Taiwaner vs. ´der, die, das´

Deutsche Sprache – schwere Sprache? Selbst wenn dieses Gerücht stimmen sollte, hält es weltweit ungefähr 15 Millionen Menschen nicht davon ab, Deutsch als Fremdsprache zu lernen.
Wer sich in Taiwans Hauptstadt als Nicht-Muttersprachler mit deutschen Konjugationen und Konjunktionen herumschlagen möchte, für den ist das Goethe-Institut in der Heping West Road eine gute Adresse.

Goethe-Institute gibt es auf der ganzen Welt. Sie präsentieren weltweit das kulturelle, politische und gesellschaftliche Leben Deutschlands. So will die Bundesregierung die internationale kulturelle Zusammenarbeit pflegen und vor allem die deutsche Sprache im Ausland fördern.

Weitere Infos: http://www.goethe.de/ins/cn/tai/lrn/deindex.htm

Ingrid Kao ist Leiterin der Spracharbeit am Goethe-Institut. Quelle: http://www.goethe.de/ins/cn/tai/uun/mit/sdl/cnindex.htm

Am Goethe-Institut in Taipehs Südwesten haben in den vergangenen 45 Jahren über
40 000 Personen Deutsch gebüffelt. Leiterin der Spracharbeit ist Ingrid Kao. Ihre momentan etwa 1 500 Schüler lernen aufgeteilt in sechs Schwierigkeitsstufen:
A1, A2, B1, B2, C1 und C3.
Im Anfänger-Kurs A1 lernt man Zahlen und Uhrzeiten, sowie einfache Fragen und Schilder zu verstehen. Nach Stufe B können die Schüler Diskussionen führen, Radiosendungen verstehen und Texte zu komplexen Sachverhalten schreiben. Ein echter Experte ist, wer die C-Stufe abgeschlossen hat. In der Beschreibung auf der Goethe-Homepage heißt das: “Kann praktisch alles, was er/sie liest oder hört, mühelos verstehen.”

Ein Kurs – 48 mal 45 Minuten – kostet 6000 Taiwan-Dollar, also etwa 150 Euro. Den Unterricht geben derzeit etwa 20 Lehrer. Ein Drittel davon sind deutsche Muttersprachler. Zwei Drittel sind Taiwaner, die in Deutschland studiert haben.

Und wer lernt Deutsch? „Vorallem Berufstätige und Studenten“, sagt Ingrid Kao. Viele wollen in Deutschland weiterstudieren – doch dafür müssen sie ausreichend Deutsch können. Momentan studieren schon etwa 1500 Taiwaner in Deutschland. Besonders beliebt sind Kunst- und Musikhochschulen. Aber auch Germanistikstudenten und Juristen aus Taiwan sind an deutschen Unis eingeschrieben. Studenten der Natur- und Ingenieurwissenschaften ziehen nach.

Doch nicht, dass der Eindruck entsteht, alle taiwanischen Studenten seien Sprach-Streber. Denn längst nicht alle lernen Deutsch des Studiums wegen. Ingrid Kao hat die Beobachtung gemacht, dass immer mehr junge Taiwaner Deutsch zum Spaß lernen! Auch, um besser für eine Reise nach Deutschland gerüstet zu sein.

Ingrid Kaos jüngster Deutsch-Fan war gerade mal acht Jahre alt. Als er wegen seines zu jungen Alters am am Goethe-Institut abgewiesen wurde, hat er einfach privat Deutsch gelernt. Zwei Jahre später hat er wieder bei Frau Kao angeklopft, mit Vater und Tante im Schlepptau. Beide mussten Überzeugungsarbeit leisten, letzten Endes aber mit Erfolg: der Junge wurde am Goethe-Institut genommen.

In der Regel müssen die Deutsch-Lerner mindestens 16 Jahre alt sein. Früher lag die Grenze noch bei 18 Jahren, erzählt Ingrid Kao. Abgesenkt wurde sie, weil immer mehr Schüler kamen, wenn sie auf eine höhere Schule gewechselt waren und dort Deutsch nicht mehr angeboten wurde..

Die Sprachkurse sind straff nach Lehrbuch organisiert. Im Konversations-Kurs, den Praktikantin Silva (25) gibt, geht es hingegen lockerer zu. Hier plaudert etwa ein Dutzend Taiwaner im Alter von 15 bis 45 Jahren miteinander. Sie tauschen sich mit Silva über Deutschland und Taiwan aus und trainieren so ihr Deutsch fast nebenbei. Auffällig ist, wie gut mancher Schüler schon nach kurzer Zeit Deutsch sprechen kann.
Vielleicht deswegen, weil sie nicht nur die Sprache lernen, sondern sich auch für Deutschland im Allgemeinen interessieren.

Chou Haowei, 25, aus Zentraltaiwan findet zum Beispiel die Landschaft in Deutschland “sehr schön”. Und welche Deutsche kennt er? “Kanzlerin Angela Merkel und den Wissenschaftler Albert Einstein.”

Luo Shixuan ,25, nennt sich Peter und kommt aus Taizhong. Er ist begeistert von der deutschen Kultur und kennt sich mit der neueren deutschen Gechichte aus. Peter hat viele Freunde aus Deutschland: “Den Film ´Das Leben der Anderen´ finde ich wunderbar, Currywurst und Pommes sind sehr lecker und die Stimmung in Berlin ist fantastisch!”Als er in Prag studiert hat, hatte er deutsche Mitbewohner. Er wollte unbedingt verstehen, was sie  sagten; also begann Peter Deutsch zu lernen.

Geigerin Yvonne Chui, 20, hingegen hat erst die Musik von Beethoven und Mozart lieben gelernt, bevor sie auch Gefallen an der deutschen Sprache fand. Auch nach zwei Jahren sagt sie noch: “Deutsch macht viel Spaß!”

Dennoch finden fast alle hier die Grammatik schwer, vor allem die Artikel bereiten Kopfzerbrechen. “Wie könnt ihr Deutschen euch das merken? Der, die das!?” fragt Peter ungläubig. Erntet er daraufhin von einem Muttersprachler nur Schulterzucken, macht das den ehrgeizigen Schüler ein wenig wütend. Allerdings seien die grammatikalischen Stoplersteine nur halb so wild, wenn man vorher Englisch gelernt habe – findet jedenfalls Musterschüler Peter.

Während Englisch Pflichtfach in der Junior und Senior High School ist, fristet Deutsch das Dasein eines Orchideenfachs. 2010 lernten immerhin um die 3 000 Schüler Deutsch als zweite Fremdsprache. Das Schulfach wurde erst vor zehn Jahren eingeführt, mittlerweile wird es in 93 Klassen an 47 Schulen unterrichtet. Immerhin sechs taiwanische Unis verfügen über eine eigene Deutschabteilung, auch etliche andere Hochschulen bieten Deutschunterricht an. Das macht insgesamt etwa 4 200 Studenten. Weitere Möglichkeiten zum deutschlernen bieten private Sprachinstitute oder man engagiert einen Privatlehrer.

Hinzu kommen schätzungsweise 300 bis 400 besonders Eifrige, die sich Deutsch selbst beibringen – durchs radiohören.

von Manon Priebe

中秋節 Mondfest

Alle Jahre wieder, wenn der Mond am hellsten am Firmament scheint, ist es so weit:
Taiwan feiert Mondfest!

Das Beweisfoto: der kugelrunde, strahlende Vollmond am diesjahrigen Mondfest.

Das Beweisfoto: der kugelrunde, strahlende Vollmond am diesjährigen Mondfest.

Das Mondfest, auch Mittherbstfest (中秋節 zhōngqiūjié) genannt, ist das zweitwichtigste Fest nach dem Chinesischen Neujahr. Das Mondfest steht immer am 15. Tag des achten Monats  im Mondkalender.
Warum gerade dann? Immer am 15. Tag ist Vollmond im Mondkalender und die Glückszahl acht bedeutet Reichtum und Wohlstand. Dieses Jahr fällt das Fest auf Montag, den 12. September.

Der Mond steht für Frieden und Wohlstand der ganzen Familie. Denn der Vollmond symbolisiert mit seinem geschlossenen Kreis auch den Zusammenhalt innerhalb der Familie. Daher das Sprichwort: “Ist der Mond rund, ist auch der Kreis der Menschen rund” (中秋月圓,人團圓 zhōngqiū yuè yuán, rén tuányuán). So wird das Fest zu Ehren des Mondes traditionell im Kreise der Familie begangen.

Gegessen wird dann passenderweise der Mond – zumindest in Kuchenform. Mondkuchen (月餅yuèbǐng) sind die Christstollen der Taiwaner.

Nur sind die süßen Monde noch mächtiger. Man ist nicht selten satt, noch bevor man den Vollmond zu einem Halbmond gefuttert hat. Gut möglich, dass man bei übermäßigem Genuss sebst ein Mond- gesicht bekommt.

Traditionell sind die Mondkuchen man einem Eidotter und Fleisch gefüllt, während die süße Variante nach Süßkartoffel schmeckt.

Doch dem Erfindergeist scheinen keine Grenzen gesetzt und so werden jedes Jahr neue Varianten erfunden: mit grüner oder roter Bohnenpaste, Gemüse, Früchten von Ananas über Litschi, Kürbis und Kumquat bis Durian, Sesam, Lotus, Nüsse, Samen. Beliebt ist auch die gemischte, süß-herbe Variante: Gemäß des yin-yang-Prinzips stößt man dort unter Teig und roter Bohnenpaste auf einen Eidotter.
Also vorher genau die Verpackung studieren, sonst wird aus dem Mondkuchen ein Überraschungsei. Denn von außen sind sie meist alle nett anzusehen mit ihren eingepressten Schriftzeichen, die mal die Geschmacksrichtung verraten, mal dem Esser Glück wünschen oder mit dem Mond oder einem Hasen verziert sind.

Hier ein Rezept für 12 Mondkuchen mit traditioneller Ei-Füllung (ohne Garantie und Gewähr):
(Quelle: http://blog.chinatours.de/2011/08/30/original-chinesischer-mondkuchen-%E2%80%93-rezept-mit-traditionen/)

Zutaten
90g Öl
180g Zuckersirup
270g Mehl
4,5 TL Lauge
eine Handvoll Melonenkerne
12 gesalzene Eier
40-50g Lotuspaste

Zubereitung
1. Das Mehl mit Öl, Zuckersirup und Lauge vermischen, dann den Teig ca. 30 Minuten ruhen lassen.
2. Die gesalzenen Eier kochen und das feste Eigelb herauslösen.
3. Die Lotuspaste mit den Melonenkernen vermengen, in 12 Portionen teilen und jede Portion ausrollen. Das Eigelb darauflegen, dann die Lotuspaste wieder um das Eigelb wickeln und zu einer Kugel formen.
4. Teig in 12 Portionen teilen und ausrollen.
5. Die Kugel aus Lotuspaste in die Mitte des Teigs legen und den Teig vorsichtig um die Füllung wickeln.
6. Wer will, kann die Teigkugel nun zur Verzierung in eine spezielle Mondkuchenform drücken, wieder herauslösen und auf einem Bachblech in den vorgeheizten Backofen legen.
7. Die Mondkuchen 10 Minuten bei  200°C  backen, dann mit Eigelb bestreichen und weitere 10 Minuten bei 175°C backen.
Am besten soll der Mondkuchen werden, wenn man ihn nach dem Backen noch 2-3 Tage abgedeckt lagert. Erst so entfalte sich der aromatische Geschmack.
Mondkuchen gibt es in Taiwan an jeder Ecke: Grosse Kaffeehaus-Ketten präsentieren ihre eigenen hippen Variationen des traditionellen Gebäcks. Selbst kalorienarme Versionen sind auf dem Markt. Mittlerweile ist sogar der Hund auf den Mondkuchen gekommen. Und so gibt es besonders verträgliche Mondkuchen extra für Vierbeiner zu kaufen.

Eine weitere ausgefallene Variante zeigte ein Kaufhaus in Beijing. Dort werden Mondkuchen aus purem Gold verkauft.

Auch eine Variante: Mondkuchen aus purem Gold. Quelle: http://german.china.org.cn/business/txt/2011-08/31/content_23320905.htm

Das größte Exemplar der über 30 goldigen Mondkuchensorten wiege 100 Gramm und koste stolze 6 500 Euro. Dank des ansteigenden Goldpreises sei diese etwas andere Mondkuchenart bei den chinesischen Konsumenten recht beliebt.

In Taiwan muss keiner die recht aufwändigen Mondkuchen selbst backen. Schon Tage bis Wochen ver dem Mondfest gibt es die Leckereien überall zu kaufen. Oder man bekommt sie geschenkt, zum Beispiel vom Chef, Lehrer, Nachbarn oder von Freunden. Als Ausgleich zur süßen Mächtigkeit wird zum Mondkuchen Tee im Kreise der Familie getrunken.

Der Mond wird aber nicht nur gegessen, man betrachtet ihn auch.
Den Dichter Li Bai aus der Tang-Dynastie (618 – 907) hat der Mond zu über 320 Gedichten inspiriert. Wohl in der Ferne vom Heimweh geplagt entstand eines seiner bekanntesten Werke überhaupt:

靜夜思 jngyèsī
(
李白 Lǐ Bái 701-762)

床前明月光 chuáng qián míng yuè guāng

疑是地上霜 yǐ shì dì shàng shuāng

舉頭望明月 jǔ tóu wàng míng yuè

低頭思故鄉 dī tóu sī gù xiāng

Eine der zahlreichen Übersetzungen lautet:

Nachtgedanken
Vor dem Bett erscheint das helle Mondlicht,
Ich dachte es sei Raureif auf dem Boden.
Ich hebe meinen Kopf und betrachte den hellen Mond,
Ich senke den Kopf und denke an die Heimat.

Mondkuchen sind nicht nur lecker. Angeblich dienten sie einst sogar einer Rebellion auf dem chinesischen Festland. Damals wollten die Han die Mongolen und deren Yuan-Dynastie (1271-1368) stürzen. Ein Aufstand war geplant, doch haperte es an der Kommunikation zwischen den Aufständischen. Der militärische Berater der Han-Volksarmee, Liu Bowen 劉伯溫, soll damals auf die Idee gekommen sein, Zettel in Mondkuchen zu verstecken. Die geheime Botschaft darauf lautete: “Aufstand in der Nacht des Mondfestes”. Der Aufstand brach tatsächlich aus und die Yuan- Regierung wurde gestürzt. Seitdem werden die Mondkuchen auch in Erinnerung an diesen Aufstand gegessen.

Doch Mondkuchen ist nicht die einzige Spezialität, die auf den Tisch kommt. Dort liegen neben den Mondkuchen traditionell auch Pomelos.

Die Pomelo wird so kunstfertig geschält, dass aus der Schale ein Hut wird, den der Jüngste in der Familie dann aufsetzen muss. http://www.flickr.com/photos/starrydesigns/2238381006/sizes/m/in/photostream/

Nicht etwa, weil ihnen eine ähnlich revolutionäre Vergangenheit wie den Mondkuchen nachgesagt wird, sondern weil ihre Form an den vollen, kugeligen Mond erinnert. Und weil sie um die Zeit des Mondfestes reif  für die Ernte sind.

Deshalb wird zum Mittherbstfest auch dem Gott für die lokale Landwirtschaft und Gesellschaft, dem Erdgott, gehuldigt. Die Menschen danken ihm für die Ernte und bitten um weitere gute Ernten.
Auch um den Ursprung des Mondfestes ranken sich etliche Legenden. Natürlich handelt eine auch von der Liebe – und vom Klimawandel.
Diese Legende heißt “Chang’e fliegt zum Mond” (cháng’é bēnyuè 嫦娥奔月).

Und das kam so: Alles hatte damit begonnen, dass sich zehn Sonnen am Himmel abwechselten, um auf die Erde zu scheinen. Doch eines Tages strahlten alle zehn gleichzeitig auf die Erde und drohten dort alles zu verbrennen.

Da war Hou Yi 后羿 zur Stelle und schoss mit seinem Pfeil und Bogen neun Sonnen ab. Der einzig verblie- benen befahl er, jeden Tag pünktlich auf- und unter- zugehen.

Der Held ging nicht leer aus und bekam für seinen erden-rettenden Einsatz vom Kaiser eine Pille geschenkt, die Unsterblichkeit versprach. Doch die Pille kam mit einem “aber”: Hou Yi sollte die Pille nicht sofort nehmen, sondern sich erst durch einjähriges Beten und Fasten auf die Unsterblichkeit vorbereiten. Hou Yi tat wie’s ihm befohlen und versteckte die Unsterblichkeitspille zuhause. Doch da war auch seine Frau Chang’e. Kaum war der Mann mal wieder außer Hause, schluckte Chang’e die Pille – und schwebte alsbald schwerelos gen Himmel.

Chang'es Mondfahrt hat schon zahlreiche Künstler inspiriert. Quelle:http://blog.chinesehour.com/wp-content/uploads/2007/10/chang_e_flying_moon.jpg

In einer wohlwollenderen Version schluckt Chang’e die Pille aufopferungsvoll, weil ein Bogenschützen-Lehrling ihres Mannes sie zwingen wollte, ihm die Pille zu geben. Um das zu verhindern opferte sich Chang’e.

Hou Yi folgte ihr, aber aufgrund widriger Windverhältnisse musste er seinen Flug abbrechen und zur Erde zur ückkehren. Chang’e entledigte sich ihrerseits der Pille und landete auf dem Mond. Dem ortsansässigen Hasen befahl sie dann, eine neue Pille herzustellen, mithilfe derer sie zu Mann und Heim auf die Erde zurückkehren könne.
Damit ist der Hase immernoch beschäftigt.

Seitdem ist Chang’e die Göttin des Mondes. Hou Yi hat sich seinerseits auf der Sonne niedergelassen. Deshalb steht die Sonne für das männliche Yang, der Mond für das weibliche Yin. Nur ein Mal im Jahr kann Hou Yi seine Chang’e besuchen: am Mondfest. Deshalb ist dann der Mond auch besonders hell und schön.

Was es mit dem erwähnten Hasen im Mond auf sich hat? Das ist der Jade-Hase (玉兔 yùtù) und der kam so auf den Erd-Trabant:
Es war einmal ein Gott, der die Höflichkeit der Tiere des Waldes testen wollte. Also verwandelte er sich in einen alten Mann in zerlumpter Kleidung. Und er wurde nicht enttäuscht: Bär, Affen, Vögel, Fuchs, sie alle teilten ihr Essen mit dem vermeintlichen hungrigen Alten. Nur der Hase hatte verzweifelt seinen Bau nach etwas Essbarem abgesucht – vergeblich. Also sprang er selbst ins Feuer und brutzelte sich zu einer Mahlzeit für den verkleideten Gott. Von so viel Hilfsbereitschaf und Großzügigkeit angetan, ließ dieser den Hasen als Jadehasen im Mondpalast auferstehen.

Glauben Sie nicht? Dann schauen Sie sich mal dieses Satellitenbild an.

Drehen Sie es in Gedanken ein wenig.
Riskieren Sie ruhig einen langen Blick.

Doch Chang’e und der Jade-Hase sind nicht allein auf dem Mond. Dritter im Bunde wurde der Holzfäller Wu Gang (吳剛 Wú Gāng). Auch er versuchte unsterblich zu werden. Allerdings war er ein recht fauler Lerner was die notwendgen Theorien anging. Diese Beleidigung ließen sich die Götter aber nicht gefallen und verbannten ihn auf den Mond. Sein Rückfahrticket: er sollte einen 1665 Meter grossen Baum auf dem Mond fällen. Gelänge ihm dies, würde er unsterblich werden.

http://www.whatsonxiamen.com/event1695.html

Wu Gong, der unermüdliche Holzf äller.
Quelle: http://www.whatsonxiamen.com/event1695.html

Dieses Mal gab Wu Gang alles. Allerdings wuchs der Baum immer wieder nach. Doch Wu Gang hat nie aufgegeben – wie Sisyphos. Der Baum seinerseits auch nicht und wächst auch stets wieder nach. Und so kann man in wolkenlosen Nächten auch den Schatten dieses Kirschbaumes beobachten.

So farbenfroh sieht es auf einem taiwanischen dem Grill aus.

Das Mondfest ist eine lebendige Tradition in Taiwan. Die Taiwaner begehen den Feiertag nicht einfach, sie feiern und leben ihn. Und halten das Mondfest durch neue Traditionen am Leben. Seit Mitte der Achtziger assoziiert man so noch etwas mit dem Mondfest: Grillen.


Zu der Feierlaune trägt sicher auch die Tatsache bei, dass der Tag des Mondfestes ein offizieller Feiertag ist.

In diesem Sinne: 中秋節快樂 (zhōngqiūjié kuàilè) – Alles Gute zum Mondfest!

Zum vormerken die Termine in den kommenden Jahren:
2012: 30. September
2013:  19. September
2014:    8. September
2015: 27. September
2016:  18. September

von Manon Priebe

Hot Spots in Taipei – Yongkangjie ((永康街)

Heute im ersten Teil einer losen Reihe von Taipeis interessanten und beliebten Vierteln stelle ich ihnen heute die Yongkangjie ((永康街) vor.

(von Frank Pevec)

Quirlige Yongkangjie

 

Zwischen der Heping Rd. Und der Hsinyi Rd. nördlich von der Shida-Universität  gelegen, grenzt sie dabei an das Mandarin Training Center, der Chinesisch-Sprachschule der  Shida an.

Die Gegend ist mittlerweile eine der Topadressen für nicht ganz alte Personen. Über die Nähe zur Universität hat sich das Viertel mittlerweile zu eines der besseren in Taipei gemausert, was sich auch in den Immbobilienpreisen und Mieten entsprechend durchschlägt.

Zwischen zwei großen Hauptstraßen gelegen, weist die Yongkangjie alles auf, was das wohnen für den Taiwanesen angenehm macht: Man befindet sich in zentraler Lage, etliche Geschäfte, Restaurants, Kaffees sind zu finden, viele Menschen auf der Straße sorgen für die eine angenehm quirlig-entspannte Atmosphäre und in den vielen kleinen Nebenstraßen lässt sich immer etwas Neues entdecken. Nicht zuletzt gibt es hier kaum Verkehr, es ist für Taipeier Verhältnisse relativ ruhig. Der relativ große Daan-Park, per Pedes leicht in ein paar Minuten zu erreichen, bietet zudem gute Erholungsmöglichkeiten und auch ein wenig Unterhaltung. Die Grünanlage sorgt in unmittelbarer Umgebung in der Tat für bessere Luft und etwas mehr Sauerstoff. Kurzum, für Taiwanesen und auch etliche Ausländer ist die Yongkangjie eine beliebte Adresse. Nicht jeder Student hat mittlerweile mehr das nötige Kleingeld, dort eine Wohnung zu finden, was einem allerdings beim Schlendern durch das wuselige nicht besonders auffällt.

Viele junge Leute kommen hierher, um in den etliche kleinere Garküchen und Restaurants ihr Abendessen einzunehmen. Eine große Vielfalt einheimischer und auch etlicher ausländischer Spezialitäten zu bezahlbaren Preisen locken alle hierher. Nicht ohne Grund ist das Viertel und sind auch etliche Restaurants ausführlichst in japanischen Reiseführern beschrieben. Essen ist in Asien immer ein großes Thema, und dies auch zurecht!

Einfach-rustikales japanisches Restaurant

Zu Essen gibt es hier Traditionelles und oft auch in besserer Qualalität.

Hier gibt es die ultimative Rindfleischnudelsuppe

Jährlich gibt es in Taipei einen Wettbewerb um die ultimative Rindfleischnudelsuppe, hier gibt es garantiert den echten Geschmack.

Ein weiterer Champion hat sich ebenfalls hier niedergelassen, direkt an der Hsinyi-Rd. gelegen: Der Maultaschen-Meister Ding Taifeng.

Hier gehört warten zur Pflicht, stets gut besucht, Voranmeldung notwendig – schon seit Jahren auch in New York, Japan und China und etlichen anderen Metropolen der Welt vertreten.

Wer ein gutes Preis-Leistungsverhältnis sucht, wird hier ebenfalls fündig: Beim Schnitzelkönig, garantiert das größte Stück weit und breit.

…absolut garantierte 33 cm ..!!!

Einfache und schmackhafte traditionelle chinesische Hausmannskost ist ebenfalls zu finden

…Schnellimbiss chinesische Art…

Ansonsten kann man noch vietnamesisch,italienisch, deutsch, französisch, russisch etc. Essen gehen.

Als Nachtisch oder als Abkühler wird eine weitere taiwanische Spezialät angeboten: Shaved Ice, es hatte in dieser Lokation seinen Ursprung und breitete sich dann über Südostasien aus (damals hieß es noch Ice-Monster)

…lecker…

Für Antworten auf den Durst wird natürlich auch gesorgt. Im meist warmen bis heißen Taiwan gibt es kaum jemanden, der nicht ein Getränk in der Hand hält. Für Vielfalt ist gesorgt.

Tee mit Früchten

Wobei man auf Qualität Wert legt und sich nach dem Lebensmittelskandal im Mai dabei deutlich von industriell gefertigten Produkten unterscheiden möchte…

Garantiert frisch – keine Weichmacher

Für den Kaffee danach ist ebenfalls gesorgt, wobei man sich zum Teil auf hohem Niveau bewegt. War Taiwan oder auch Asien für Kaffeetrinker vor 15 Jahren noch reinste Wüste, kommt man hier mittlerweile voll auf seine Kosten. Wurde hier der Kaffee immer besser und auch stärker, wage ich in Berlin mittlerweile kaum noch außerhalb des eigenen Hauses einen Kaffee zu trinken.

…alle Kaffeebohnen der Welt…

…oder die moderne Variante…

Und danach…? Etliche Boutiquen, Antiquitätenläden, und etwas exclusivere Geschäfte, Trödelläden etc, laden zum Bummel ein. Ein angenehmer Unterschied mit individueller Note hebt diese Läden von dem Masseneinerlei – und seien sie noch so berühmt – der etlichen Shopping Malls deutlich ab.

Es ist diese oft individuelle Ausprägung der Läden und Restaurants, die das Yongkangjie-Viertel so beliebt macht, ein angenehmer Gegenpol zu der amerikanisch geprägten standardisierten Kettenlandschaft, welche in Taiwan ansonsten dominierend ist.