Ein kulinarisches Klo-Erlebnis

Hier kann die Sitzung schon mal etwas länger dauern

Was ist das: ein Dutzend Menschen sitzt gemeinsam auf der Toilette und lässt es sich schmecken?
Nein, das ist kein Scherz, sondern eine ausgefallene Restaurant-Idee in Taipeh. Das Themenrestaurant “Modern Toilet” hat sich ganz der Toilette verschrieben. Passenderweise findet sich, wenn auch nach einigem Suchen, eine der Filialen in Xīméntīng (西門町) – dort wo das grelle Plastik-Herz der Jugendkultur schlägt.

Eine überdimensionale Toilettenschüssel an der Hauswand weist den Weg

Statt auf Stühlen sitzen die Gäste im “Modern Toilet Restaurant” auf bunt verzierten Toilettenschüsseln – mit geschlossenen Deckeln. Auch die Inneneinrichtung hält sich strikt ans Klo-Konzept: Die Wände sind bunt gefliest, als Tisch wird mal eine Badewanne, mal ein Waschbecken zweckentfremdet. Die Lampenschirme türmen sich in Form von Fäkalien-Häufchen, während Duschvorhänge als Raumteiler dienen. Und an den Wänden sind Duschköpfe montiert.

Badezimmer-Interieur bis ins kleinste Detail. Der Gast hinten rechts verlässt gerade die "wirkliche" Toilette

Die Kellner bitten ohne eine Mine zu verziehen zum Dinner à la latrine. Das Curry oder Huhn wird dabei stilecht in Mini-Toilettenschüsseln serviert. Auch die Suppe wird direkt aus dem Klo gelöffelt. Gratiniertes kommt in der Badewanne auf den Tisch, beziehungsweise auf’s Waschbecken. Snacks futtert der Gast bei der Thronbesteigung aus kleinen Hocktoiletten. Durstig? Dann nehmen Sie doch einen Schluck, wahlweise aus dem Pissoir oder dem Plastik-Urinal. Letzteres kann dann auch als Souvenir mit nach Hause genommen werden.

Menü à la latrine: gemischtes Gemüse in der Kloschüssel, Suppe, Reis und unter einem dekorativen Häufchen versteckter Salat

Der Hauptgang - kein kompletter Griff ins Klo

 

 

 

 

 

 

 

 
Highlight ist und bleibt aber der Nachtisch. Gleichzeitig die Spezialität des Hauses: ein Häufchen Schokoladen-Eis, serviert in der Mini-Kloschüssel. Auch die Namen der Desserts sind, nennen wir es, themengerecht: es gibt “Durchfall mit getrocknetem Kot” (Schokolade), aus Erdeergeschmack wird “blutiger Ah” und das Kiwi-Eis nennt sich “grüne Diarrhoe”.

Schokoaldeneis - was sonst?!

Eiscreme aus Papier-Hockklos war auch das erste Gericht überhaupt  auf der Klo-Karte. Dieser Gag aus den Anfangstagen wurde schnell erfolgreich und im Mai 2004 öffnete das erste Restaurant in Taipeh seine Klotüren. Damals noch unter dem Namen “Marton Restaurant” (nach mǎtǒng 馬桶 für Toilette). Inhaber Wang Ziwei, jetzt Anfang 30, wurde damals vom japanischen Manga “Dr. Slump” inspiriert. Dessen Hauptcharakter Senbei Norimaki findet Gefallen daran mit seinem großen Geschäft zu spielen. (Jener Senbei Norikami machte seiner Auserwählten einst gar einen Heiratsantrag, während diese auf der Toilette saß.)

Für das Klo-Restaurant hat Wang sogar seinen Job als Banker aufgegeben. Nach und nach entwickelte sich eine umfangreiche Speisekarte. 2006 folgte dann die Umbenennung in “Modern Toilet Restaurant”. Mittlerweile sind die Plätze dort so beliebt, dass an den Wochenenden keine Reservierungen angenommen werden.

Die modernen Toiletten sind gut besucht

Was das Ganze soll? “Wir wollen schockieren und die Sinne verwirren”, sagte Manager Chen Min-kuang dem Magazin Time. Wenn man so will, führt das Themenrestaurant chinesische Tradition fort: Schließlich hat man bereits im Grab eines Kaisers der westlichen Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 9 n. Chr.) eine Toilette gefunden. Ausserdem gelten die Chinesen als Erfinder des Toilettenpapiers.

Die Restaurants zum auf die Toilette gehen machen an den Grenzen der taiwanischen Hauptstadt längst nicht Halt. Mittlerweile gibt es etwa ein Dutzend “moderner Toiletten” auf der ganzen Insel. Außerdem kann man das kulinarische Kloerlebnis auch in Hong Kong und Shenzhen genießen. Die WC-Expansion in andere Teile Asiens, etwa Macau oder Kuala Lumpur, ist geplant.

Selbst die funktionstüchtigen Waschbecken sind hier umfunktionierte Toilettenschüsseln

Und wie schmeckt’s denn nun auf der Toilette? Kein kompletter Griff ins Klo, es wartet aber auch keine kulinarische Offenbarung. Für 200 NT$, also rund 5 Euro, aufwärts gibt es Nudeln, Gratin oder hotpot, Tee und Eis inklusive. Vorallem Kinder und Junggebliebene haben ihren Spaß.
Besitzer Wang hat es so zusammengefasst: “Unser Essen ist so gut wie in jedem beliebigen anderen Restaurant. Aber wir verkaufen nicht nur Essen, sondern auch Lachen und zusätzlichen Spaß.”

http://www.moderntoilet.com.tw/en/about.asp


von Manon Priebe

Verkehr in Taiwan – Survival of the Fittest


Motorrollerfahren mag in unseren Breiten nicht unbedingt die komfortableste Art der Fortbewegung sein, zumal nur an wenigen Sommertagen tagsüber leicht bekleidetes Fahren möglich ist.

Für das dichtbesiedelte Taiwan mit seinem subtropischen Klima sind die mehr oder weniger stark knatternden Fahrzeuge DAAASSSS Verkehrsmittel schlechthin, rund um die Uhr.

13 Mio. soll es davon mittlerweile geben, in der Tat scheinen die meisten von ihnen auch auf der Straße zu sein.

Flink, wendig , relativ geringe Parkplatzprobleme und jede Menge Freiheit beim Ausnutzen der Lücken im Verkehr bietet der Roller, kostengünstig und zeitsparend ist er ebenfalls. Zudem erlauben sie auch individuelle Ausflüge in die schöne Umgebung von Taipei, sei es an den Strand oder in die Berge.

Allerdings ist man nicht allein, wie Hornissenschwärme treiben sie aus, sie sind überall. In den 90er Jahren,  als Staus noch häufig waren, fuhr man auch auf dem Bürgersteig, Fußgänger gab es damals fast keine.  Mit dieser Unsitte hat dann Taiwans ehemaliger Präsident Chen Shui-bian und damaliger Bürgermeister von Taipei aufgeräumt und die Rollerfahrer ein wenig in die Schranken verwiesen.

In der Tat verspricht Rollerfahren auch jede Menge Aufregung und Abenteuer …. bis man sich an den Verkehr gewöhnt hat und ein Sicherheitsgefühl aufkommt. Um emotionslos durch den Verkehr zu rollen, dafür braucht es allerdings mindestens 2 Jahre Härtetest in Taipei.

…wie komme ich da durch…

Hier einige Überlebenstips, um diese Phase gut zu überstehen:

1. Alles kann passieren!

Ohne Licht auf der Gegenfahrbahn Fahrrad fahrende, telefonierende Oma mit dem Regenschirm in der Hand, in der Kurve in zweiter Reihe parkende Autos, an Kreuzungen anhaltende Taxis, alles ganz normal. Ampeln und Blinker haben eher Dekorationsfunktion, letztere besser ignorieren. Einfach agieren, wie es die Situation erfordert, auch wenn dabei nicht zwingend gleichzeitig die Verkehrsregeln beachtet werden können. Grundregel: Berechenbar bleiben, keine plötzlichen Richtungsänderungen.

2. Roller checken:

Wichtigstes Teil ist die Hupe, man kann kostengünstig für 10 EUR eine lautere einbauen lassen, eine der besten Investitionen in die Sicherheit.

Wegen der starken Regenfälle sollte das Reifenprofil ausreichend sein, mindestens 3mm sind zu empfehlen. Helme gibt es hier günstig, schon ab 3 Euro zu bekommen, doch helfen Eierschalen nicht wirklich bei einem Sturz. Gute Helme findet man fast nur in Fachgeschäften für Motorradbekleidung, nicht billig. Halbwegs akzeptable lokale Qualität gibt es für ca. 25 EUR (kein Integralhelm).

Bei der Wahl des Gefährts ist ein moderner Roller mit Scheibenbremsen und mindestens 12 PS einem älteren Modell klar überlegen und bietet vielfältigere Reaktionsmöglichkeiten auf den ständigen Zusammenprall hochindividualisierten Fahrverhaltens. Kants Gedankengänge  (Was Du nicht willst, dass man Dir tu….) sind Rollerfahrern in Taiwan nicht unbedingt geläufig, hier steht der Alltag unter dem Diktat der Zeit, Schnelligkeit und maixmaler Verwertung.

3. Verkehrsregeln

Im Prinzip vorhanden, werden allerdings kaum beachtet. Vorfahrtsregeln sind kaum bekannt, die Einbahnstraße ist für Taiwanesen oft keine, von Nebenstraßen in die Hauptstraße kommende Fahrer fahren ohne zu schauen einfach hinein und achten seltenst auf den Verkehr .

Ampelphasen:   In Taiwan gibt es nur extrem kurze Gelbphasen !!!  Taiwanesen überqueren daher auch bei Dunkelrot noch schnell die oft großen Kreuzungen. Angefahren wird ebenfalls oft schon, wenn die Ampel der Gegenseite auf Rot springt (genau, beide laufen Gefahr, sich zu treffen).

Mein Tip: beim Anfahren an der grünen Ampel  erst nochmal nach links schauen, meist kommt noch jemand.

3.   Besonderheiten

  •    Linksabbiegeverbot an großen Kreuzungen für Roller:  Man ordnet sich nach Überqueren der Kreuzung rechts ein und wartet auf die nächste Grünphase in der markierten Wartezone.
  •  An Ampeln schneiden Linksabbieger oft den geradeaus fahrenden Verkehr ab und drängeln sich vor.
  • Ampelphasen: Bei Wechsel auf Grün nochmals nach links und rechts schauen, 2 Sekunden zeitverzögert starten hat sich empirisch als das sicherste Verhalten bewährt.
  • Langsame Seitwärtsbewegung ist für  Autofahrer die einzige Möglichkeit des Richtungswechsels, ohne mit einem Rollerfahrer zusammen zu stoßen (Grundregel: keine plötzlichen Richtungsänderungen)
  • Dicht vor der Ampel wartende Autofahrer lassen bei Beginn der Grünphase erst den Motorrollerpulk passieren und rollen dann langsam an.
  •   Es wird fast nie geblinkt, wenn geblinkt wird, wahrscheinlich aus versehen.  Man achtet kaum auf Blinker, Motorroller überholen auch rechts. Richtungsänderungen deuten sich meist durch Geschwindigkeitsverlangsamung oder durch minimale seitliche Drift an. Blinker von Motorrollern  können jede erdenkliche Farbe haben, oft blinken alle möglichen kleineren Lampen gemeinsam um die Wette (das macht attraktiv/ist sicherer/sieht doch gut aus oder …?)

  • Fußgängerüberwege/Fußgängerampeln:  Lücken im Fußgängerstrom werden von den Autos und Rollern genutzt (nach dem Prinzip der Effizienzsteigerung durch Verdichtung von Zeit und Raum )
  •  Fahrradfahrer fahren immer ohne Licht. Lampen sind zwar vorgeschrieben, doch an kaum einem Fahrrad vorhanden, sie gehören auch nicht zur Grundausstattung eines neuen Komplettfahrrades.
  •  Taxifahrer scheeren aus oder halten an, wie es der Kunde will. Ihr Alltag ist hart, der Verdienst bescheiden, sobald jemand auf dem Bürgersteig einen Moment zögert, riskieren die Ritter des Lenkrades fast alles, um ihn als Kunden zu gewinnen. Für Mopedfahrer geht von ihnen eindeutig die größte Gefahr aus. Ergo: Auf Fußgänger am Straßenrand achten, um mögliche Schnittgeraden der Taxifahrer zu ermitteln
  • Ähnlich unberechenbar sind Handwerker auf einem kleinen aber extrem flinken Minitransporter.
  •    Nie mit Taxifahrern oder schwarzen BMWs anlegen, sie sind gut organisiert.
  •   Nur Motorräder mit mehr als 550 ccm dürfen auf die Schnellstraßen in der Stadt, Autobahn nach wie vor passee!
  •    Lastwagenfahrer an der Ostküste: überarbeitet, beladen mit 30 Tonnen Marmor, Sand, oder Steinen. Ergo: Schwache Reaktionszeit, lange Bremswege. Abstand halten und schnell vorbei. Ohne Ladung testen sie das ungewohnte Gefühl der unbeschwerten Beschleunigung, Kurvenkratzer, vielleicht mal eine Pause machen.

Bau der neuen MRT-Linie Hsin-Yi Rd.

...so bequem geht es auch...

Letzte Tips: die laue Luft, die größere Freiheit bei der kreativen Bewältigung des Verkehrschaos und die unorthodoxe Auslegung der Verkehrsregeln vor Ort können einen schnell zu übermütig machen, darauf kann leicht der freie Fall erfolgen, daher sich nie zu sicher fühlen.

Apropos Alkohol: die Strafen für Fahren unter Alkoholeinfluß sind deutlich angehoben worden. Bei über 0,25 Promille bis 0,5 Promille zahlt man ca. 1500 EUR an Strafe, über 0,5 Promille sind es geschlagene 3000 EUR inclusive Gerichtsverhandlung. Die meisten Taxifahrten im Stadtgebiet kosten kaum 5 EUR und sind garantiert sicherer.

Das Wichtigste zum Schluß: der Internationale Führerschein ist nur 30 Tage gültig und muss für Expats innerhalb dieses Zeitraumes in eine lokale Fahrerlaubnis umgewandelt werden. Ansonsten muß man eine örtliche Fahrprüfung gemeistert werden (die theorethische Prüfung ist auch auf Englisch möglich).  Für Mopeds bis 50 ccm reicht ein Autoführerschein.

…der Verkehr ist überall…

Author: Frank Pevec

Sommertage – Strategien gegen die Hitze

Freut man sich in Mitteleuropa auf die beschwingte Sommerzeit, hält sich dieses Gefühl in Taiwan ein wenig in Grenzen. Sommer bedeutet hier: heiß-schwül, heißer-schwül oder unausstehlich schwül-heiß.

Lediglich die Nachtstunden bringen angenehme Temperaturen, zumindest wenn man sich draußen befindet. Die Häuser mutieren oft zu Backöfen, die den Einsatz der Aircondition geradezu erzwingen.

Ein Grund, warum es im dichtbesiedelten Talkessel Taipei im Norden der Insel wärmer ist als im Süden.

Doch wie verbringt der Taiwanese angesichts von Temperaturen, die in der Regel mindestens bei 35 Grad Celsius liegen, dies bei einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 80%,  sein Sommerwochenende?

Verschiedene Optionen bieten sich da an: Das Wochenende ist für den recht eingespannten Taiwanesen traditionell die Zeit der Einkäufe – und er kauft gerne ein.  Früher gab es  ohnehin nur am Sonntag frei, daher sind geöffnete Kaufhäuser am Ruhetag ein Muss.

Coole Konsumtempel

Chinesischer Konsumtempel

Besonders beliebt sind die Konsumtempel von oft beachtlicher Größe insbesondere im Sommer: Es gibt eine sehr aktive Aircondition, die einen überhaupt nicht an unerträgliche Hitze denken lässt.  Eine angenehm Kühle dominiert und ein wenig Bewegung lässt sich auch in den weit ausladenden Hallen etlicher Mega-Konsumzonen finden. Insbesondere die Damenwelt wählt diese Variante als anregenden Fluchtweg zur Vermeidung sommerlicher Unangenehmlichkeiten.

Hallen des Glücks

Hitzefreies Mittagessen

Hitzefreies Mittagessen

Wer glaubt, am Wochenende wird sich ordentlich ausgeschlafen, ist in Taiwan am verkehrten Ort. Quirlig agil ist man auch hier schon früh am Morgen, im Sommer rückt dieser Zeitpunkt noch weiter nach vorn.

Auf die Hügel und Berge wandert man dann schon in der Nacht, ab 3 oder 4 Uhr kann es da schon losgehen. Fahrradtouren in die Umgebung sind ebenfalls beliebt, bester Zeitpunkt sind dann ebenfalls die frühesten Morgenstunden, um möglichst vor dem großen Showdown zur Mittagzeit die heimische Aircondition genießen zu können oder zum Mittagessen in ein gut gekühltes Kaufhaus zu gehen.

Doch wie bekämpft man Hitze am besten? Genau, mit Wasser. Die Stadt Taipei liegt recht dicht bei der Küste, auch südlich der Stadt sind einige Flüsse zu finden, in denen man sich ein wenig Abkühlung verrschaffen kann.

Kühlendes Nass in Richtung Wulai

Hot Spring Wulai – der Herr in der Mitte könnte in einer heißen Quelle sitzen

Eine weitere Option sind die Strände nördlich von Taipei, die man inner- halb von 1 bis 1,5 Stunden Fahrtzeit erreichen kann – für eine Großstadt von 3,5 Mio. Einwohnern in erträglicher Nähe.

Baishawan im Nordwesten, Jinshan und die Feicui-Bucht im Norden oder der langgezogene Strand von Fulong im Nordosten der Insel sind beliebte Ausflugsziele.

Jinshan

Surfen oder Kaffee trinken

Auch für sportlicher Gesinnte ist etwas zu finden. Surf-Fans aus dem Norden bevorzugen den Strand von Jinshan und die Honigmond-Bucht im Nordosten, etwa 15 km nördlich von Yilan.

Kaffeeterrasse in Jinshan

Der Strand von Fulong ist ebenfalls beliebt, dort und in Jinshan finden Anfänger des Wasserbrettsports ein günstiges Areal. Die Honeymoonbay (Miyuewan) kann auch dem fortgeschritteneren Surfer etwas Freude bringen, ebenso der Strand von Tucheng, etwa 10 km noerdlich von Yilan.

Für den Anfänger ist Jinshan zu empfehlen, dort gibt es auch entsprechende Surfschulen. Der Wellengang ist gut berechenbar, böse Überraschungen sind dort nicht angesagt, nur am Rande der Bucht befinden sich Felsen im Wasser. Die Wellen dort sind nicht sehr stark, doch ausreichend, um die Basistechniken ohne Turbulenzen zu erlernen.

Auf geht`s !

Auf ein Neues!

…und noch einmal!!!

Oma passt auf

…“böse“ Jungs…


…es muß nicht immer Surfen sein…

Geheimtip der fortgeschrittenen Surfer ist Miyuewan die Honeymoon Bay. Etwas versteckt liegend und touristisch nahezu unerschlossen, strömen die Surffreaks gerne an diesen Strand, dessen Untergrund aus Sand und Kiesel besteht, also recht harmlos ist und kaum gefährliche Felsen aufweist.

Die Wellen hier sind etwas stärker und häufiger in der Frequenz. Das Herz der Surffreaks schlägt natürlich beim Nahen eines Taifuns  noch höher als die zu erwartenden Wellen.

Honey Moon bei schönem Wetter

Honey Moon Bay – Miyue Wan



Als alter Bodysurfer an der französischen Atlantikküste, dort gibt es Wellen von knapp 4 Metern Höhe, machte ich mich beim nahen eines Taifuns auf den Weg. Endlich einmal dabei sein, Miyuewan war mein Ziel. Leider waren die Surfer bei meinem Eintreffen schon wieder auf dem Heimweg.

Honeymoon Bay     bei     Sturm


   Das Meer war in der Tat nicht mehr besonders vertrauenserweckend.

Autor: Frank Pevec

Individuelle Chinesen im Herzen Asiens

Ilha Formosa – die schöne Insel. So nannten die Portugiesen Taiwan bereits im 16. Jahrhundert. Das ist schon fast ein halbes Jahrtausend her. Hat Taiwan seitdem seine Schönheit verloren oder glänzt die Perle im Chinesischen Meer noch immer?
Im vergangenen Jahr wollten sich über 5,5 Millionen Touristen selbst ein Bild machen (2009 waren es nur knapp 4,4 Millionen). Das teilte das taiwanesische Tourismusbüro mit. Darunter waren auch 42 000 Deutsche, die den 12-stündigen Flug auf sich genommen haben (im Vergleich dazu 2009: 39 000). Den Spitzenplatz unter den Europäern nimmt das Vereinigte Königreich mit 44 000 Touristen ein. Platz 3 hinter Deutschland belegt Frankreich (26 000). Aus den USA kamen fast 400 000 Besucher.
(Besucher-Statistik Taiwan 2010: http://admin.taiwan.net.tw/statistics/File/201012/table02_2010.pdf )

Um Touristen anzulocken geht Taiwan mit seiner Charme-Offensive jetzt in die Vollen. Der neue Slogan des Tourismusbüros: Taiwan– The Heart of Asia.

Der neue Tourismus-Slogan: "Taiwan - The Heart of Asia"

 
Das Tourismusbüro hat es nach eigener Aussage auf vier Kategorien Touristen besonders abgesehen: junge backpacker, ältere Paare, junge Frauen und Familien. Zur Untermauerung hat das selbsternannte “Herz Asiens” einen Werbefilm drehen lassen. Vielsagender Titel “Time forTaiwan—My Beautiful Island”.

Beliebt ist die “abtrünnige Provinz” auch bei den Festlands-Chinesen – allerdings nocht nicht lange. 1,6 Millionen Chinesen überquerten 2010 die Taiwan-Straße. Das sind 700 000 mehr als noch im Vorjahr. Im Jahr 2008 trauten sich nur knapp über 300 000. Und davor? Null – offiziell jedenfalls. Fast 60 Jahre durften Chinesen nicht nach Taiwan reisen. Taiwaner dürfen hingegen bereits seit 1987 nach China.
Erst seit 2008 dürfen Touristen aus der Volksrepublik in die Republik China einreisen – damals allerdings nur in organisierten Gruppen. Das hieß, dass die chinesischen Touristen den straffen (Zeit-)Plan ihrer Reiseleiter einhalten mussten. Sie nächtigten dementsprechend nur in bestimmten Hostels, kauften Souvernirs nur von wenigen Läden und aßen nur in ausgewählten Restaurants. Doch Ende Juni haben die Behörden das Individualreiseverbot aufgehoben. Dadurch sollen die Wirtschaft angekurbelt werden und die Einnahmen aus dem Tourismus sprudeln. Auch Linienflüge direkt nach Taiwan sind eine Neuheit.

Maximal 500 Chinesen aus bestimmten Provinzen dürfen nun täglich individuell und ohne Gruppe die Taiwanstraße überqueren. Start frei also für backpacking auf eigene Faust – oder? 
Das Limit von 500 Chinesen am Tag erweist sich als recht optimistisch. Tatsächlich reisten im ganzen ersten Monat nach der Aufhebung des Individualreiseverbots nur etwa 800 Chinesen auf eigene Faust nach Taiwan. Auch die Gesamtzahl der Chinesen, die in Taiwan Urlaub machen, ging in diesem Jahr zurück. In den ersten sieben Monaten waren es nur 698.000, und damit 31.000 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei hatte sich das taiwanesische Tourismus-Büro für dieses Jahr das Ziel gesetzt, insgesamt 2,1 Millionen Chinesen anzulocken. 

Um dem hehren Ziel nahe zu kommen, startet das taiwanesische Tourismusbüro Werbekampagnen in China. Gelobt werden sollen darin vor allem Taiwans Qualität und Sicherheit.

Auch für deutsche Reisende wird der Abstecher nach Taiwan immer leichter. Einreisen ohne Visum – undenkbar in der Volksrepublik zum Beispiel – ist in Taiwan kein Problem. Seit Januar 2011 darf man auch ohne Viusm ganze 90 Tage bleiben, statt wie bisher nur 30 Tage. Im Gegenzug dürfen Taiwaner ebenfalls ohne Visum in den Schengen-Raum – und somit Deutschland – einreisen und maximal 90 Tage bleiben.
(Auskunft über die Einreise-Bestimmungen erteilt auch die Taiwan-Vertretung in Deutschland: http://www.roc-taiwan.org/de/ham/mp.asp?mp=107 
beziehungsweise das Deutsche Insitut Taipei: http://www.taipei.diplo.de/Vertretung/taipei/de/01/Visabestimmungen/Seite-Visafreiheit-Uebersicht.html)

Und weil Taiwan zum 100. Geburtstag gerade in Feierlaune ist, legt die Regierung noch eines obendrauf: alle internationalen Besucher, die am Nationalfeiertag, also am 10. Oktober (dem Tag der Doppel-Zehn) einreisen, bekommen an internationalen Flug- und Seehäfen ein Rubbellos. Zum gewinnen gibt es Fluggutscheine, Hotelübernachtungen und Elektrogeräte.
Nur ein zusätzlicher Anreiz, den die Ilha Formosa eigentlich gar nicht nötig hat.

Weitere Infos: Tourismusbüro Taiwan http://www.taiwantourismus.de/

von Manon Priebe

七 夕 – chinesischer Valentinstag in Taiwan

Wenn Taipeis junge Verliebte und solche die es werden wollen zu den Tempeln Longshan oder Chenghuang pilgern um den Gott der Ehe um seine Gnade zu bitten, dann ist chinesischer Valentinstag in Taiwan. Jedes Jahr am siebten Tag des siebten Mondmonats, der dieses Jahr auf den 6. August gefallen ist, wird in den Tempeln der Gott Yue Xia Lao Ren 月下老人gehuldigt. Frische Blumen, Süßigkeiten, Goldpapier, Räucherstäbchen, doppelte Glückszeichen und rote Fäden aus Seide dürfen dabei nicht fehlen.

Doch was hat es mit diesem Gott auf sich? Warum wird er am siebten Tag des siebten Monats gefeiert und warum braucht er als Opfergabe einen roten Seidenfaden? Um diesen Fragen nachzugehen begeben wir uns nun auf eine Reise ins vormoderne China der Tang Dynastie,…

…eines Nachts befindet sich ein junger Mann auf einer Reise. Unterwegs trifft er einen alten Mann, welcher im Mondschein ein Buch ließt. Der alte Mann erklärt, dass dieses Buch die vorherbestimmte Ehe für jeden Menschen unter dem Himmel beinhaltet. Als der Alte dem Jungen ein junges Mädchen zeigt, welches Gemüse verkauft und ein kleines Kind in ihren Armen trägt, und dem Burschen eröffnet, dass er es in 14 Jahren heiraten wird, ist der junge Reisende außer sich vor Wut. Er schickt seine Diener aus um das junge Mädchen zu erstechen.

14 Jahre später ist der junge Mann verheiratet und entdeckt an seiner Braut eine Narbe auf ihrer Stirn. Als er sie danach frägt, stellt sich heraus, dass seine junge Braut eben jenes junge Mädchen war, welches er ermorden lassen wollte.

Diese Geschichte hatte sich in der vormodernen chinesischen Gesellschaft schnell verbreitet und so wird der alte Mann seither als Gott Yue Xia Lao Ren zu deutsch „Alter Mann unter dem Mond“ gepriessen. Jedes Jahr am siebten Tag des siebten Mondmonats nimmt der Gott der Ehe nun sein Buch heraus, prüft, welche Menschen aufgrund von Charakter, Temperament, Interessen und Qualifikationen zusammenpassen und bindet sie an Knöcheln mit einem roten Seidenfaden zusammen. Die Ehepaare sollen danach eine lange und glückliche Partnerschaft miteinander erleben.

Das Datum des Valentinstages am siebten Tag des siebten Mondmonats rührt von einer anderen Legende her. Auch diese Geschichte führt uns in frühere Zeiten,…

…damals war unsere Welt noch mit der Milchstraße verbunden. Die Enkelin des himmlischen Kaisers und der Königin Mutter des Westens, auch das webende Mädchen genannt, war dazu bestimmt ein einfaches Leben unter den Menschen auf der Erde zu leben. Eines Tages verliebte sie sich in einen Hirtenjungen und fortan lebten die beiden gemeinsam. Doch das missfiel ihren Großeltern und so holten diese ihre Enkelin zurück in den Himmel. Der Hirtenjunge suchte nach Möglichkeiten um seinem geliebten webenden Mädchen zu folgen. Nachdem es ihm fast gelang seine Geliebte zu erreichen, zückte die königliche Mutter des Westens eine Haarnadel und zog einen Fluss zwischen die Liebenden. Das Paar wurde zu leuchtenden Sternen der Milchstraße, diese sich getrennt von einander nur anschauen und einander anschmachten konnten. Der himmlische Kaiser blieb von Schicksal seiner Enkelin nicht unberührt und so erlaubte er den Liebenden sich jedes Jahr am siebten Tag des siebten Mondmonats zu treffen. An diesem Tag sollten nun jedes Jahr Schwalben heranfliegen die eine Brücke über den Fluss bilden und es dem Paar so ermöglichen die Distanz zu überwinden.

Diese beiden Legenden zusammen bilden die Tradition des chinesischen Valentinstages am siebten Tag des siebten Mondmonats.

Xiahai Chenghuang Tempel. Quelle: http://english.taipei.gov.tw

Junge Menschen die nun auf der Suche nach der wahren Liebe sind, pilgern am chinesischen Valentinstag in die Tempel um den Gott der Ehe um seine Gnade zu bitten.  Wenn der oder die Bittende bereits einen Partner gefunden hat oder eine Person im Kopf hat die er anhimmelt, kann er diese Person dem alten Mann unter dem Mond vorstellen mit seinem Namen, seiner Adresse, seinem Alter und seinem Charakter. In seinem Gebet bittet der Ratsuchende den Gott der Ehe, den roten Faden zu verknüpfen. Danach verspricht der Bittende dem Gott ein Geschenk zu überreichen falls sein Gebet Erfolg zeigt. Angemessen als Geschenk ist beispielsweise ein Kuchen.

Falls man die Traumfrau oder den Traummann noch nicht gefunden hat, sollte man seinen Opfergaben rote Datteln hinzufügen. Diese sollen helfen die eine Person möglichst bald zu finden.

Sollten Sie sich, liebe Leser, ebenfalls noch auf der Suche nach dem richtigen Partner befinden oder wollen den Gott der Ehe um seinen Segen bitten, wie wäre es dann nächstes Jahr mit einem Sommerurlaub in Taiwan?

von M. Bindel

Straßenhunde in Taiwan

Die kleine Insel Formosa/Taiwan, ist ein wohlhabendes und wirtschaftlich sehr gut entwickeltes Land mit vielen streunenden Hunden. Bis heute noch scheint das Problem „Straßenhunde in Taiwan“ unlösbar zu sein. Es wurde bereits des öfteren über dieses Thema diskutiert und geredet, aber getan wurde bis heute noch sehr wenig.

Die taiwanesische Regierung versucht mit „Einfangen“ sowie „ Einschläfern“ der Hunde dieses Problem in Griff zu bekommen. Im Juli dieses Jahres hat das Tierschutzamt APO ein Programm names „R2“ gestartet, welches „re-home“ sowie „re-work“ representiert. Dies bedeutet, dass Hundetrainer die Strassenhunde aufziehen und für einen bestimmten Job ausbilden, wie etwa den eines Wachhundes und so ähnliches. Mit dieser Aktion erhofft das Amt, den Hunden die Chance auf ein besseres Leben bzw. überhaupt die Chance zu überleben zu geben. Mit diesem Projekt sollte vor allem großen Hunden eine Überlebenschance gegeben werden, denn diese sind schwer zu vermitteln- egal ob Rassehunde oder Mischlingshunde. Sollte man für die streunenden Hunde kein neues zu Hause findet, werden sie nach 12 Tagen im Tierheim eingeschläfert, früher waren es sogar nur 7 Tage.

Einer von vielen Gründen weshalb es in Taiwan so viele Strassenhunde gibt ist z.B., dass nach jedem Kinofilm in dem ein Hund zu sehen sei, würden vermehrt Hunde in Taiwan gekauft und an Kinder verschenkt, weil Hunde von den meisten Leute als „niedlich- ke ai“ bezeichnet werden. Doch in den meisten Fällen verändert sich die Situation nachdem der Hund immer größer wurde. Viele Familien setzen dann die Hunde aus, da sie immer weniger Zeit für den Hund finden und das Gefühl der „Liebe“ nach einiger Zeit zur „Last“ wird. Daher kann man sagen, dass das Schicksal eines Hundes in Taiwan sich augenblicklich verändern kann. Heute wird ein Hund noch von seinem Herrchen geliebt und verwöhnt und am nächsten Morgen könnte es sein, dass er einfach auf der Straße ausgesetzt wird. Ab dann besteht sein Leben nur noch aus Krankheiten und dem täglichen Kampf ums Überleben. Es hat wie bei jeder „Epidemie“ klein angefangen, und heutzutage hat die Regierung es nicht mehr im Griff. Da ein Grossteil der ausgesetzten Hunde nicht sterilisert wurde, wuchs die Anzahl der Hunde schnell an.

Die meisten Strassenhunde sterben in der Regel qualvoll durch Misshandlungen, Hunger und Krankheiten. Da die Tierschutzgesetze in Taiwan nicht sehr ernst genommen werden, oder mit anderen Worten „niemanden interessiert es wirklich“, kommen brutale Hundefänger oder Hundemörder praktisch immer straflos davon. Im Jahre 1998 wurde in Taiwan, dank internationalem Druck, ein Tierschutzgesetz erlassen. Dieses sollte vor allem die Lage der streunenden Hunde verbessern. Die Durchführung des Tierschutzgesetzes scheitert jedoch, meinte Huang Qingrong, Generalsekretär des taiwanischen Tierschutzvereins.

Die Hunde werden nach wie vor eingefangen und in eines der vielen Tierheime gesperrt. In der regionalen Verwaltungsebene werden auch noch Quoten auf jeden Kopf eines eingefangenen Hunde gesetzt um die Anzahl der Strassenhunde effizient zu verringern.

Alexander Willer, Sprecher der Tierschutzorganisation V.E.T.O, meinte dazu: „Das neue Gesetz in Taiwan ist ein guter Anfang für den Tierschutz. Es muss jedoch noch erweitert und verbessert werden, damit die ausgesetzten Hunde, die ihr Zuhause verloren hatten, trotzdem eine tierfreundliche Zukunft haben.“

von Jennifer Y.

„Au Revoir Taipei“ 一頁台北

Ein Besuch in einem Buchladen in Taiwan ist beinahe ein kleines Erlebnis. Die Atmosphäre ist still und entspannt, einige gemütliche Sitzgelegenheiten laden zum schmökern in den Büchern ein und wer keinen freien Platz mehr finden kann, der macht es sich einfach mit der ausgewählten Lektüre auf dem Boden gemütlich. Während die Lufttemperatur in Taiwan gerade täglich um die 35 Grad erreicht, ist es in den Buchläden angenehm kühl und so verweilen die Kunden gerne in der Welt der Literatur. Selbst wenn man Stunden im Buchladen lesend verbracht hat und schlussendlich kein Buch kauft, fühlt man sich hier willkommen.

In genau so einem Buchladen in Taiwan nimmt die Romanze „ Au Revoir Taipei“ (一頁台北) um Kai und Susie ihren Lauf.

Protagonist der Geschichte ist der junge Taiwaner Kai, gespielt von Jack Yao (姚淳耀). Tagsüber arbeitet der junge Mann in der Dumplinggarküche seiner Eltern und seit seine Freundin nach Frankreich reiste und ihn verliess, verbringt der von Sehnsucht geplagte Kai jede Nacht in einem Buchladen um dort Französisch zu lernen. Der ernsthafte junge Mann, welcher jede Nacht vor dem Fremdsprachenregal auf dem Boden kauert, fällt auch der Buchhandlungsangestellten Susie ( Amber Kuo,郭采潔) auf. Die quirlige junge Frau versucht mit Kai ins Gespräch zu kommen, doch dieser ist so in seinen Herzschmerz und seine Bemühungen Französisch zu lernen vertieft, dass er von Susies Annäherungsversuchen nichts mitbekommt. Nachdem sich Kais Freundin seit ihrem Abflug nach Frankreich nicht mehr meldete kommt es wie es kommen muss – sie beendet die Beziehung zu Kai.

Der junge Mann ist am Boden zerstört und fasst den Entschluss nach Paris zu fliegen und seine Freundin zurück zu erobern. Da ihm für ein Flugticket das nötige Kleingeld fehlt, wendet er sich an den Gangsterboss Bao (Frankie Gao,高凌風). Dieser verspricht ihm die Reise zu finanzieren, im Gegenzug dafür soll Kai ein Päckchen überbringen.

Sorglos nimmt der junge Mann das Angebot an, doch die Aktion verläuft nicht geplant. Die Überbringung läuft schief und so finden sich Susie, Kai und Kais etwas einfältiger Freund Gao Gao (Paul Chiang,姜康哲) schon bald in einer wilden Verfolgungsjagd durch die Straßen Taipeis. Gao Gao wird schließlich von einer Gangstergruppe verschleppt und als ob es noch nicht genug für Susie und Kai wäre ihren Freund aufzuspüren und zu retten, müssen sie dabei auch noch einen beziehungsunfähigen Polizisten abhängen.

Wird Kai am Ende der Nacht sein Päckchen überbringen können, wird Gao Gao unverletzt befreit werden und wird Kai sein Flugzeug noch rechtzeitig erreichen ? Oder erkennt Kai, dass die Liebe, die er in Paris sucht näher ist als er zu glauben wagt? Es wird spannend….

Obwohl sich der Plot des Films wie ein Thriller oder Krimi anhört ist „ Au Revoir Taipei“ eher in die Kategorie romantische Komödie einzuordnen. Die individuellen und manchmal auch etwa schrägen Figuren treiben den Zuschauern vor lachen die Tränen in die Augen. Da gibt es außer dem riesigen, etwas begriffsstutzigen Gao Gao zum Beispiel noch die Gangsterbande, welche aus vier chaotischen und unfähigen Kleinkriminellen in orangenen Anzügen und pinken Miniauto besteht. Die lockere und romantische Musik verleiht der Geschichte eine fröhliche Atmosphäre. Außerdem erhält man einen Einblick in die Kultur Taiwans mit seinen Nachtmärkten und engen Gassen, seinem Faible für spontane Tanzveranstaltungen in öffentlichen Parks sowie die Leidenschaft der Taiwaner für das Essen. Außerdem gewährt uns der Family Mart Mitarbeiter Gao Gao einen Einblick in Taiwans allgegenwärtige Minimärkte und Susie und Kai nehmen uns ein Stück in der Metro Taipeis mit.

Der Film „ Au revoir Taipei“ erschien bereits im Jahr 2010 in den Kinos und seither hat der Erfolg um die Romanze nicht abgenommen. Mit der Vorführung auf der Berlinale im selben Jahr gewann der Film von Regisseur Arvin Chen (陳駿霖)auch international an Bedeutung. „ Au revoir Taipei“ ist in chinesischer Sprache und deutschen Untertiteln auch in Deutschland erhältlich.

von M.Bindel