Berlin feiert das Neujahrsfest

Neujahrsfest Berlin 2016

Tempelfest-Kultur beim Neujahrsfest 2016 in Berlin

Auch in diesem Jahr hat die Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland in Berlin zum Neujahrsfest eingeladen, um das Jahr des Affen zu begrüßen. Die Feier fand am Donnerstag, den 11. Februar um 19 Uhr im Ernst-Reuter-Saal in Berlin statt.

Geboten war unter anderem eine Vorführung der Chio-Tian Folk Drums & Arts Troupe aus Taiwan. Die Gruppe verbindet Elemente der traditionellen taiwanischen Tempelfeste mit modernen Elementen. Es waren Trommelvorführungen zu sehen, Tempeltänze und auch ein Tanz der Götter mit San Taizi.

Auch in diesem Jahr gab es wieder die traditionelle Tombola zum Chinesischen Neujahrsfest.

Hier einige Eindrücke von der Feier.

Vielen Dank an Frank Dombrowski und Frank Unglaube für die Fotos!

 

Fotos: Frank Dombrowski und Frank Unglaube

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„The Lab Space“ feiert Saisonfinale

Die Theatergruppe “The Lab Space” interpretiert zum Jahresende den us-amerikanischen Thriller „Warte, bis es dunkel wird“ (Wait Until Dark) von Frederik Knott.

Der britische Stückeschreiber Knott wurde 1916 als Sohn von englischen Missionaren in Hankou, China, geboren. Seine schulische Ausbildung genoss er jedoch in England. Zwischen 1939 und 1946 diente er der britischen Armee. Anschließend zog es ihn in die USA, wo er auch sein Stück „Wait Until Dark“ verfasste, welches 1967 verfilmt wurde. In der Hauptrolle Audrey Hepburn, die für die Rolle als Susy zum Oscar nominiert wurde.

Das Theaterstück handelt von der erblindeten Susy Hendrix, gespielt von Esther Veronin, die gemeinsam mit ihrem Mann, dem Photographen Sam, und der kleinen Gloria in einem einfachen Apartment in New York lebt.

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Esther Veronin spielt Susy, eine blinde Frau, die sich gegen Drogendealer behaupten muss. Stück: Warte, bis es dunkel wird (Wait Until Dark). Photo: The Lab Space

Sam hilft seiner Frau die Bürden des neuen Lebens ohne Augenlicht zu meistern. Nach einer Auslandsreise bringt Sam schließlich Tod, Drogen, Angst und Gefahr in ihr kleines Apartment, ausgelöst durch eine harmlos scheinende Puppe, die ihm eine unbekannte Frau in Obhut gab. Wenig später wird die Frau ermordet.

Dem nicht genug locken die finster dreinschauende New Yorker Gangster, angeführt von Harry Roat (Stewart Glen), den ahnungslosen Sam aus seiner Wohnung, um an die mit Heroin gefüllte Puppe zu gelangen.  Sie haben mit Susy kein leichtes Opfer gefunden, da sie das schlechte Spiel der Gangster schnell durchschaut.

Doch zu spät, Susy kann den Gangstern nicht mehr entkommen und findet sich plötzlich im Kampf mit dem brutalen Roat wieder, der zuvor seine Kollegen ermordet hatte. Auf engstem Raum kämpfen die beiden und Susy gelingt es ihre eigentliche Schwäche, ihre Blindheit, zum Vorteil zu nutzen, indem Sie alle Lampen zerschlägt und Roat auch zum Blinden macht. Erst später erfährt man das Gloria die heroingefüllte Puppe an sich genommen hatte.

Das Bühnenbild versetzt die Zuschauer zurück in die 1960er Jahre nach Greenwich Village in New York. Man findet sich in einem einfachen Apartment wieder, ohne Handy und ohne Internet.

Im Gespräch mit Jerome Keating sagt der Regisseur Brook Hall, dass die Taiwanesischen Zuschauer eine solche Art von klassischem Thriller so noch nicht gesehen haben werden.

Hall konnte eine erfahrende Gruppe zusammenbringen, mit dabei Esther Veronin (Susy), Stewart Glen (Roat), Dan O’Shea (Mike), John Brownlie (Carlino).

Zusehen ist „Warte, bis es dunkel ist“ (Wait Until Dark) am 4. und 5. Dezember, am 11. und 13. Dezember und am 18. 19. Dezember jeweils um 20:00 Uhr; und am 6. und 20. Dezember schon um 14:30 Uhr.

Ort: he LAB Space (實演場), 3F, 9, Beitou Rd Sec 1, Taipei City (台北市北投路一段9號3樓)
Tickets: NT$600, http://www.accupass.com/go/dark oder an der Tür.

The Lab Space Flzer

Taiwan, ein Land der Kaffeetrinker

Wenn man zum ersten Mal nach Taiwan kommt und sich durch die Straßen von Taipei bewegt, so wird einem nach kurzer Zeit auffallen, wie groß das Angebot an Kaffee ist. Inzwischen gibt es unzählige kleine Cafés in Taipei, dazu kommen die wachsende Anzahl an Filialen von ausländischen und taiwanischen Kaffeehausketten und außerdem führen inzwischen auch die kleinen Supermarktketten wie 7Eleven, Family Mart und OK Mart erfolgreich ihre eigenes Sortiment an frischem Kaffee. Aber ist dieses Straßenbild denn nicht eigentlich untypisch für ein asiatisches Land, das kulturell von je her eine Nation der Teetrinker war? „Der Kaffee trinkende Taiwaner“ – das entspricht doch nun wirklich nicht dem westlichen Stereotyp.

Typisches Café in Taipei

Typisches Café in Taipei

In Wirklichkeit hat sich das Blatt schon vor vielen Jahren gewendet und man kann inzwischen wirklich von Taiwan als einer Insel der Kaffeetrinker sprechen. Anfang der 1990er Jahre begannen japanische Kaffeeketten wie Doutor oder Kohikans sich in Taiwan niederzulassen, ein paar Jahre später folgten dann taiwanesische Ketten wie Dante Coffee, Ikari Coffee, Barista Coffee oder auch Mr. Brown Coffee. 1998 eröffnete die erste Filiale der amerikanischen Kaffehauskette Starbucks, ein paar Jahre später folgten weitere taiwanesische Ketten wie 85C, City Café oder Let`s Café. Allein die Kaffeehauskette Starbucks hat zwischen den Jahren 2007 und 2013 303 neue Läden eröffnet. Weltweit gibt es über 21 000 Starbucks Filialen, zwei Drittel davon sind auf dem amerikanischen Kontinent zu finden. Am stärksten wächst Starbucks allerdings zurzeit in Asien. In China gibt es mehr als 1300 Filialen der erfolgreichen Kaffeehauskette. Kontinuierlich kommen neue Filialen dazu, sodass China neben den USA bald zum zweitgrößten Absatzmarkt für Starbucks wird. In Taiwan gibt es inzwischen mehr als 300 Filialen, die Anzahl ist auch hier exponenziell steigend. Zwischen 2007 und 2013 hat die Anzahl privater Cafés sowie Kaffeehausketten wie zum Beispiel Starbucks, Mr. Brown Coffee oder auch Barista Coffee in Taiwan um 71 Prozent zugenommen.

Zu einer guten Tasse Kaffee lässt es sich gleich viel besser lernen

Zu einer guten Tasse Kaffee lässt es sich gleich viel besser lernen

Dass ein Großteil der Taiwaner inzwischen zu Kaffeetrinkern geworden ist, das belegen auch andere Fakten. So ist Taiwans Import von Kaffee um 525 Prozent in den vergangenen 17 Jahren gestiegen, außerdem hat in den letzten 15 Jahren der Konsum von frisch gebrühtem Kaffee um das 4,5-fache zugenommen. Heutzutage werden etwa sechs Millionen Tassen Kaffee pro Tag in Taiwan getrunken. Am liebsten trinken die Taiwaner Milchkaffee und Cappuccino, gefolgt von schwarzem Kaffee nach amerikanischer Art. Aber trotz des wachsenden Konsums von Kaffee sind Taiwaner im internationalen Vergleich noch weit hinten, was den täglichen Genuss von Kaffee angeht. So kommen in Taiwan pro Kopf etwa 0,3 Tassen Kaffee am Tag, in den USA sind es 1,1 Tassen pro Tag und Deutschland 2,6 Tassen pro Tag. Trotzdem kann man sagen: der Großteil der Taiwaner liebt Kaffee und zieht diesen inzwischen oftmals einer Tasse Tee vor.
Wie schon zu Anfang erwähnt, findet man hier an nahezu jeder Ecke ein kleines Café, das seine Kaffeespezialitäten anbietet.Meiner Meinung nach sind es vor allem diese kleinen, oft unscheinbaren privaten Cafés, die Taipei eine besondere Atmosphäre verleihen. Von schwarzen Kaffee über verschiedene Varianten Milchkaffee bis hin zu Cappuccino kann man hier alles finden, was das Kaffeetrinkerherz begehrt. In diesen Cafés kann man nicht nur nach westlichem Vorbild eine Tasse Kaffee genießen, sondern auch Essen.

DIe Eingangstafel vor einem Café in Taipei

DIe Eingangstafel vor einem Café in Taipei

Auf der Speisekarte stehen gewöhnlich kleinere Gerichte wie Sandwiches, Waffeln, Kuchen oder Salate, in den allermeisten Fällen frisch zubereitet. Diese Cafés haben ihren ganz eigenen Charme. Manchmal sind sie etwas schwer zu finden, da sie sich im zweiten oder dritten Stock eines unscheinbaren Hauses befinden und man nur über einen Aufzug in das Café kommt. Außerdem findet man viele Cafés an Orten, an denen man sie weniger vermuten würde, in kleinen Nebenstraßen oder Wohngebieten.

Wenn sie sich im Erdgeschoss befinden, so haben sie meistens eine kleine Terasse vor dem Haus oder einen Außenbereich, sodass man, dank Taiwans subtropischen Klima, auch oft im Winter draußen bei Sonnenschein eine Tasse Kaffee genießen kann. Außerdem sind die Cafés selbst immer sehr liebevoll und detailreich eingerichtet, oft in einem etwas älteren Stil mit Möbeln aus dunklem Holz, Sofas oder Sesseln, mottogetreuen Bildern, Bücherregalen oder auch besonders gestalteten Menükarten. In der Nähe der Yuanshan-Metro Station in Taipei gibt es zum Beispiel ein Café, dessen Besitzer eine besondere Liebe zu Katzen pflegen und dies offensichtlich auch bei der Gestaltung des Cafés eine wichtige Rolle gespielt hat. Für Katzenliebhaber ist dies ein besonderes Ereignis, denn zu dem Café selbst gehören ein bis zwei Katzen, die an die Gäste gewöhnt sind.

Doch Kaffeeläden in Taiwan sind inzwischen weit mehr als nur ein guter Ort um Kaffee zu trinken. Sie bieten auch eine gute Möglichkeit um zu lernen, sich mit Freunden zu treffen, für Lerngruppen aber auch für Geschäftstreffen.

Thailändischer Schwarztee mit Milch

Thailändischer Schwarztee mit Milch

Und welche Unterschiede kann man zwischen taiwanischen und deutschen Cafés fesstellen? Meiner Meinung nach ist das vor allem ihre besondere Auswahl an Teegetränken. So kann man in manchen Kaffeeläden zum Beispiel thailändischen Schwarztee kalt oder heiß genießen, der mit Milch zubereitet worden ist und einen ganz eigenen Geschmack hat. Außerdem findet man in nahezu jedem Café in Taiwan den hierzulande sehr beliebten Matcha Tee, welcher ursprünglich aus Japan stammt. Hierbei handelt es sich um zu Pulver gemahlene Grünteeblätter, die dem Tee seinen besonderen Geschmack und seine intensive Grünfärbung geben. Dieser Tee wird gerne heiß oder kalt mit Milch getrunken, mal mehr und mal weniger süß und hat sich inzwischen zu einem Kultgetränk entwickelt, das man in Deutschland leider eher nicht finden wird.
Neben dem „frischen gebrühtem“ Kaffee hat sich auch der Instantkaffee mit großem Erfolg in Taiwan etabliert. Kleine Supermärkte wie 7Eleven und Family Mart bieten eine Bandbreite an verschiedenen kalten Kaffeegetränken an, das weit über das Angebot in deutschen Supermärkten hinaus geht.Taiwaner trinken lieber auswärts ihren Kaffee oder kaufen ihn sich bereits fertig zubereitet in Supermärkten. Während dagegen das Einschalten der Kaffeemaschine in den allermeisten deutschen Haushalten zur alltäglichen Morgenroutine dazu gehört, so ist die eigene Kaffeemaschine in Taiwan (noch) eher unpopulär.

Die Cafés sind mit viel Liebe zum Detail eingerichtet

Die Cafés sind mit viel Liebe zum Detail eingerichtet

Und was lässt sich als Fazit ziehen? Die Kaffeeindustrie hat in den letzten 20 Jahren erfolgreich Taiwan erobert und ist weiter auf dem Vormarsch – in einem Land, welches kulturell eher durch den Tee geprägt ist. Wenn man noch vor einigen Jahren verzweifelt nach einer „vernünftigen Tasse Kaffee“ in Taipei gesucht hat, so erscheint einem die Auwahl inzwischen endlos und Kaffeehausketten trifft man hierzulande inzwischen mehr an als in deutschen Großstädten.

Taiwan- ein Paradies für Kaffeetrinker?

Berühmt ist Taiwan für seinen Tee- besonders die Sorten Oolong Tee, Schwarztee und Grüntee sind international sehr bekannt. Denn Tee wird in Taiwan schon sehr lange getrunken- die ersten Aufzeichungen über Teeanbau in Taiwan gehen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Doch es ist nicht Tee, worüber in den Medien in den letzen Jahren mehr und mehr gesprochen wird. Ganz im Gegenteil: Kaffee scheint sich als das neue Getränk im Alltag der Bewohner Taiwans zu etablieren- besonders in Taipei boomt die Kaffeeszene. Dabei gibt es Kaffee noch nicht sehr lange hier in Taiwan.

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Ein typischer Cafe Latte in Taipei- Preis: ca. 60 NTD

Die British Trade Company brachte im Jahr 1884 die ersten Kaffeepflanzen nach Taiwan, besonders während der japanischen Kolonialherrschaft wuchs der Kaffeeanbau stetig. Als der zweite Weltkrieg ausbrach, wurden die Kaffeeplantagen beseitigt, um mehr Platz für den Anbau von wichtigeren Lebensmitteln zu schaffen. Im Jahr 1958 suchte das United States Department of Agriculture nach einer Möglichkeit, das Einkommen der Farmer Taiwans zu steigern. Es wurde festgestellt, dass Taiwan durchaus geeignet sei für den Kaffeeanbau. Infolgedessen wurde der Anbau von Kaffee wieder begonnen. Seit dem Jahre 1960 stieg der Kaffee Konsum, allerdings über Jahrzehnte hinweg nur sehr langsam. Jedoch kam es dann ab dem Jahr 1990 zu einem extremen und rasanten Anstieg. Die in Taiwan produzierte Menge an Kaffee reichte infolgedessen nicht mehr aus, um der Nachfrage nachzukommen, daher begann man im größeren Maße mit dem Import von Kaffeebohnen. Der Kaffeekonsum hat sich in den letzten 12 Jahren vervierfacht. Wo im Jahr 1999 noch 5000 Tonnen Kaffeebohnen importiert wurden, waren es im Jahr 2010 bereits schon 18000 Tonnen. Doch was steckt dahinter? Und wie ist das Kaffeeangebot in Taiwan (vor allem Taipei) heute?

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Das Wilbeck Cafe in Guting/Taipei. Die Mitarbeiter haben eine zusätzliche Ausbildung gemacht, um professionell Kaffee verkaufen zu können.

Kaffee ist heutzutage in Taiwan mehr als nur ein Modegetränk- mehr und mehr integriert es sich in den Alltag der Taiwanesen und ist auch Symbol eines neuen, modernen Lebensstils geworden. Doch zu den Anfangszeiten des Kaffeekonsums in Taiwan war das anders gewesen. Zu Beginn war Kaffee vor allem ein Getränk der Geschäftsleute, der Intelektuellen, der Politiker und der High-Society gewesen. Durch den Konsum von Kaffee wollte man sich auch von dem normalen Bürger Taiwans abgrenzen. So lässt sich auch erklären, warum der erste Versuch der Convenience Store Kette 7-11 fehlschlug, einen „Kaffee-to-go“ in ihrem Geschäfstkonzept zu integrieren. Im Jahr 1986 wurde frischer Kaffee neu in das Angebot aufgenommen. Allerdings musste nach relativ kurzer Zeit dies wieder eingestellt werden, da der Kaffeeumsatz zu gering war. Da Kaffee damals ein Getränk der oberen Schichten der Gesellschaft war, weigerten sich die Kaffeekonsumenten, diesen in einem Convenience Store zu kaufen. Im Jahr 1998 wurde die erste Starbucks Filiale in Taiwan eröffnet und konnte sich relativ schnell etablieren. Die Kette 7-11 startete dann im Jahr 2004 nochmals einen Versuch. Eigens dafür wurde eine eigene Kaffemarke kreiert, „ City Cafe“. Man bot nun einen günstigen und qualitativ hochwertigeren Kaffee als zuvor an. Dieses Mal ging das Konzept auf, der Konsum von 7-11 Kaffee ist rasant angestiegen und ist mittlerweile sogar Taiwans größte Take-away-Kaffee-Kette. Durch den Eintritt von 7-11 in den Kaffeemarkt war auch der Weg für die weitere Entstehung von günstigen Kaffeeläden in Taiwan geebnet. Besonders in den letzten Jahren sind vor allem in Taipei zahlreiche neue Kaffeeläden entstanden, die preiswerten und qualitativ hochwertigen Kaffee anbieten. Einen sehr guten Cafe Latte bekommt man mittlerweile für einen Preis von 40-70 NTD (ca. 1-1.80 Euro).

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Man kann in dem Wilbeck Cafe in Guting/Taipei sowohl Kaffee trinken als auch frisch geröstete Kaffeebohnen kaufen.

Besonders in Taipei hat sich die Kaffeeszene sehr stark weiterentwickelt. In der Kaffeeindustrie vor Ort kann man mittlerweile vier Hauptbereiche unterscheiden: Spezialitäten-Läden, Kleine Cafes, Ketten-Läden und Convenience Stores. In den Spezialitäten-Läden arbeiten ausgebildete Baristas, es wird frischer und selbst gerösteter Kaffee verkauft. Die kleinen Kaffeeläden haben manchmal auch Sitzmöglichkeiten, das Hauptgeschäft besteht aber in dem Verkauf von „Coffee-to-go“. Der Kaffee ist relativ günstig und qualitativ hochwertig. Die Kaffee-Kettenläden wie Starbucks haben sich trotz des deutlich teuren Preises sehr etabliert und werden vor allem häufig von Studenten als Arbeitsplatz genutzt. Doch woher kommt der Kaffee? Genau 1 Prozent des konsumierten Kaffees kommt aus Taiwan selbst- der Rest wird importiert. Den größten Anteil des Imports haben grüne Kaffeebohnen, das heißt noch ungeröstete Kaffeebohnen. Hauptsächlich wird Kaffee aus Südamerika importiert, teilweise auch aus Afrika. Der Import von Fair Trade Kaffee wächst ebenfalls zunehmend. Wenn man in Taiwan zufällig einen Kaffeeladen der Kaffee-Kette „Bar-Den“ entdeckt, dann sollte man sich unbedingt die Zeit nehmen, dort einen Kaffee zu probieren! Der Name „Bar Den“ ist sowohl die Bezeichnung für eine taiwanische Kaffeekette als auch für eine Kaffeesorte, die in Gukeng Township/Südtaiwan angebaut wird. Dieses Anbaugebiet hat ein ähnliches Klima wie Jamaika, woher der weltberühmte „Blue Mountain Coffee“ kommt. Es gibt zwar noch andere Kaffeeplantagen in Taiwan, zum Beispiel in Tainan County oder Nantou County, allerdings ist trotz der ebenfalls hervorragenden Qualtiät die produzierte Menge an Kaffee zu gering und reicht nur für den lokalen Bedarf aus. Gukeng hat sich mittlerweile als Kaffeeanbaugebiet etabliert, es gibt bereist über 50 Coffeeshops in Taiwan, die frisch gerösteten taiwanischen Kaffee anbieten. Da Kaffeeanbau eine sehr zeitaufendige Arbeit ist, die Kosten dabei sehr hoch sind und in Taiwan nur begrenzt geeigentes Land für den Anbau vorhanden ist, wird Kaffee aus Taiwan wohl nie mit ausländischen Kaffeesorten konkurrieren können, da der Verkaufspreis von taiwanischem Kaffee zu hoch ist. Das Angebot an Kaffeeläden in Taiwan wird immer besser- besonders Taipei entwickelt sich mittlerweile zu einem regelrechten „Kaffee-Paradies“!

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Das Padouva Cafe in Gongguan/Taipei. Ein gutes Cafe, um zu arbeiten und seinen Kaffee zu genießen (sehr gutes WiFi).

Die Auswahl an Cafes und Kaffeeläden in Taipei ist beeindruckend- manchmal auch etwas erdrückend, weil man gar nicht mehr weiß, in welchen Kaffeeladen man nun gehen soll. Doch es gibt Hilfe- falls man kein Chinesisch spricht, gibt es nun im Internet auch immer mehr Kaffeeratgeber/Blogs, wo man Tipps und Vorschläge bekommt. Wer Kaffee liebt, der wird Taipei nicht mehr verlassen wollen- zu gut und auch günstig ist der Kaffee, den man dort an jeder Straßenecke bekommen kann!

Hier noch ein paar nützliche Links:

http://www.taipeitrends.com.tw/a-coffee-a-day-our-5-favorite-cafes-in-taipei/

http://lifeoftaiwan.com/food-drink/coffee/ http://taiwanlovescoffee.tumblr.com/

von Maria Elisa Legelli

Das Shi-Yang Teehaus – mehr als Teetrinken

Foto: Lovely Taiwan

Die Stiftung „Lovely Taiwan “ hat nun ihr Internationales Spotlight Programm erweitert. Die Stiftung „Lovely Taiwan“ (台灣好基金會) wurde 2009 gegründet, mit dem Ziel am Schaffen einer örtlichen Kultur teilzuhaben. Dadurch sollte auch Bürgern Taiwans und Besuchern ermöglicht werden, das Leben in den Städten, Stadtteilen oder Gemeinden zu erfahren.

Nach den Internationalen Spotlights im Osten 

– wie das Tiehua Music Village in Taitung, Chishan, Makutaay oder Hualien im Osten Taiwans hat „Lovely Taiwan“ nun in Zusammenarbeit mit dem Tourismusbüro Taiwan auch Internationale Spotlights in Nordtaiwan ausgewählt. Das Internationale Spotlight Projekt hat das Ziel, Reisende einen tieferen und genaueren Blick in die reichhaltige Kultur Taiwans zu ermöglichen und diese zu erfahren.

Angefangen mit dem Laden von „Loveley Taiwan“ selbst und dem umliegenden Stadtviertel. Der Laden befindet sich zwischen den MRT-Stationen Zhongshan und Shuanglian auf der roten Linie Richtung Tamsui.

Der Laden bietet handgefertigte lokale Produkte und Kunsthandwerk aus verschiedenen Orten. Mit den Einnahmen werden wiederum die jeweiligen Gemeinschaften, die die Produkte herstellen, unterstützt.

In der obersten Etage des Ladens befindet sich ein Raum mit Prospekten, Karten, Reisematerial und Informationen, in dem auch Ausstellungen und Workshops stattfinden. Besucher sind auch eingeladen, dort eine Pause einzulegen und sich ein wenig auszuruhen.

Der Laden ist auch ein guter Ausgangspunkt, um die Gegend mit seinen kleinen Gassen, Geschäften, Kulturstätten, Cafes und Restaurants zu erkunden.

Shi-Yang Teehaus

Ein weiteres neues Angebot im Rahmen des Internationales Spotlight Nordtaiwan ist ein Besuch des Shi-Yang Teehauses und Restaurants in den Bergen von Xizhi nahe Taipei. Das Teehaus ist ein sehr guter Ort, um zur Ruhe zu kommen. Die Architektur aus Holz mit großen Schiebefenstern- und Türen aus Glas ermöglicht überall einen schönen Blick in die bergige Landschaft.

Shi-Yang Teehaus

Im Shiyang Teehaus kann man keine bestimmten Teesorten bestellen und im Restaurant gibt es keine Speisekarte. Der Teemeister bereitet für die Gäste zwei verschiedene Teesorten zu. Das Essen wird in einem Nebenhaus serviert – man kann wählen zwischen einem normalen und vegetarischen Menü.

Das Shiyang Restaurant liegt etwas Abseits in den Bergen und ist für Touristen aus dem Ausland vielleicht nicht so einfach zu erreichen. Außerdem muss man sich vorher anmelden.

Das Teehaus an einem regnersichen Spätnachmittag

Das Teehaus an einem regnersichen Spätnachmittag

Deshalb bietet „Lovely Taiwan“ jeden Mittwoch um 15:15 Uhr eine Fahrt zum Shi-Yang Teehaus. Man kann die Fahrt über die Webseiten oder direkt im Laden buchen. Die Kosten betragen 1.225 Taiwan Dollar, eingeschlossen Teezeremonie und Menü mit Kostenloser Hin- und Rückfahrt vom Laden von „Lovely Taiwan“

Anmelden kann man sich über die Webseite

http://www.lovelytaiwan.org.tw/web/news_detail.php?id=192 (Chinesisch und Englisch)

Dieses Programm ist auch für Reisende ohne Chinesischkenntnisse gut geeignet – es gibt englischsprachige Begleitung und englischsprachige Teemeister.

Ein weiterer Punkt der Internationalen Spotlights im Norden ist das U-Theatre in den Bergen von Muzha. Das U-Theatre ist ein bekanntes Trommel-Ensemble mit dem Konzept „Erst Meditation, dann Trommeln“. Das U-Theater hat seinen Sitz in den Mucha-Bergen, wo sich auch ein Freilufttheater befindet.

Kurse und Camps werden für Gruppen abgehalten. Bei Interesse kann man sich an die Stiftung „Lovely Taiwan“ wenden, um nähere Informationen zu erhalten.

Mehr Informationen über die Angebote von Lovely Taiwan auf den Webseiten

www.lovelytaiwan.org.tw (chinesisch)

oder:
http://www.lovelytaiwan.org.tw/web/index.en.php (englisch)

von Eva Triendl

San Tai Zi (三太子) beim Karneval der Kulturen in Berlin

San Tai Zi beim Karneval der Kulturen in Berlin

San Tai Zi beim Karneval der Kulturen in Berlin

In Berlin fand vom 6. Juni bis 9. Juni der Karneval der Kulturen statt. In diesem Jahr wurde der Karneval der Kulturen in Berlin zum 19. Mal gefeiert.

Am Sonntag, den 8. Juni fand ein Umzug durch Kreuzberg statt, an dem rund 80 Gruppen und über 5000 Teilnehmer teilnahmen.

Zum Karneval der Kulturen gehört auch ein großes Straßenfest, das vom 6. bis 9. Juni gefeiert wird.

In diesem Jahr nahm auch Taiwan wieder am Umzug des Karnevals der Kulturen teil – und brachte mit der Gottheit San Tai Zi ein wenig Stimmung eines taiwanischen Tempelumzugs mit – denn  San Tai Zi (三太子) ist in Taiwan oft bei Tempelfesten und Tempelumzügen dabei.

Frank Dombrowski war beim Umzug des Karnevals der Kuturen in Berlin dabei – hier einige seiner Fotos von der taiwanischen Gruppe mit der Gottheit San Tai Zi.

 

Drachenbootrennen

Drachenbootrennen Bitan

Drachenbootrennen

Das Duanwu-Fest (端午節), das Drachenbootfest wird jedes Jahr am 5. Tag des 5. Monats nach dem Mondkalender gefeiert, in diesem Jahr am 2. Juni.

Das Drachenbootfest ist nach dem Chinesischen Neujahrsfest und dem Mondfest eines der drei wichtigsten traditionellen Feste im chinesischen Kulturkreis.
Zu Duanwu – dem Beginn der heißen Jahreszeit – gibt es auch einige Bräuche, um Krankheiten oder andere negative Einflüsse abzuwehren. Einer davon sind die Duftbeutel, die man Kindern zum Drachenbootfest um den Hals hängt.

Drachenbootrennen

Der Trainer gibt dem Team vor dem Start noch letzte Anweisungen

Jedes Jahr werden zum Drachenbootfest Drachenbootrennen abgehalten. Die Stadt Taipei veranstaltet ihr Internationales Drachenbootrennen Taipei im Dajia-Riversidepark. Das Drachenbootfest von New Taipei findet in Xidian am Bitan statt. Aber auch in anderen Städten und Landkreisen werden Drachenbootrennen und andere Aktionen zum Drachenbootfest veranstaltet. Die Drachenbootrennen in New Taipei und Taipei City erstrecken sich meist über zwei bis drei Tage.
Ich war in diesem Jahr am Drachenbootfest am Bitan in Xindian, wo die Rennen von New Taipei stattfinden.  Bitan ist sehr bequem mit der U-Bahn zu erreichen. Man fährt einfach mit der grünen Linie bis zur Endstatioin Xindian. Von dort aus sind es nur etwa 5 Minuten zu Fuss zum Fluss – zum Bitan. Auch wenn keine Drachenbootrennen sind, ist Bitan recht beliebt bei den Bewohnern Taipeis. Dort kann man am Fluss entlangspazieren, in den Restaurants oder Cafes an der Uferpromenade etwas essen oder trinken, man kann sich ein Tretboot mieten oder am Abend am Flussufer sitzen und die Abendstimmung genießen.

Der Flaggenfänger auf dem Drachenkopf muss am Ziel die Flagge greifen

Der Flaggenfänger auf dem Drachenkopf muss am Ziel die Flagge greifen

Während der Drachenbootrennen geht es am Bitan natürlich besonders lebhaft zu. Alt und Jung sehen den Drachenbootteams zu, die unter Anfeuerungsrufen und Trommelschlägen in den buntbemalten Drachenbooten auf dem Fluss um die Wette rudern.

Es gibt am Bitan auch eine Menge Stände, die alles mögliche Anbieten, von herzhaften Snacks über Süßigkeiten, traditionelle Duftbeutel, Spielzeug und Luftballons für die Kleinen. Außerdem gibt auch Buden mit verschiedenen Nachtmarkt-Vergnügungen, wie mit Darts auf Luftballons werfen, Ringe werfen oder Badeentchen angeln. Außerdem sind während der Drachenbootrennen verschiedene Rahmenprogramme geboten, unter anderem Konzerte am Abend.

 von Eva Triendl