Besuch bei der Königin: Yehliu Geopark

Yehliu gilt als eine der Perlen Taiwans und duerfte in kaum einem Reisefuehrer fehlen. Als beliebtes Ziel fuer Tagesausfluege aus Taipei und Nordtaiwan duerfte der Geopark Yehliu nie einen Besucher enttaeuscht haben. Seine bizarren Felsen und kuriose Steinformationen haben den Geopark beruehmt gemacht und locken seit Jahrzehnten die Besuchermassen an den Kuestenort.

Wind, Wasser und Erosionen haben die Felsen mit ihren speziellen Mineralien geformt, sodass durch die Naturgewalten ungewoehnliche Formen entstanden, eine ungewoehnlicher als die andere. Die Meeresskulpturen tragen je nach Aussehen, wobei Fantasie und Vorstellungskraft beim Erkennen dieser Formen gefragt ist, individuelle Namen. So laesst sich beispielsweise ein Fels in Form eines Pantoffels, Tofu oder einem Kelch im Geopark finden. Die eigentliche Perle des Parkes und Touristenattraktion Nr.1 jedoch ist „die Koenigin“. Sie ist ein Fels, welcher in einem bestimmten Blickwinkel die beruehmte Silhouette der aegyptischen Nofretete wiederspiegelt. Als beliebtestes Foto-Objekt ziert die Koenigin ebenfalls diverse Produkte im Souvenirshop und zwingt Touristen in einer lange Warteschlange, um ein Foto mit dem beruechtigten Fels zu ergattern. Wer sich ein Foto mit der Koenigin wuenscht, sollte sich allerdings beeilen. Wind und Wetter haben den augenscheinlichen „Hals“ und „Genick“ der Koenigin abgeschliffen, sodass ein baldiger Sturz der populaeren Felsformation drohen koennte.Bild

Die Koenigin

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Der Geopark

Wer sich allerdings nicht zwischen den Touristenmassen inklusive japanischen, koreanischen und chinesischen Reisebussen quaelen moechte, sollte ein wenig Zeit investieren und auf die Rueckseite der Halbinsel wandern, wo sich meiner Meinung nach die wahre Perle Yehlius offenbart. Sobald man auf den Wanderweg hinter dem eigentlichen Geopark gelangt, laesst man Touristengruppen hinter sich und ist so gut wie allein in der schoenen Natur. Nach einer Wanderung durch wunderschoene Vegetation erwartet einen eine kleine Picknick-Huette auf dem hoechsten Punkt der Halbinsel, wobei ein schoener Blick auf das Festland und kleinere Inseln im Meer die erschoepften Waden versoehnt.

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Sieht man nun eine kleine Treppe durchs gruene Dickicht mit der Warnung „No Passing – Dangerous“, ist es Zeit, diese Warnung zu uebersehen und sich unbedingt auf diesen Weg zu begeben: Er fuehrt zu der schoensten Seite Yehlius!

Eine knappe halbe Stunde vom hoechsten Punkt Richtung Meeresbrandung und man befindet sich mutterseelenallein an der felsigen Kueste. Seekakerlaken und Krabben fliehen in kleine Loecher in den Steinen, sobald man seine Fuesse im klaren, blauen Wasser baumeln laesst. Wurde man im Geopark von Aufsehern ermahnt, die Felsen bloss nicht zu beruehren, darf man hier barfuss umher tollen und ueber die Steine klettern. Der Boden ist besonders faszinierend. Obwohl er hart und felsig ist, scheint er durch Sandstaub oder bestimmte Mineralien weich und angenehm an den Fuessen, sodass man seine Schuhe unbedingt hinter sich lassen sollte. Die Beschaffenheit des Bodens, die beige Oberflaeche und kleine Krater geben einem das Gefuehl, man wuerde auf dem Mond stehen!

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Von diesem noerdlichen Punkt der Halbinsel ist es nochmal eine gute Stunde Wanderung zum Eingang des Geoparks, wobei sich auf der einen Seite wunderschoene Klippen mit Felsformationen und auf der anderen Seite der blaue Pazifik befindet, wobei man dem ein oder anderen Angler begegnet. Man kann buchstaeblich stundenlang die Insel geniessen und sich nicht an dieser einzigartigen Natur satt sehen.

Wer wieder erschoepft am Startpunkt seiner Reise landet, darf sich auf diverse Fisch-Restaurants und kleine Laeden freuen, um seine Batterie wieder aufzuladen. Der Geopark Yehliu liegt auf einer Halbsinsel an der Kleinstadt bzw. Fischerdorf Wanli. Wer von Taipei nach Yehliu moechte, kann einen lila Bus in Richtung Jinshan der Gesellschaft  „Kuo Kuang Hao“ an der MRT Station „Zhongxiao Fuxing“ am Exit 2 nehmen. Wer die gut versteckte Bushaltestation nicht findet, einfach im 7-Eleven nachfragen.

Die Fahrt dauert ca. 1 Stunde und kostet pro Fahrt NT 91$. Es lohnt sich. Sehr!

Geschrieben von: Alisha Elling

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Kalligraphie: die Seele der chinesischen Kultur

Vom 17. bis zum 23. November fand in einem Ausstellungsraum der Sun Yatsen-Gedächtnishalle in Taipei eine Ausstellung des chinesischen Autors und Kalligraphen Zhang Biao statt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stand ein Text Zhangs, der, verfasst in einem altchinesischen Schreibstil, den Geist wichtiger Persönlichkeiten der Xinhai-Revolution von 1911 einfängt. Einer der Revolutionsführer jener Zeit war eben jener Sun Yatsen, der seither in Taiwan als auch auf dem chinesischen Festland als Gründervater des modernen China angesehen wird. Daher könnte der Ausstellungsort wohl nicht besser getroffen sein. Nach der Fertigstellung und der Veröffentlichung seines Textes machte sich Zhang Biao auch aufgrund der großen Resonanz daran, diesen kalligraphisch darzustellen. In Zhangs Augen ist die Kunst der Kalligraphie „die Seele der traditionellen chinesischen Kultur. In Zusammenarbeit einiger festlandchinesischer und taiwanischer Kunststiftungen und Kalligraphievereinigungen war eben dieses Werk nun auf 108 Schriftrollen und einer Gesamtlänge von 54 Metern in Taipei zu bestaunen…

Hier sehen Sie die ersten „15 Meter“ des 8.000-Zeichen langen Textes, gelesen wird von rechts nach links und von oben nach unten.

Nach seiner Einführungsrede am Eröffnungstag der Ausstellung…

…durfte sich das zahlreich erschienene Publikum live einen Eindruck von den Schreibkünsten des Meisters verschaffen. Hier faltet er gerade das zu beschreibende leere Blatt aus.

Zur Verwunderung aller tunkte er seinen Pinsel zunächst in ein Schälchen mit frisch eingefülltem Grüntee. Prompt kam die Nachfrage eines Beobachters, ob denn nur grüner Tee zur Befeuchtung des trockenen Pinsels geeignet sei, bevor er vor dem ersten Strich in Tusche getaucht wird. Zhang klärte die Zuschauer sogleich auf, und betonte, dass man in der Regel einfach Wasser verwenden, Tee jedoch auch nicht schaden würde.

Und los geht’s! Geschrieben und gelesen wird auch hier von rechts nach links…

 

Versteckt in der Menge bei Vollendung des Werks…

Zhang Biao (rechts) präsentiert sein Werk, auf dem steht:
中華精神 – „der chinesische Geist“.

 

Was verschiedene Schriftarten oder Schreibstile in der Kalligraphie angeht, spricht man allgemein von fünf Hauptkategorien, die da lauten: Regelschrift, Grasschrift, Kanzleischrift, Siegelschrift, und Kursivschrift. Laut Zhang Biao sollte ein Kalligraph bei einer Soloausstellung besonderen Wert auf die Einbeziehung unterschiedlicher Schriftarten legen. Es müsse also nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form der geschriebenen Zeichen variiert werden. Von dieser Variation kann man sich anhand der folgenden Werke überzeugen…

 

Kalligraph Zhang Biao und sein Werk. Hier als Interviewgast eines Fernsehsenders aus Xiamen.

 

Autor des Beitrags: Dominik Weihrauch

Der Radiobeitrag zur Kalligraphie-Ausstellung läuft am Freitag, den 23. November 2011 in der Sendung „Kulturpanorama“.

 

Shaolin Kungfu im Park

Wer kennt ihn nicht – den Shaolin Tempel. Das Kloster in den Bergen Chinas, in denen die Mönche Meister des Kungfu sind und jeden Verfolgten, dem Unrecht geschehen ist, aufnehmen und ihn in die Geheimnisse des Shaolin Kungfus einweihen, bis dieser gestählt durch das Training in 36 geheimnisvollen Kammern sich an seinen Übeltätern rächen kann. Der Shaolin Tempel, wohl ein Traum für jeden jungen Kungfu Fan, der die Shaolin Kungfu Spielfilme verschlungen hat und dann das Training im Garten nachgeahmt hat, wobei er zum Erstaunen des Vaters dutzende von Wassereimern (zugegebenermaßen nicht voll gefüllt) an ausgestreckten Armen angeschleppt hat. Einer, der die Möglichkeit hatte, den Shaolin Tempel persönlich zu erleben, ist Meister Lin Shengjie, der im Shaolin Tempel sein seit frühester Kindheit bestehendes Interesse an der Kampfkunst verfeinern und ein ganz neues Niveau heben konnte. Meister Lin ist vor einiger Zeit wieder nach Taipei zurückgekehrt, wo er den Shaolin Tempel vertritt und das Kungfu des Shaolin Tempels in Taiwan zu verbreiten. Ich hatte nun nicht nur das Vergnügen, Meister Lin bei uns im RTI-Studio zu empfangen und zu interviewen, sondern auch das eine oder andere Training zu besuchen. Wer mehr über Lin Shengji (er hat schon als kleiner Junge aus Gesundheitsgründen angefangen, Kungfu zu betreiben), seinen Erlebnissen im Shaolin Tempel (auch davon, dass es keine 36 Kammern im Shaolin Tempel gibt) und seine Bemühungen, das Kungfu des Shaolin Tempels (nicht alle Kungfu-Arten, die sich Shaolin Kungfu nennen, kommen wirklich aus dem Tempel) in Taiwan zu verbreiten hören möchte sollte sich die folgenden Termine merken:

Samstag, 24. November 2012 in Profile der Taiwaner – Meister Lin Shengjie stellt sich vor und wie er zum Shaolin Tempel gekommen ist.

Sonntag, 25. November 2012 im Sonntagsmagazin – Meister Lin Shengjie stellt das Kungfu des Shaolin Tempels vor.

Samstag, 1. Dezember 2012 in Profile der Taiwaner – Meister Lin Shengjie erzählt über seine Bemühungen, das Kungfu des Shaolin Tempels in Taiwan zu verbreiten und wie er seine eigenen Lehrmethoden ändern musste, um Schüler zu finden.

Hier ein paar Eindrücke vom Training im Park. In Taipei finden viele derartige Aktivitäten in den Parks statt. Seien es Schüler, die Tänze oder Schulaufführungen einstudieren, oder Gruppen, die Standardtänze lernen oder eben TaiQi Gruppen oder andere Kungfu Gruppen, all diese kann man in den verschiedenen Taipeier Parks in den Morgen- und Abendstunden sehen. Wenn man allerdings fürchtet, dass Training sei so internsiv und hart, wie man das in den Shaolin Filmen oder auch den anderen Kungfu Filmen sieht, dann kann man beruhigt sein. Das Training im Park ist meistens eine Angelegenheit für jeden, d.h. für jede Altersgruppe, ob Mann oder Frau, ob jung oder alt, ob stark oder schwach. Und so ist das auch mit der Gruppe von Meister Lin. Er selber erklärt mir dazu, dass das Kungfu, egal ob Shaolin Kungfu oder andere Stile, aus seiner Sicht heutzutage nicht mehr einfach als eine Methode zum Kämpfen angesehen werden sollte, sondern als eine sehr gesunde Sportart. Und wie er selber gelernt hat, muss man Menschen, die Kungfu aus Spaß lernen und für ihre Gesundheit ausüben, mit mehr Spaß an die Sache heranführen. Und wie man auf den Fotos sieht, besteht diese Gruppe wirklich aus jung und alt, aus Mann und Frau, aus stark und schwach.

Von Ilon Huang

Aufwärmen im Park der Sun-Yat-Sen Gedächtnishalle - vor dem Regen

Aufwärmen im Park der Sun-Yat-Sen Gedächtnishalle – vor dem Regen

Meister Lin Shengjie

Meister Lin Shengjie

Dann kam der Regen - Umzug in eine nahegelegende Grundschule

Dann kam der Regen – Umzug in eine nahegelegende Grundschule

Nun glänzt auch mal die Grüne

Im Zuge des Wirbels um wirtschaftliche Krisen und zahlreiche menschliche bzw. natürliche Katastrophen, tritt das Global Green Network, das einzig politische Bündnis mit globalem Netzwerk, nun umso aktiver auf. Ziel ist es, grüne Konzepte zu verbreiten und für nachhaltige Themen mehr Aufmerksamkeit zu gewinnen. Wie in Korea, als am 13. Oktober 2012 die Wiedergündungszeremonie als „Korean Green Party +“ gefeiert wurde oder die australische Grüne ein Förderungsprogramm für APGN (Aziatisch-Pazifisch Grüner Netzwerk) initiiert hatte, so veranstaltete die Grüne Partei Taiwans nun am 28. Oktober ihre erste Wahlkampfversammlung für die Kommunalwahl 2014 und Landeswahl 2016. Thema dazu: „Wie können die Grünen Wahlkämpfe gewinnen?“

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 Zu dieser Versammlung waren nicht nur die Gründer und der Verwaltungsrat anwesend, einige junge Motivierte haben sich auch Zeit dafür genommen. Außerdem kamen auch manch Neugierige hinzu, die voller Groll auf die derzeitige politische Lage schauen und diese eben nicht mehr dulden wollen. In mehreren Besprechungsrunden sind Themen wie Organisation, Wahlkampfstrategie, Positionierung der Grünen Partei, oder Internationale Vernetzung, besprochen worden. Die Stimmung war ernst, und die Diskussionen heiß.

Ähnlich wie in den meisten Gesellschaften liegt die größte Herausforderung im Management des „Cashflows, Menschflows und des Informationsflows“. Wie sich eine Gesellschaft nachhaltig entwickeln kann oder wie ein Thema behandelt werden soll, damit es stärker beachtet wird, waren interessante Beispiele, um nur einige zu nennen. Eine Initiative hat dabei ein wenig mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen: „Der Schatten-Nachbaraufseher“. Diese Schattennachbaraufseher sollen sich stets und ständig damit beschäftigen, was in der jeweiligen Gemeinde für große Ängste sorgen koennte, anstatt nur während dem Wahlkampf für sowas zu propagieren. Wo es am meisten zu Unfällen oder Vergewaltigungen kam, da sollte einer einspringen und sich dafür einsetzen. Wenn solche Taten und Initiativen wahrgenommen werden, dann lässt sich das Problem des Cash- bzw. Menschflows bereits lösen.

General Sekretariat Han-Shan Pan hiel die Initiative für sinnvoll und forderte mehre Mitglieder dazu auf, sich aktiv für ihr eigenes Wohnviertel zu engagieren, sodass die Grüne Partei Taiwans für mehr Aufsehen sorgen kann und dadurch stärker präsent wird. Gleichzeitig sollte auch Komepetenzaufbautraining für Kandiaten sowie potentielle Wahlkampfteammitglieder regelmäßig stattfinden und mehr Austausch und Dialog ermöglichen. All diese Ansaetze sollten Mitglieder der Grüne Taiwan stärken.

 Im Bezug auf das Mobilisieren der Jüngeren hat Keli Yen, das neue Exekutivmitglied der Grünen Partei Taiwans, nach dem Vergleich zwischen Taiwan und westlichen Ländern, festgestellt, dass die Grüne zu oft als eine verärgerte, protestfreudige Partei angesehen werde. Sie findet von daher weniger Resonanz bei den Jüngeren. Vorreiterländer diesbezüglich, wie Deutschland oder Austalien, erreichen es immer, ein cooles Image mit ihrem Engagement zu verbinden, und die jüngere Bevoelkerung freut sich, mit dabei zu sein. Das könnten wir auch übernehmen. Allen brennt ausserdem das Thema „ Überstunde“ schon auf den Nägeln. Taiwan ist eins von vielen Ländern dieser Welt, welches mit den meisten Überstunden wirtschaftet. Das führt dazu, dass den Leuten keine Zeit übrig bleibt um sich politisch zu engagieren. Dies verschlimmert sich rasch, aber nur einige äußern sich überhaupt. Da ergibt sich eine gute Chance für die Grünen.

Abgesehen von 1996 hat die Grüne Partei Taiwans bisher noch keinmal den Wahlkampf gewonnen. Allerdings der Fakt, mit einem umweltfreundliche Appell zu werben, sprich ohne unnötige Plakate, Fahnen und lautere Kundgebungen, findet immer mehr Zustimmung unter dem Volk.

Nun ist die Grüne eine der fünfgrößten Parteien Taiwans.

Grüne Partei Taiwan:http://www.greenparty.org.tw/

Autor: Pin-Chao, Huang                                                                          Fotos: Eigene Aufnahmen

BildBildBildPan-Hang, Shan, Generalsekretär

Ein Schüleraustausch zwischen Taipei und Bad Urach

Ein Schüleraustausch zwischen einer deutschen und einer taiwanischen Schule ist wohl relativ selten. Zwar habe ich schon öfter den einen oder anderen einzelnen Austauschschüler aus Deutschland hier in Taiwan kennengelernt, doch dabei handelte es sich immer lediglich um einen Individualaustausch. Umso erfreuter war ich, als ich von einem offiziellen Schüleraustausch zwischen dem Graf-Eberhard-Gymnasium aus Bad Urach und den taiwanischen Oberschulen Taipei First Girls‘ High School (臺北市立第一女子高級中學) und Taipei Municipal Chien Kuo High School (臺北市立建國高級中學) erfuhr.

Gespannt warten alle auf die Rede des Programmmanagers

Gespannt warten alle auf die Rede des Programmmanagers

Sogleich machte ich mich daran, die Möglichkeit für Interviews zu untersuchen und ich hatte Glück. Nach ein paar E-Mails mit Frau Sabine Müller vom Graf-Eberhard-Gymnasium und Frau Chang Yi-wei von der Taipei First Girls‘ High School gelang es uns, während des Aufenthaltes des Graf-Eberhard-Gymnasiums in Taipei einen Besuch der Schulen bei Radio Taiwan International zu organisieren.

Mentale Vorbereitung auf die Interviews

Mentale Vorbereitung auf die Interviews

So konnten wir die etwa 40 SchülerInnen aller drei Schulen unter der Leitung der LehrerInnen Frau Sabine Müller, Frau Eva Zick und Frau Judith Huff vom Graf-Eberhard-Gymnasium und Frau Chang Yi-wei und Herr Xie von der Taipei First Girls‘ High School am Dienstag, den 6. November bei RTI zu begrüssen.

Der Gastgeber träumt nicht, sondern konzentriert sich.

Der Gastgeber träumt nicht, sondern konzentriert sich.

Dieser Besuches gab nicht nur unserem Programmmanager die Chance, eine Rede zu halten, sondern uns auch die Möglichkeit, RTI und die Deutschredaktion vorzustellen. Und natürlich mussten Lehrer und Schüler aller drei Schulen Interviews geben.

Hier ist er wieder hellwach. Und Platz ist im kleinsten Studio

Hier ist er wieder hellwach mit Herrn Hsieh und Frau Chang. Und Platz ist im kleinsten Studio

Diese Interviews waren für mich jedenfalls sehr interessant und spannend, insbesondere weil sie zeigten, dass sich sowohl LehrerInnen als auch SchülerInnen der beteiligten Schulen viele Gedanken über den Austausch und dessen Sinn gemacht haben.

Das Schullied der Chien Kuo High School (臺北市立建國高級中學)

Das Schullied der Chien Kuo High School (臺北市立建國高級中學)

Beide Seiten berichteten dabei von einigen für mich teilweise doch überraschende Beobachtungen und Erfahrungen. Es hat uns sehr viel Spass gemacht, die Lehrer und Schüler zu empfangen und wir hoffen natürlich, dass auch einiges Interessantes für unsere Gäste dabei war.

In der Mensa von RTI

In der Mensa von RTI

Wer mehr über diesen Schüleraustausch, der seit 2010 existiert, erfahren möchte und darüber, was LehrerInnen und SchülerInnen beider Länder während dieses Austausches beobachtet und gelernt haben, sollte sich die folgenden Termine merken:

Samstag, 10. November 2012 in Profile der Taiwaner – Interview mit den Lehrerinnen des Graf-Eberhard-Gymnasiums

Dieses Interview ist nun hier verfügbar:

Sonntag, 11. November 2012 im SonntagsmagazinInterview mit SchülerInnen des Graf-Eberhard-Gymnasiums

Dieses Interview ist nun hier verfügbar:

Samstag, 17. November 2012 in Profile der TaiwanerInterview mit den LehrerInnen der Taipei First Girls‘ Oberschule

Dieses Interview ist hier schon in der Orginalfassung (Chinese Version/Teachers) verfügbar (die deutsche Fassung wird nach der Erstaustrahlung verfügbar sein):

Hier nun die deutsche (synchronisierte) Fassung:

Sonntag, 18. November 2012 im SonntagsmagazinInterview mit SchülerInnen der Taipei First Girls‘ und Taipei Municipal Chien Kuo Oberschulen

Dieses Interview ist hier schon in der Orginalfassung (Chinese Version/Students) verfügbar (die deutsche Fassung wird nach der Erstaustrahlung verfügbar sein):

Hier nun die deutsche (synchronisierte) Fassung:

In den Interviews kamen Themen wie Unterschiede im Familienleben, in der Schule oder im Freizeitverhalten zur Sprache, aber auch was die LehrerInnen und SchülerInnen im jeweils anderen Land am stärksten beeindruckt hat.

Von Ilon Huang

Fotos von Ilon Huang, RTI

Unsere Redaktionsleiterin Chiu Bihui führt durch das RTI-Museum

Unsere Redaktionsleiterin Chiu Bihui führt durch das RTI-Museum

(Fast) alle SchülerInnen und Lehrerinnen des Graf-Eberhard Gymnasiums

(Fast) alle AustauschschülerInnen und Lehrerinnen des Graf-Eberhard Gymnasiums

Beim anschliessenden Besuch des Taipeier Konfuziustempels

Beim anschliessenden Besuch des Taipeier Konfuziustempels

Heiß gebraten, laut geplaudert!

„Heißgebratens Restaurant(熱炒店rè-chǎo-dièn)“ lautet die wörtliche Übersetzung der wohl beliebtesten Restaurantform Taiwans der letzten 20 Jahren und heißt in der Tat nichts anderes als „Alles-wird-frisch-und-rasch-zubereitet-Restaurant“. Sollte das erste Gericht, laut einer sallopen Studie, nach 7 Minuten immer noch nicht serviert werden, dann darf das Restaurant das Wort „Heiß“ nicht mehr weiter auf ihrer Fahne tragen. „Rasch und Frisch“ ist das höchste Kriterium und regiert über alles bei einem solchem Lokal.

Die Vorliebe für solche Gaststätten existiert nicht ohne Grund seit vielen Jahren und ist sehr erfolgreich und beliebt hierzulande. Zum einen überzeugen die Delikatessen. Von Sashimitellern, Stir-fried Fleisch bzw. Seafood á la carte, bis zum Grillfischkiefer oder für Westler eher als exotisch bezeichnetetes Gemüse, wie Süßkartoffelblätter oder wilde Lotusstangen, ist für jeden etwas dabei. Zum anderen geht es um die Atmosphäre. Viele entspannen sich hier nach einem langen Arbeitstag, trösten sich mit einigen Flaschen Bier und lassen den Alkoholpegel steigen, die Stimmung ist hierbei oft auf ihrem Hohepunkt. Nicht selten hört man den Ausruf, „ Hier bin ich Mensch, und hier darf ich sein!“

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Oben: Bi-Fon-Tang Stir-Fried Krabben (避風塘炒蟹)

Bild Frittierte König-Trompetenpilz uebergossen mit Enteneiermousse (金沙杏鮑菇)

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Schnapperröllchen in Krabbeneiersoße (蟹黃鯛魚捲)

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Von links: Süßkartofelblätter; Vorne: Sellerie sauté Tintenfisch , Oben: Hakka-Styled Saúté ;Rechts: Wilde Lotusstangen; (中左:蒜炒地瓜葉;上:客家小炒;中右:破布子炒水蓮;前:西芹中卷)

Drei soziale Aspekte lassen sich außerdem dabei erkennen: Erstens lässt sich eine Entspannung des sozialen Druckes erkennen, da man nach einigen Glaesern Bier mehr spricht als schweigt. Nichts bleibt unausgesprochen. Zweitens kommt es zu einer Assimilierung der sozialen Klassen. Neben Bueroangestellten in Anzügen dürfen auch Bauarbeiter, Soldaten, gleichaltrige bzw. gleichgesinnte Gruppen von jungen Frauen teilhaben, alle sitzen sie gemeinsam beisammen und keiner fuehlt sich auf Grund seines sozialen Status unwohl. Außerdem halten sich die Kosten pro Gericht sehr gering, im Durchschnitt von 100 NT bis ca. 200 NT (umgerechnet 2-5 Euro) und jede Flasche Bier kostet zwischen 70 NT und 100 NT (600ml; 1,7-2,5 Euro) Jeder kann sich hier etwas leisten.

Und last but not least: Die wahre, authentische Kultur Taiwans ist dabei hautnah zu spüren. Ähnlich wie beispielsweise in Pubs in Großbritannien, Patisserien in Frankreich, Fast Food Ketten in den USA oder Izakaya in Japan, so ist das taiwanische Temperament  in diesen Restaurants allgegenwaertig..

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Sorgenfreier Feierabend gestresster Angestellter

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Vor zwei Monaten noch Soldaten, glänzen diese jungen Herren nun in diversen Branchen

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Ausländer, Geschäftsleute und ein Schwesterntreff auf einem Blick

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Ein Bier-Promotion-Fräulein sorgt an jedem Tisch für jeden Menge Spaß

Also, verpass dieses Erlebnis bei Deinem nächsten Besuch in Taiwan nicht! 🙂

Autor: Pin-Chao, Huang

(Bilder: Eigene Aufnahmen, ergaenzt durch Fotos von „Elta TV Blog“)

Ausflug zum Guanyinshan

Blick auf den Guanyinshan am Abend vom Jiantanshan hinter dem RTI-Sendegebäude

Blick auf den Guanyinshan am Abend vom Jiantanshan hinter dem RTI-Sendegebäude

Guanyinshan (觀音山) – der Guanyin-Berg liegt am Westufer des Tamshui Flusses, im Nordwesten der Datun Vulkankette. Guanyinshan bietet mehrere Wanderwege unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade. Ein sehr beliebter Wanderweg ist der Yinghanling (硬漢嶺) Wanderpfad. Der Weg führt auf den Yinghanling, dem mit 616 Metern höchsten der 18 Gipfel des Guanyinshan.

Wanderweg am Guanyinshan

Wanderweg am Guanyinshan

 Der Guanyinshan ist ein beliebtes Naherholungsgebiet der Bewohner des Ballungsraumes Taipei. Es ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Von der Stadt Taipei aus kann man mit der MRT Luzhou Linie  bis zur Endhaltestelle Luzhou (蘆洲) fahren. Von dort kann man mit dem Bus „Orange 20“ (橘20) bis zum Guanyinshan Besucherzentrum fahren. Der Bus 1205 fährt bis zum Lingyun Tempel (凌雲寺) etwas unterhalb des Guanyinshan-Besucherzentrums.

Am Lingyun Tempel beginnt unsere Wanderung auf den Guanyinshan

Am Lingyun Tempel beginnt unsere Wanderung auf den Guanyinshan

Am Guanyinshan Besucherzentrum kann man Informationen erhalten und einen Überblick über die Geologie, Archäologie, Ökologie usw. des Guanyinshan-Gebiets erhalten. Der Eintritt ist kostenlos.

Guanyinshan Besucherzentrum

Guanyinshan Besucherzentrum

Im Besucherzentrum kann man einen Überblick über Geologie, archäologische Funde, Ökologie usw. des Guanyinshan Gebietes erhalten

Im Besucherzentrum kann man einen Überblick über Geologie, archäologische Funde, Ökologie usw. des Guanyinshan Gebietes erhalten

 Wenn man zum Lingyun Tempel fährt, kann man von dort aus einen Wanderpfad nehmen, der zum Lingyun-Zen Tempel und dann weiter zum Yinghanling Wanderpfad führt. Auch vom Guanyinshan-Besucherzentrum aus kann man den Yinghanling Wanderpfad erreichen.

Der Yinghanling Wanderpfad

Der Yinghanling Wanderpfad

Der Yinghanling Wanderpfad

Der Yinghanling Wanderpfad

Der Yinghanling-Wanderpfad besteht zum größten Teil aus Felsstufen, der Pfad führt durch üppige Vegetation, Bambushaine und man hat vom Gipfel aus einen sehr schönen Ausblick auf die Mündung des Tamshui und das Meer.

Auf dem Yinghanling - dem höchsten Punkt des Guanyinshan

Auf dem Yinghanling – dem höchsten Punkt des Guanyinshan

Blick vom Yinghanling über die Flussmündung des Tamshui

Blick vom Yinghanling über die Flussmündung des Tamshui

 Wenn man den Zhan-Berg Wanderpfad geht, muss man an manchen Stellen auch die Hände zu Hilfe nehmen. an einigen Stellen sind auch Seile gespannt.

Der Anfang des Zhan-Wanderpfades - es wird dann noch steiler

Der Anfang des Zhan-Wanderpfades – es wird dann noch steiler

 Etwas unterhalb des Yinghanling Gipfels führt ein Wanderpfad bis nach Bali – dort kann man mit der Fähre auf die andere Seite des Flusses nach Tamshui fahren und dann mit der MRT wieder zurück nach Taipei.

Blick vom Yinghanling Wanderpfad beim Abstieg

Blick vom Yinghanling Wanderpfad auf dem Weg nach Bali

Hier endet - oder beginnt - der Yinghanling Wanderpfad auf der Bali-Seite - die Wanderwege sind gut ausgeschildert

Hier endet – oder beginnt – der Yinghanling Wanderpfad auf der Bali-Seite – die Wanderwege sind gut ausgeschildert

Hier am Erdgott-Tempel führt der Weg durch eine Orangenplantage zum Wanderpfad

Der Weg hinunter zur Fähre in Bali führt durch einen Friedhof - und man hat auch von hier einen schönen Blick

Der Weg hinunter zur Fähre in Bali führt durch einen Friedhof – und man hat auch von hier einen schönen Blick

Vom Yinhanling bis zur Fähre nach Tamshui sind über 5 km

In Bali geht es dann mit der Fähre auf die andere Seite des Flusses nach Tamshui und dann mit der MRT zurück nach Taipei

mehr über den Ausflug zum Guanyinshan am Samstag, den 3. November 2012 in „Reise durch Taiwan“

Eva Triendl