DER REGENBOGEN-GESUNDHEITSPFAD IN TIANMU

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Abseits der Hauptstraßen ist der Bezirk Tianmu ruhig und beschaulich. Er liegt im Norden von Taipei und bildet das Tor zum Yangmingshan Nationalpark.

Bei einem Spaziergang entdeckte ich den „Regenbogen-Gesundheitspfad“ entlang der Lane 62, Tianmu West Road. Auf beiden Seiten des Huangxi Flusses laden Wege auf begrünten Wällen zum flanieren, oder joggen ein.

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Nicht nur Hochhäuser, sondern auch Palmen säumen den Weg. In regelmäßigen Abständen liegen links und rechts der Wälle kleine Parks mit Bänken unter schattenspendenden Bäumen und Sportgeräten für gymnastische Übungen, so wie Sport- oder Kinderspielplätze. Jederzeit kann nicht nur die Laufrichtung, sondern auch die Flussseite gewechselt werden – dafür sorgen mehr als sieben Brücken.

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Der Bach rauscht, die Grillen zirpen, Frösche quaken und dunkelbraune, 1 Meter lange Schlangen versuchen bei starker Strömung den Fluss zu durchqueren. Schildkröten mit schlamm-gelben Panzern nehmen auf den Steinen am Flussufer ein Sonnenbad und auf ebendiesen hüpft auch gerne die taiwanische Version der Bachstelze herum. Vögel mit prächtig goldfarbenem Bauchgefieder und graubraunem Federkleid singen auf Schilfhalmen und abends drehen Fledermäuse ihre Runden. Im Hintergrund thronen die Berge des Yangmingshan Nationalparks wenn sie sich nicht gerade in den Wolken verstecken.

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Der „Regenbogen-Gesundheitspfad“ ist ein schöner Weg um mal abzuschalten und die Natur mitten in der Stadt auf sich wirken zu lassen, oder um sich sportlich zu betätigen. In der Nähe der MRT Station Mingde beginnt der Pfad und endet im Norden nach einigen Kilometern und vielen Brücken später in üppigem Grün, aber auch an der recht lauten Tianmu West Hauptstraße, die einen unsanft wieder in das Stadttreiben hineinwirft und polternd ruft: „aufwachen!“

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Mandy Fox

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KONFUZIUS-TEMPEL UND BAO-AN TEMPEL – ORTE DER STILLE IN EINER EINFLUGSCHNEISE

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Konfuzius Tempel – die Pagode in der Mitte des Dachsimses soll böse Geister vertreiben

Es fiel mir erst im Konfuzius Tempel auf, dessen rote Backsteinmauern den Straßenlärm aussperren, das Flugzeuge im 2 Minuten-Takt und in greifbarer Höhe über diesen Ort der Stille hinwegdonnern, fertig zur Landung auf dem nahe gelegenen Songshan-Stadtflughafen. Dicke Militärmaschinen mit Propellern und grün-okerfarbener Tarnbemalung, die in einem Bass-Ton herandröhnen als würden sie wie ein Stein auf den Tempel fallen wollen und Jumbojets deren Turbinen einen kreischenden Ton von sich geben, einem Haarfön auf Wirbelsturmstufe gleich, das ich im ersten Moment beunruhigt aus dem Tempelgelände mit seinen hohen Gebäuden wie durch ein Fenster in den Himmel blickte und nicht wusste was jetzt auf mich zukommen würde. Ein bedrohliches Geräusch, bis plötzlich ein breiter Rumpf, wie von einem Wal der in hohem Bogen aus dem Wasser springt, zu sehen war und schnell über mich hinweg flog.

Zwei Minuten Zeit zum Beten, zwei Minuten Zeit zum Meditieren, zwei Minuten Zeit zur Besinnlichkeit, zwei Minuten Zeit zum Entspannen. Oder unendlich viel Zeit wenn man sich von den Tieffliegern rein gar nicht stören lässt. So wie diese zwei älteren Herren, die sehr in ihr Gespräch vertieft waren.

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Ich hatte zwei Minuten Zeit für Tempelfotos, bevor ich vom nächsten Flieger abgelenkt wurde, dann wieder zwei Minuten, um etwas über den Tempel zu lesen. 1925 wurde auf Basis privater Spendengelder mit dem Neubau des Tempels in der Dalong Straße, dem heutigen Standort, begonnen und 1939 wurde er fertig gestellt. Mehrere Häuser, ein Garten und ein Teich gehören zu dem Komplex. Der architektonische Stil orientiert sich an Vorbildern aus der chinesischen Provinz Fujian.

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Die Dalong Straße führt zur Hami Straße und dort befindet sich der Bao’An Tempel. Bunte Reisebusse quetschen sich auf den wenigen Parkplätzen vor dem Tempel aneinander und Flugzeuge umfliegen den Tempel nur um haaresbreite, reduzieren aber dadurch den Lärmpegel.

Ursprünglich wurde der Tempel von Clan-Mitgliedern der Provinz Fujian, die im 19. Jahrhundert in den Tong’an Bezirk emigrierten, erbaut. Sie gaben ihm den Namen „Bao’an“ der soviel bedeutet wie „schütze die aus Tong’’an“. Ein Schrein aus Holz wurde ersetzt durch den 1804 beginnenden Tempelbau, der 25 Jahre andauern sollte.

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Die Temple Gottheit ist der Kaiser Bao’shen, der als Arzt und Heiler Berühmtheit erlangte. Viele Taiwaner kommen in den Bao’an Tempel um für eine gute Gesundheit zu beten, oder sich einen Rat und eine Entscheidungshilfe einzuholen, so wie eine ältere Dame das tat. Nach jedem Gebet und dem innerlichen stellen einer Frage warf sie eine rote Scheibe, die aus zwei Hälften bestand, auf den Boden. Landen beide Teile auf der Kopfseite, oder der flachen Seite heißt die Antwort „nein“, landet eine Hälfte auf der Kopf- und die andere auf der flachen Seite heißt die Antwort „ja“.

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Im Jahr 2003 wurde der Tempel in das UNESCO Programm “Asia-Pacific Heritage Awards for Culture Heritage Conservation” aufgenommen.

Beide Tempel sind fußläufig zu erreichen von der MRT Station Yuanshan. Von dort führt die Kulun Straße, die von vielen Autowerkstätten gesäumt wird direkt zum Konfuzius Tempel. Ein Eingang befindet sich in der Dalong Straße.

Mandy Fox

Ein Wochenende in Taitung

Taiwans Ostküste  - irgendwo zwischen Taitung und Dulan

Ostküste Taiwans – irgendwo zwischen Taitung und Dulan

Mit dem Fahrrad die Küstenstraße entlangfahren, auf der einen Seite Blick auf den Pazifik, auf der anderen Seite Blick auf die Berge – in einem Ureinwohnerdorf Rast machen, in der Polizeistation des Dorfes noch etwas Luft in in die Fahrradreifen pumpen, an der nächsten Meeresbucht an einem (fast) einsamen Strand sitzen. Den Abend mit Livemusik ausklingen lassen. So etwa kann ein ruhiges Wochenende Mitte Dezember in Taitung in Osttaiwan aussehen. In der Stadt Taitung und Umgebung  kann man viele Sehenswürdigekieten sehen und viel unternehmen, man kann aber auch einfach ein ruhiges Wochenende dort verbringen.

Küste in Taitung

Küste in Taitung

Taitung liegt in Südosttaiwan, etwas mehr als viereinhalb Zugstunden von Taipei entfernt. Es ist auch der Ausgangspunkt für einen Besuch der Grünen Insel oder der Orchideeninsel. Es gibt viele Orte mit ihren Besonderheiten, Ausgangspunkte für Bergtouren, Reisanbaugebiete und natürlich die Kultur der Ureinwohner. Die Ostküste zwischen Hualien und Taitung  ist mittlerweile auch eine sehr beliebte Route für Fahrradtouren. Aber man kann in Taitung  auch einfach ein Fahrrad mieten und losfahren – die meisten Hotels und Pensionen verleihen auch kostenlos Fahrräder an ihre Gäste – solange der Vorrat reicht. Manchmal ist zwar in den kleineren Pensionen nur noch ein altes Fahrrad ohne Gangschaltung übrig – aber das reicht für die meisten Ausflüge in der Umgebung.

Beliebt  zum Spazierengehen und Fahrradfahren - der Ozeanpark in Taitung

Beliebt zum Spazierengehen und Fahrradfahren – der Ozeanpark in Taitung

Ich habe kürzlich ein  Wochenende in Taitung verbracht. Nach der knapp fünfstündigen Zugfahrt habe ich nach der Anfkunft am Bahnhof in Taitung zuerst einmal einen Spaziergang durch den Beinan Kulturpark hinter dem Bahnhof gemacht. Der Beinan Kulturpark beinhaltet eine prähistorische archäologische Ausgrabungsstätte, ein Museum mit Informationen über die neolithische Beinan Kultur und die Menschen, die vor etwa 2000 bis 3000 Jahren in dieser Region lebten – dort sind Steinsärge, Werkzeuge, Kunsthandwerk und Gegenstände des täglichen Lebens der Beinan Kultur zu sehen. Man knn im  Beinan Kulturpark auch einen Spaziergang machen und man kann das Dorf Nanwang der Ureinwohner Puyuma besuchen, das hinter dem Beinan Kulturpark liegt.

Archäologische Ausgrabungsstätte im Beinan Kulturpark

Archäologische Ausgrabungsstätte im Beinan Kulturpark

Beinan Kulturpark hinter dem Bahnhof Taitung

Beinan Kulturpark hinter dem Bahnhof Taitung

Wenn man nicht viel Lust hat auf  Besichtigungstouren und Freitzeitstress hat, kann man in der Stadt Taitung zum Beispiel den Fahrradweg am alten Bahnhof entlangfahren, das Taitung Eisenbahn Künstlerdorf besuchen, durch den Ozeanpark oder Waldpark fahren, über die Märkte schlendern, oder das Gelände der Taitung Zuckerfabrik besuchen. Meine liebste Freizeitbeschäftigung in Osttaiwan ist mit dem Fahrrad die Küstenstraße entlangfahren – man kann sich in einem der Fahrradverleihe einfach ein Fahrrad ausleihen (es gibt auch einen Fahrradverleih von Giant direkt am Bahnhof Taitung), oder eines nehmen, das viele Pensionen oder Hotels in Taitung ihren Gästen kostenlos zur Verfügung stellen.

Wenn man von Taitung aus zum Beispiel die Küstenstraße Richtung Norden fährt erstreckt sich auf der rechten Seite das Meer, auf der anderen Seite hat man einen Blick auf die Berge. Man kann immer wieder Halt machen – zum Beispiel am Hafen Fugang – oder in „Klein Yeliu“ den Aussichtspunkten an der Küste, an einem Cafe oder Stand in einem Dorf entlang der Küstenstraße.

Die Dulan Zuckerfabrik liegt direkt an der Küstenstraße und ist kaum zu verfehlen

Die Dulan Zuckerfabrik liegt direkt an der Küstenstraße und ist kaum zu verfehlen

Nach etwa 20 Kilometern kommt man zum Dorf Dulan, einem Dorf der Ureinwohner Amis. Auf der linken Seite der Straße sieht man gleich den Schornstein der Dulan Zuckerfabrik. Die Zuckerfabrik wurde während der japanischen Kolonialzeit errichte, ist schon seit Längerem stillgelegt und dient nun als Künstlerdorf.

Die Dulan Zuckerfabrik ist nun ein Künstlerdorf

Die Dulan Zuckerfabrik ist nun ein Künstlerdorf

Im alten Bürogebäude der Zuckerfabrik befndet sich nun das „Dulan Sugar Factory Cafe“ Dort kann man außer Getränken und etwas zu Essen auch viele Informationen über Dulan und darüber hinaus erhalten – wie zum Beispiel über Übernachtungsmöglichkeiten im Dorf, Cafes, Restaurants, lokale Spezialitäten, über Kunsthandwerk,  über Künstler, lokales Kunsthandwerk (wie zum Beispiel Kleidung aus Baumrindenfasern). Jeden Samstag Abend gibt es im Dulan Cafe Live Musik – mit Musikern aus der Umgebung und darüber hinaus.

Im ehemaligen Bürogebäude der Zuckerfabrik befindet sich nun das Dulan Sugar Factory Cafe

Im ehemaligen Bürogebäude der Zuckerfabrik befindet sich nun das Dulan Cafe – dort gibt es jeden Samstag Livemusik

Osttaiwan ist gut zum Fahrradfahren geeignet – sehr beliebt ist die Strecke ab Hualien die Ostküste entlang Richtung Süden. So gibt es auf der Strecke auch immer wieder Servicepunkte für Fahrradfahrer – Auch die Polizeistation im Dorf Dulan ist ein solcher Servicepunkt – dort gibt es Trinkwasser, Lufpumpen, Werkzeug, Rastplätze und  Zelt- und Grillplätze.

Die Polizeistation Dulan ist auch eine Servicestation für Fahrradfahrer

Die Polizeistation Dulan ist auch eine Servicestation für Fahrradfahrer

Polizeistation in Dulan

Polizeistation in Dulan

Auch an einem warmen, sonnigen Sonntag Nachmittag ist es an der Bucht von Dulan ganz ruhig – höchstens mal ein Angler oder der ein- oder andere Dorfbewohner beim Muschelsammeln.

Bucht bei Dulan an einem sonnigen Sonntagnachmittag Mitte Dezember

Bucht bei Dulan an einem sonnigen Sonntagnachmittag Mitte Dezember

Den Tag kann man an der Ostküste auch ganz ruhig ausklingen lassen – man kann in einem Cafe oder Restaurant oder am Meer sitzen, oder, wenn man schon in Dulan ist, am Samstag Abend dort Live Musik hören. Wer gerne den Abend in Cafes oder Bars mit Livemusik verbingt, kann in Taitung im Tiehua Music Village vorbeischauen. Ein Gelände mit einer Wiese, Bäumen, einer Kaffeebar an der es nicht nur Kaffee gibt, Verkaufsständen und einem kleinen blauen Gebäude. Das Tiehua Music Village liegt am alten Bahnhof an der Tiehua Straße in der Nähe des Touristenzentrums. Das Meiste, spielt sich dort im Freien ab. Von Freitag bis Sonntag ist dort auch Markt mit Ständen, an denen Bewohner der Gegend ihr Kunsthandwerk und andere eigene Produkte verkaufen.

Sonntag Nachmittag im Tiehua Music Village in Taitung – man kann hier sitzen und etwas trinken, sich Produkte lokaler Künstler und Herteller ansehen und Musik hören – heute die Gruppe Paliulius 

http://www.lovelytaiwan.org.tw/Spotlight/Taitung.htm

Weitere Eindrücke von Taitung  am Samstag, den 19. Januar 2013 in „Reise durch Taiwan“

von Eva Triendl

„Ruf der Wildnis“ im Zentrum der Großstadt

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Urbanes Wohnen (Foto: Frank Pevec)

Weltweit steigt der Urbanisierungsgrad, alles zieht aus verschiedensten Gründen in die Großstädte. Ein größeres Stellenangebot lockt, die Chance auf einen besseren Job ist in der Regel ebenfalls gegeben, ein umfangreicheres Kulturangebot, eine deutlich erweitertes kulinarisches Angebot, vielseitigere Einkaufsmöglichkeiten und eine buntere Freizeitgestaltung, nicht zuletzt auch in den Abendstunden, machen die Lichter der Großstadt so anziehend.

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Pulsierender Verkehr auf dem Civic-Boulevard (Foto: Frank Pevec)

Taipei ist ebenfalls eine dieser brodelnden, wuseligen Metropolen Asiens. Offiziell hat die Stadt Taipei zwar nur 2,7 Mio. Einwohner, allerdings strömen täglich aus dem umliegenden Neu-Taipei Hunderttausende in die Stadt, um ihrer Arbeit nachzugehen. Das ebenfalls gut 3 Mio. Einwohner aufweisende Neu-Taipei , früher als Landkreis Taipei bezeichnet, geht fließend in die Stadt Taipei über, die umgebenden Flüsse machen einen großen Teil des Grenzverlaufes aus. Eine echte Trennung zwischen den beiden Gebieten ist optisch und gefühlt kaum auszumachen, so tummeln sich etwa 5 Mio. Einwohner in dem Talkessel um Taipei.
Dies kommt mit einem erhöhten Geräuchschpegel, stärkerem Verkehrsaufkommen bei schlechterer Luft , beengterem Wohnen und deutlich mehr Gedränge daher. Der Großstadtmensch muß daher entsprechende Strategien entwickeln, um auch einmal abschalten zu können. Nichts ist heilsamer als ein Spaziergang in der Natur, weg von den Massen und mal wieder Vogelstimmen lauschen anstatt von Verkehrsgetöse bedröhnt zu werden.

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„Raus auf´s Land, ab in die Berge, an das Meer“ … so spricht die nach Entspannung suchende Seele, zumindest ab und an meldet sie sich. Leider liegen diese Ruhe und Entspannung suggerierenden Orte in der Regel außerhalb der Ballungszentren.
In Taipei ist dies zum Glück nicht der Fall. Etliche kleine Bergzüge, dank des regenreichen subtropischen Klimas alle stark bewaldet, kriechen in den Talkessel hinein und stellen damit grüne Bollwerke gegen die Betonierungswut der Ebene dar. Damit sind sie herrliche Fluchtorte der Erholung gegenüber dem hektischeren Alltag der Großstadt.

Auch die Stadtväter haben dies erkannt und etliche dieser 200 bis 300 Meter hohen Berge mit Wanderwegen ,Wegweisern und kleinen oft überdachten Rastplätzen ausgestattet, um den Freizeitwert zu steigern. Die am Berghand wohnenden Bewohner der Stadt haben auch schon oft in Eigenregie mit Steinen, Beton und Holz die zum Teil recht steilen Steigungen gesichert. Ab und an kann man Kieshaufen am Beginn des Wanderweges sehen, die Spazierenden sind dann aufgerufen, eine kleine Tüte dieser Kiesel weiter nach oben zu bringen, um die anderen ein wenig zu entlasten.

Heute möchte ich kurz den Fuzhou-Park vorstellen, ein etwa 2 km südlich vom Hochhaus 101 liegender Park. Trotzdem er ganz in der Nähe meiner Wohnung gelegen ist, habe ich ihn erst vor kurzem entdeckt, werde jetzt aber öfter die Chance zu einem Spaziergang wahrnehmen.

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Der subtropische Einfluss bezieht sich allerdings nicht nur auf die Pflanzenwelt, auch die Tierwelt ist davon geprägt, Taiwan weist eine Fülle von Schlangensorten auf, einige können sogar recht giftig sein. Die wechselblütigen Schlangen sind insbesonder im Sommer aktiv, die normalen Trampelpfade sollte man dann besser nicht verlassen.

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Taiwan ist Heimat einer breiten Palette von teils sehr giftigen Schlangen (Foto: Frank Pevec)

Teilweise wirkt er wie ein Park , teilweise hat man das Gefühl, im Urwald zu sein, und dass in zwei Kilometern Entfernung vom neuen Hauptgeschäftszentrum um das 101.

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Die gute Aussicht belohnt die kleinen Mühen des Anstieges

Bei dem langsamen Aufstieg kann man auf einige „schrille“ Parkbesucher treffen.

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Doch nach etwa einer Viertelstunde ist Schluß, ein Felsbrocken stellt sich als unüberwindbar dar. Wie man erkennt, haben sich einige frühere Besucher noch lange nicht geschlagen gegeben und für wagemutigere Kraxler bereits ein Tau ausgehängt.

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Endstation (Foto: Frank Pevec)

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Wagemutige bitte links oben ziehen (Foto: Frank Pevec)

Da es kein Hochsommer war, die Schlangen daher mehr oder weniger erstarrt, entschloss ich mich zu einer Querfeldeinroute, die allerdings auch nach 200 Metern beendet war.

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Taiwan ist berühmt für seine mehr als 600 Farnarten

Beim Rückweg auf dem Bergkamm bietet sich ein herrlicher Blick über den Talkessel und auf das 101.

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Dies ist nur eine der vielen kleinen Hügelketten in der Stadt, etliches gibt es hier zu entdecken.

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Talkessel von Taipei (Foto: Frank Pevec)

…und das alles ohne zeitraubende Autofahrt in die zugegeben reizvolle Umgebung von Taipei, wie nach Wulai oder dem Nationalpark am Yangming-Berg, die am Wochenende einen leicht zwei bis drei Stunden im Stau verbringen lässt – bei der Hin- und bei der Rückfahrt. Das Glück liegt doch so nah.

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Blick aus dem „Urwald“

Author und Fotos: Frank Pevec

Silvester – Die Jagd nach dem großen Feuer

Nach überstandenem Ende der Zeitrechnung des mayanischen Kalenders nahte erneut das diesjährige Jahresende nach westlicher Zeitrechnung. Die Nachrichtensendung für Silvester rechtzeitig im Kasten, hatte ich die Gelegenheit, nach einem wärmespendenen Hotpot-Essen mich in Richtung des Hochhauses 101 zu bewegen.

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Dort findet seit 2005 jährlich in der Silvesternacht ein Feuerwerk statt, welches mehr und mehr Besucher anzieht. In diesem Jahr wurde eine weltbekannte französische Pyrotechnikergruppe angeheuert, die eine stärkere Betonung des theatralischen ankündigte und ein neues Erlebnis versprach – na eben Froonkreisch Cültür – und auch wegen des Einsatzes bester selektiver Materialien eine geringe Rauchentwicklung versicherte.

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Das 101 von der Sun-Yat-Sen Gedächtnishalle aus betrachtet

Nachdem ich mich im letzten Jahr rechtzeitig mit der Kamera in vermeintlich gutem Blickwinkel auf einer der umliegenden Hügelketten positioniert hatte, und anschließend das 101 nach den ersten paar Böllern wegen einer unglücklichen Windrichtung in Rauchschwaden versank, wusste ich diese Äußerungen zu schätzen.

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Diesmal wollte ich direkt dabei sein, auf Augennähe. Nach einem späteren Abendessen sprangen wir um 23 Uhr 15 ins Taxi, um das 3 km entfernte 101anzusteuern, um 23 Uhr 17 standen wir im Stau. Nach der ersten größeren Kreuzung gab es eine Straßensperrung, noch zwanzig Minuten Zeit, das schaffen wir schon, weiter geht es nun zu Fuß.

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Nicht ganz allein folgten wir per Pedes dem Tross in Richtung 101, geschätzte 800.000 Besucher sollen in diesem Jahr dem Spektakel beigewohnt haben.

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Kurze 188 Sekunden später – der große Aufbruch

Vor uns bereits die Sun-Yat-Sen Gedächtnishalle, nur noch um die Ecke und dann haben wir den freien Blick auf das zweithöchste Haus der Welt, dem Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Plötzlich aufkommende Hektik, kurz vor Zwölf, Gedränge, dunkle Menschenmassen vor uns, vor und zurücklaufende Gestalten auf der Suche nach einem Weg zur Überwindung der schwarzen Menschenwand, es zischt es knallt, alles rennt hin und her. Hinter der Sun-Yat-Sen-Halle lodert es hell am Himmel, schnell die Empore hoch, nein auch da kein Weg über die Hecke vor der Treppe, mindestens die Hälfte der 188 aufregenden Sekunden des Feuerwerks waren bereits vergangen. Letztlich Entspannung, ok, es bleibt bei dem Blick durch die Säulen der Halle auf das untere Drittel des 101, Silvester gibt es ja jedes Jahr, und schon wendete sich die Hauptrichtung des Menschenpulks. Feuerwerk ade, die meisten wollten zurück nach Hause.

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Lassen wir sie laufen, erschien am wenigsten herausfordernd zu sein, nehmen wir uns die Zeit für einen Blick auf die Konzertbühne, auf der auch Taiwans weibliche Rockikone A-mei einige Lieder zum Besten brachte, umsonst und draußen.

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Ein recht großes Aufgebot an Lautsprecherboxen und Lichteffekten, Pyrotechnik kam auch hier später zum Einsatz, letztlich flog die Rockröhre Amei aus dem Nichts mit einem Ballon zurück auf die Bühne, Spektakel, Spektakel, etwas später war der Weg in Richtung Wohnung frei. Man schlenderte langsam an auf der Straße Karten spielenden am Boden Fotos schießenden Jugendlichen vorbei durch das neue Einkaufsviertel nach Hause.

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Auffallend war, dass ich lediglich zwei Betrunkene gesehen hatte, die aber von ihren Freunden unterstützt wurden. Die fast völlige Abstinenz von Alkohol wahr schon auffallend, doch in keinster Weise störend. Feuerwerkskörper wurden zum Glück aus der Menschenmenge nicht abgefeuert, es gab auch kein Gegröhle oder Gepöbel, alles friedlich und entspannt. Dann hatte ich die Sonderbusse erreicht, die einen zur nächsten Metrostation brachten. Die Metro fuhr diesmal zwei Tage durchgängig, Nonstop.

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Das Hsinyi-Shopping-Viertel noch sehr belebt

Die letzten Meter etwas fußmüde nach Hause, eine etwas andere, relativ ruhige Silvesternacht kam zum Ende. Das nächste Jahr dann wieder auf einem der Bergkämme mit einer Flasche Sekt.

Text und Bilder: Frank Pevec

Die Autobahnraststätte als Reiseziel

„Lasst uns zur Autobahnraststätte XYZ fahren, um dort zu bummeln und zu essen.“ Auf so eine Idee kommt doch niemand – denken Sie. Tatsächlich kann das in Taiwan aber passieren und auch wenn ich selber persönlich keinen Tagesausflug zu einer Autobahnraststätte einplanen würde, ist eine derartige Idee bei vielen taiwanischen Autobahnraststätten gar nicht so abwegig.

Kein Cafe in einem Park - sondern ein Autobahnraststätte

Kein Cafe in einem Park – sondern ein Autobahnraststätte

In Taiwan legt man vor allem in den letzten Jahren sehr viel wert auf gepflegte Autobahnraststätten, deren Besuch nicht nur angenehm ist, sondern oft auch als ein eigenständiges Reiserlebnis gilt. Viele dieser Raststätten sind weitläufig angelegt mit Grünanlagen und Spielgelegenheiten für Kinder und Erwachsene.

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Das Innere ist (oft gemütlich) ausgestattet mit einer oft großen Vielzahl von Garküchen und Einkaufsgelegenheiten, in denen man beispielsweise Souveniers aus der Umgebung kaufen kann.

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Sitzgelegenheiten im Freien laden bei entsprechendem Wetter zum Genuß von 7-11 Kaffee im Freien ein. Oder wie auf der Gukeng Raststätte, die ich kürzlich besuchte, zum Genuß des Gukeng-Kaffees (die Region Gukeng ist bekannt für ihren Kaffee).

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Und wie gesagt gibt es tatsächlich nicht wenige, die als Ausflugsziel eine dieser Raststätten, für die es wohl auch eine Rangliste gibt, wählen. Die Gukeng Raststätte, die ich während meiner letzten Reise anfuhr (nicht als primäres Reiseziel, sondern aus menschlichen Bedürfnissen heraus), wurde auf Rang zwei dieser Liste geführt. Hier ein paar Eindrücke.

von Ilon Huang

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