Neuzugang in der deutschen Redaktion

 

Am 12ten Februar, dem Samstag letzter Woche, bin ich nach vierzehnstündiger Reise und einem Aufenthalt am Seouler Incheon Flughafen, schluss endlich in Taipei angekommen. Ich bedeutet im diesem Falle Maurice Jones, der neue Praktikant in der deutschen Abteilung von Radio Taiwan International. Sieben Wochen lang werde ich am journalistischen Alltag teilnehmen und die Redaktion tatkräftig unterstützen. Zur Zeit studiere ich Asienwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universtität in Bonn und lerne abgesehen von Geschichte, Kultur und Politik Ostasiens auch Japanisch und Chinesisch.

Der neue Praktikant im Selbstportrait

Mein Interesse am Journalismus wurde schon früh geweckt und so verfasste ich zu meiner Jugend schon den ein oder anderen Artikel für unsere Lokalzeitung. Nach dem Abitur habe ich mehrere Monate in Asien verbracht, unter anderem in Indien und Nepal und auf dem südostasiatischen Festland und natürlich auch fleißig Bericht erstattet.

Seit September 2010 engagiere ich mich im Rahmen eines Praktikums beim Bonner Campusradio radio96acht.de und so bekam ich einen ersten Einblick in den Radiojournalismus. Die Arbeit beim von Studenten verwalteten Campusradio umfasst einen journalistischen Rundumschlag, von Produktion eigener Sendungen, über redaktionelle Arbeit, Reportertätigkeit bis hin zur Live-Moderation lernt man alle Bereiche eines Rundfunkbetriebes kennen.

Ich suchte daher nach einer Möglichkeit den Schwerpunkt meines Studiums mit meinem Interesse für den Journalismus zu verbinden und recherchierte nach Möglichkeiten dies zu erreichen. Durch einen Artikel der deutschen Wikipedia bin ich auf den taiwanischen Sender Radio Taiwan International gestoßen, genauer gesagt, auf dessen deutsche Redaktion. Journalistisch tätig zu sein, in einem fremden Land, dessen Sprache man lernt klang nach einer ausgezeichneten Gelegenheit.

Sofort habe ich mich an den Rechner gesetzt, ein Anschreiben abgetippt und inklusive Lebenslauf an die deutsche Redaktion geschickt. Große Hoffnung habe ich mir zunächst nicht gemacht, aber einen Versuch war es auf jeden Fall wert. Als dann nach regem E-mail-Verkehr die Zusage des Praktikums in mein Postfach flatterte, war ich natürlich hellauf begeistert. 

Auf dem Weg zu RTI - Bei An Road

Auch wenn man schon oft, die Anzeigetafel anstarrend und auf den Aufruf zum Boarding wartend, am Flughafen stand und sich aufgrund dessen eigentlich an das Unterwegs sein gewöhnt haben sollte, stieg die Spannung kurz vor Abflug doch wieder ins Unermessliche. Was erwartet einen, wie wird man aufgenommen, wird man eine Unterkunft finden, wie wird die Arbeit sein, sind die Gedanke, die mir zu dem Zeitpunkt durch den Kopf schossen.

Mehrere Bekannte aus Deutschland, die schon in Taiwan waren, zum Studieren, einen Sprachkurs zu absolvieren oder einfach nur zum Reisen, erzählten mir nur gutes über das Land und seine Bewohner. Ich war gespannt, ob sich dies auch bewahrheiten würde. Bis jetzt hat es das. Ich wurde freundlich und offenherzig, sowohl in der Redaktion, als auch in meiner Unterkunft empfangen.

Im Vergleich zu Taipei, wo alles ständig in Bewegung zu sein scheint, ist Bonn ein kleines, verschlafenes Provinzstädtchen. Genau diese Abwechslung habe ich mir auch erhofft, doch war ich am ersten Abend, den ich in Ximending verbrachte, etwas überwältigt von der Fülle der auf mich einprasselnden Eindrücke und Reize.

Taipei bei Nacht - Zhongxiao Road

Nach einem Semester des Studiums des Chinesischen sind meine Kenntnisse leider noch nicht so ausgeprägt, dass ich mehr als einen Kaffee oder etwas zu Essen bestellen, über mich und meine Familie erzählen oder meinen aktuellen Gemütszustand mitteilen kann. Diesem werde ich in den nächsten Wochen natürlich weiter entgegenwirken, in dem ich praktikumsbegleitend einen Sprachkurs absolvieren werde.

Insgesamt bin ich sehr gespannt wie die nächsten sieben Wochen verlaufen werden und top-motiviert jede Erfahrung, die mir auf dem Weg begegnen sollte, mit zunehmen. Über meinen weiteren Aufenthalt in Taipei werde ich in diesem Weblog natürlich weiter berichten.

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3 Antworten

  1. Viel Erfolg fuer das Praktikum!
    Schauen die Strassenschilder in Taipei so aus wie auf Deinem zweiten Bild? Das Schild wirkt fuer einen Europaeer ja wie ein Grabstein.

    • Nein, das ist kein Strassenschild, sondern ein Gedenkstein. Wofuer genau, kann ich leider nicht sagen. Aber zum Vergleich kann ich im naechsten Eintrag ein normales taiwanisches Strassenschild praesentieren.

  2. Hallo Maurice !

    Viel Spaß in der Redaktion, ich bin ganz sicher Du bist dort sehr gut aufgehoben !

    Liebe Grüße aus Hilchenbach an alle von Radio Taiwan International

    Rüdiger Schlag

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