Silvester – Die Jagd nach dem großen Feuer

Nach überstandenem Ende der Zeitrechnung des mayanischen Kalenders nahte erneut das diesjährige Jahresende nach westlicher Zeitrechnung. Die Nachrichtensendung für Silvester rechtzeitig im Kasten, hatte ich die Gelegenheit, nach einem wärmespendenen Hotpot-Essen mich in Richtung des Hochhauses 101 zu bewegen.

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Dort findet seit 2005 jährlich in der Silvesternacht ein Feuerwerk statt, welches mehr und mehr Besucher anzieht. In diesem Jahr wurde eine weltbekannte französische Pyrotechnikergruppe angeheuert, die eine stärkere Betonung des theatralischen ankündigte und ein neues Erlebnis versprach – na eben Froonkreisch Cültür – und auch wegen des Einsatzes bester selektiver Materialien eine geringe Rauchentwicklung versicherte.

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Das 101 von der Sun-Yat-Sen Gedächtnishalle aus betrachtet

Nachdem ich mich im letzten Jahr rechtzeitig mit der Kamera in vermeintlich gutem Blickwinkel auf einer der umliegenden Hügelketten positioniert hatte, und anschließend das 101 nach den ersten paar Böllern wegen einer unglücklichen Windrichtung in Rauchschwaden versank, wusste ich diese Äußerungen zu schätzen.

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Diesmal wollte ich direkt dabei sein, auf Augennähe. Nach einem späteren Abendessen sprangen wir um 23 Uhr 15 ins Taxi, um das 3 km entfernte 101anzusteuern, um 23 Uhr 17 standen wir im Stau. Nach der ersten größeren Kreuzung gab es eine Straßensperrung, noch zwanzig Minuten Zeit, das schaffen wir schon, weiter geht es nun zu Fuß.

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Nicht ganz allein folgten wir per Pedes dem Tross in Richtung 101, geschätzte 800.000 Besucher sollen in diesem Jahr dem Spektakel beigewohnt haben.

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Kurze 188 Sekunden später – der große Aufbruch

Vor uns bereits die Sun-Yat-Sen Gedächtnishalle, nur noch um die Ecke und dann haben wir den freien Blick auf das zweithöchste Haus der Welt, dem Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Plötzlich aufkommende Hektik, kurz vor Zwölf, Gedränge, dunkle Menschenmassen vor uns, vor und zurücklaufende Gestalten auf der Suche nach einem Weg zur Überwindung der schwarzen Menschenwand, es zischt es knallt, alles rennt hin und her. Hinter der Sun-Yat-Sen-Halle lodert es hell am Himmel, schnell die Empore hoch, nein auch da kein Weg über die Hecke vor der Treppe, mindestens die Hälfte der 188 aufregenden Sekunden des Feuerwerks waren bereits vergangen. Letztlich Entspannung, ok, es bleibt bei dem Blick durch die Säulen der Halle auf das untere Drittel des 101, Silvester gibt es ja jedes Jahr, und schon wendete sich die Hauptrichtung des Menschenpulks. Feuerwerk ade, die meisten wollten zurück nach Hause.

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Lassen wir sie laufen, erschien am wenigsten herausfordernd zu sein, nehmen wir uns die Zeit für einen Blick auf die Konzertbühne, auf der auch Taiwans weibliche Rockikone A-mei einige Lieder zum Besten brachte, umsonst und draußen.

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Ein recht großes Aufgebot an Lautsprecherboxen und Lichteffekten, Pyrotechnik kam auch hier später zum Einsatz, letztlich flog die Rockröhre Amei aus dem Nichts mit einem Ballon zurück auf die Bühne, Spektakel, Spektakel, etwas später war der Weg in Richtung Wohnung frei. Man schlenderte langsam an auf der Straße Karten spielenden am Boden Fotos schießenden Jugendlichen vorbei durch das neue Einkaufsviertel nach Hause.

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Auffallend war, dass ich lediglich zwei Betrunkene gesehen hatte, die aber von ihren Freunden unterstützt wurden. Die fast völlige Abstinenz von Alkohol wahr schon auffallend, doch in keinster Weise störend. Feuerwerkskörper wurden zum Glück aus der Menschenmenge nicht abgefeuert, es gab auch kein Gegröhle oder Gepöbel, alles friedlich und entspannt. Dann hatte ich die Sonderbusse erreicht, die einen zur nächsten Metrostation brachten. Die Metro fuhr diesmal zwei Tage durchgängig, Nonstop.

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Das Hsinyi-Shopping-Viertel noch sehr belebt

Die letzten Meter etwas fußmüde nach Hause, eine etwas andere, relativ ruhige Silvesternacht kam zum Ende. Das nächste Jahr dann wieder auf einem der Bergkämme mit einer Flasche Sekt.

Text und Bilder: Frank Pevec

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