Hot Spots Taipei: Nachtmarkt Shida Road (師大路)

Heute der zweite Teil von “Hot Spots Taipei” ,  diesmal treibt es uns nach der Yongkangjie etwas südlicher auf den Nachtmarkt der Shida Straße (師大路), auf der anderen Seite der Pädagogischen Hochschule.

HInein in das Gewimmel!

Inmitten des Studentenviertels findet sich hier in etlichen kleinen Gassen ein nichtenden wollendes Sammelsurium kleiner und kleinster Läden, Restaurants, Schnellimbisse und unterschiedlichster Buden, Stände, die alles mögliche anbieten und morgen nochmal etwas anderes – kurzum: wie gemacht zum Treiben lassen, richtig voll wird es hier natürlich zu den Essenszeiten, dem wichtigsten Ereignis im Alltag der Taiwanesen.

Rush-Hour Abendessen , 19:24 Uhr

Der Nachtmarkt wird  schon lange in allen japanische Reiseführern erwähnt, in etlichen westlichen Reiseführern ist er mittlerweile auch schon erwähnt. Gewuselt wird hier von morgends 10 bis etwa um 10 Uhr Abends, danach machen die Läden und Restaurants in den kleinen Gassen zu, einige Bars und Restaurant an der Hauptstrasse verbleiben aber dennoch, dort in den Kleinparks sich dann bei halbwegs erträglichen Wetterbedingungen die jungen Leute und plaudern und musizieren z. T. bis tief in die Nacht .

Doch schauen wir einmal hinein, zur Essenszeit und bei angenehmen Temperaturen von 34 Grad Celsius.

Unnötig zu erwähnen, dass es hier kulinarisch fast alles gibt, auch wenn natürlich schmackhafte taiwanische Küche überwiegt. Zur Bekämpfung des schnellen Hungers bieten etliche kleine Essstände ihre Hilfe zum mitnehmen an, wie z.B. Baozi.

Baozi - einfach - schnell - gut

Wer will, kann sich auch stärker bei der Gestaltung der Gerichte einbringen, unter verschiedenen Gemüsen und Pasten oder Klößen aus Seafood oder Fleisch komponiert man selber, stellt sich mit seiner Schale in die Schlange und gibt später weitere Kommentare, welcher Geschmach favorisiert wird.

... aussuchen ...

... aussuchen ...

... getan ...

... getan ...

...anstellen...

...anstellen...

Allerdings ist dieser Laden sehr beliebt, ein wenig Geduld sollte man beim Schlangestehen mitbringen.

Etwas Kleines zwischendurch lässt sich immer finden, die Gegend ist eine der hochfrequentiertesten in Tapei, entsprechend kompakt sind die Geschäftsleute und Kleinhändeler aufgestellt und suchen ihre Chance in den engen Gassen.

s. Bild: Optimale Ausnutzung des Eingangsbereiches, Platz für zwei weitere Läden

Wer nicht ganz so beengt sitzen möchte, kann sich auch in diesem eher spanisch anmutenden Gebäude niederlassen

Mexikanisch ist ebenfalls möglich, dass niemand mehr dort ist hat einen einfachen Grund: alles Essbare ausverkauft!


Für den Nachtisch sind frisches Obst oder Fruchtsäfte zu empfehlen

Wer sich noch ein wenig die Beine vertreten moechte kann sich in den zahlreichen kleinen Laeden versuchen, die Damenwelt fühlt sich dabei allerdings besser aufgehoben.

solche Läden sind hier kaum zu finden

Für den kleinen „Absacker“ oder diejenigen , die den späteren Teil des Abends einläuten möchte, können sich im Roxy Jr. Cafe niederlassen, in Taipei mittlerweile eine Instanz . Die Bar existiert schon,  seitdem Bars in Taiwan zugelassen sind, also etwa 30 Jahre. Besonders praktisch: das Roxy Jr. hat 24 Stunden am Tag geöffnet…

Roxy Jr. - ein wenig in die Tage gekommen

...but still going strong...

Wollen wir hoffen, dass die Gegend auch in Zukunft so quirlig und unbeschwert bleibt. Mittlerweile ist die Freude über wachsende Beliebtheit und steigende Immobilienpreise dieses Gebietes bei einigen Anwohnern verflogen.

Der steigende Geräuschpegel, untrennbare Begleiterscheinung beliebter Viertel, ließ einige der Anwohner bei der Stadtregierung Protest einreichen.
Taipeis Bürgermeister Hau Lung-bin versprach denn auch postwendend, keine Erweiterung des Nachtmarktes zuzulassen und verschärfte Kontrollen der ansässigen Geschäfte versprochen. Die Vergabe neuer Geschäftslizenzen solle zudem genau überprüft werden.

Hau reagierte damit auf eine Ende Oktober durchgeführte Demonstration der Anwohner, die gegen eine Zerstörung ihrer Lebensqualität protestierten. Vielleicht sollten sie ihre Wohnungen besser jetzt verkaufen, sollten sie Erfolg haben, dürfte sich dies nicht positiv auf die Entwicklung der Immobilienpreise auswirken.

Gegen immerhin mehr als 500 der knapp 650 registrierten Geschäfte liegen Beschwerden vor. Dabei ist der Shida-Nachtmarkt für den Stadtsäckel  der Taipeier  Stadtregierung eine Art Goldesel:  immerhin knapp 410 Mio. USD an Steuern wurden im Jahr 2009 abgeführt, im Jahr 2010 waren es fast 490 Mio. USD, ein Anstieg von knapp 20%.

Sich im geräuschvollen Taipei über Lärmbelästigung aufzuregen, ist für mich fast ein Widerspruch in sich, da bleibt nur der Umzug aufs Land, sofern es das noch gibt. Zumindest handelt es sich bei den Geräuschen auf dem Nachtmarkt eher um ein um einige Dezibel erhöhtes „Grundrauschen“. Ob die Bewohner sich besser fühlen, wenn des öfteren lautstark ein Moped durch die sonst ruhige Nacht knattert, wage ich zu bezweifeln.

Autor: Frank Pevec

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Kunst auf Wänden von Hsieh Tsan Yu aus Taiwan

Der 25jährige Hsieh Tsan Yu  ist mit 17 Jahren alleine aus Taiwan nach Deutschland gegangen, um Kunst zu studieren. Zur Zeit studiert er an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft bei Bonn. Er ist vor allem bekannt für seine Wandbilder.

Eines seiner bekanntesten Werke sind die Wandmalereien in der Poppelsdorfer Mensa der Bonner Universität.

Hsieh Tsan Yu und seine Wandmalereien sind mittlerweile schon bekannt geworden. Mehrere Medien bereichteten über den Künstler und seine Werke, darunter der Spiegel und der Bonner General Anzeiger.

Chiu Bihui hat in Bonn mit Hsieh Tsan Yu gesprochen:
mehr in „Taipei Magazin“ am Montag, den 2. Januar 2012   
bei Radio Taiwan International 

Interview als mp3-Datei  

 Hier einige Fotos von Hsieh Tsan Yu und seinen Werken:

Wer die Wahl hat, hat die Qual – Präsidenten- und Parlamentswahl 2012

In Taiwan stehen die nächsten Wahlen an. Am Samstag, den 14. Januar 2012 finden das erstmalig gleichzeitig die Präsidentenwahl und die Parlamentswahl statt. Am 17 Dezember hat der Wahlkampf offiziell begonnen und langsam wird der Wahlkampf, sowohl um die Parlamentssitze als auch um das Amt des Präsidenten in Taipei aber natürlich auch in allen anderen Teilen Taiwans immer sichtbarer. Grund genug ein paar Informationen hier zu posten und natürlich machen wir auch die einen oder anderen Fotos, die wir hier mit allen Interessierten teilen möchten.
Zunächst zur Präsidentenwahl. Bei der Präsidentenwahl kandidieren drei Präsidentenkandidaten mit den jeweiligen Vizepräsidentenkandidaten. Im Folgenden sind die Kandidatenpaare in der Reihenfolge, wie sie auf dem Wahlzettel stehen werden, gelistet. Diese Reihenfolge wird übrigens ausgelost, wobei auch die Auslosung mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wird. Natürlich sollte die Reihenfolge keinen Einfluss auf das Wahlergebniss haben, aber man weiss ja über die geheime Macht von Zahlen. „13 ist eine Unglückszahl“ oder „aller guten Dinge sind 3“. Und auch hier in Taiwan sind Zahlen wichtig. So ist beispielsweise die 4 eine schlechte Zahl und die 8 eine besonders gute Zahl. Nun gibt es diesmal aber nur drei Präsidentenkandidaten, so muss sich keiner Sorgen machen, die 4 zugelost zu bekommen, aber andererseits hat keiner die Möglichkeit auf eine besonders glücksverheissende 8. Trotzdem fanden alle Kandidaten, bzw. ihre Vertreter eine gute Erklärung und ein gutes Omen in ihrer jeweiligen „Startnummer“ (im folgenden beim jeweiligen Kandidatenpaar angefügt).

1. Präsidentenkandidatin Tsai Ing-wen und Vizepräsidentenkandidat Su Jia-chyuan (DPP). „Die 1 symbolisiert, dass Tsai die ERSTE weibliche Präsidentin sein wird“

Tsai Ing-wen während der ersten TV-Debatte
Tsai Ing-wen während der ersten TV-Debatte

2. Präsidentenkandidat Ma Ying-jeou und Vizepräsidentenkandiat Wu Den-yih (KMT). Ma Ying-jeou stellt sich für eine weitere Amtszeit zur Wiederwahl. „Die 2 steht für Mas Ziele für seine ZWEITE Amtszeit.“

Der amtierende Präsident Ma Ying-jeou will den Frieden in der Taiwanstraße vorantreiben
Der amtierende Präsident Ma Ying-jeou will den Frieden in der Taiwanstraße vorantreiben
 3. Präsidentenkandidat James Soong und Vizepräsidentenkandidat Lin Ruei-shiung.
James Soong während der ersten TV-Debatte
James Soong während der ersten TV-Debatte

Was wäre eine Präsidentenwahl ohne den Veteran James Soong und vielleicht symbolisiert die 3 bei Soong „alle guten Dinge sind 3“. Denn dies ist sein dritter Versuch, in irgendeiner Weise am Präsidentenamt beteiligt zu werden. Bei der Präsidentenwahl 2000 kandidierte er als unabhängiger Kandidat (damals noch als KMT-Mitglied), nachdem die KMT Lien Chan als ihren Präsidentenkandidaten aufgestellt hatte. Nachdem Lien und Soong bekanntlich gegen Chen Shui Bian unterlagen, versuchten sie es im Jahr 2004 erneut, diesmal gemeinsam. Lien als Präsidentenkandidat und Soong (inzwischen Vorsitzender der neugegründeten People First Party) als sein Vizepräsidentkandidat. Nachdem die beiden erneut Chen Shui Bian unterlagen waren, versuchte Soong sein Glück nochmal als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters von Taipei. Aber auch in Taipei wollte ihn niemand, worauf Soong seinen Rückzug aus der Politik versprach. Doch nun hat James Soong sich dieses Jahr eines Besseren besonnen und sich erneut als Präsidentenkandidat aufstellen lassen – nicht weil er es wolle, sondern weil das Volk ihn brauche. Übrigens musste James Soong sich gemäß dem Wahlgesetz über eine Unterschriftensammlung als Kandidat aufstellen lassen, da seine Partei ihn nicht als Kandidat nominieren konnte – dazu fehlte ihr die notwendigen 5% im Parlament. Laut Gesetz musste er 250.000 Unterschriften zusammenbekommen. Soong versprach allerdings, dass er nur kandidieren werde, wenn er 1 Millionen Unterschriften zusammen bekommen werde. Letztendlich bekam er knapp 450.000 Unterschriften, was wahrscheinlich laut Soongs Rechnung aufgerundet 1 Million ergibt, denn er registrierte sich trotzdem. Eine Chance zu gewinnen, gibt ihm niemand, aber man sieht in Soong unter Umständen das Zünglein an der Waage, da der Unterschied zwischen den beiden anderen Kandidaten Ma Ying-jeou und Tsai Ing-wen laut den derzeitigen Umfragen nur sehr knapp ist.

Tsai Ing-wen mit dem Hinweis, dass sie die erste weibliche Präsidentin sein würde

Tsai Ing-wen mit dem Hinweis, dass sie die erste weibliche Präsidentin sein würde

Das ist nicht unwichtig, da bei der Präsidentenwahl derjenige mit der „Relativen Mehrheit“ gewinnt. D.h. angenommen Kandidat A erhält 39%, Kandidat B 37% und Kandidat C erhält 23%, dann hat Kandidat A gewonnen. Das sind übrigens die tatsächlichen Werte der Präsidentenwahl 2000. Es gibt also keinen zweiten Wahlgang, in dem einer der beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen des ersten Wahlgangs die absolute Mehrheit erhalten muss. Von KMT-Anhängern wird daher befürchtet, dass Soong mehr Stimmen von Ma Ying-jeou abzweigen könnte, als von Tsai Ing-wen, wodurch es zu einem ähnlichen Ergebnis wie im Jahr 2000 kommen könnte.

Die Amtszeit der Präsidenten und Vizepräsidenten beträgt übrigens vier Jahre und eine Wahl in das Amt ist nur zweimal möglich.

Nun ein paar Ausführungen zur Parlamentswahl, die wie erwähnt ebenfalls am 14. Januar 2012 stattfindet, das erste Mal gemeinsam mit der Präsidentenwahl.

Bei der Parlamentswahl stehen 113 Parlamentssitze zur Wahl. Dabei hat ein Wähler zwei Stimmen. Mit der Erststimme werden 73 Abgeordnete über die direkte Wahl in ihren Wahlkreisen gewählt (ein Mandat pro Wahlkreis). Mit der Zweitstimme werden 34 Mandate über die Landeslisten der Parteien vergeben. 6 weitere Abgeordnete werden direkt von den Ureinwohnern gewählt.

Interessant diesmal die Auseinandersetzung zwischen den Parteien, wer auf ihrer jeweiligen Landesliste die meisten Vertreter von benachteiligten Gruppen gesetzt hat. Sogar in den Nachrichten kamen Meldungen zu den Landeslisten und ihren jeweiligen Kandidaten. Doch das ist nur ein Teil des inzwischen immer heftiger werdenden Wahlkampfes.

Das Wahlzentrum eines Parlamentskandidaten des 12. Wahlbezirks

Das Wahlzentrum eines Parlamentskandidaten des 12. Wahlbezirks

Zu einem zünftigen Wahlkampf gehört natürlich, dass man die dreckige Wäsche der jeweils anderen Kandidaten wäscht. So sind kürzlich etwa 10 Jahre alte Fotos aufgetaucht, die die Frau des DPP-Vizepräsidentenkandidaten Su Jia-chyuan bei einer Party zeigen, bei der auch männliche Stripper anwesend waren. Und sie soll auch noch Spass dabei gehabt haben. Ein echter Skandal, denken KMT-Vertreter. Oder es wurde aufgedeckt, dass Su Jia-chyuan auf einem Ackergrundstück ein Haus gebaut hat, dass nicht den Gesetzen bzgl. der Nutzung von Ackergrundstücken entspricht. Daraufhin erklärte die DPP-Präsidentenkandidaten Tsai Ing-wen, man müsse die diesbezüglichen Gesetze ändern, weil die Gesetze die Leute zum Bau illegaler Häuser zwinge.

Kein Wunder, dass es hier jeden Morgen zum Stau kommt - bei den vielen inhaltsreichen Wahlbotschaften

Kein Wunder, dass es hier jeden Morgen zum Stau kommt - bei den vielen inhaltsreichen Wahlbotschaften

Auch der amtierende Präsident Ma Ying-jeou bleibt von Anklagen natürlich nicht verschont. Einer geht darum, dass die Fubon Bank ihm oder der KMT Geld gespendet haben soll. Unglücklicherweise wissen weder die Fubon-Vertreter noch die KMT, wann wer wieviel an wen gespendet hat. Bzw. die Aussagen wiedersprechen sich. Inzwischen haben sich beide Parteien auch schon gegenseitig angeklagt und sorgen weiter für tägliche Unterhaltung. Das lenkt manchmal davon ab, welche Themen bei der bevorstehenden Wahl wichtig sind und welcher Kandidat für was steht. China- und Wirtschaftspolitik sind natürlich von größter Wichtigkeit. Ist Ma zu China-freundlich oder könnte Tsai ein ähnlich frostiges Verhältnis mit Festlandchina provozieren, wie einst Chen Shui-bian? Wer ist am fähigsten Taiwan durch die derzeitig schwierige globale Wirtschaftslage zu navigieren?

Tsai Ing-wen unterstützt den Parlamentskandidaten ihrer Partei (DPP)

Tsai Ing-wen unterstützt den Parlamentskandidaten ihrer Partei (DPP)

Welche Fragen im diesjährigen Wahlkampf interessant sind, wurde in den beiden TV-Debatten zwischen den Kandidaten deutlich. Während in der erste TV-Debatte Fragen zu den Beziehungen zwischen Taiwan und Festlandschina im Fokus standen, lag in der zweiten Debatte der Schwerpunkt auf Fragen zum Umweltschutz, soziale Fragen wie die der Einkommensverteilung, staatliche Wohlfahrt und bezahlbares Wohnen. Bei den Parlementariern, besonders diejenigen, die direkt in den Wahlkreisen gewählt werden, spielen natürlich auch regionale Fragen eine Rolle.

Ma Ying-jeou und Wu Den-yi (in weißen Shirts)
Mit Unterstützung von Ma und Wu will dieser Parlamentskandidat den Bezirk XiZhi weiter nach vorn bringen.

Da fällt mir ein, ich muss mich noch mal informieren, welcher Parlaments-Kandidat aus meinem Wahlkreis sich für die schnelle Erweiterung der Taipeier MRT einsetzt. Wir halten sie auf jeden Fall auf dem Laufenden und fügen auch immer wieder neue Bilder hinzu.

Noch eine Besonderheit in Bezug auf das taiwanische Wahlgesetz. Bis jetzt gibt es keine Briefwahl in Taiwan. D.h. dass sich jeder zur Wahl dorthin begeben muss, wo er gemeldet ist, oft im Heimatort seiner Eltern. Das wirkt sich insbesondere auf zwei Gruppen aus – zum einen auf die Taiwaner, die sich (aus welchem Grund auch immer) im Ausland befinden und zum anderen auf Soldaten, wie kürzlich berichtet wurde. Die Taiwaner im Ausland müssen daher zur Wahl heimkehren, wenn Sie wählen möchten und die Parteien ermutigen die Taiwaner im Ausland dazu, für die Wahl nach Taiwan zurückzukehren. In Bezug auf die Soldaten hieß es kürzlich, dass etwa 13.000 Soldaten nicht wählen werden können, da sie in ihrer jeweilgen Basis in Bereitschaft sein müssen. Die Regierung hat die Armee dazu angehalten, eine möglichst reibungslose Ablösung zur Mittagszeit zu sichern, damit möglichst viele noch in ihre Heimat zurückkehren können.

Von Ilon Huang

Weihnachtsveranstaltung für Kinder in Taipei

Möchte man um diese Zeit ein wenig Weihnachtsgefühl verspüren, ist man bei Wendel’s, eine deutsche Bäckerei und Restaurant in Taipei, genau richtig. Der Inhaber Michael Wendel scheut keine Mühe, um echte Weihnachtsstimmung zu versprühen. Weihnachtsdekoration, Weihnachtsgebäck, Adventskalender usw. alles was das Herz zur Weihnachtszeit begehrt. Und Knusperhäuschen. Doch manchmal verkauft Wendel’s nicht nur fertige Knusperhäuschen, sondern gibt kleinen Konditoren die Möglichkeit, ihr Knusperhäuschen selber zu verzieren. Seit einigen Jahren veranstaltet Wendel’s an mehreren Tagen in der Vorweihnachtszeit einen Nachmittag, an dem kleinen Kinder zusammenkommen und in weihnachtlicher Umgebung ein eigenes Knusperhäuschen verzieren. In Profile der Taiwaner am Samstag, den 17. Dezember kommt Michael Wendel selber zu Wort. Hier schon mal ein paar visuelle Eindrücke.

Die Theke in Weihnachtsdekoration

Die Theke in Weihnachtsdekoration

Weihnachtskalender dürfen nicht fehlen

Weihnachtskalender dürfen nicht fehlen

Schon den kleinsten gefallen die Weihnachtskugeln

Schon den kleinsten gefallen die Weihnachtskugeln

Michael Wendel zeigt den Kindern, wie das Knusperhaus aussehen sollte

Michael Wendel zeigt den Kindern, wie das Knusperhaus aussehen sollte/könnte

"Onkel Michael" wie er während der Veranstaltung genannt wird, zeigt den Teilnehmern wie man Zuckerguss auflegt

"Onkel Michael" wie er während der Veranstaltung genannt wird, zeigt den Teilnehmern wie man Zuckerguss auflegt

Das Knusperhaus im Rohbau

Das Knusperhaus im Rohbau

Die Kinder machen sich mit Eifer an die Arbeit

Die Kinder machen sich mit Eifer an die Arbeit

Ein fertiges Produkt

Ein fertiges Produkt

Von Ilon Huang

Es wird immer weihnachtlicher in Taipei

Hier ein paar weitere weihnachtliche Eindrücke aus Taipei. Glücklicherweise sind nicht alles Werbeweihnachtsbäume.

Zunächst natürlich der RTI-Weihnachtsbaum – das ist wirklich nicht das Bild vom letzten Jahr

Der RTI-Weihnachtsbaum

Der RTI-Weihnachtsbaum

Auch die MRT Stationen sind weihnachtlich geschmückt

Ein Weihnachtsbaum in der Dazhi-MRT Station, in der Nähe von RTI

Ein Weihnachtsbaum in der Dazhi-MRT Station, in der Nähe von RTI

An den MRT Stationen angeschlossen gibt es sogenannte Untergrund-Einkaufsalleen (mehr über Taipeis MRT und derartige Einkaufsalleen gibt es in einem zukünftigen Blogeintrag), in denen natürlich auch ein Hauch von Weihnachten weht.

Ein Hauch von Weihnachten in einer Untergrund-Einkaufsallee

Ein Hauch von Weihnachten in einer Untergrund-Einkaufsallee

Auch auf der Straße gibt es natürlich Weihnachtsbäume.

Doch jetzt genug der Weihnachtsbäume. Eine Vielzahl von Geschäften sind weihnachtlich dekoriert oder verkaufen Weihnachtsdekoration.

Braucht noch jemand etwas Weihnachtsdekoration für die Wohnung?

Braucht noch jemand etwas Weihnachtsdekoration für die Wohnung?

Auch die (wahrscheinlich meisten) Kindergärten machen etwas weihnachtliches.

Das Fenster eines Kindergartens

Das Fenster eines Kindergartens

Ein Weihnachstmenü darf natürlich auch nicht fehlen – hier das Angebot von Kentucky Fried Chicken

Das Weihnachtsmenü von Kentucky Fried Chicken

Das Weihnachtsmenü von Kentucky Fried Chicken

Und dann der absolute Höhepunkt bisher – der Weihnachtsbus. Eine Busgesellschaft lässt im Dezember alle BusfahrerInnen im Weihnachtsmann/frau-Kostüm die Busse fahren, aber einen Bus gibt es, der ist weihnachtlich geschmückt. Und gerade den habe ich tatsächlich erwischt und das noch, als er fast leer war.

Der Weihnachtsbus

Der Weihnachtsbus

Fortsetzung folgt.

von Ilon Huang

Ein Tag in Taipei

Was kann man an einem Tag in Taipei sehen? Kürzlich hatte ich die Gelegenheit, dies zu testen, als Freunde aus Deutschland auf dem Weg nach Neuseeland für einen Tag in Taipei einen Zwischenstop machten. Trotz etwa 24-stündigem Schlafmangels wollten sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, einmal einen kurzen Eindruck von Taipei zu erhalten. So verliessen die vier (Gwen, Katrin, Svenja und Denise)  den sicheren Taoyuan Internationalen Flughafen und begaben sich per Bus nach Taipei Stadt. Tatsächlich ist es doch relativ einfach, vom Flughafen aus andere Städte in Taiwan zu erreichen, auch wenn man noch nie in Taiwan war. Für etwa 15-20 Euro kann man ein Taxi nach Taipei Stadt nehmen, ein Busticket gibt es schon für etwa 3 Euro. Die Fahrt zum Taipei Hauptbahnhof dauert derzeit etwa eine Stunde, kann bei zügigem Verkehr aber auch weniger als 45 Minuten dauern (während des Berufsverkehrs aber auch wesentlich länger). Man kann auch mit dem Bus zunächst zu den Bahnhöfen in Taoyuan (Taiwan Eisenbahn und Hochgeschwindigkeitsbahn), doch da die Bahnhöfe in einiger Entfernung vom Flughafen liegen, lohnt sich das für eine Fahrt nach Taipei eher nicht. Diese Methode lohnt sich allerdings (zeitmäßig) für eine Fahrt in weiter abgelegene Städte im Süden (Hsinchu, Taizhong, Kaohsiung usw.). In etwa 3 Jahren wird Taipei Stadt aber noch bequemer und schneller zu erreichen sein, wenn nämlich die MRT-Strecke (Mass Rapid Transportation – das taiwanische U-Bahn System in Taipei und Kaohsiung) zwischen dem Flughafen und Taipei Stadt fertiggestellt sein wird. Dann soll die Fahrt zum Bahnhof nur etwa 35 Minuten dauern und das natürlich unabhängig von der Verkehrssituation. Doch zurück zur Gegenwart und zu unserem Tagesausflug. Wir trafen uns am Hauptbahnhof (mit Steffi, einer weiteren gemeinsamen Freundin aus Taiwan), der trotz der Größe auch ein sehr guter Treffpunkt ist.

Der Taipei Hauptbahnhof

Der Taipei Hauptbahnhof

Denn auf jeder Seite des Hauptgebäudes gibt es einen Ein-/Ausgang mit der jeweiligen Windrichtung als Bezeichnung. Man muss also nur sagen, ob man sich an Ausgang Nord, Ost, Süd oder West treffen will.

Treffpunkt Ausgang Ost, sehr einfach zu finden

Treffpunkt Ausgang Ost, sehr einfach zu finden

Vom Bahnhof, der natürlich an das Taipeier MRT-Netzwerk angeschlossen ist, ging es dann per MRT zur ersten Sehenswürdigkeit – die im Jahr 1972 zur Erinnerung an den Gründervater der Republik China fertiggestellte Sun Yat-Sen Gedenkstätte.

Vor der Sun Yat-Sen Gedenkstätte

Vor der Sun Yat-Sen Gedenkstätte

Nach einem hastigen Frühstück konnten sich meine Gäste hier ein grobes Bild über traditionelle chinesische Architektur und Parks machen. Und wir hatten Glück – wir kamen gerade pünktlich zum stündlichen Wachwechsel. Vor der Statue des Sun Yat-Sen stehen nämlich zwei Soldaten der Ehrengarde Wache und werden jede Stunde abgelöst.

Wachablösung - wer sich diese Schritte wohl ausgedacht hat

Wachablösung - wer sich diese Schritte wohl ausgedacht hat

Das geht natürlich nicht mit einem einfachen Abklatschen und „Jetzt seid Ihr dran“, sondern mit einem hochkomplizierten, oft trainiertem Ritual, wobei die Soldaten auf jeden Schritt und jede Drehung achten müssen und dabei auch noch einige Kunsttücke mit dem Gewehr vorführen. Das ist bis heute eine Touristenattraktion, die vielleicht einen neuen Schub durch die neuen Massen von festlandchinesischen Besuchern erhalten hat. Nach den obligatorischen Fotos ging es zum nächsten Ziel, in dessen Schatten die Sun Yat-Sen Gedenkstätte steht – das Taipei 101.

Das nächste Ziel - der alles überragende Taipei 101

Das nächste Ziel - der alles überragende Taipei 101

Das Taipei 101 war mit 101 Stockwerken und 508 Metern (Höhe bis zur Spitze) das höchste Gebäude der Welt, bis es vom Burj Khalifa abgelöst wurde. Aber inzwischen gilt es als das höchste grüne Gebäude der Welt (siehe Bericht in der Wiener Zeitung von Klaus Bardenhagen http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/panorama/chronik/411846_Ein-gruener-Riese-in-Taipeh.html), noch ein Grund mehr, dieses beeindruckende Gebäude nicht nur anzuschauen, sondern auch die oberste Aussichtsplattform zu besuchen.

Vor dem Stadtbild von Taipei

Vor dem Taipei Stadtbild

Das wollten sich meine Gäste nicht entgehen lassen und so ging es mit dem ehemals schnellsten Aufzug der Welt (16 m/s) zur Aussichtsplattform (der Aufzug des Burj Khalifa soll mit 18 m/s inzwischen schneller sein). Mit 400 Taiwan Dollar, etwa 10 Euro ist man dabei.

und über der Stadt Taipei

und über der Stadt Taipei

Oben angekommen hat man bei guten Wetter eine unglaubliche Aussicht, doch leider war es an diesem Tag bewölkt und regnerisch. Trotzdem hatten wir eine bessere Aussicht als vorher gedacht und man konnte immerhin noch unseren Radiosender RTI sehen.

RTI (dahinter das Grand Hotel) vom Taipei 101 gesehen

RTI (dahinter das Grand Hotel) vom Taipei 101 gesehen

Und natürlich auch die Sun Yat Sen Gedenkstätte, die ja sozusagen gleich unter dem Taipei 101 liegt.

Die Sun Yat-Sen Gedenkstätte von oben

Die Sun Yat-Sen Gedenkstätte von oben

Auch das (weltgrößte?) Tilgerpendel zur Dämpfung von Gebäudeschwingungen des Taipei 101 ist für Besucher immer beeindruckend.

Das Tilgerpendel

Das Tilgerpendel

Jetzt war es inzwischen Mittag geworden, also Zeit für das Mittagessen. Und naürlich hat auch dafür das 101 einiges zu bieten – in Taipei ist etwas Eßbares nie weit entfernt. Im Erdgeschoss gibt es nicht nur einen Delikatessen-Laden, sondern auch eine Vielzahl von Garküchen, mit aller Arten von Speisen – von traditionell taiwanisch/chinesisch über indisch und koreanisch bis hin zu McDonalds (oder war es BurgerKing?). Da fällt einem die Auswahl schwer, doch schließlich hatten wir alle etwas gefunden und nach einer Stärkung sollte es weiter gehen. Wir hatten jetzt schon etwas eher traditionelles (Sun Yat-Sen Gedenkstätte) und etwas super modernes (Taipei 101) gesehen. Als nächstes wollten wir noch mehr in die Vergangenheit tauchen und den Long Shan Tempel im Westviertel der Stadt besuchen. Also ging es zuerst zurück zur MRT-Station, wobei wir das ultramoderne Einkaufsviertel im XinYi Viertel durchquerten. Hier treffen sich die Schönen und die Reichen und alle anderen auch. Das wunderbare hier – viele der Gebäude in diesem Gebiet sind durch überdachte Brücken verbunden, so dass man einerseits den Verkehr vermeiden kann aber auch vor Regen geschützt ist. Dann ging es mit der MRT vom Ostviertel der Stadt in das ältere Westviertel in nur 15 Minuten.

Im Hof des Long Shan Tempels

Im Hof des Long Shan Tempels

Nur einige Minuten Fussmarsch von der MRT Station liegt dann der 1738 erbaute LongShan Tempel. Wir hatten wieder Glück, denn in dieser Woche fanden Feierlichkeiten zum Geburtstag einer Göttlichkeit statt und so konnten wir den Tempel in voller Aktion erleben. Viele Tempelgänger mit Opfergaben und Räucherstäbchen. Im LongShan Tempel werden, wie in den meisten Tempeln in Taiwan, verschiedene Götter verschiedener Religionen verehrt. Buddhistische und daoistische Götter und traditionelle Volksgötter. Das ist natürlich auch für die Götter von Vorteil, können sie doch ihre Tempel über das ganze Land verteilen ohne, dass sie alleine die Kosten für jeden ihrer Tempel tragen müssen. Nach dem Besuch beim Tempel war es auch schon wieder später Nachmittag und langsam wurde es Zeit für die inzwischen sehr müden Besucher, zum Flughafen zurückzukehren. An einem Tag konnten sie ein wenig in das moderne und in das alte Taipei reinschnuppern, auch dank der MRT in Taipei, die immer mehr wächst und immer mehr Teile der Region Taipei verbindet. Also ein Besuch in Taipei lohnt sich, auch wenn es nur für einen Tag ist, aber länger wäre natürlich besser.

von Ilon Huang

„Ewig im Liebesfluss schwimmen“

 Am 29. November 2011 haben Ilona und Bernhard Henze (der stellvertretende Vorsitzende des RTI-Hörerklub Berlin) geheiratet.
Die Hochzeit fand im Standesamt in Wolkenstein im Erzgebirge statt.

Ilona, Bernhard und Bihui

Ilona, Bernhard und Bihui

 
Die Hochzeit fand im engsten Kreis statt. Chiu Bihui hat sich deshalb besonders gefreut, dass sie an der Hochzeitsfeier teilnehmen und dem frischmermählten Ehepaar sozusagen „im Namen des gesamten taiwanischen Volkes“ die herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln konnte. Bihui wünschte Berhard und Ilona 永浴愛河 – dass sie „ewig im Liebesfluss schwimmen mögen “ und  白頭偕老 – dass sie „bis ins hohe Alter – oder wörtlich, auch noch wenn die Haare schon weiß sind – zusammenleben mögen“.

Hochzeit im Standesamt

Hochzeit im Standesamt

 
Es war absolut ein glücksverheissender Tag.  Ende November ist es normalerweise schon sehr kalt und es kann auch schon viel Schnee geben. Aber genau am Tag der Hochzeitsfeier zeigte sich das Wetter von der allerbesten Seite – blauer Himmel und Sonnenschein und zur Feier des Tages stiegen die  Temperaturen sogar bis auf etwa 13 Grad.

Die Hochzeitsgäste waren alle bester Stimmung  und das Paar war glücklich, wenn auch etwas aufgeregt. Höhepunkt der Hochzeit war natürlich die Zeremonie der Trauung, bei dem sich Braut und Bräutigam laut und deutlich das Ja-Wort gaben.   

Ein weiterer Höhepunkt der Hochzeitsfeier war eine Fahrt der Hochzeitsgesellschaft mit der Fichtelbergbahn nach Annaberg. Auf der Eisenbahnfahrt konnte man die wunderschöne Berglandschaft des Erzgebirges bewundern und die idyllischen Atmosphäre dort erleben. 

Das frischvermählte Paar vor der Fichtelbergbahn

Das frischvermählte Paar vor der Fichtelbergbahn

 
Die Teilnehmer der Hochzeitsfeier haben nicht nur tüchtig gefeiert, gut gegessen und getrunken, sondern auch viele Fotos aufgenommen, um diese schönen Augenblicke  festzuhalten.
 
Wir wünschen dem neuvermählten Ehepaar Bernhard und Ilon alles Gute und, wie gesagt, mögen sie ewig im Liebesfluss schwimmen.  
Chiu Bihui und das gesamte RTI-Team