Kleinkunst in der MRT Taipei

Fortbewegung ist in Taipei mittlerweile durch das effiziente Metronetz, kurz MRT genannt, recht komfortabel geworden.

Alles steht in der "Rush hour"

Alles steht in der „Rush hour“       (Foto: Frank Pevec)

 

 

Zu gut erinnere ich mich noch an den Baubeginn Ende der 80er Jahre, der den Nahverkehr fast zum erliegen brachte.  Die Taipei in Nord-Süd-Richtung trennende Fuxing-Straße im Zentrum der Stadt wurde damit quasi lahmgelegt und beeinflusste den gesamten Verkehr.
Abgasschwaden von Mopedschwärmen,  2-Takter, waberten durch die Straßen, Fußgänger waren kaum zu sehen, da auch der Bürgersteig von den Mopeds genutzt wurde, sei es als Parkplatz oder als letze Möglichkeit, den Dauerstau auf der Straße zu umfahren.

Bau einer weiteren MRT-Linie an der Xinyi Rd.

Bau einer weiteren MRT-Linie an der Xinyi Rd.         (Foto: Frank Pevec)

Das gehört jetzt glücklicherweise der Vergangenheit an, die MRT ist mit 10 Strecken recht gut ausgebaut und entlastet mit knapp 1,6 Mio. Fahrgästen täglich deutlich den Verkehr.

MRT-Station Fuhsing Rd.

MRT-Station Fuhsing Rd. (Foto: Frank Pevec)

Im Jahr 2006 waren es noch 1 Mio. Passagiere am Tag, die Streckenerweiterung macht die MRT beliebter. Mit knapp 100 Stationen und etwa 110 km Streckenlänge bietet sie eine angenehme Alternative zum täglichen Kampf um die Lücke auf Taiwans Straßen. Vor allem bietet sie ein verlässliches Vorwärtskommen, unabhängig von der Tageszeit und auch vom Wetter.

Die gut funktionierende Airkondition macht im brütend-schwül-heißen Sommer die Fahrt zu einer Phase der Erholung, in den weniger frequentierten Zeiten am Abend ist allerdings angeraten, einen Schal dabei zu haben.

Was Verlässlichkeit, Sicherheit und Sauberkeit betrifft, so zählt die MRT zu den besten der Welt. Auch Keine zerkratzen Scheiben, keine aufgeschlitzenen Sitze – hier sind sie auch aus Hartplastik bzw. Stahl – das völlige Fehlen destruktiver Äußerungen zwangspubertierender Elemente macht sich angenehm bemerkbar, es kommen keinerlei Gedanken auf, dass Grafitti-Hieroghlyphen etwas zur Bereicherung beitragen könnten.

MRT Station Taipei Fuhsing Rd.

Damit es nicht zu langweilig wird, bemüht man sich auch um das Auge. Wohl eine der am besten designten U-Bahnstationen der Welt findet man allerdings nicht in Taipei, sondern in Kaoshiung in Südtaiwan. Der von einem italienischen Designer entwickelte Lichtdom an der Formosa-Boulevard-Station ist wohl somit das aufwändigste, was zur Dekoration einer Metrostation getan werden konnte. Vier Jahre Bauzeit soll der Lichtdom benötigt haben, ein Kunstwerk, dessen Betrachtung mit dem Kauf eines Fahrscheins abgegolten ist – dabei würden etliche sogar Eintritt dafür bezahlen.

MRT Kaohsiung „Formosa Boulevard-Station“ (Foto: Frank Pevec)

Taipei blieb da pragmatischer und realistischer, hier steht das Vorwärtskommen von A nach B im Vordergrund. Kaohsiung verfügt zwar über die schöneren Stationen, allerdings reichte das Geld nur für zwei Linien, die Metro dort ist hochdefizitär. Kaohsiungs Metro ist eher etwas für Liebhaber der schönen Künste, etliche Stationen sind ansprechend gestaltet, doch geht man natürlich nicht jeden Tag ins Museum.

MRT-Kunst in der MRT

MRT-Kunst in der MRT (Foto: Frank Pevec)

Doch auch in Taipei lässt man das Ästethische nicht völlig außer acht. Verstärkt bemüht man sich nicht nur um großformatige Werbeflächen sondern auch um künstlerische Darstellungen innerhalb der Metro. Ein kleines Beispiel aus der Fuxing-Zhongxiao-Station.

Reise durch die Zeiten?

Reise durch die Zeiten? (Foto: Frank Pevec)

Die alternative Fortbewegung?

Die alternative Fortbewegung? (Foto: Frank Pevec)

Clark Kent mit Barbie im taiwanischen Traum

Clark Kent mit Barbie im taiwanischen Traum(Foto: Frank Pevec)

Romantisches Europa - Reiseträume (Foto: Frank Pevec)

Romantisches Europa – Reiseträume (Foto: Frank Pevec)

Taipei in der Neuzeit (Foto: Frank Pevec)

Taipei in der Neuzeit (Foto: Frank Pevec)

Altes Taipei (Foto: Frank Pevec)

Altes Taipei (Foto: Frank Pevec)

Che , Engel und Lou Reed bei der Jagd?  Taiwanisches Bild des Westens? (Foto: Frank Pevec) (Foto: Frank Pevec)

Che , Engel und Lou Reed bei der Jagd? Taiwanisches Bild des Westens? (Foto: Frank Pevec)

Letztes Fenster der MRT

Letztes Fenster der MRT

Autor: Frank Pevec

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Africa-Day Taipei

Ende Mai wurde in Taipei erneut der AFRIKA-Tag gefeiert und ist mittlerweile zu einer festen Einrichtung geworden.Die zweitägige Veranstaltung wurde vom Außenministerium geplant.  Der Afrika/Tag erinnert an die Wiedererlangung der Unabhängigkeit verschiedener afrikanischer Naitonen nach dem 2. Weltkrieg von der Kolonialherrschaft. Weltweit wird dieser Tag von der afrikanischen Gemeinde gefeiert.

Taiwan schließt sich dem an, immerhin unterhält man mit vier afrikanischen Staaten diplomatische Beziehungen und gibt mit dem den Nationen mit dem Afrika-Tag in Taipei eine Plattform, ihre Kultur vorzustellen und Interesse für Afrika zu wecken.

Gefeiert wurde im neuen Einkaufsviertel von Taipei in der Fußgängerzone auf dem Mitsukoshi Plaza, einem weiträumigen Gelände, welches Platz für Outdoor-Aktivitäten bietet.

Taiwaner im Afro-Design

An etlichen Ständen  wurde über die Lebensumstände informiert und Kunsthandwerkliches dargestellt. Darüberhinaus stellte in diesem Jahr Burkina Faso eine Tanzgruppe vor und präsentierte die neuesten Kollektionen ihrer Modeindustrie.

Getrommelt wurde in mehrfachem Sinne, auch taiwanische Gruppen schlossen sich dem an, eine Sambatrommelgruppe aus Taiwan legte ebenfalls Afro-Rhythmen und afrikanischen Gesang auf das Parkett.

Später tauschten noch Taiwaner und Afrikaner die Trommeln und legten gemeinsam los.
Angesichts des Temperaments , welches die heimischen Trommlergruppen darboten, zeigten sich anscheinend selbst die Meister des Trommelns ein wenig beeindruckt.

Den Off-Beat und komplexere Rhythmen beherrschen die Taiwaner recht gut, diese sind ebenfalls Ausdruckselemente der Musik der Ureinwohner und damit ebenso geläufig. Der Vier-Viertel-Takt des „Alten Fritz“ blieb den Taiwanern erspart.

Autor und Photos: Frank Pevec