Cooking Championships – Gourmetköche zu Besuch in Taipei

Kaum ist die Flora Expo vorbei findet schon das nächste Event auf dem neu errichteten Gelände nahe der MRT Station Yuanshan in Taipei statt. Auch dieses mal sollen die Sinne der Besucher verzaubert werden. Doch während die Flora Expo mit wunderschönen und duftenden Blumen Augen und Nase reizte, erwartet die Gäste der Cooking Championships außerdem noch ein unvergessliches Geschmackserlebnis. Ab Donnerstag dem 26. Mai 2011 schwingen nationale und internationale Gourmetköche für fünf Tage die Kochlöffel und erfreuen die Besucher mit kulinarischen Spezialitäten.

Die Organisatoren hatten die Idee, das Messegelände für ihre Zwecke in einen Feinschmecker Themenpark zu verwandeln in dem verschiedene Aspekte des kulinarischen Genusses in unterschiedlichen Pavillons präsentiert werden. Es gibt beispielsweise Pavillons die sich den Themen Vegetarismus, organische Nahrung, Teigwaren und Gebäck, Tee und alkoholische Getränke widmen genauso wie Pavillons welche vielfältiges Kochzubehör anbieten. Das ist nur eine kleine Auswahl des bunten Angebots der Cooking Championships. Um die Zusammenstellung an Geschmackserlebnissen abwechslungsreich gestalten zu können, bemühten sich die Organisatoren besonders um Mitwirkende aus dem internationalen Ausland. Die lukrativen Angebote wie vergünstigte Preise für die Teilnahme und Unterkunft sowie verlängerten Teilnahmeschluss zeigten Erfolg. Viele internationale Köche aus den Niederlanden, Belgien, Kanada, Singapur, China, Südkorea, Singapur, Hongkong und Macau nahmen die Einladung an. Insgesamt erhoffen sich die Organisatoren eine Gesamtzahl von Besuchern und Mitwirkenden von 100 000 bis 150 000 Menschen.

Auf den Cooking Championships werden tausend verschiedene internationale Delikatessen vorgestellt. Nichtsdestotrotz wird Taiwan in den kulinarischen Fokus gerückt. Unter freiem Himmel gibt es ein Bankett aus 80 Tischen an denen taiwanische Gerichte gereicht werden. Die Besucher können sich jeden Tag zu einem anderen Menü anmelden, welches dann in exklusiver Atmosphäre zwischen 18 Uhr und 20 Uhr auf dem Foodfestival serviert wird.

Doch außer der Ausstellung ist der bedeutendste Teil der Cooking Championships natürlich der Wettkampf unter den Köchen. Der Wettbewerb ist in verschiedene Kategorien aufgeteilt und findet auf verschiedenen Leveln statt. Das garantiert einen fairen Kampf, was infolge der gerade erweiterten Siegerprämien in Höhe zwischen  10 000 und 100 000 NT Dollar durchaus von Bedeutung ist. Die sich bewerbenden Amateur- oder Profiköche, können wählen als Einzelkämpfer oder im Team anzutreten und können sich je nach Begabung und Präferenz entscheiden ob sie ein Gericht der kalten Platte, ein gekochtes Gericht, oder eine Obst- und Gemüseschnitzerei zubereiten möchten. Täglich finden verschiedene Wettbewerbe statt. Die Bewertung erfolgt gemäß der Kriterien Hygiene, Geschmack, Schneidetechnik und Kreativität.

Wettbewerb Obst- und Gemüseschnitzen

Doch das eigentliche Ziel der Cooking Championships ist nicht das Gewinnen.. Vielmehr geht es um den Austausch an Kreativität und Ideen. Es geht darum die Freude am Kochen und Genuss zu teilen und neues auszuprobieren. Außerdem ist es für die Veranstalter von großer Bedeutung vor allem die jüngere Generation, welche für die Zubereitung von Gerichten kaum Zeit und Interesse findet, die Koch- und Esskultur nahezubringen um ihnen eine Alternative zum oftmals ungesunden Fastfood zu bieten. Nicht zuletzt erhofft sich die Stadtregierung Taipeis sowie die Regierung Taiwans durch die Ausstellung einen Aufschwung in der Tourismusbranche.

von M.Bindel

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Planking

Planking ist eine nicht ganz so neue Form von Aktionskunst, die eben erst nach Taiwan übergeschwappt ist. Zwei junge Taiwanerinnen haben sich dem Planking verschrieben, und damit in den letzten Wochen hierzulande ziemlich viel Aufsehen erregt! Sie waren bereits in Talkshows eingeladen, die Taipei Times hat ihnen einen Artikel gewidmet und auch bei RTI werden wir sie in einer der nächsten Trends-Sendungen persönlich hören können. Planking ist auch eines der drei Themen der Kaleidoskopsendung am Dienstag, den 31. Mai, und damit sich unsere werten Hörer und Hörerinnen besser vorstellen können, von was wir da eigentlich reden, haben sich Martin und Rike gleich mal für ein Planking im Studio aufgeopfert!

Für Interessierte hier noch mehr Links zum Thema ‚Planking‘:

http://www.taipeitimes.com/News/taiwan/archives/2011/05/26/2003504196

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,762633,00.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Planking

http://www.youtube.com/watch?v=rObgXiQEV8g

Kaffee mit Fernweh in Taipei Exchanges 第36個故事

Duftender Kaffee, leckere Desserts und ein Ambiente zum Wohlfühlen – das erwartet man normalerweise in einem Coffeeshop. Auch in Doris’ Café findet man all das, jedoch mit einer starken Prise Fernweh gewürzt. Doris ist die Protagonistin in Hsiao Ya-chuan’s Filmdebut „Taipei Exchanges“ (第36個故事).

Foto: Atom Cinema

Im Jahr 2010 eroberte die vom Tourismusbüro Taipei geförderte Produktion die taiwanische Filmindustrie und wurde auf den Filmfestspielen in London und Tokio vorgestellt. Da der Regisseur Hsiao damit beauftragt wurde Taipeis Image als Konsumhochburg zu revidieren, spielt der Film hauptsächlich in einem eigens für den Film erbauten Café in Taipeis Songshan Distrikt.

„Taipei Exchanges“ erzählt die Geschichte von der 28 jährigen Doris, die sich endlich von den Ansprüchen ihrer Eltern befreien kann und ihren Job in einer renommierten Designfirma aufgibt um ihren Traum vom eigenen Café zu verwirklichen. Doch als das Geschäft nicht so gut anlaufen will und die Geschenke ihrer Freunde für die Einrichtung des Cafés nicht Doris’ Vorstellungen entsprechen droht der Traum zu platzen. Doch zum Glück hat Josie, Doris dynamische jüngere Schwester, die Idee aus dem Café einen Tauschhandel zu machen. So wandelt sich das Café zu einem Tauschgeschäft in dem die Gäste in gemütlicher Atmosphäre ihren Kaffee trinken während sie in Erinnerungen schwelgen, welche sie mit ihrem Tauschobjekt verbinden. Jeder Gast erzählt eine spannende Geschichte aus der weiten Welt und hüllt die Atmosphäre in dem erweiterten Café in eine Wolke aus Fernweh, unverwirklichten Träumen und Melancholie

Eines Tages kommt ein Gast namens Chou in Doris’ Café und möchte seine Sammlung aus 35 Seifenstücken aus 35 verschiedenen Ländern tauschen. Da er sich aber nicht entscheiden kann, gegen was er sie eintauschen möchte, kommt er Tag für Tag vorbei und erzählt bei einer Tasse Kaffee eine neue Geschichte über die Herkunft der Seifenstücke. Die Geschichten der Kunden faszinieren die Schwestern und läßt in ihnen den Wunsch entstehen ihre eigene Geschichte zu erleben…

„Taipei Exchanges“ ist kein sehr tiefsinniger und schwerer Film, doch er ist herzerwärmend und regt die Zuschauer zum Nachdenken und Träumen an über die Geschichten, die sie selbst gerne über sich erzählen würden. Regisseur Hsiao gab auf der Pressekonferenz zu seinem Film zu, dass er selbst auch schon den Traum gehabt hatte, ein Café zu eröffnen.

In der Rolle der Protagonistin Doris ist die heute 27 jährige Schauspielerin Guai Lun-Mei (桂綸鎂)zu sehen. Ihre Filmschwester Josie wird gespielt von der damals erst 19 jährigen Zaizai Lin(林辰唏). Beide Schauspielerinnen überzeugen mit ihrer natürlichen Art und schauspielerischem Können. Der Schauspieler Chang Han (張翰) verkörpert den Reisenden Chou in „Taipei Exchanges“. Die Interviewszenen, welche mit zufällig ausgewählten Menschen in Taipeis Straßen gedreht wurden, verleihen „Taipei Exchanges“ einen sympathischen Charakter. Die Interviewten philosophieren etwa über die Frage, ob sie das Studieren mit Büchern dem Lernen durch Reisen vorziehen würden. Durch die vielen verschiedenen Befragten erhält der Film einen authentischen Charme. Erfrischend wirken die immer wieder eingeführten Comicelemente in Hsiao’s Filmdebut.

Herausragend ist auch die Filmmusik, welche die taiwanische Filmproduktion untermalt. Auf dem Taiwan’s Golden Horse Film Festival im Jahr 2010 gewann „Taipei Exchanges“ den Preis für den besten Filmsong. Das Titellied heißt „Her Changes“ (她的改變) und wird von Lei Kuang-Hsia (雷光夏) inerpretiert.

Die Filmsprache des 86 minütigen Films ist Mandarin. „Taipei Exchanges“ wurde nicht synchronisiert, dafür aber mit chinesischen und englischen Untertiteln versehen.

Doris’ Café ist heute, etwa ein Jahr nach Veröffentlichung des Filmes, ein kleines florierendes Kaffeehaus geworden. Es befindet sich in der Fujin Straße in Taipeis Osten und ist unter dem Namen „Doris’ Coffee Shop“ (朵兒咖啡館) zu finden. Wer dort allerdings einen Tausch abschließen möchte ist hier an der falschen Adresse. Hier werden ausschließlich kulinarische Spezialitäten in angenehmer Atmosphäre serviert.

M.Bindel

Das Hakka 客家 Blütenfestival 2011

Im Nangang Messezentrum in Taipei herrscht derzeit ein farbenfrohes Durcheinander. In fröhlicher und ausgelassener Atmosphäre wird dort gerade dem Ende des diesjährigen Hakka Blütenfestivals entgegen gefeiert. Vom 15. bis 22. Mai können die Besucher täglich zwischen 10 Uhr und 18 Uhr die Kultur der in Taiwan lebenden Minderheit Hakka erleben.

Das Blütenfestival der Hakka wurde von der Kabinettskommission für Hakka im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Von Ende März bis Mitte Mai wird das Blühen des Tungbaumes gefeiert. Die schönen Blüten lassen in dieser Zeit ganze Landstriche weiß leuchten und an schneebedeckte Berge erinnern. Den Tungbaum kann man in vielen Gegenden Taiwans bewundern, doch am häufigsten kommt er in Hsinchu und Miaoli vor, wo auch die meisten Hakka leben. Die Hakka haben eine tiefe Bindung zu den Blüten des Tungbaumes. Die Tung-Blüte ist auch Symbol der Kabinettskommission  für Hakka.

In der Blütezeit feiert die Minderheit deswegen in mehreren Städten Taiwans Feste. Sie nutzen diese Gelegenheit um der Gesellschaft ihre Kultur vorzustellen. In diesem Jahr findet nicht nur das Hakka Blütenfest zum zehnten Mal statt, es ist auch der 100.Geburtstag der Republik Chinas. Dies soll natürlich gebührend gefeiert werden und deshalb werden für das Fest weder Kosten noch Mühen gescheut. Um das Hakka Blütenfestival populär zu machen haben die Organisatoren eigens dafür eine App kreiert, die sich der Nutzer auf das Smartphone laden kann. Somit kann ständig über neue Veranstaltungen und Aufführungen informiert werden und der Blütenstatus der Tangblüten abgerufen werden. Bis zum Ende des Festes am kommenden Sonntag werden 10 Millionen Besucher erwartet, etwa vier Millionen mehr als im Jahr zuvor.

Unter dem Motto „客家( Hakka) DNA +e“ wird bereits seit knapp acht Wochen ausgelassen in vielen Städten Taiwans gefeiert. „Hakka DNA“ steht dabei für die traditionellen Werte der Hakka. Das „+e“ dagegen ist ein Hinweis auf die Erweiterung der Hakkakultur durch die modernen Elemente  Elektronik (electronic), Bildung (education), Umwelt (environment) und Unterhaltung (entertainment). Zudem gleicht die englische Aussprache des Buchstaben „e“ der Aussprache des chinesischen Wortes „eins“. Dies soll weiter bedeuten, dass der Besucher mit seiner Teilnahme an der Veranstaltung zur Vereinigung der Taiwaner und der Hakkakulturen beiträgt.

Im Nangang Messezentrum Taipei geht das Fest also am kommenden Sonntag zu Ende. Bis dahin hat man aber die Möglichkeit die Spezialitäten und Traditionen der Hakka kennenzulernen. Das Messezentrum wurde dazu in einen Themenpark, das „Hakkadorf“, verwandelt. In der „Life Avenue“ des Dorfes werden beispielsweise Sehenswürdigkeiten, sowie Charakteristika aus dem Lebensumfeld der Hakka vorgestellt. In Form von Miniaturnachbildungen und aufwändiger Handarbeit kann man diese bewundern. Da gibt es etwa Vasen, Karaffen und Schirme, ebenso wie Gemälde und Möbel und noch vieles mehr. Schrifttafeln erklären mehr zu den Lebensgewohnheiten der Hakka.


In der „Hakka School“ werden nicht nur Kinder willkommen geheißen. Auch Erwachsene dürfen mehr über die Sprache der Hakka erfahren. Am Touchscreen können sogar spontan einige Wörter erlernt werden.

Die kleinen bunten Stände des „Hakka Food & Souvenirs Market“ laden zum Probieren der kulinarischen Spezialitäten der Hakka ein. Da gibt es zum Beispiel Honig mit schwarzem Sesam, speziellen Kräutertee, Tarosüßwaren, Milchpuddings, besondere Nudel- und Reissorten sowie Essig und Öle und vieles mehr. Aber auch für die Schönheit wird gesorgt. So gibt es verschiedene traditionelle Naturkosmetikprodukte. In der „Boutique Forest“ kann man dagegen auch Kleidung, Teegeschirr, Schirme, Taschen sowie  Alkohol und vieles mehr im Stil der Hakka einkaufen.

Außer Konsum bieten die Hakka aber noch einige andere interessante Einblicke in ihre Kultur. So kann der Besucher am „Observation Desk“ und im „Field of Dreams“ virtuell in die faszinierende Welt der Hakka eintauchen.

Die Hakka bieten ihren Besuchern aber auch die Möglichkeit ihre Traditionen live zu erleben. Auf der Bühne in der kleinen Arena werden verschiedenste Vorstellungen geboten. Die Gäste erwartet täglich ein abwechslungsreich gestaltetes Programm mit traditionellem sowie modernem Gesang, Tanz- und Theateraufführungen.

Ob das Hakka Blütenfestival die angestrebte Besucherzahl von 10 Millionen Gäste nun erreicht oder nicht, in jedem Fall ist das Fest auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg geworden. Mit der Leidenschaft und Herzlichkeit, mit der die Hakka ihre Gäste empfangen und ihnen ihre Kultur näherbringen hinterlassen sie bei den Besuchern bestimmt einen tiefen Eindruck.

von M.Bindel

Hörertreffen Berlin 2011

Liebe Hörerinnen und Hörer von RTI,

vielen Dank an alle, die am Samstag am 7. Mai am RTI-Treffen 2011 in Berlin teilgenommen haben! Vielen Dank auch für Ihre Fotos, Berichte und Videos.  Auf Youtube können Sie ein Video von Reinhard Reese vom Hörertreffen sehen: 

   

mehr Berichte vom Hörertreffen auf den Webseiten des RTI-Hörerklub Berlin

http://german.rti.org.tw/German/club/BerlinHoerertreffen2011.htm

von Eva Triendl

Jimmy 幾米 Liao- Philosophie in Bildern und Worten

„Wo es schattige Orte gibt, gibt es gewiss auch Licht. In Zeiten der Einsamkeit beschützt  es die Sehnsüchte in deinem Herz.“                                                                                                                                (aus „Sternenhimmel“ 星空. Jimmy Liao)  

"Sternenhimmel" Bild: http://www.jimmyspa.com

Diese Zeilen nebst bunten Zeichnungen entstammen aus den Bilderbüchern von Jimmy(幾米) Liao. Jimmy Liao ist ein erfolgreicher Autor und Illustrator, der sich auch über die Grenzen Taiwans hinaus an Popularität erfreuen kann. Doch wie man anhand des Zitates schon erahnen kann, sind seine bunten Bilderbücher nicht nur für Kinder gedacht. Die Geschichten haben einen philosophischen Charakter und lassen den erwachsenen Leser immer wieder in einer leichten Melancholie schwelgen. Diese Gefühle sind liebevoll eingebettet in schöne Erzählungen in einfacher Sprache. Die farbenfrohen Illustrationen verbildlichen die Geschichten und erfreuen das Auge. Jimmy Liaos Bücher erzählen die Geschichten von Menschen in einer modernen Welt. Seine Charaktere machen Erfahrungen mit Einsamkeit, Liebe, Ängsten und Zweifeln.

In seinem Werk „Wie die Liebe so spielt“ (向左走, 向右走) entdecken zwei einsame Menschen bei einer zufälligen Begegnung ihre Seelenverwandtschaft und blühen für einen Moment auf. Doch das Schicksal ist ihnen nicht gnädig, denn als der Regen die Telefonnummer verwischt und somit die einzige Kontaktmöglichkeit verloren geht, sind die beiden einsamer als zuvor. Da sie sich in ihren eingefahrenen Spuren bewegen und keine neuen Wege gehen, merken sie nicht, dass sie sich eigentlich näher sind als sie ahnen…

" Wie die Liebe so spielt" Bild: http://www.jimmyspa.com

In seinem 1998 erschienen Buch „A Fish that Smiled at Me“ (微笑的魚) geht es um einen einsamen Mann, der Trost und Halt in seinem neu gewonnenen Haustier, einem Fisch, findet. Der Protagonist ist äußerst sensibel und hat einen gutmütigen Charakter und so teilt der Fisch in seinem Glas nicht lange die Wohnung mit ihm,…

" A Fish that Smiled at Me" Bild: http://www.jimmyspa.com


„When the Moon Forgets“ (月亮忘記了) erzählt die Geschichte von einem Jungen der auf einem Feld den verletzten Mond findet. Er nimmt ihn mit sich und pflegt in gesund. Die Beiden freunden sich an und entdecken zusammen die Welt. Doch der Mond muss sich an seine Herkunft erinnern, denn er wird gebraucht. Der Junge versucht ihm zu helfen,…

" When the Moon Forgets" Bild: http://www.jimmyspa.com

In Jimmys neusten Werk „Don’t Worry Be Happy“ (世界別為我擔心) erfährt ein kleiner Junge von den Sorgen eines Erzählers. Dieser erklärt ihm, was ihm in dieser Welt alles Sorgen bereitet, wovor er sich fürchtet. Seine Ängste füllen viele Seiten und werden mit bunten Bildern veranschaulicht. Die Quintessenz dieses Buches ist es, dass die Menschen sich immerzu um alles Sorgen machen, aber nicht wollen, dass sich die Welt um sie sorgt. Aus der Perspektive des kleinen Jungen aus betrachtet erhält der Leser eine andere Sichtweise und beginnt nachzudenken…

"Don’t Worry Be Happy" Bild: http://www.jimmyspa.com

Dies sind ein paar ausgewählte Bücher aus der Reihe von Jimmy Liao. Insgesamt hat der Taiwaner bereits 37 Erzählungen veröffentlicht. Einige seiner Werke wie „Wie die Liebe so spielt“ und „ A Fish that Smiled at Me“ wurden bereits erfolgreich verfilmt und sogar als Musical aufgeführt. Jimmy, wie er oft nur genannt wird, hat viele Fans überall auf der Welt. Seine Bücher wurden in den verschiedensten Sprachen wie Thailändisch, Japanisch, Deutsch, Englisch oder Koreanisch übersetzt.

Angefangen Bücher zu schreiben und zu illustrieren hat Jimmy Liao der mit bürgerlichen Namen Lao Fu-Bin (廖福彬) heißt erst nach einem tragischen Schicksalsschlag. Nachdem ihm ein Wahrsager großen Reichtum versprochen hatte,  wurde bei dem Vater einer Tochter im Jahr 1995 stattdessen Leukämie diagnostiziert. Infolgedessen musste er sich einer langen und schmerzhaften Behandlung unterziehen und gab seinen Job in einer Werbeagentur, in der er 12 Jahre lang gearbeitet hatte, auf. Nach seiner Genesung beschloss der Absolvent der Chinese Culture Universität Taipei sich als freischaffender Künstler zu versuchen. Durch die dramatische Erfahrung seiner Krankheit hat er den Sinn im Leben erkannt, betont der Autor auf seiner Internetseite. Seine Gedanken und Erfahrungen verarbeitet er in seinen Geschichten und Bildern.

Jimmys Illustrationen sind von der westlichen Kultur inspiriert. So sehen nicht nur die dargestellten Personen westlich aus, auch die Umgebung der Protagonisten wird bestimmt durch ein westliches Straßenbild oder Häuser und Zimmer eingerichtet im abendländischen Stil.

Heute ist der 52 jährige Jimmy Liao ein sehr gefragter Künstler. In Taipei kann man seine Gemälde und Figuren auch an einigen öffentlichen Plätzen wie dem Huashan Culture Park, der Taipei Arena, dem Shin Kong Mistukoshi Einkaufszentrum und der Eslite Buchhandlung in Xinyi bewundern. Zudem können seine Fans inzwischen auch Elektronik, Klamotten, und allerlei andere Dinge im Jimmy Liao Design erwerben.

von M.Bindel

Auf den Spuren von Monga 艋舺

Spätestens seit der erfolgreiche Kinofilm Monga die Zuschauer im Jahr 2010, faszinierte zieht es immer mehr Menschen an die Stelle, an der sich die Flüsse Danshui und Xindian in Taipei treffen. Im ehemaligen Stadtviertel Monga, heute unter dem Namen Wanhua bekannt, befinden sich nämlich die Schauplätze des gleichnamigen Gangsterfilms.

Das frühere Stadtviertel Monga war als Handelszentrum bekannt, in welchem Waren angepriesen, gehandelt und transportiert wurden. Erst unter der japanischen Besatzungszeit wurde der Name in Wanhua umgewandelt. In den achtziger Jahren war das Viertel bekannt für seine Kriminalität, welche sich vor allem in Bandenkriegen äußerte. In dieser Zeit spielt auch Niu Cheng-Zes Kinohit.

Monga erzählt die Geschichte von Mosquito und seinen vier Freunden, die sich nicht mehr von ihren Mitmenschen drangsalieren lassen möchten und daher in die „Prinzen-Gang“ eintreten. Zu anfangs genießen sie ihr Gangsterleben und träumen davon die Straßen von Monga zu beherrschen. Der alte Gangsterboss Geta nimmt sich den Halbwüchsigen an und weiht sie in die Geheimnisse der Gesetze und Werte der „Prinzen-Gang“ ein. Doch als eine neue Bande aufkommt, welche über Feuerwaffen verfügt, geraten die herkömmlichen Werte aus den Fugen und das Leben der fünf Bandenmitglieder ändert sich dramatisch. Das Stadtviertel Monga wird nicht mehr so sein wie es einmal war. Filmregisseur Niu soll in dem Streifen auch eigene Erfahrungen eingewoben haben.

Die Einwohner des heutigen Wanhua Distrikts wehrten sich anfangs gegen die Darstellung ihres Viertels als Schauplatz von Kriminalität und Prostitution. Doch nach dem Erfolg des Filmes profitiert das Viertel von touristischen Besuchern. Neugierige wollen die Kulissen von Monga besuchen und einen Hauch dunkle Atmosphäre erleben. Die Hauptschauplätze des Filmes sind etwa der Longshan Tempel, die Schlangenallee, Bopiliao und Ximending.

Der Longshan Tempel wurde im Jahr 1738 erbaut und wurde im Laufe der Geschichte immer wieder Opfer von Feuer und Zerstörung. Ebenso oft wieder renoviert und aufgebaut dient der Tempel heute zum Preisen von buddhistischen und daoistischen Göttern sowie Volksgöttern. Er repräsentiert die klassische chinesische Architektur. Im Kinofilm Monga wir der Longshan Tempel häufig als Kulisse gewählt. Er repräsentiert dort einen Ort der Stille und Andacht der zu einem Schauplatz von Kampf und Gewalt wird.

Longshan Tempel

Die Schlangenallee in der Huashi Straße war früher eine dunkle Gegend in der Schlangeninnereien gemixt mit anderen Zutaten als Aphrodisiakum konsumiert wurde. Doch infolge von Protesten von Tierschützern und den Besuchen internationaler Touristen wurde der Markt umgestaltet. Die Schlangenallee, nun eher unter dem Namen Huashi Night Market bekannt,  ist heute überdacht und es gibt vor allem chinesische, japanische und koreanische Snacks zu erwerben. Doch völlig verschwunden ist das Reptil auch gegenwärtig noch nicht vom Angebot der Schlangenallee. In zahlreichen Szenen dient die Schlangenallee als Ort von Unterhaltung, Verfolgungsjagd und Gewalt.

Huashi Night Market

Die ehemalige Schlangenallee am Morgen

Das historische Viertel Bopiliao zeugt von Bauten der Qing Dynastie und der japanischen Kolonialzeit. Es gibt traditionelle Geschäfte, die Chinesische Medizin, Kräuter und buddhistische Waren verkaufen. Zudem liegt der Longshan Tempel in der historischen Umgebung von Bopiliao. Auch viele berühmte Persönlichkeiten wie Chang Tai-Yan hatten oder haben hier ihre Heimat gefunden. Ebenso wie die Schlangenallee ist Bopiliao im Kinofilm Schauplatz von Zerstreuung und Hetzjagd.

Historisches Viertel Bopiliao

Bopilliao

Das im nördlichen Teil Wanhuas gelegene Ximending ist die erste Fußgängerzone in Taiwan. Ursprünglich war Ximending als wilde Gegend verschrien, doch die japanischen Kolonialmächte beschlossen daraus ein Geschäfts- und Unterhaltungsviertel zu machen. So erbauten sie beispielsweise im Jahr 1908 das rote Theaterhaus. Heute ist Ximending Shoppingareal und Wohngegend zugleich. Es herrscht hier eine Mischung aus taiwanesischer und japanischer Kultur. Es gibt Einkaufszentren, kleine Läden, sowie Stände auf der Straße die vor allem Klamotten, Accessoires, Elektronik und Snacks verkaufen. Im Vergleich zu anderen Märkten und Shoppingarealen herrscht hier allerdings eine höhere Kriminalität. In Regisseur Nius Streifen gibt Ximending die für Taiwan typische Nachtmarkt Atmosphäre wieder. Man sieht Stände und kleine Restaurants. Außerdem finden im Film auch hier Gewalt  und Kämpfe statt.

Ximending Shoppingareal


Ximending

von M. Bindel