KONFUZIUS-TEMPEL UND BAO-AN TEMPEL – ORTE DER STILLE IN EINER EINFLUGSCHNEISE

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Konfuzius Tempel – die Pagode in der Mitte des Dachsimses soll böse Geister vertreiben

Es fiel mir erst im Konfuzius Tempel auf, dessen rote Backsteinmauern den Straßenlärm aussperren, das Flugzeuge im 2 Minuten-Takt und in greifbarer Höhe über diesen Ort der Stille hinwegdonnern, fertig zur Landung auf dem nahe gelegenen Songshan-Stadtflughafen. Dicke Militärmaschinen mit Propellern und grün-okerfarbener Tarnbemalung, die in einem Bass-Ton herandröhnen als würden sie wie ein Stein auf den Tempel fallen wollen und Jumbojets deren Turbinen einen kreischenden Ton von sich geben, einem Haarfön auf Wirbelsturmstufe gleich, das ich im ersten Moment beunruhigt aus dem Tempelgelände mit seinen hohen Gebäuden wie durch ein Fenster in den Himmel blickte und nicht wusste was jetzt auf mich zukommen würde. Ein bedrohliches Geräusch, bis plötzlich ein breiter Rumpf, wie von einem Wal der in hohem Bogen aus dem Wasser springt, zu sehen war und schnell über mich hinweg flog.

Zwei Minuten Zeit zum Beten, zwei Minuten Zeit zum Meditieren, zwei Minuten Zeit zur Besinnlichkeit, zwei Minuten Zeit zum Entspannen. Oder unendlich viel Zeit wenn man sich von den Tieffliegern rein gar nicht stören lässt. So wie diese zwei älteren Herren, die sehr in ihr Gespräch vertieft waren.

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Ich hatte zwei Minuten Zeit für Tempelfotos, bevor ich vom nächsten Flieger abgelenkt wurde, dann wieder zwei Minuten, um etwas über den Tempel zu lesen. 1925 wurde auf Basis privater Spendengelder mit dem Neubau des Tempels in der Dalong Straße, dem heutigen Standort, begonnen und 1939 wurde er fertig gestellt. Mehrere Häuser, ein Garten und ein Teich gehören zu dem Komplex. Der architektonische Stil orientiert sich an Vorbildern aus der chinesischen Provinz Fujian.

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Die Dalong Straße führt zur Hami Straße und dort befindet sich der Bao’An Tempel. Bunte Reisebusse quetschen sich auf den wenigen Parkplätzen vor dem Tempel aneinander und Flugzeuge umfliegen den Tempel nur um haaresbreite, reduzieren aber dadurch den Lärmpegel.

Ursprünglich wurde der Tempel von Clan-Mitgliedern der Provinz Fujian, die im 19. Jahrhundert in den Tong’an Bezirk emigrierten, erbaut. Sie gaben ihm den Namen „Bao’an“ der soviel bedeutet wie „schütze die aus Tong’’an“. Ein Schrein aus Holz wurde ersetzt durch den 1804 beginnenden Tempelbau, der 25 Jahre andauern sollte.

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Die Temple Gottheit ist der Kaiser Bao’shen, der als Arzt und Heiler Berühmtheit erlangte. Viele Taiwaner kommen in den Bao’an Tempel um für eine gute Gesundheit zu beten, oder sich einen Rat und eine Entscheidungshilfe einzuholen, so wie eine ältere Dame das tat. Nach jedem Gebet und dem innerlichen stellen einer Frage warf sie eine rote Scheibe, die aus zwei Hälften bestand, auf den Boden. Landen beide Teile auf der Kopfseite, oder der flachen Seite heißt die Antwort „nein“, landet eine Hälfte auf der Kopf- und die andere auf der flachen Seite heißt die Antwort „ja“.

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Im Jahr 2003 wurde der Tempel in das UNESCO Programm “Asia-Pacific Heritage Awards for Culture Heritage Conservation” aufgenommen.

Beide Tempel sind fußläufig zu erreichen von der MRT Station Yuanshan. Von dort führt die Kulun Straße, die von vielen Autowerkstätten gesäumt wird direkt zum Konfuzius Tempel. Ein Eingang befindet sich in der Dalong Straße.

Mandy Fox

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