Ein kleiner Sieg für Transsexuelle in Taipei

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Eingangsschild der geschlechtergemischten Toilette

 

Von den Ländern Asiens ist Taiwan mit eins der tolerantesten gegenüber der schwulen, lesben, bisexuellen und transsexuellen Gesellschaft.
Am 6. November wurde in Taipei eine geschlechtergemischte Toilette eröffnet. Transsexuelle hatten sich beschwert, dass es ihnen nicht erlaubt sei auf die Damentoilette zu gehen und sie die Herrentoilette nicht benutzen können, da sie dort teilweise Probleme mit anderen Benutzern kriegen. Die Stadt Taipei hat sich nun dieser Beschwerde gebeugt und eine geschlechtergemischte Toilette gebaut. Diese ist nach einem Beispiel der Shixing Universität gebaut, welche schon seit einer Weile geschlechterfreundliche Toiletten hat.
Man hat eine Männertoilette in eine gemischte Toilette umgemodelt, da die Zusammenlegung der Frauen- mit der Männertoilette aus technischen Gründen nicht funktioniert hat. Der Unterschied zu einer normalen Toilette ist, dass diese komplett geschlossene Kabinen hat, sodass man nicht oben oder unten hineinschauen könnte. Diese Toilette ist nicht nur für Transsexuelle positiv, sondern auch für ältere Damen oder Herren mit einer andersgeschlechtlichen Hilfskraft.
Rückmeldungen sind größtenteils positiv. Männer sind zwar etwas verwirrt, wenn sie das erste Mal auf diese Toilette gehen, freunden sich dann aber doch mit der Idee an. Frauen sind generell erfreut darüber, da es für sie nun mehr Toiletten zur Auswahl gibt.
Homosexualität wird in Taiwan generell von den jüngeren Generationen toleriert. Eine Ende August publizierte Meinungsumfrage ergab zudem, dass die Mehrheit der Menschen die gleichgeschlechtliche Ehe unterstützt. Jedoch sind viele taiwanesische Familien immernoch sehr traditionell und betonen die Wichtigkeit eines Erben und die Weitergabe des Familiennamens.
Am 25. Oktober hatte das Parlament beschlossen das Gesetz zu gleichgeschlechtlicher Ehe zu überprüfen. Dies stimmte die homosexuelle Gesellschaft natürlich zuversichtlich auf eine baldige Änderung und verfestigte sich in der am Samstag, den 26. Oktober, stattfindenden größten Homosexuellen Parade Asiens in Taipei. Diese Parade wird jährlich seit 11 Jahren veranstaltet und lockt Teilnehmer aus der ganzen Welt nach Taiwan. Zur diesjährigen Parade kamen rund 65.000 Menschen, darunter 4.000 Ausländer. Sie fand unter dem Motto “Make LGBT Visible 2.0“ (Macht Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle sichtbar 2.0) statt und fordert hauptsächlich ein Ende der Diskriminierungen und gleiche Rechte wie Heterosexuelle (vorallem das Heiratsrecht). Teilnehmer trugen bunte Kostüme und hatten regenbogenfarbene Flagen und bunte Luftballons dabei. Zehn verschiedene musikalische und tänzerische Darbietungen unterstrichen das Ganze. Zudem wurden circa 20 Organisationen vorgestellt, die über verschiedene Themen wie zum Beispiel HIV, sexuelle Minderheiten und Lebenspartnerschaften sprachen.
Der Gesetzesentwurf zur gleichgeschlechtlichen Ehe wurde jedoch nicht gebilligt. Premierminister Jiang ist persönlich zwar für ein Gesetz das gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt, sieht aber ein, dass Taiwan wohl noch nicht bereit dafür ist.

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Innenansicht der Toilette

 

Von Sophie Spadin

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