Eine Reise nach Zentralasien – Bilder von Cecilia Hung

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er viel zu erzählen, aber Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Und Cecilia Hung  (洪滋敏) hat nicht nur viel zu erzählen von einer unglaublichen Reise, sondern als Fotokünstlerin hat sie unglaubliche Bilder mitgebracht, mit denen sie ihre Reise dokumentiert. Cecilia Hung, gerade erst am Ende ihrer Collegezeit, ist im Jahr 2011 vier Monate lang durch Zentralasien gereist – allein.

Cecilia Hung in Zentralasien

Cecilia Hung in Zentralasien

Als Fotokünstlerin hat sie auf dieser Reise selbstverständlich eine Vielzahl von Fotos mitgebracht, von denen sie 28 ausgesucht und in ihrer ersten persönlichen Bilderausstellung gezeigt hat.

Cecilia Hung vor der handgemachten Karte, die die von ihr bereisten Länder zeigt

Cecilia Hung vor der handgemachten Karte, die die von ihr bereisten Länder zeigt

Ich hatte das Glück, sowohl Cecilia Hungs Ausstellung zu besuchen als auch ein Gespräch mit ihr führen zu können.
Das Gespräch mit Cecilia Hung, in dem sie von ihrer Reise, von den Herausforderungen bei der ersten eigenen Fotoausstellung und ihrem Plan, in Berlin zu studieren, erzählt, wird natürlich auf RTI zu hören sein:

Teil 1, in Profile der Taiwaner, am Samstag, den 17. März

Teil 2, in Profile der Taiwaner, am Samstag, den 24. März

Und natürlich hier eine Auswahl der Werke, die in der Ausstellung gezeigt wurden:

Die Einladung

Die Einladung zur Ausstellung

Die Galerie

Die Galerie

Es gab zahlreiche Kommentare und Glückwünsche zur Fotoausstellung

Es gab zahlreiche Kommentare und Glückwünsche zur Fotoausstellung

Mehr Bilder kann man hier finden:

http://hom1022.blogspot.com/search?updated-min=2011-01-01T00:00:00-08:00&updated-max=2012-01-01T00:00:00-08:00&max-results=15

Von Ilon Huang

Fotos von Cecilia Hung (洪滋敏)

Das Rohe und das Gekochte

Eine kulinarische Reise durch Taiwan
von Monika Treut

D/Taiwan 2012, 83 min (und 56 min), Farbe, HD-Cam
Eine Co-Produktion von Hyena Films mit PTS, Taiwan, mit Unterstützung der Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein GmbH

Kurzinhalt

Auf der Entdeckungsreise rund um das Feinschmecker-Paradies Taiwan macht DAS ROHE UND DAS GEKOCHTE siebenmal Station: In Taipeh werden ein traditionelles taiwanisches Restaurant, ein legendäres Dumpling-Haus sowie die geselligen Nachtmärkte der Stadt vorgestellt. Neben der deftigen Küche der Hakka, der größten Einwanderergruppe, und den puren Meeresköstlichkeiten der Ureinwohner vom Stamm der Ami, bietet ein Klosterbesuch Einblick in die buddhistischen Einflüsse in der taiwanischen Küche. Einer der kreativsten Chefköche lädt zum Festtagsschmaus und zaubert dank traditionellem Wissen und besten Bio-Zutaten ganz neuartige Gerichte. Aber auch die noch junge Umweltbewegung kommt zu Wort, die sich gegen die schnell fortschreitende Zersiedelung der hochindustrialisierten Insel wehrt – ein ganzheitlicher Trip rund ums gute Essen.

Hamburger Kinotermine für DAS ROHE UND DAS GEKOCHTE
Februar – März 2012

 ABATON KINO
Montag, 27. Februar, 20 Uhr (Premiere mit Filmteam und Filmgespräch)
Sonntags-Matineen am 4. (mit Regisseurin & Filmgespräch)
und 11. und 18. März um 11 Uhr

METROPOLIS KINO  
Montag, 5. März, 17 Uhr
Dienstag, 6. März, 21:15 Uhr
Mittwoch, 7. März, 17 Uhr
Donnerstag, 8. März, 19 Uhr (am Weltfrauentag mit Regisseurin & Filmgespräch & taiwanischen Leckerbissen)
Samstag, 10. März, 19 Uhr

Mehr Informationen auf den Webseiten http://www.hyenafilms.com/

 

„Au Revoir Taipei“ 一頁台北

Ein Besuch in einem Buchladen in Taiwan ist beinahe ein kleines Erlebnis. Die Atmosphäre ist still und entspannt, einige gemütliche Sitzgelegenheiten laden zum schmökern in den Büchern ein und wer keinen freien Platz mehr finden kann, der macht es sich einfach mit der ausgewählten Lektüre auf dem Boden gemütlich. Während die Lufttemperatur in Taiwan gerade täglich um die 35 Grad erreicht, ist es in den Buchläden angenehm kühl und so verweilen die Kunden gerne in der Welt der Literatur. Selbst wenn man Stunden im Buchladen lesend verbracht hat und schlussendlich kein Buch kauft, fühlt man sich hier willkommen.

In genau so einem Buchladen in Taiwan nimmt die Romanze „ Au Revoir Taipei“ (一頁台北) um Kai und Susie ihren Lauf.

Protagonist der Geschichte ist der junge Taiwaner Kai, gespielt von Jack Yao (姚淳耀). Tagsüber arbeitet der junge Mann in der Dumplinggarküche seiner Eltern und seit seine Freundin nach Frankreich reiste und ihn verliess, verbringt der von Sehnsucht geplagte Kai jede Nacht in einem Buchladen um dort Französisch zu lernen. Der ernsthafte junge Mann, welcher jede Nacht vor dem Fremdsprachenregal auf dem Boden kauert, fällt auch der Buchhandlungsangestellten Susie ( Amber Kuo,郭采潔) auf. Die quirlige junge Frau versucht mit Kai ins Gespräch zu kommen, doch dieser ist so in seinen Herzschmerz und seine Bemühungen Französisch zu lernen vertieft, dass er von Susies Annäherungsversuchen nichts mitbekommt. Nachdem sich Kais Freundin seit ihrem Abflug nach Frankreich nicht mehr meldete kommt es wie es kommen muss – sie beendet die Beziehung zu Kai.

Der junge Mann ist am Boden zerstört und fasst den Entschluss nach Paris zu fliegen und seine Freundin zurück zu erobern. Da ihm für ein Flugticket das nötige Kleingeld fehlt, wendet er sich an den Gangsterboss Bao (Frankie Gao,高凌風). Dieser verspricht ihm die Reise zu finanzieren, im Gegenzug dafür soll Kai ein Päckchen überbringen.

Sorglos nimmt der junge Mann das Angebot an, doch die Aktion verläuft nicht geplant. Die Überbringung läuft schief und so finden sich Susie, Kai und Kais etwas einfältiger Freund Gao Gao (Paul Chiang,姜康哲) schon bald in einer wilden Verfolgungsjagd durch die Straßen Taipeis. Gao Gao wird schließlich von einer Gangstergruppe verschleppt und als ob es noch nicht genug für Susie und Kai wäre ihren Freund aufzuspüren und zu retten, müssen sie dabei auch noch einen beziehungsunfähigen Polizisten abhängen.

Wird Kai am Ende der Nacht sein Päckchen überbringen können, wird Gao Gao unverletzt befreit werden und wird Kai sein Flugzeug noch rechtzeitig erreichen ? Oder erkennt Kai, dass die Liebe, die er in Paris sucht näher ist als er zu glauben wagt? Es wird spannend….

Obwohl sich der Plot des Films wie ein Thriller oder Krimi anhört ist „ Au Revoir Taipei“ eher in die Kategorie romantische Komödie einzuordnen. Die individuellen und manchmal auch etwa schrägen Figuren treiben den Zuschauern vor lachen die Tränen in die Augen. Da gibt es außer dem riesigen, etwas begriffsstutzigen Gao Gao zum Beispiel noch die Gangsterbande, welche aus vier chaotischen und unfähigen Kleinkriminellen in orangenen Anzügen und pinken Miniauto besteht. Die lockere und romantische Musik verleiht der Geschichte eine fröhliche Atmosphäre. Außerdem erhält man einen Einblick in die Kultur Taiwans mit seinen Nachtmärkten und engen Gassen, seinem Faible für spontane Tanzveranstaltungen in öffentlichen Parks sowie die Leidenschaft der Taiwaner für das Essen. Außerdem gewährt uns der Family Mart Mitarbeiter Gao Gao einen Einblick in Taiwans allgegenwärtige Minimärkte und Susie und Kai nehmen uns ein Stück in der Metro Taipeis mit.

Der Film „ Au revoir Taipei“ erschien bereits im Jahr 2010 in den Kinos und seither hat der Erfolg um die Romanze nicht abgenommen. Mit der Vorführung auf der Berlinale im selben Jahr gewann der Film von Regisseur Arvin Chen (陳駿霖)auch international an Bedeutung. „ Au revoir Taipei“ ist in chinesischer Sprache und deutschen Untertiteln auch in Deutschland erhältlich.

von M.Bindel

Kaffee mit Fernweh in Taipei Exchanges 第36個故事

Duftender Kaffee, leckere Desserts und ein Ambiente zum Wohlfühlen – das erwartet man normalerweise in einem Coffeeshop. Auch in Doris’ Café findet man all das, jedoch mit einer starken Prise Fernweh gewürzt. Doris ist die Protagonistin in Hsiao Ya-chuan’s Filmdebut „Taipei Exchanges“ (第36個故事).

Foto: Atom Cinema

Im Jahr 2010 eroberte die vom Tourismusbüro Taipei geförderte Produktion die taiwanische Filmindustrie und wurde auf den Filmfestspielen in London und Tokio vorgestellt. Da der Regisseur Hsiao damit beauftragt wurde Taipeis Image als Konsumhochburg zu revidieren, spielt der Film hauptsächlich in einem eigens für den Film erbauten Café in Taipeis Songshan Distrikt.

„Taipei Exchanges“ erzählt die Geschichte von der 28 jährigen Doris, die sich endlich von den Ansprüchen ihrer Eltern befreien kann und ihren Job in einer renommierten Designfirma aufgibt um ihren Traum vom eigenen Café zu verwirklichen. Doch als das Geschäft nicht so gut anlaufen will und die Geschenke ihrer Freunde für die Einrichtung des Cafés nicht Doris’ Vorstellungen entsprechen droht der Traum zu platzen. Doch zum Glück hat Josie, Doris dynamische jüngere Schwester, die Idee aus dem Café einen Tauschhandel zu machen. So wandelt sich das Café zu einem Tauschgeschäft in dem die Gäste in gemütlicher Atmosphäre ihren Kaffee trinken während sie in Erinnerungen schwelgen, welche sie mit ihrem Tauschobjekt verbinden. Jeder Gast erzählt eine spannende Geschichte aus der weiten Welt und hüllt die Atmosphäre in dem erweiterten Café in eine Wolke aus Fernweh, unverwirklichten Träumen und Melancholie

Eines Tages kommt ein Gast namens Chou in Doris’ Café und möchte seine Sammlung aus 35 Seifenstücken aus 35 verschiedenen Ländern tauschen. Da er sich aber nicht entscheiden kann, gegen was er sie eintauschen möchte, kommt er Tag für Tag vorbei und erzählt bei einer Tasse Kaffee eine neue Geschichte über die Herkunft der Seifenstücke. Die Geschichten der Kunden faszinieren die Schwestern und läßt in ihnen den Wunsch entstehen ihre eigene Geschichte zu erleben…

„Taipei Exchanges“ ist kein sehr tiefsinniger und schwerer Film, doch er ist herzerwärmend und regt die Zuschauer zum Nachdenken und Träumen an über die Geschichten, die sie selbst gerne über sich erzählen würden. Regisseur Hsiao gab auf der Pressekonferenz zu seinem Film zu, dass er selbst auch schon den Traum gehabt hatte, ein Café zu eröffnen.

In der Rolle der Protagonistin Doris ist die heute 27 jährige Schauspielerin Guai Lun-Mei (桂綸鎂)zu sehen. Ihre Filmschwester Josie wird gespielt von der damals erst 19 jährigen Zaizai Lin(林辰唏). Beide Schauspielerinnen überzeugen mit ihrer natürlichen Art und schauspielerischem Können. Der Schauspieler Chang Han (張翰) verkörpert den Reisenden Chou in „Taipei Exchanges“. Die Interviewszenen, welche mit zufällig ausgewählten Menschen in Taipeis Straßen gedreht wurden, verleihen „Taipei Exchanges“ einen sympathischen Charakter. Die Interviewten philosophieren etwa über die Frage, ob sie das Studieren mit Büchern dem Lernen durch Reisen vorziehen würden. Durch die vielen verschiedenen Befragten erhält der Film einen authentischen Charme. Erfrischend wirken die immer wieder eingeführten Comicelemente in Hsiao’s Filmdebut.

Herausragend ist auch die Filmmusik, welche die taiwanische Filmproduktion untermalt. Auf dem Taiwan’s Golden Horse Film Festival im Jahr 2010 gewann „Taipei Exchanges“ den Preis für den besten Filmsong. Das Titellied heißt „Her Changes“ (她的改變) und wird von Lei Kuang-Hsia (雷光夏) inerpretiert.

Die Filmsprache des 86 minütigen Films ist Mandarin. „Taipei Exchanges“ wurde nicht synchronisiert, dafür aber mit chinesischen und englischen Untertiteln versehen.

Doris’ Café ist heute, etwa ein Jahr nach Veröffentlichung des Filmes, ein kleines florierendes Kaffeehaus geworden. Es befindet sich in der Fujin Straße in Taipeis Osten und ist unter dem Namen „Doris’ Coffee Shop“ (朵兒咖啡館) zu finden. Wer dort allerdings einen Tausch abschließen möchte ist hier an der falschen Adresse. Hier werden ausschließlich kulinarische Spezialitäten in angenehmer Atmosphäre serviert.

M.Bindel

Auf den Spuren von Monga 艋舺

Spätestens seit der erfolgreiche Kinofilm Monga die Zuschauer im Jahr 2010, faszinierte zieht es immer mehr Menschen an die Stelle, an der sich die Flüsse Danshui und Xindian in Taipei treffen. Im ehemaligen Stadtviertel Monga, heute unter dem Namen Wanhua bekannt, befinden sich nämlich die Schauplätze des gleichnamigen Gangsterfilms.

Das frühere Stadtviertel Monga war als Handelszentrum bekannt, in welchem Waren angepriesen, gehandelt und transportiert wurden. Erst unter der japanischen Besatzungszeit wurde der Name in Wanhua umgewandelt. In den achtziger Jahren war das Viertel bekannt für seine Kriminalität, welche sich vor allem in Bandenkriegen äußerte. In dieser Zeit spielt auch Niu Cheng-Zes Kinohit.

Monga erzählt die Geschichte von Mosquito und seinen vier Freunden, die sich nicht mehr von ihren Mitmenschen drangsalieren lassen möchten und daher in die „Prinzen-Gang“ eintreten. Zu anfangs genießen sie ihr Gangsterleben und träumen davon die Straßen von Monga zu beherrschen. Der alte Gangsterboss Geta nimmt sich den Halbwüchsigen an und weiht sie in die Geheimnisse der Gesetze und Werte der „Prinzen-Gang“ ein. Doch als eine neue Bande aufkommt, welche über Feuerwaffen verfügt, geraten die herkömmlichen Werte aus den Fugen und das Leben der fünf Bandenmitglieder ändert sich dramatisch. Das Stadtviertel Monga wird nicht mehr so sein wie es einmal war. Filmregisseur Niu soll in dem Streifen auch eigene Erfahrungen eingewoben haben.

Die Einwohner des heutigen Wanhua Distrikts wehrten sich anfangs gegen die Darstellung ihres Viertels als Schauplatz von Kriminalität und Prostitution. Doch nach dem Erfolg des Filmes profitiert das Viertel von touristischen Besuchern. Neugierige wollen die Kulissen von Monga besuchen und einen Hauch dunkle Atmosphäre erleben. Die Hauptschauplätze des Filmes sind etwa der Longshan Tempel, die Schlangenallee, Bopiliao und Ximending.

Der Longshan Tempel wurde im Jahr 1738 erbaut und wurde im Laufe der Geschichte immer wieder Opfer von Feuer und Zerstörung. Ebenso oft wieder renoviert und aufgebaut dient der Tempel heute zum Preisen von buddhistischen und daoistischen Göttern sowie Volksgöttern. Er repräsentiert die klassische chinesische Architektur. Im Kinofilm Monga wir der Longshan Tempel häufig als Kulisse gewählt. Er repräsentiert dort einen Ort der Stille und Andacht der zu einem Schauplatz von Kampf und Gewalt wird.

Longshan Tempel

Die Schlangenallee in der Huashi Straße war früher eine dunkle Gegend in der Schlangeninnereien gemixt mit anderen Zutaten als Aphrodisiakum konsumiert wurde. Doch infolge von Protesten von Tierschützern und den Besuchen internationaler Touristen wurde der Markt umgestaltet. Die Schlangenallee, nun eher unter dem Namen Huashi Night Market bekannt,  ist heute überdacht und es gibt vor allem chinesische, japanische und koreanische Snacks zu erwerben. Doch völlig verschwunden ist das Reptil auch gegenwärtig noch nicht vom Angebot der Schlangenallee. In zahlreichen Szenen dient die Schlangenallee als Ort von Unterhaltung, Verfolgungsjagd und Gewalt.

Huashi Night Market

Die ehemalige Schlangenallee am Morgen

Das historische Viertel Bopiliao zeugt von Bauten der Qing Dynastie und der japanischen Kolonialzeit. Es gibt traditionelle Geschäfte, die Chinesische Medizin, Kräuter und buddhistische Waren verkaufen. Zudem liegt der Longshan Tempel in der historischen Umgebung von Bopiliao. Auch viele berühmte Persönlichkeiten wie Chang Tai-Yan hatten oder haben hier ihre Heimat gefunden. Ebenso wie die Schlangenallee ist Bopiliao im Kinofilm Schauplatz von Zerstreuung und Hetzjagd.

Historisches Viertel Bopiliao

Bopilliao

Das im nördlichen Teil Wanhuas gelegene Ximending ist die erste Fußgängerzone in Taiwan. Ursprünglich war Ximending als wilde Gegend verschrien, doch die japanischen Kolonialmächte beschlossen daraus ein Geschäfts- und Unterhaltungsviertel zu machen. So erbauten sie beispielsweise im Jahr 1908 das rote Theaterhaus. Heute ist Ximending Shoppingareal und Wohngegend zugleich. Es herrscht hier eine Mischung aus taiwanesischer und japanischer Kultur. Es gibt Einkaufszentren, kleine Läden, sowie Stände auf der Straße die vor allem Klamotten, Accessoires, Elektronik und Snacks verkaufen. Im Vergleich zu anderen Märkten und Shoppingarealen herrscht hier allerdings eine höhere Kriminalität. In Regisseur Nius Streifen gibt Ximending die für Taiwan typische Nachtmarkt Atmosphäre wieder. Man sieht Stände und kleine Restaurants. Außerdem finden im Film auch hier Gewalt  und Kämpfe statt.

Ximending Shoppingareal


Ximending

von M. Bindel

54. Asia Pacific Film Festival

Am Samstag Abend hat in der Sun Yat-sen Gedenkhalle in Taipei die Preisverleihung des 54. Asia Pacific Film Festivals stattgefunden.

Die Auszeichnung für den besten Spielfilm erhielt der indische Film Janala von Regisseur Buddhadeb Dasgupta.  Ein Film über einen Mann, Bimal, der ein Fenster an seine alte Schule spenden will und dafür das Geld verwendet, das seine schwangere Frau für das Baby gespart hat. Schließlich will weder die Schule noch jemand anderes das Fenster haben – und Bimal verliert im Lauf der Dinge seine Frau und seine Arbeit.

Der Preis für die beste Hauptdarstellerin ging an die 86jährige Schauspielerin Anita Linda für ihre Rolle im philippinischen Film „Lola“ von Brillante Mendoza .  Sie spielt eine Großmutter, deren Enkelsohn bei einem Raub ermordet wird.  Die Großmutter aus armen Verhälntissen versucht alles, damit ihr Enkel eine anständige Beerdigung erhält und sie will Gerechtigkeit für ihren Enkel.  Die Großmutter des mutmaßlichen Täters versucht alles, um ihren Enkel aus dem Gefängnis zu holen, aber sie hat kein Geld für die Kaution.  Die beiden Großmütter treffen bei der ersten Anhörung im Gericht aufeinander.

Der Preis für den besten Hauptdarsteller ging an Hamid Farrokhnezhad für seine Rolle im iranischen Film „The Fateful Night“ von Sharhram Asadi über eine Familie  40 Tage nach Kriegsausbruch.

Der Preis für die beste Regie ging an die Regisseurin Yasmin Ahmad aus Malaysia für den Film Muallaf  „The Convert“:  zwei Schwestern im Alter von 21 und 14 laufen von einem gewalttätigen, reichen Vater davon und finden Unterschlupf in einer kleinen Stadt – dort treffen sie auf einen katholischen Lehrer. 

Als beste Dokumentarfilm wurde der Film aus Hongkong „Music and Life“ von King-wai Cheung ausgezeichnet.

Der Preis für den besten Kurzfilm ging an den taiwanischen Film „Sleeping with Her“ von Wen Chih-yi über die Beziehung zwischen einer indonesischen Pflegerin und einer alten taiwanischen Frau.

Der taiwanische Film Monga über das Gangstermilieu in den 80er Jahren im Stadtteil Wanhua in Taipei erhielt zwei Auszeichnungen, den Preis für die beste Filmmusik und bestes Szenenbild.

Den Preis für die beste Kamera erhielt der taiwanische Film „das vierte Porträt“.  Der Film erzählt die Geschichte eines 10-jährigen Jungen, der nach dem Tod seines Vaters mit seiner Mutter und seinem Stiefvater lebt. In einer Familie ohne Wärme bringt er sein Verlangen nach Zuneigung und Liebe durch Malen zum Ausdruck.  

Der Taiwaner Tu Duu-chih erhielt den Preis für die besten Soundeffekte im japanischen Film „Rail Truck“ und außerdem die Auszeichnung für seinen besonderen Beitrag zum Film.

Jackie Chan wurde für seine hervorragenden Leistungen im Film ausgezeichnet.
Mehr Informationen auf den Webseiten des Asia Pacific Film Festivals
http://www.apff.com.tw/

von Eva Triendl

Taipei Film Festival (台北電影節) – 26.6. bis 12.7.2009

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Cannes? Hollywood? – Nein! Taipei steht in diesen Tagen im Mittelpunkt für Filmbegeisterte. Vom 26. Juni bis zum 12. Juli können sie sich mehr als 140 Filmvorstellungen anschauen, oder aber auch an anderen filmbezogenen kulturellen Aktivitäten, wie zum Beispiel einem Filmflohmarkt oder aber Panel-Diskussionen mit dem ein oder anderen illustren Regisseur, teilnehmen. 1998 etabliert und unter dem Vorsitz des weltbekannten Regisseurs Hou Hsiao-hsien, ist das Taipei Film Festival eine der wichtigsten internationalen kulturellen Veranstaltungen in Taiwan und gilt als größtes Showcase für internationales Kino und vor allem chinesisch-sprachige Filme in Taiwan.

Anlässlich des Jahrestages 20 Jahre Mauerfall stehen darüber hinaus Berlin und Deutschland im Fokus des diesjährigen Festivals. Eine Filmreihe mit mehr als 30 deutschen Filmen von 1929 bis heute, die in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Taipei und der Deutschen Kinemathek in Berlin entstanden ist, eröffnet dabei einen Blick auf unterschiedliche Epochen des deutschen Films. Außerdem haben auch einige der wichtigsten Vertreter des deutschen Films, Helma Sanders-Brahms (Geliebte Clara 2008, Deutschland Bleiche Mutter 1979), Wolfgang Becker (Deutschland 09 2009, Good-bye Lenin 2003, Das Leben ist eine Baustelle 1997) und Monika Treut (Ghosted 2009), den Weg nach Taipei gefunden. Sie stellen persönlich ihre Filme in Taipei vor und stehen für Publikumsfragen zur Verfügung.

Im Programm des Filmfestivals:

  • Eröffnungsfilme: Yang Yang (2009, Taiwan) und Deutschland 09 (2009, Deutschland)
  • Fokus City Vision Altes Berlin & Modernes Deutschland: Filmreihe deutscher Filme von 1929 bis zur Gegenwart
  • Stimmen aus Lateinamerika: aktuelle Filme aus Mexiko, Argentinien, Chile und Peru
  • Taipei Award in 4 Kategorien (Spielfilme, Dokumentarfilme, Kurzfilme, Animierte Kurzfilme): 19 taiwanische Filme
  • New Talent Competition: 12 Filme von neuen Regisseuren aus aller Welt, u.a.  aus Deutschland, Großbritannien, Korea, Japan, Australien, Schweiz, Chile, Argentinien und Bulgarien, sowie 2 aus Taiwan
  • Panorama: Chinese Cinerama = chinesisch-sprachige Filme, & Selection of City Visions = Filme aus aller Welt zum Thema Städtevisionen
  • Regisseure im Focus: Rob Epstein & Sergey Dvortsevoy: Auswahl an Filmen dieser beiden Regisseure
  • Abschlussfilme: The Milk of Sorrow (2009, Peru), und How are you, Dad? (2009, Taiwan)

Mehr Informationen zu den einzelnen Filmen und Veranstaltungen finden Sie auf der Website des Taipei Film Festivals.
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Autorin: Freya Sukalla