Hot Spots Taipei: Nachtmarkt Shida Road (師大路)

Heute der zweite Teil von “Hot Spots Taipei” ,  diesmal treibt es uns nach der Yongkangjie etwas südlicher auf den Nachtmarkt der Shida Straße (師大路), auf der anderen Seite der Pädagogischen Hochschule.

HInein in das Gewimmel!

Inmitten des Studentenviertels findet sich hier in etlichen kleinen Gassen ein nichtenden wollendes Sammelsurium kleiner und kleinster Läden, Restaurants, Schnellimbisse und unterschiedlichster Buden, Stände, die alles mögliche anbieten und morgen nochmal etwas anderes – kurzum: wie gemacht zum Treiben lassen, richtig voll wird es hier natürlich zu den Essenszeiten, dem wichtigsten Ereignis im Alltag der Taiwanesen.

Rush-Hour Abendessen , 19:24 Uhr

Der Nachtmarkt wird  schon lange in allen japanische Reiseführern erwähnt, in etlichen westlichen Reiseführern ist er mittlerweile auch schon erwähnt. Gewuselt wird hier von morgends 10 bis etwa um 10 Uhr Abends, danach machen die Läden und Restaurants in den kleinen Gassen zu, einige Bars und Restaurant an der Hauptstrasse verbleiben aber dennoch, dort in den Kleinparks sich dann bei halbwegs erträglichen Wetterbedingungen die jungen Leute und plaudern und musizieren z. T. bis tief in die Nacht .

Doch schauen wir einmal hinein, zur Essenszeit und bei angenehmen Temperaturen von 34 Grad Celsius.

Unnötig zu erwähnen, dass es hier kulinarisch fast alles gibt, auch wenn natürlich schmackhafte taiwanische Küche überwiegt. Zur Bekämpfung des schnellen Hungers bieten etliche kleine Essstände ihre Hilfe zum mitnehmen an, wie z.B. Baozi.

Baozi - einfach - schnell - gut

Wer will, kann sich auch stärker bei der Gestaltung der Gerichte einbringen, unter verschiedenen Gemüsen und Pasten oder Klößen aus Seafood oder Fleisch komponiert man selber, stellt sich mit seiner Schale in die Schlange und gibt später weitere Kommentare, welcher Geschmach favorisiert wird.

... aussuchen ...

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... getan ...

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...anstellen...

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Allerdings ist dieser Laden sehr beliebt, ein wenig Geduld sollte man beim Schlangestehen mitbringen.

Etwas Kleines zwischendurch lässt sich immer finden, die Gegend ist eine der hochfrequentiertesten in Tapei, entsprechend kompakt sind die Geschäftsleute und Kleinhändeler aufgestellt und suchen ihre Chance in den engen Gassen.

s. Bild: Optimale Ausnutzung des Eingangsbereiches, Platz für zwei weitere Läden

Wer nicht ganz so beengt sitzen möchte, kann sich auch in diesem eher spanisch anmutenden Gebäude niederlassen

Mexikanisch ist ebenfalls möglich, dass niemand mehr dort ist hat einen einfachen Grund: alles Essbare ausverkauft!


Für den Nachtisch sind frisches Obst oder Fruchtsäfte zu empfehlen

Wer sich noch ein wenig die Beine vertreten moechte kann sich in den zahlreichen kleinen Laeden versuchen, die Damenwelt fühlt sich dabei allerdings besser aufgehoben.

solche Läden sind hier kaum zu finden

Für den kleinen „Absacker“ oder diejenigen , die den späteren Teil des Abends einläuten möchte, können sich im Roxy Jr. Cafe niederlassen, in Taipei mittlerweile eine Instanz . Die Bar existiert schon,  seitdem Bars in Taiwan zugelassen sind, also etwa 30 Jahre. Besonders praktisch: das Roxy Jr. hat 24 Stunden am Tag geöffnet…

Roxy Jr. - ein wenig in die Tage gekommen

...but still going strong...

Wollen wir hoffen, dass die Gegend auch in Zukunft so quirlig und unbeschwert bleibt. Mittlerweile ist die Freude über wachsende Beliebtheit und steigende Immobilienpreise dieses Gebietes bei einigen Anwohnern verflogen.

Der steigende Geräuschpegel, untrennbare Begleiterscheinung beliebter Viertel, ließ einige der Anwohner bei der Stadtregierung Protest einreichen.
Taipeis Bürgermeister Hau Lung-bin versprach denn auch postwendend, keine Erweiterung des Nachtmarktes zuzulassen und verschärfte Kontrollen der ansässigen Geschäfte versprochen. Die Vergabe neuer Geschäftslizenzen solle zudem genau überprüft werden.

Hau reagierte damit auf eine Ende Oktober durchgeführte Demonstration der Anwohner, die gegen eine Zerstörung ihrer Lebensqualität protestierten. Vielleicht sollten sie ihre Wohnungen besser jetzt verkaufen, sollten sie Erfolg haben, dürfte sich dies nicht positiv auf die Entwicklung der Immobilienpreise auswirken.

Gegen immerhin mehr als 500 der knapp 650 registrierten Geschäfte liegen Beschwerden vor. Dabei ist der Shida-Nachtmarkt für den Stadtsäckel  der Taipeier  Stadtregierung eine Art Goldesel:  immerhin knapp 410 Mio. USD an Steuern wurden im Jahr 2009 abgeführt, im Jahr 2010 waren es fast 490 Mio. USD, ein Anstieg von knapp 20%.

Sich im geräuschvollen Taipei über Lärmbelästigung aufzuregen, ist für mich fast ein Widerspruch in sich, da bleibt nur der Umzug aufs Land, sofern es das noch gibt. Zumindest handelt es sich bei den Geräuschen auf dem Nachtmarkt eher um ein um einige Dezibel erhöhtes „Grundrauschen“. Ob die Bewohner sich besser fühlen, wenn des öfteren lautstark ein Moped durch die sonst ruhige Nacht knattert, wage ich zu bezweifeln.

Autor: Frank Pevec

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Eine Antwort

  1. […] Hot Spots in Taipei, bitte hier oder dort klicken Gefällt mir:Gefällt mirSei der Erste, dem dieser […]

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