotz der Insellage und maritim geprägten Kultur erstaunlich gering. Die Betreuer der Ausflüge sorgen dafür, dass jeder sicher ans Ziel kommt und haben oft erstaunliche Kenntnisse der lokalen Flora und Fauna. Allerdings ist der Spaß mit einem Preis von bis zu über 100€ nicht ganz günstig.

Die Mitglieder der Gruppe schienen keine große Erfahrung im Klettern zu haben und wirkten im Angesicht des höchsten Wasserfalls der Tour etwas unsicher. Nachdem allerdings die ersten mutigen Frewilligen unbeschadet oben angekommen waren, schwanden auch bei den Verbliebenden die letzten Zweifel und schließlich machten sich alle ans Werk inmitten des Wasserfalls die Felswand zu erklimmen. Anschließend seilte sich einer nach dem andern ab um auf den Felsen am Fuße des Wasserfalls eine Pause einzulegen.

Ein kleines Picknick um bei Kräften zu bleiben

Ein kleines Picknick um bei Kräften zu bleiben

Neben Abseilachter und Kletterseil hatte die Kletterbande auch einen Gaskocher, Topf und Zutaten für eine Suppe dabei. Nach landesüblichen Gepflogenheiten wurden wir direkt auf eine Schüssel eingeladen, die wir dankend annahmen.

Nach der Stärkung machten wir uns daran, den vor uns liegenden Wasserfall zu überwinden. Profis versuchen es mitten im herabstürzenden Wasser, wir haben uns allerdings lieber dafür entschieden die Route über die trockenen Felsen am Rand zu nehmen.

Oben angelangt ging es weiter dem Verlauf des Flusses folgend zum dritten und letzten Wasserfall. Viele der großen, oberhalb der Wasseroberfläche liegenden Steine, über die wir klettern mussten waren durch Algen oder andere Wasserpflanzen grünlich verfärbt. Wir schlossen daraus, dass der Fluss im Winter oder nach größeren Niederschlägen weitaus mehr Wasser führt. Ab und zu begegeten wir Schwärmen von kleinen Fischen. die vor unseren Füßen Reißaus nahmen.

Die letzte große Hürde

Die letzte große Hürde

Nachdem auch der letzte Steilhang erklommen war führte uns die Wanderung noch einige Hundert Meter durch ein steiniges Flussbett zum Ausstiegspunkt und von dort aus auf einem kleinen Waldpfad, parallel zum Fluss zurück zum Parkplatz. Insgesamt haben wir nicht mehr als fünf kilometer zurückgelegt, aber gute vier Stunden im und am Fluss verbracht. Die Kletterei war nie langweilig aber auch nie zu vordernd oder gefährlich und hat Lust auf mehr gemacht.

Autor: Yannick Heinemann

Das Shi-Yang Teehaus – mehr als Teetrinken

Foto: Lovely Taiwan

Die Stiftung „Lovely Taiwan “ hat nun ihr Internationales Spotlight Programm erweitert. Die Stiftung „Lovely Taiwan“ (台灣好基金會) wurde 2009 gegründet, mit dem Ziel am Schaffen einer örtlichen Kultur teilzuhaben. Dadurch sollte auch Bürgern Taiwans und Besuchern ermöglicht werden, das Leben in den Städten, Stadtteilen oder Gemeinden zu erfahren.

Nach den Internationalen Spotlights im Osten 

– wie das Tiehua Music Village in Taitung, Chishan, Makutaay oder Hualien im Osten Taiwans hat „Lovely Taiwan“ nun in Zusammenarbeit mit dem Tourismusbüro Taiwan auch Internationale Spotlights in Nordtaiwan ausgewählt. Das Internationale Spotlight Projekt hat das Ziel, Reisende einen tieferen und genaueren Blick in die reichhaltige Kultur Taiwans zu ermöglichen und diese zu erfahren.

Angefangen mit dem Laden von „Loveley Taiwan“ selbst und dem umliegenden Stadtviertel. Der Laden befindet sich zwischen den MRT-Stationen Zhongshan und Shuanglian auf der roten Linie Richtung Tamsui.

Der Laden bietet handgefertigte lokale Produkte und Kunsthandwerk aus verschiedenen Orten. Mit den Einnahmen werden wiederum die jeweiligen Gemeinschaften, die die Produkte herstellen, unterstützt.

In der obersten Etage des Ladens befindet sich ein Raum mit Prospekten, Karten, Reisematerial und Informationen, in dem auch Ausstellungen und Workshops stattfinden. Besucher sind auch eingeladen, dort eine Pause einzulegen und sich ein wenig auszuruhen.

Der Laden ist auch ein guter Ausgangspunkt, um die Gegend mit seinen kleinen Gassen, Geschäften, Kulturstätten, Cafes und Restaurants zu erkunden.

Shi-Yang Teehaus

Ein weiteres neues Angebot im Rahmen des Internationales Spotlight Nordtaiwan ist ein Besuch des Shi-Yang Teehauses und Restaurants in den Bergen von Xizhi nahe Taipei. Das Teehaus ist ein sehr guter Ort, um zur Ruhe zu kommen. Die Architektur aus Holz mit großen Schiebefenstern- und Türen aus Glas ermöglicht überall einen schönen Blick in die bergige Landschaft.

Shi-Yang Teehaus

Im Shiyang Teehaus kann man keine bestimmten Teesorten bestellen und im Restaurant gibt es keine Speisekarte. Der Teemeister bereitet für die Gäste zwei verschiedene Teesorten zu. Das Essen wird in einem Nebenhaus serviert – man kann wählen zwischen einem normalen und vegetarischen Menü.

Das Shiyang Restaurant liegt etwas Abseits in den Bergen und ist für Touristen aus dem Ausland vielleicht nicht so einfach zu erreichen. Außerdem muss man sich vorher anmelden.

Das Teehaus an einem regnersichen Spätnachmittag

Das Teehaus an einem regnersichen Spätnachmittag

Deshalb bietet „Lovely Taiwan“ jeden Mittwoch um 15:15 Uhr eine Fahrt zum Shi-Yang Teehaus. Man kann die Fahrt über die Webseiten oder direkt im Laden buchen. Die Kosten betragen 1.225 Taiwan Dollar, eingeschlossen Teezeremonie und Menü mit Kostenloser Hin- und Rückfahrt vom Laden von „Lovely Taiwan“

Anmelden kann man sich über die Webseite

http://www.lovelytaiwan.org.tw/web/news_detail.php?id=192 (Chinesisch und Englisch)

Dieses Programm ist auch für Reisende ohne Chinesischkenntnisse gut geeignet – es gibt englischsprachige Begleitung und englischsprachige Teemeister.

Ein weiterer Punkt der Internationalen Spotlights im Norden ist das U-Theatre in den Bergen von Muzha. Das U-Theatre ist ein bekanntes Trommel-Ensemble mit dem Konzept „Erst Meditation, dann Trommeln“. Das U-Theater hat seinen Sitz in den Mucha-Bergen, wo sich auch ein Freilufttheater befindet.

Kurse und Camps werden für Gruppen abgehalten. Bei Interesse kann man sich an die Stiftung „Lovely Taiwan“ wenden, um nähere Informationen zu erhalten.

Mehr Informationen über die Angebote von Lovely Taiwan auf den Webseiten

www.lovelytaiwan.org.tw (chinesisch)

oder:
http://www.lovelytaiwan.org.tw/web/index.en.php (englisch)

von Eva Triendl

Gipfelstürmen für Anfänger – Hsueshan – der zweithöchste Gipfel Taiwans

Auf dem Hauptgipfel des Hsueshan - 3886 Meter

Auf dem Hauptgipfel des Hsueshan – 3886 Meter

Gruppenfoto mit freundlicher Genehmigung von Basecamp

Taiwan ist etwa zur Hälfte von Bergen bedeckt – davon sind über 200 Gipfel über 3000 Meter hoch – der höchste Gipfel Taiwans ist der Hauptgipfel des Yushan 玉山 mit 3952 Metern.
Die gute Nachricht ist, dass viele Berge Taiwans auch für die allgemein Wanderfreudigen, die einigermaßen fit und gut zu Fuß sind, zu besteigen sind. Das gilt auch für den höchsten und zweithöchsten Berg Taiwans – die Hauptgipfel des Yushan 玉山 und des Hsueshan 雪山.

Da die Route zum  雪山 (auch Syue Mountain, Shiue Shan oder Xueshan) als sehr schön und normalerweise als „für Anfänger mit normaler Kondition“ geeignet gelten. Die Besteigung des Hsueshan – mit Ost- und Hauptgipfel – ist eine der beliebtesten Bergwanderrouten Taiwans. Normalerweise plant man für die Besteigung des Hsueshan insgesamt drei Tage ein. Der Hsueshan liegt im Shei-Pa-Nationalpark etwas an der Grenze zwischen dem Landkreis Miaoli und Taichung.

So habe ich schließlich die Gelegenheit ergriffen, und mich mit einer geführten Gruppe auf den Weg gemacht…

Los ging es frühmorgens von Taichung aus. Der Bus gabelte auf dem Weg noch einige Gruppenmitglieder auf – letzte Station Taipei, wo es dann um 10.00 Uhr vormittags weiterging Richtung Ilan und dann zur Wuling Farm (武陵農場). Dort auf 2165 Metern treffen sich Ausflügler, Spaziergänger, Camper, Wanderer und Bergsteiger. Hinter dieser Bergstation der Wuling Farm beginnt der Wanderweg, der zum Hsueshan führt.

Angekommen an der Bergstation der Wuling Farm werden erst einmal die Personalien gecheckt. Um von hier weiter in die Berge zu gehen, benötigt man nämlich eine Berggenehmigung, die man vorher beantragen muss. Auch die Schlafplätze in den Hütten müssen vorher schon beantragt werden. Das hat unsere Bergführerin schon für die gesamte Gruppe vorher über Internet erledigt.

Außerdem muss die Gruppe, bevor man sich auf den Wanderweg begibt, ein Video ansehen, in dem unter anderem Sicherheitstipps bei Unfällen, Hitzschlag, Unterkühlung, Höhenkrankheit usw. gegeben werden – oder es wird gezeigt, wie man die umweltfreundlichen Toiletten ohne Wasserspülung auf den Berghütten benutzt.

Dann kann es endlich losgehen … Am ersten Tag nur etwa 2 km hoch bis zur Qika Hütte (七卡山莊) auf einer Höhe von 2463 Metern. Dort angekommen ist es gerade dunkel geworden. Unsere Bergführer fangen gleich nach der Ankunft an, einen Topf Reis und zwei Töpfe Suppe zu kochen – einen mit Fleisch und einen ohne – damit auch die Vegetarier unter uns gut versorgt sind. Die Qika Hütte hat über 100 Schlafplätze, Kochgelegenheit und Toiletten- und Waschgelegenheit. In den allermeisten Berghütten in Taiwan muss man sein eigenes Essen mitbringen und sich selbst versorgen.

Trotz der Aussicht, am nächsten Tag um etwa halb vier aufstehen zu müssen, ist der wunderschöne Sternenhimmel einfach zu faszinierend, um sich frühzeitig in die Hütte zurückzuziehen. Schlaf bekam man in dieser Nacht sowieso nicht viel – die einen kamen spät in der Hütte an, die anderen krochen schon wieder um 2 Uhr morgens aus dem Schlafsack, packten ihre Sachen und machten sich auf den Weg. Bei uns gab es um vier Uhr Frühstück und bald darauf ging es los, wir wollten an diesem Tag ja noch bis zum Hauptgipfel auf 3886 Meter steigen und dann wieder hinunter zur 369 Hütte zum Übernachten.

Bei Dunkelheit geht es weiter langsam immer weiter hinauf – der Weg ist nicht besonders schwierig, mit einer Stirnlampe kommt man auch im Dunkeln gut voran. Dann färbt sich der Himmel langsam und alle bleiben stehen, um den Sonnenaufgang zu sehen – allein der Sonnenaufgang in den Bergen bei schönstem Herbstwetter ist den Ausflug schon wert. Dann geht es langsam weiter – bis zu einer Aussichtsplattform am Fuß des sogenannten Ku Bo „哭玻“ – dem „Berghang der Tränen“ – „Ku“ heißt „Weinen“ und „Bo“ heißt „Berghang“. Dieser Hang ist jedoch nicht so schlimm, wie der Name befürchten lässt – der Weg hinauf ist nicht wirklich übermäßig steil oder lang. Falls Sie also den Hsueshan besteigen möchten – der „Ku Bo“ ist nichts, worüber man sich Sorgen machen muss. Falls man jedoch hier schon anfängt zu keuchen – nun, es wird später beim Aufstieg zum Hauptgipfel des Hsueshan noch steiler – und die Luft noch dünner.
Wir sind mittlerweile wohl etwa eine Stunde unterwegs, haben 2 Kilometer zurückgelegt und befinden uns auf einer Höhe von 3000 Metern. Nach einer kurzen Pause und Stärkung geht es weiter über den „Ku Bo“ Richtung Ostgipfel. Nach etwa einer weiteren Stunde mäßigem Aufstieg sind wir auf dem Ostgipfel auf 3201 Meter – man hat einen schönen Blick auf die Gebirgslandschaft bei klarem Himmel und Sonnenschein. Wir hatten wirklich Glück, denn am Wochenende vorher war Taifun und das Wochenende darauf war wieder Taifun. Da mussten alle Wanderungen im Gebirge abgesagt werden. Vom Ostgipfel geht es weiter zur 369 Hütte – dort werden wir auch übernachten – nachdem wir vom Hauptgipfel wieder zurückgekommen sind.

Die 369 Hütte liegt auf einer Höhe von 3155 Metern – eine Haupthütte mit den üblichen doppelstöckigen Schlafplätzen, eine Hütte zum Kochen, eine extra Hütte mit Toiletten und einige Tische und Bänke draußen zum Essen. Wir haben mittlerweile vom Ausgangspunkt unserer Wanderung an der Wuling Farm 7,1 Kilometer zurückgelegt – bis zum Hauptgipfel des Hsueshan sind es vom Beginn des Wanderwegs an der Wuling Farm 10,9 Kilometer.

Zwei der Mitglieder unserer Gruppe bleiben an der 369 Hütte und gehen nicht mehr weiter zum Hauptgipfel. Das ist auch ein Grund, warum die Wanderroute zum Hsueshan als geeignet für Anfänger gilt. Falls es jemandem nicht besonders gut geht, sei es wegen der Höhe oder wegen mangelnder Kondition, kann man an der 369 Hütte bleiben und warten, bis der Rest der Gruppe wieder zurückkommt – und man kann auch an der 369 Hütte die schöne Berglandschaft genießen oder dort ein wenig spazieren gehen.

Wir legen erst einmal unsere schwereren Sachen ab – es geht nämlich mit leichtem Gepäck weiter – Regensachen müssen mit, eine Stirnlampe, Wasser, etwas zum Essen für den Weg, eine Jacke, alles andere lassen wir in der Hütte zurück. Unser Bergführer hatte vor Abmarsch noch ein paar Instant-Nudeln gekocht, damit wir auf dem Weg zum Gipfel nicht schlappmachen. Dann geht es weiter, es ist mittlerweile etwa 10 Uhr vormittags. Unsere Bergführerin sagt, dass man hin- und zurück ungefähr etwa sechs Stunden benötigt. „Aber egal was ist, um drei Uhr müssen wir uns wieder auf den Rückweg machen“, sagt sie.

Bergführerin Yihua vor dem Eingang zum "Schwarzwald"

Bergführerin Yihua vor dem Eingang zum „Schwarzwald“

Hinter der 369 Hütte geht es dann wieder langsam weiter nach oben und bald sind wir am Eingang zum Schwarzwald – „黑森林“ – angekommen. Der Wald heißt so, weil man eben meinen könnte, man sei im Schwarzwald. Nur, dass es solche Wälder in Taiwan nur in höheren Höhen gibt. Etwa zwei Kilometer geht es weiter durch den Wald mit riesig hohen Bäumen – so wirken sie zumindest auf mich –  über Wurzeln, Schotter und Stein – man kommt auch an zwei Wasserquellen vorbei, an denen man seinen Wasservorrat auffüllen kann.

Auf dem Weg durch den Wald haben wir uns langsam auf 3500 Meter hochgearbeitet – und sind am „Runden Tal“ – einem Kar, an dessen linkem Rand wir entlang weiter zum Hauptgipfel des Hsueshan gehen. Hier ist die Luft schon etwas dünner – der ein oder andere wird schon etwas langsamer. Das letzte Stück das Tal entlang zum Gipfel ist nur etwas über einen Kilometer weit – mit einem Höhenunterschied von etwas über 300 Metern. Wir überholen einige Nachzügler der Gruppe vor uns, die schon ganz schön heftig schnaufen und etwas blass um die Nase aussehen. Mitglieder einer anderen Gruppe, die schon früher aufgebrochen war, kommen uns beim Abstieg vom Gipfel entgegen. Drei Engländer, die in Hongkong wohnen, und übers Wochenende nach Taiwan gekommen sind, um den Hsueshan zu besteigen, sind auch wieder beim Abstieg. Sie fanden den Aufstieg zum Hsueshan schon sehr anstrengend – obwohl sie, wie sie sagen, jedes Wochenende Hiking gehen – dass die Tour als Route geeignet für Unerfahre und Anfänger gilt, überrascht sie etwas.  Aber es liegt sicher auch an der Höhe, dass man die Anstrengung deutlicher spürt, meinen sie.  Wir steigen weiter den Schotterweg hinauf. Einer in der Gruppe meint, ihm ist flau im Magen, ein anderer bekommt Kopfschmerzen, aber eigentlich sind alle noch ganz gut dabei. Unser Bergführer, der das Schlusslicht macht, begleitet die Langsameren langsam nach oben und nimmt einer den Rucksack ab. Etwa eine Stunde braucht man normalerweise das Tal entlang hinauf zum Gipfel – aber es ist oft schwer zu sagen, meint unsere Bergführerin, wegen der Höhe geht es hier oft etwas langsamer voran. Noch eine kleine Pause und dann die letzten paar Höhenmeter. Ich weiß nicht mehr genau, wann ich am Gipfel angekommen bin ich denke, es war etwa 13.45 Uhr. Ich hatte glücklicherweise weder Höhenprobleme noch sonstige Beschwerden – und konnte sogar auf der ganzen Strecke gebührend die schöne Gebirgslandschaft bewundern.

Auf dem Gipfel werden natürlich die obligatorischen Gipfelfotos gemacht – eine Frau aus unserer Gruppe, die nicht das erste Mal auf dem Hsueshan ist, sagt, dass man sein Foto auf dem Gipfel an die Shei-Pa Nationalparkverwaltung mailen kann, mit der Bitte um Bestätigung, dann erhält man ein sehr schönes Zertifikat, dass man den Gipfel des Hsueshan bestiegen hat – eins zum Aufklappen mit Beschreibung des Nationalparks.

Um etwa 14.00 Uhr sind alle am Gipfel angekommen. Ein Ehepaar einer anderen Gruppe bedankt sich bei unserem Bergführer, weil er die Frau mehrmals ermutigt hat, noch das letzte Stück zum Gipfel weiterzugehen. Sie freut sich sehr, dass sie doch noch den Gipfel erreicht hat. Ein Mann kommt erschöpft mit einem Bergführer zum Gipfel – es sind die Nachzügler der Gruppe, zu dem auch das Ehepaar gehört. Ihr Bergführer drängt, sich nicht allzu lange aufzuhalten und bald wieder abzusteigen – wir sind langsamer, wir brauchen länger, meint ihr Bergführer. Wir machen natürlich auch noch ein Gruppenfoto – bleiben noch ein bisschen und genießen das Gefühl auf dem zweithöchsten Gipfel Taiwans zu sein – und machen uns dann langsam wieder an den Abstieg – wir sind gut in der Zeit, das Wetter ist stabil, es steigt nur ein bisschen Nebel auf. Beim Abstieg bin ich recht froh, dass es relativ trocken ist, bei Regen müssen die steilen Schotterwege nach unten sicher sehr anstrengend sein. Unser Bergführer sagt, dass im Winter hier die Landschaft mit den schneebedeckten Bergen sehr schön ist –  etwa drei Stunden sollte man für den Abstieg rechnen, ich denke, wir haben es bei dem guten Wetter etwas schneller geschafft – und es ist immer noch hell, als wir wieder an der 369 Hütte ankommen.

Auf dem Weg durch den „Schwarzwald“ war es zwar schon etwas nebelig, aber immer noch recht gute Sicht – auf dieser Strecke durch den Wald bestehen die Bergführer normalerweise darauf, dass sich die Gruppe nicht zu weit auseinanderbewegt – denn besonders bei Regen und Nebel kann man sich dort einfach verirren. Aber der Weg durch den Schwarzwald ist bei etwas Nebel auch sehr schön …

Bergführer Wen-chen im "Schwarzwald"

Bergführer Wen-chen im „Schwarzwald“

Zurück an der 369 Hütte treffen wir wieder die „Zurückgebliebenen“, denen es auch ohne uns nicht langweilig geworden ist – wie gesagt, man kann auch von der Hütte aus spazieren gehen und die Landschaft genießen. Zurück an der Hütte, suchen wir uns unsere Schlafstellen, packen Schlafmatte und Schlafsack aus und unsere Bergführer fangen an zu kochen – es gibt einen großen Topf Nudeln und Suppe. Unser Bergführer isst den Rest und beschwert sich, dass er immer, wenn er in den Bergen mit einer Gruppe unterwegs ist, zunimmt. Über mangelnde Ernährung konnten wir uns auf unserer Wanderung wirklich nicht beklagen, außer dem Essen, dass unsere Bergführer für uns gekocht haben, hatte natürlich Jeder noch einige Portionen „Wegzehrung“ dabei – ich muss zugeben, dass ich einen ganz Apfelkuchen und ein ganzes Brot dabei hatte, beides vom deutschen Bäcker. Aber mithilfe aller Mitwanderer hat auch das bei den kurzen Pausen, die man etwa alle halbe Stunde einlegt, schnell seine Abnehmer gefunden.

Am Tag der Gipfelbesteigung waren wir wohl über 11 Stunden unterwegs – mit Pausen – und so haben sich die meisten schon relativ frühzeitig in die Schafsäcke verkrochen. Es war relativ kühl, aber nicht wirklich unangenehm kalt in dieser Nacht. Wenn man früh schlafen geht, hat das den Vorteil, dass man schon vor Sonnenaufgang wieder wach wird – und den Sonnenaufgang sehen kann. Wir haben es an diesem Morgen nicht so besonders eilig – der Abstieg zur Wuling Farm zurück dauert vielleicht nur etwa vier Stunden. Von der Wuling Farm aus geht es am frühen Nachmittag gleich wieder zurück nach Taipei.  In Jiaoxi in Ilan wurde noch ein Halt eingelegt, nach einem kurzen Aufenthalt in den heißen Quellen in Jiaoxi und einem gemeinsamen Abendessen waren wir dann abends wieder in Taipei.  Es war wirklich eine sehr schöne Wanderung, für normal Sportliche und ein wenig Übung in den Bergen um Taipei durchaus geeignet. Das kann ich nun bestätigen – schade, dass es insgesamt nur drei Tage dauerte – ich hätte gut noch einige Tage länger über 3000 Meter zubringen können. Die Berge in Taiwan sind wirklich eine Wanderung bzw. eine Reise wert. Falls man unerfahren ist, oder die Gegend und das Umfeld nicht kennt, ist es doch ratsam, sich einer Gruppe mit Bergführern anzuschließen. Und falls man nicht zu Fuß so hoch hinaus will, kann man auch irgendwohin mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln oder einer Reisegruppe einfach zu einem Ausflugsort in den Bergen fahren und dort spazieren gehen und die Landschaft genießen. Ich hoffe, dass ich bald wieder Gelegenheit habe, die Berge weiter zu erkunden. Dass diese Wanderung ein so schönes Erlebnis war, ist natürlich auch meinen netten Mitwanderern zu verdanken und Yihua und Wen-chen von Basecamp, den besten Bergführern, die man sich wünschen kann.

Hsueshan Gebirge

Hsueshan Gebirge

Fotos: Eva Triendl

von Eva Triendl

Besuch auf der Schildkröten-Insel

Bild

Der „Rücken“ der Schildkröteninsel vor Yilan.

Taifun Soulik hat sich verzogen, der Himmel über Taiwan ist aufgeklart. Zeit endlich einmal wieder die Großstadt Taipeh zu verlassen, wo einen ein längerer Aufenthalt immer an Platons Höhlengleichnis erinnert. Ein längeres Verbleiben in dem Becken rund um die Hauptstadt lässt einen geradezu vergessen, dass es „da draußen“ noch viel anderes zu sehen gibt oder dass es sich bei Taiwan um eine Insel im Pazifik handelt, wo man doch ab und an auch mal eine Küste und das Meer zu Gesicht bekommen sollte.

Und wohin fährt der Großstädter aus dem Norden, wenn er mal einen Tapetenwechsel braucht? Seit der Eröffnung des Hsuehshan-Tunnels vor ein paar Jahren bietet sich da vor allem der nordöstliche Landkreis Yilan an. Mit dem Bus oder Auto ist der bequem in unter einer Stunde zu erreichen.

Bereits aus einiger Ferne sieht man die nur wenige Kilometer vor der Küste Yilans aus dem Meer ragende Guishan- oder Schildkröten(berg)-Insel. Nach vorheriger Anmeldung kann man die Insel vom Wushi-Fischereihafen aus besuchen.

Bild

Unser Boot, die „Dragon Yacht.“

Je nachdem, für welches Programm man sich entschieden hat, bringen Boote wie dieses die Besucher nicht nur zur Insel, sondern auch weiter raus aufs Meer zur Walbeobachtung.

Bild

„Ilha Formosa!“

Ein letzter Blick zurück auf die Hauptinsel, dann kann es losgehen.

Bild

Land in Sicht!

Die etwa 30-minütige Überfahrt verlief bei dem sonnigen Wetter ruhig.

Bild

Die koreanischen Touristen genießen die Abkühlung.

Der leichte Wellengang lud eher zur Erfrischung ein.

Bild

Die Überreste der alten Siedlung.

Die ersten Siedler kamen in den 1850er Jahren auf die Insel. Später diente auch die Schildkröteninsel den Japanern und später der KMT als Militärposten. Auch ein kleines Fischereidorf hat es gegeben, das sogar eine eigene Grundschule hatte. Zu einem Zeitpunkt lebten hier über 750 Menschen in 150 Haushalten.

Bild

Niemand zu Hause.

Die Steinbauweise war während der japanischen Kolonialzeit üblich auf der Insel.

Bild

Die Außenfassade bekam gerade einen neuen Anstrich.

Typisch für Taiwan: Ein Matsu-Tempel darf nicht fehlen. Der recht schmucklose (innere) Zustand, ist nicht etwa einem Taifun zu schulden. Vielmehr wurde die Göttin mit dem Wegzug der Inselbewohner „evakuiert.“

Bild

Im Hintergrund erkennbar ist der mit knapp 400 m höchste Punkt der Insel.

In der Hauptsache besteht die Insel aus Vulkangestein. Der Vulkan ist immer noch aktiv und damit einzigartig für Taiwan. Am rechten Bildrand dagegen erkennt man den Eingang zu einer anderen in den Berg eingegrabenen Militärbasis.

Bild

Am Eingang wurde extra vor Giftschlangen gewarnt. Gesehen habe ich leider keine.

Dort lassen sich noch die alten Tunnel durchlaufen, in denen früher Waffen und Munition gelagert wurden.

Bild

Ob die Decken-Schalldämpfung wirklich etwas gebracht hat?

Auch die alten Kanonen lassen sich hier drinnen begutachten.

Bild

Die Kanonenbunker vom Boot aus betrachtet.

Bild

Bei der Rundfahrt um die Insel sieht man, wie sie zu ihrem Namen kam.

Zwei Mal soll der Vulkan wenigstens ausgebrochen sein. Das letzte Mal vor über 1000 Jahren.

Bild

Betrachtung von der anderen Seite.

Bild

Die Schildkröten-Insel von Yilan Stadt aus betrachtet.

Am Abend dann zurück in der Stadt, ein letzter Blick auf das Ziel des Tagesausflugs.

Fotos und Text: Sebastian Hambach

Sonnenuntergang am Keelong Fluss

Mein Weg von meiner Wohnung zu RTI führt zum größten Teil am Keelong Fluss entlang. Hier habe ich nicht nur meistens freie Fahrt und etwas frischere Luft, sondern oft bieten sich einem auch wunderschöne Naturbilder. So wie hier, als ich während des Sonnenuntergangs am Fluss entlang fuhr.

von Ilon Huang

IMG-20121221-00503

IMG-20121221-00502

IMG-20121221-00501

Zhishan Garten Taipei

Es war ein ausgesprochen sonniger und warmer Tag an dem wir beschlossen ein kleines Picknick im Zhishan Garten abzuhalten. Wir stellen uns als „Flachlandtiroler“ bei dem Wort „Garten“ ein zu ebener Erde liegendes und umzäuntes Stückchen Grün vor, wahlweise eher der dekorativen Gartenarchitektur entsprungen, oder als Nutzfläche für allerlei Gemüseanbau. Der Zhishan Garten hingegen ist ein Berg, der bestiegen werden muss, um die Aussicht auf Taipei genießen zu können. Ein Dschungel aus Bäumen, Farnen und Kletterpflanzen, ein Tummelplatz für unzählige Vogel und Schmetterlingsarten erwartete uns – und das mitten in der Stadt, im nördlichen Bezirk Tianmu.

1

Von der Zhongshan North Road, Sec. 5 (Zhishan MRT) durchquerten wir einen kleinen Park in dem das Rauchen verboten ist. Ein Open-Air-Rauch-Verbotsschild war dann doch etwas Neues für uns. Neben einem Spielplatz fanden sich, wie in jedem Park, die gelb-rot leuchtenden Geräte zur körperlichen Ertüchtigung und so drehten auch wir an den Handrädern, zogen an Strippen das sich unsere Wirbelsäule reckte und streckte und liefen auf einer Art „Stepper“ wo wir uns danach fühlten als würden wir auf Wolken zum Zhishan Garten schweben. Die „Fußreflexzonenmassage“ auf einem eigens dafür angelegten Pfad mit hoch aufragenden schwarzen, glatt gewaschenen Steinen ließen wir aus und erreichten bald unser Ziel – zumindest standen wir davor, erklommen musste der Berg ja noch werden.

2

Über Holzstege, die sich wie Nervenzellen immer weiter verzweigen und die Wahl des Weges schwierig aber auch aufregend machten, liefen wir schnaufend hinauf. Aussichtsplattformen mit Holzbänken oder einem Picknick Platz ließen Zeit um über die Stadt zu blicken, Schmetterlinge, oder Vögel zu beobachten und einzutauchen in dieses Biotop, welches den Lärm der Stadt fast vergessen macht. Jogger kommen uns entgegen, eine ältere Dame und ein Herr machen Tai Chi Übungen und eine Kindergartenklasse rennt aufgeregt über die Holzstege.

3

Auf einer Aussichtsplattform zeigt eine runde, in Holz eingelassene, Metallplatte in einem 360 Grad Blick die geologische Beschaffenheit von Taipei. In 3D-Ansicht gruppieren sich Berge um die Stadt und breite Flüsse fließen durch sie hindurch.

4

Der Zhishan Garten ist Taiwan’s erster Öko-Park und wurde formell am 31. Dezember 2005 eröffnet. In Zeiten der japanischen Kolonialherrschaft war der Berg offensichtlich ein unzugängliches Naturdenkmal. In der Qing-Dynastie diente der „Wald-Berg“ als Zufluchtsort.

5

Ein anderer Holzsteg-Weg führt zum Huiji Tempel, der 1752 erbaut wurde. Der einzige Baum auf dem Vorplatz wird gestutzt und frisiert für das chinesische Neujahrsfest. Er sieht aus wie die Version eines großen Bonsai. Der Vorplatz scheint direkt mit dem Himmel verbunden zu sein, weil er in luftiger Höhe thront und einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und die Bergketten bietet. Marmorlöwen brüllen von der Balustrade dem Tempel entgegen, auf dessen Schwalbenschwanzdächern sich gelb- und grün-schuppige Drachen winden.

6

7

Ein steiler Treppenweg führt vom Tempel hinunter zum 1825 erbauten Chih Shan Yen Tor, begleitet von roten Laternen, die wie Schlangen über unsere Köpfe hinweg schlängeln.

8

9

Der Berg scheint größer zu sein als von uns angenommen. Wir dachten wir hätten alles gesehen, doch die verschlungenen Pfade führen noch an andere Orte wie den „Zhishan Cultural and Ecological Garden“, der einen kleinen Teil des Berges einnimmt und einem ökologischen Teich, sowie ein Gewächshaus und das „BREAD“ Erholungszentrum für verletzte Vögel beheimatet, welches von der Wild Bird Society in Taipei betrieben wird. Für den Garten kostet der Eintritt 50 NT$.

Mandy Fox