Auf den Spuren von Monga 艋舺

Spätestens seit der erfolgreiche Kinofilm Monga die Zuschauer im Jahr 2010, faszinierte zieht es immer mehr Menschen an die Stelle, an der sich die Flüsse Danshui und Xindian in Taipei treffen. Im ehemaligen Stadtviertel Monga, heute unter dem Namen Wanhua bekannt, befinden sich nämlich die Schauplätze des gleichnamigen Gangsterfilms.

Das frühere Stadtviertel Monga war als Handelszentrum bekannt, in welchem Waren angepriesen, gehandelt und transportiert wurden. Erst unter der japanischen Besatzungszeit wurde der Name in Wanhua umgewandelt. In den achtziger Jahren war das Viertel bekannt für seine Kriminalität, welche sich vor allem in Bandenkriegen äußerte. In dieser Zeit spielt auch Niu Cheng-Zes Kinohit.

Monga erzählt die Geschichte von Mosquito und seinen vier Freunden, die sich nicht mehr von ihren Mitmenschen drangsalieren lassen möchten und daher in die „Prinzen-Gang“ eintreten. Zu anfangs genießen sie ihr Gangsterleben und träumen davon die Straßen von Monga zu beherrschen. Der alte Gangsterboss Geta nimmt sich den Halbwüchsigen an und weiht sie in die Geheimnisse der Gesetze und Werte der „Prinzen-Gang“ ein. Doch als eine neue Bande aufkommt, welche über Feuerwaffen verfügt, geraten die herkömmlichen Werte aus den Fugen und das Leben der fünf Bandenmitglieder ändert sich dramatisch. Das Stadtviertel Monga wird nicht mehr so sein wie es einmal war. Filmregisseur Niu soll in dem Streifen auch eigene Erfahrungen eingewoben haben.

Die Einwohner des heutigen Wanhua Distrikts wehrten sich anfangs gegen die Darstellung ihres Viertels als Schauplatz von Kriminalität und Prostitution. Doch nach dem Erfolg des Filmes profitiert das Viertel von touristischen Besuchern. Neugierige wollen die Kulissen von Monga besuchen und einen Hauch dunkle Atmosphäre erleben. Die Hauptschauplätze des Filmes sind etwa der Longshan Tempel, die Schlangenallee, Bopiliao und Ximending.

Der Longshan Tempel wurde im Jahr 1738 erbaut und wurde im Laufe der Geschichte immer wieder Opfer von Feuer und Zerstörung. Ebenso oft wieder renoviert und aufgebaut dient der Tempel heute zum Preisen von buddhistischen und daoistischen Göttern sowie Volksgöttern. Er repräsentiert die klassische chinesische Architektur. Im Kinofilm Monga wir der Longshan Tempel häufig als Kulisse gewählt. Er repräsentiert dort einen Ort der Stille und Andacht der zu einem Schauplatz von Kampf und Gewalt wird.

Longshan Tempel

Die Schlangenallee in der Huashi Straße war früher eine dunkle Gegend in der Schlangeninnereien gemixt mit anderen Zutaten als Aphrodisiakum konsumiert wurde. Doch infolge von Protesten von Tierschützern und den Besuchen internationaler Touristen wurde der Markt umgestaltet. Die Schlangenallee, nun eher unter dem Namen Huashi Night Market bekannt,  ist heute überdacht und es gibt vor allem chinesische, japanische und koreanische Snacks zu erwerben. Doch völlig verschwunden ist das Reptil auch gegenwärtig noch nicht vom Angebot der Schlangenallee. In zahlreichen Szenen dient die Schlangenallee als Ort von Unterhaltung, Verfolgungsjagd und Gewalt.

Huashi Night Market

Die ehemalige Schlangenallee am Morgen

Das historische Viertel Bopiliao zeugt von Bauten der Qing Dynastie und der japanischen Kolonialzeit. Es gibt traditionelle Geschäfte, die Chinesische Medizin, Kräuter und buddhistische Waren verkaufen. Zudem liegt der Longshan Tempel in der historischen Umgebung von Bopiliao. Auch viele berühmte Persönlichkeiten wie Chang Tai-Yan hatten oder haben hier ihre Heimat gefunden. Ebenso wie die Schlangenallee ist Bopiliao im Kinofilm Schauplatz von Zerstreuung und Hetzjagd.

Historisches Viertel Bopiliao

Bopilliao

Das im nördlichen Teil Wanhuas gelegene Ximending ist die erste Fußgängerzone in Taiwan. Ursprünglich war Ximending als wilde Gegend verschrien, doch die japanischen Kolonialmächte beschlossen daraus ein Geschäfts- und Unterhaltungsviertel zu machen. So erbauten sie beispielsweise im Jahr 1908 das rote Theaterhaus. Heute ist Ximending Shoppingareal und Wohngegend zugleich. Es herrscht hier eine Mischung aus taiwanesischer und japanischer Kultur. Es gibt Einkaufszentren, kleine Läden, sowie Stände auf der Straße die vor allem Klamotten, Accessoires, Elektronik und Snacks verkaufen. Im Vergleich zu anderen Märkten und Shoppingarealen herrscht hier allerdings eine höhere Kriminalität. In Regisseur Nius Streifen gibt Ximending die für Taiwan typische Nachtmarkt Atmosphäre wieder. Man sieht Stände und kleine Restaurants. Außerdem finden im Film auch hier Gewalt  und Kämpfe statt.

Ximending Shoppingareal


Ximending

von M. Bindel

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2 Antworten

  1. Ein herzliches Dankeschön für den ausführlichen Beitrag von dieser Gegend in Zusammenhang mit dem Film. Da ich schon 3x den wunderbaren Longshan Tempel besucht habe, werde ich beim nächsten Mal doch diese Gegend noch genauer unter die Lupe nehmen! –
    Herzliche Grüße in eine sanftere Gegend von Taipei
    Bernhard mit Ilona

  2. Vielen Dank für die vielen Infos.
    „Monga“ gibt es mittlerweile auch in Deutschland in einer synchronisierten Fassung als DVD zu kaufen.

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