Neujahrseinkäufe auf dem Neujahrsmarkt in der Dihua-Straße

Eingang zum Neujahrsmarkt an der Dihua-Straße

Eingang zum Neujahrsmarkt an der Dihua-Straße

Alle Jahre wieder wird das chinesische Neujahrsfest gefeiert – das neue Jahr beginnt dieses Jahr am 3. Februar. Dann ist das Jahr des Tigers vorbei und das Jahr des Hasen beginnt. Das Neujahrsfest begeht man traditionell im Kreis der Familie. Am Abend vor dem 1. Neujahrstag  kommt die Familie zum Essen am Neujahrsabend bzw. Silvesterabend zusammen. Es wird dann über die Neujahrsfeiertage meist fröhlich und üppig weitergegessen, bis die Feiertage wieder vorbei sind. Außer den (meist recht üppigen) Mittags- und Abendmahlzeiten gibt es dann noch verschiedenste Knabbereien, Nüsse, Kerne, getrockneten Fisch, kandierte Früchte, Gemüsechips, Süßigkeiten, Erdnuss- und Mandelkaramel um nur ein paar der Leckereien zu nennen, die man zum Neujahrsfest vorbereitet – für die eigene Familie oder auch als Geschenke bei Neujahrsbesuchen …

Süßigkeitenstand

Süßigkeitenstand

alles vom Schwein

alles vom Schwein

Snacks aus getrocknetem Fisch

Snacks aus getrocknetem Fisch

Neujahrskuchen Hakka-Art

Neujahrskuchen Hakka-Art

Obst- und Gemüsechips

Obst- und Gemüsechips

taiwanische Knabbereien

taiwanische Knabbereien

Säcke voller Nüsse und Kerne

Säcke voller Nüsse und Kerne

Alles, was man zum chinesischen Neujahrsfest braucht, bekommt man  in Taipei in der Dihua-Straße. Der Dihua-Neujahrsmarkt findet jedes Jahr in den Wochen vor dem Frühlingsfest bzw. Neujahrsfest statt.

Die Dihua-Straße

Die Dihua-Straße

Die Dihua-Straße ist über 150 Jahre alt und war Ende des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Umschlagplatz für Waren aus Festlandchina. Heute ist die Straße bekannt für die vielen chinesischen Apotheken, Tee-, Gewürz- und Stoffgeschäfte – und dafür, dass sie sich jedes Jahr vor dem Frühlingsfest in Taipeis größten Neujahrsmarkt verwandelt.

auf dem Neujahrsmarkt kann es manchmal recht voll werden ...

auf dem Neujahrsmarkt kann es manchmal recht voll werden ...

Und ähnlich wie für manche Europäer ein Besuch auf einem Weihnachtsmarkt zu Weihnachten gehört und einen erst in  die richtige Weihnachtsstimmung versetzt, so gehört ein Besuch auf einem Neujahrsmartk ebenfalls zum chinesischen Neujahr.

Viel Rot und Gold gehört zum Neujahrsfest

Viel Rot und Gold gehört zum Neujahrsfest

Auf dem Neujahrsmarkt in der Dihua-Straße kann man nicht nur gucken und kaufen und sich von der Neujahrsatmosphäre anstecken lassen – auf allen Ständen werden die Waren angepriesen und natürlich zum Probieren angeboten. 

man kann das Angebotene überall kosten - hier Gebäck aus Mais - oder war es Reis? - in verschiedenen Geschmacksrichtungen

man kann das Angebotene überall kosten - hier Gebäck aus Mais - oder war es Reis? - in verschiedenen Geschmacksrichtungen

Ich habe mich dieses Jahr mit unserem Kollegen Martin  ins Getümmel gestürzt – und zum Schluss hatte ich wie jedes Jahr wieder mal soviel eingekauft, dass es fast schon für eine Großfamilie gereicht hätte.

Heiße-Quellen 1000-jährige Eier in Goldpapier verpackt - 7 Stück 100 Taiwan Dollar (ca.2,5 Euro)

Heiße-Quellen 1000-jährige Eier in Goldpapier verpackt - 7 Stück 100 Taiwan Dollar (ca.2,5 Euro)

Martin kauft Obst- und Gemüsechips

Martin kauft Obst- und Gemüsechips

ein Besuch auf dem Neujahrsmarkt - das Ergebnis ...

ein Besuch auf dem Neujahrsmarkt - das Ergebnis ...

 von Eva Triendl

falls Sie noch Lust haben, etwas weiter über den Neujahrsmarkt zu bummeln, hier noch mehr Fotos 

 

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Frohes Neues Jahr, 新年快樂

Das Frühlingszeichen

Das Zeichen für Frühling (春 chūn), denn das chinesische Neujahrsfest wird auch als Frühlingsfest bezeichnet. Man beachte die Fusion mit Weihnachten

Wer Silvester verpasst hat, hat nun eine neue Chance – am 2. Februar ist der letzte Tag des alten Jahres, damit geht das Jahr des Tigers zu Ende. Am 3 Februar beginnt dann das neue Jahr, und zwar das Jahr des Hasens. Dabei ist das chinesische Neujahr der wichtigste Feiertag in Taiwan, bzw. man kann eigentlich nicht von einem Feiertag sprechen, sondern vielleicht ist es richtiger von einer Festzeit zu sprechen. Das chinesische Neujahrsfest (chinesisch 農曆新年/ nónglì xīnnián) beinhaltet mehrere Tage, von denen jeder eine bestimmte Funktion oder Bedeutung hat. Übrigens findet das chinesische Neujahrsfest nicht immer an denselben Tagen statt. Der traditionelle chinesische Kalender ist ein Lunisolarkalender, weshalb das chinesische Neujahr jeweils auf unterschiedliche Tage fällt. Es findet am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende, also zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar statt. Ich will hier nicht in alle Einzelheiten gehen, sondern nur ein paar Aspekte des chinesischen Neujahrsfest nennen. Ein paar Informationen gibt es auch in Profile der Taiwaner am 29.1.2011 zu hören, denn in dieser Folge habe ich ein paar Taiwaner über Sitten und Gebräuche erzählen lassen. Und wer wissen möchte, wie über die 12 chinesischen Tierkreiszeichen und ihre Reihenfolge entschieden wurde, der kann dies im kommenden Schatzkästchen (2. Februar) hören. Hier nun einige der aus meiner Sicht wichtigsten Gebräuche.

Dekoration

Läden mit Dekoration

Zunächst einmal sieht man schon einige Zeit vor der eigentlichen Festzeit überall immer mehr Dekoration in den Geschäften, in den Häusern, an den Türen usw.

Dekoration für Neujahr

Die Läden sind voll mit Dekoration für Neujahr

Da gibt es zum einen Schilder und Schriftrollen, in rot gehalten, mit Schriftzeichen, teilweise ganze Sprüche. Dabei haben diese Schilder und Schriftrollen wohl im Allgemeinen zwei Hauptfunktionen – einmal der Schutz und einmal Wünsche nach Gesundheit und Wohlstand. Wovor Schutz? Es gibt nämlich eine Legende von einem Monster namens Nian, das zu Neujahr in den Städten und Dörfern auftaucht, um seinen Hunger mit Menschen zu stillen.

Man kann die Dekoration auch selber herstellen

Man kann die Dekoration auch selber herstellen, besonders wenn man Kinder hat.

Da es aber Angst vor der Farbe Rot und vor Lärm hat, kleben die Menschen rote  Schriftrollen oder hängen rote Laternen vor die Tür und brennen Feuerwerk ab. Andere Schriftrollen werden von Sprüchen wie 萬事如意 („Wànshì rúyì“ in etwa „Alles was das Herz begehrt) oder 恭喜發財 („gongxi facai“ in etwa „Glückwünsche und Erfolg/Wohlstand“) verziert. Dazu taucht immer wieder das Tier des bevorstehenden Jahres auf. Für das kommende Jahr also ein Hase.

Ein Hase bewacht meine Haustür

Auch ich lasse meine Wohnung von einem furchterregenden Hasen und einer roten Schriftrolle bewachen.

Weiter gehört zu den Vorbereitungen die Beschaffung von Speisen. Denn essen ist äußerst wichtig während der Festtage. Dabei geht es nicht nur darum, möglichst viel zu Essen, sondern das richtige. Denn viele Speisen symbolisieren z.B. Wohlstand, langes Leben, usw. Da ist zum Beispiel der Fisch. Fisch heißt auf Hochchinesisch魚 yú, was so ähnlich klingt wie das Wort für Wohlstand. Dann gibt es da die Teigtaschen, die so ähnlich aussehen, wie altes chinesisches Geld oder die Nudeln, die langes Leben symbolisieren.

Die berühmte Dihua Straße

Ein Abend in der berühmten Dihua Straße

Auch Früchte gehören dazu, wie die Ananas. Ananas heisst auf Taiwanisch Onglai. Und das klingt so ähnlich wie die taiwanischen Worte fuer Wohlstand – Ong – und kommen – Lai, also Wohlstand kommt. Die Liste könnte man noch unendlich weiterführen. Wichtig aber ist, chinesisch Neujahr bedeutet unter anderem essen, essen, essen. Diese Speisen kann man natürlich in ganz normalen Supermärkten oder Märkten kaufen, aber es gibt auch einige spezielle Gegenden, die extra für chinesisch Neujahr alles auftragen.

Erdnussverkäufer in der Dihua Straße

Der sehr freundliche Erdnussverkäufer in der Dihua Straße, dessen Interview aus technischen Gründen leider verloren ging.

Das vielleicht berühmteste Beispiel in Taipei ist die Dihua Straße (迪化街). Dort wird vor Neujahr alles aufgetragen, was das Herz für die Festtage begehrt und in den letzten Tagen des alten Jahres geht dort der Bär ab, oder soll man dieses Jahr dann sagen, der Hase? Hat man Dekoration, Feuerwerk und Speisen zusammen, können die Festlichkeiten beginnen. Dabei ist das chinesische Neujahr ein richtiges Familienfest, bei dem die Familie zusammenkommt.

Symbolisches Feuerwerk

Symbolisches Feuerwerk beschützt die Einwohner vor dem Monster Nian.

Doch im Gegensatz zu Weihnachten in der westlichen Welt, wo es wohl oft zu Streitereien kommt, bei wessen Eltern man Weihnachten verbringt, wird das beim chinesischen Neujahr im Großen und Ganzen vermieden, denn es gibt schlauerweise feste Regelungen dafür, wann man wen zu besuchen hat. Da ist dann zunächst der letzte Tag des alten Jahres (chin. 除夕, Chúxī). Hier kommt man bei der Familie des Ehemannes bzw. Vaters zusammen. Da gibt es dann ein riesiges Festessen, bei dem z.B. der Fisch nicht fehlen darf.

Dieser Fisch darf dann aber nicht aufgegessen werden, denn es soll symbolisiert werden, dass man auch im nächsten Jahr noch Fisch, also im übertragenen Sinne Wohlstand hat. Doch mit dem Essen ist der Abend dann noch nicht zu Ende.  Viele Familien bleiben nach dem üppigen Essen noch zusammen, und unterhalten sich oder spielen auch Spiele, um auf Mitternacht zu warten. Dann werden die Ältesten der Familie, also im Allgemeinen wohl die Großeltern ins Wohnzimmer gebeten, und die Kinder knien sich vor diesen hin, um gute Wünsche auszusprechen.  

Cai Shen (財神, Cáishén),

Der Cai Shen (財神, Cáishén), der Gott des Reichtums begrüßt die Passagiere der MRT.

Z.B Gute Gesundheit, ein langes Leben usw. Und daraufhin bekommen dann die Kinder einen roten Umschlag (紅包hóngbāo) mit Geld gefüllt. Ich habe zwei Gründe, dafür gehört, dass man bis Mitternacht wach bleibt. Einmal will man so lange wach bleiben, um sozusagen zu symbolisieren, dass man das Monster Nian bis ins nächste Jahr überlebt hat. Zum anderen sagt man, wenn die Kinder solange wach bleiben, dann verlängert sich Leben der Eltern und Großeltern, und diese Tradition wird Shousui (守歲) genannt.

Cai Shen

Und der Cai Shen heißt auch die Mitarbeiter des Krankenhauses willkommen.

Dann kommt der erste Tag des neuen Jahres (初一, Chūyī). Auch hier bleibt man noch bzw. kommt man wieder mit der Familie des Vaters/Ehemannes zusammen und es gibt wieder viel zu essen. Dann kommt der zweite Tag des neuen Jahres(初二, Chūèr) und das ist der Tag, an dem man zur Familie der Mutter bzw. Ehefrau zurückkehrt. Das nennt man in etwa „Heimkehr zum Elternhaus der Ehefrau“ (回娘家, Huíniángjiā) und es wird sicherlich keinen erstaunen, wenn ich sage, auch dann geht es weiter mit dem Essen.

Dekoration im Krankenhaus

Eine sehr kunstvolle Dekoration im Krankenhaus.

Wobei es nicht nur Festessen gibt, sondern die Pausen zwischen den Mahlzeiten werden mit einer Vielzahl von traditionellen Süssigkeiten überbrückt. So dass dann am Ende des Neujahrsfestes auch die Taiwaner über wieder zwei oder drei Kilo zuviel klagen.

Dekoration im RTI Studio

Auch bei RTI darf Neujahrs-Dekoration natürlich nicht fehlen.

Es geht so dann weiter für etwa zwei Wochen (wobei leider nur knapp die erste Hälfte frei ist) bis zum 15. Tag des neuen Jahres. An diesem Tag beginnt das sogenannte Laternenfest (元宵節, Yuánxiāojié). Da werden dann  Klößchen aus klebrigem Reismehl mit süßer Füllung gegessen, (湯圓, tāngyuán) werden gegessen und Kerzen werden außerhalb des Hauses entzündet, um den Geistern den Weg nach Hause zu leiten. Manche Menschen gehen mit kleinen Laternen auf die Straßen. Gleichzeitig werden in Taiwan in den verschiedensten Städten Laternenfeste abgehalten, die über mehrere Tage gehen. Dort werden dann Laternen in allen Größen und Formen ausgestellt und es gibt Veranstaltungen und, ach ja, viel zu essen. Doch über das Laternenfest gibt es sicherlich einen neuen Blogeintrag. Also für diesmal – frohes neues Jahr –  新年快樂, 萬事如意,恭喜發財 (finden Sie diese Sprüche noch in diesem Eintrag?).

Von Ilon Huang

 

Eine Eisenbahnreise auf der Pingshi-Linie

Wenn auch das Wetter zur Zeit nicht gerade schön ist, es war und ist oft regnerisch und kalt, ist eine Eisenbahnreise auf der Pingshi-Linie trotzdem sehr interessant. Die Pingshi-Linie verbindet die ehemalige Kohlebergbaustadt Ruifang, unweit von der nordtaiwanischen Hafenstadt Keelong, und die Kleinstadt Jingtongke. Die Linie hat insgesamt 9 Stationen.

Vor Kurzem haben meine Schwägerin aus den USA und ich zusammen eine Reise mit der Pingshi-Eisenbahnlinie unternommen.

 Pingxi-Eisenbahnlinie, die ehemalige Kohlenbergbaustadt Ruifang ist die Start- bzw. Endstation der Linie Pingshi-Eisenbahnlinie: die ehemalige Kohlebergbaustadt Ruifang ist Start- bzw. Endstation der Linie
Meine Schwägerin mit dem Stationsvorsteher der Ruifang Station Meine Schwägerin mit dem Stationsvorsteher der Ruifang Station
Der Zug lief auf der Schiene Die Strecke verläuft zum Teil über Eisenbahnbrücken

Die Pingshi-Eisenbahnlinie, besonders die Strecke zwischen San Daoling und Jingtong, wurde entlang des Keelong Flusses gebaut und ist etwa 12,9 Kilometer lang. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in dieser Gegend Kohle abgebaut. Um die Kohle in den Hafen von Keelong oder in die Hauptstadt Taipei zu transportieren, wurde noch während der japanischen Kolonialzeit die Eisenbahnlinie gebaut.

Die Bauarbeit der Eisenbahnlinie begann im Jahr 1918 und wurde im Juli 1921 abgeschlossen. 1929 hat die damalige japanische Kolonialregierung die Eisenbahn beschlagnahmt. Seitdem gibt es neben dem Frachttransport auch einen Personentransport. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Eisenbahnlinie von der Regierung der Republik China weiter ausgebaut.

An allen 9 Stationen der Eisenbahnlinie kann man einen Stopp einlegen und die jeweiligen Städte besichtigen. Aber aus Zeitmangel haben meine Schwägerin und ich beschlossen, lediglich 2 der 9 Städte zu besichtigen, nämlich die Stadt Shi Fen十分 (was man mit „10 Portionen“ übersetzen kann), und Pingshi. Die erste Station ist Shifen. Am Rande der Eisenbahnlinie gibt es viele Souvenirläden, kleine Restaurants und Pensionen, die alle entlang der Eisenbahnlinie gebaut wurde. Das ist eine Besonderheit dieser kleinen Stadt. Es gibt keine richtige Stadtmitte. Die Stadtmitte ist nämlich die Eisenbahnlinie.

Geschenkladen, Restaurants und viele Pensionen, die entlang der Eisenbahnlinie gebaut wurden. Geschenkeläden, Restaurants und viele Pensionen sind entlang der Eisenbahnlinie gebaut worden
 Ein Souvenirladen, in dem viele traditionelle Handwerke bzw. Kunstwerke verkauft werden, am Rande der Eisenbahnlinie. Ein Souvenirladen an der Eisenbahnlinie, in dem traditionelles Kunsthandwerke verkauft werden, am Rande der Eisenbahnlinie

In den Souvenirladen werden viele traditionelle Handwerke bzw. Kunstwerke verkauft. Unter anderem Himmelslaternen.

 Eine grosse Auswahl von elektronischen Mini-Himmelslaternen. Eine große Auswahl an elektronischen Mini-Himmelslaternen

Eine Zeitlang lebten hier überwiegend ältere Leute und Kinder, weil die jüngeren Leute nach der Einstellung der Bergbauindustrie immer mehr in die großen Städte abgewandert sind. So blieben nur noch ihre Eltern und Kinder zurück. Doch seitdem sich die Tourismusindustrie mit Himmelslaternen und Bergbaumuseum hier positiv entwickelt hat, kommen viele jüngere Leute zurück in diese Stadt, um den Tourismus hier zu fördern.

Die absolute Touristenattraktion in dieser Stadt ist der Shifen Wasserfall.

 Der Shifen Wasserfall Der Shifen Wasserfall

Von der Eisenbahnstation der Stadt Shifen kann man zu Fuss in etwa 15 Minuten den Wasserfall erreichen. Der Weg zum Wasserfall ist gut ausgeschildert, sodass sich keiner verlaufen wird.

Man muss zuerst über eine Hängebrücke und dann entlang dem Keelong Fluss gehen. Und schon bald gelangt man zum Wasserfall.

Der Shifen Wasserfall Der Shifen Wasserfall
Der Shifen Wasserfall Der Shifen Wasserfall
Der Shifen Wasserfall Der Shifen Wasserfall
 Buddhafigure beobachten den Wasserfall Buddhafiguren beobachten den Wasserfall

Die Hängebrücke heißt Siguantan 四廣潭.

 Auf einer Seite ist die Eisenbahnlinie, in der Mitte die Siguangtan Hängebrücke und auf der rechten Seite der Wasserfall Auf einer Seite ist die Eisenbahnlinie, in der Mitte die Siguangtan Hängebrücke und auf der rechten Seite der Wasserfall
 Ein anderer Wasserfall Ein anderer Wasserfall

Der Eintritt für den Shifenwasserfall beträgt 40 Taiwan Dollar, etwa einen EURO.  Die kommunale Regierung ist dabei, mit den Besitzern zu verhandeln. Vielleicht muss man in Zukunft keinen Eintritt mehr zahlen, weil die Regierung vorhat, den Wasserfall zu übernehmen.

Wenn man Hunger hat, kann man hier viele Imbisse bekommen. Der Imbiss „Dachang bao xiaoxhang“, zu Deutsch „Die grosse Wurst umarmt die kleine Wurst“, eine Fleischwurst die in eine Klebreiswurst eingepackt ist, ist sehr zu empfehlen.

Der Imbiss „Dachang bao xiaoxhang“, zu Deutsch "Die grosse Wurst umarmt die kleine Wurst", eigentlich eine Fleischwurst die in einer Klebreiswurst eingepackt ist, Der Imbiss „Dachang bao xiaochang“ – „die große Wurst umarmt die kleine Wurst“  ist eine in Klebreiswurst eingepackte Fleischwurst

Die Ortschaft Pingshi, die ursprüngliche Heimat der Himmelslaternen, ist die zweite Stadtion unserer Reise. Hier haben wir die bekannte Himmelslaterne aufsteigen lassen.

 Die Himmelslaterne von Pingxi  Eine Pingshi Himmelslaterne
 Himmelslaterne beim Starten. Himmelslaterne beim Start
 Auf die Laterne werden Wünsche aufgeschrieben. Wenn man die Himmelslaterne dann steigen lässt, gehen die Wünsche in Erfüllung. Auf die Laterne werden Wünsche aufgeschrieben. Wenn man die Himmelslaterne dann steigen lässt, gehen die Wünsche in Erfüllung

Die Tageskarte für diese Strecke kostet nur 54 Taiwan Dollar, umgerechnet etwa 1 EURO 40 Cents.

von Chiu Bihui

Gelresai – Try it on if you like

 

Gelresai "Try it on if you like" (CD: Wild Fire Music)

Gelresai "Try it on if you like" (CD: Wild Fire Music)

Chen Shichuan (陳世川) hat letztes Jahr sein erstes Album mit dem Titel „xihuan keyi shichuan (喜歡可以試穿) herausgegeben. Chen Shichuan ist von Beruf Designer, er hat seit seiner Studienzeit selbst Lieder geschrieben, nicht nur auf Chinesisch, sondern manche auch in seiner Muttersprache, der Ureinwohnersprache Rukai. Gelresai ist sein Rukai-Name. Die CD und das Titellied heißt übersetzt so viel wie „Wenn es gefällt, kannst Du kannst es anprobieren“, denn sein chinesischer Name „世川 Shichuan“ wird ausgesprochen wie „試穿 shichuan“, anprobieren. Hier ein Link zum Musikvideo zum Titellied des Albums. In der Sendung „Musik aus Taiwan“ am Mittwoch, den 19. Januar stellt Chen Shichuan einige Lieder aus seinem Album vor und erzählt, wie das Musikvideo – sein erstes überhaupt – gedreht wurde.

 In „Musik aus Taiwan“ am 26. Januar stellt Chen Shichuan weitere Lieder aus seiner CD vor – und hat für uns auch ein Rukai-Kinderlied gesungen, das nicht auf der CD ist, das er aber hin und wieder bei Aufführungen singt. Der Text ist ganz einfanch: „Sonne, gehe bald auf und scheine, wie eine Münze, groß und rund. Dieses Video zeigt eine Aufnahme von Chen Shichuan, wie er das Lied bei einem Auftritt in einer Buchhandlung singt.

Chen Shichuan ist auch oft bei Auftritten von “ Wild Fire Music 野火部落“ dabei, hier ein Foto von einer Veranstaltung in Taipei

Chen Shichuan bei einer Veranstaltung von "Wild Fire Music" in Taipei

Chen Shichuan bei einer Veranstaltung von "Wild Fire Music" in Taipei

  Musik aus Taiwan am 19. Januar
Musik aus Taiwan am 26. Januar

 von Eva Triendl

Eine Radtour durch Taiwan

Mit dem Fahrrad Taiwan zu erkunden, bietet jede Menge interessante Eindrücke. Egal ob einfach am Fluss entlang oder durch die Berge Taiwans. Eine derartige Tour durch Taiwan hat in diesem Sommer Jan Duben aus Tschechien mit einigen seiner Freunde unternommen. Ich habe mich mit Jan Duben unterhalten, der mir seine Eindrücke und Erlebnisse beschrieben hat. Wenn Sie das Interview hören möchten, hören Sie doch am Montag, den 10. Januar in unser Programm rein, da wird der zweite Teil des Gespräches. Der erste Teil des Gespräches wurde schon am Montag, den 27. Dezember gesendet.  Haben Sie das Interview schon gehört und möchten noch einige bildliche Eindrücke gewinnen, dann sind sie auch richtig. Nochmal zum Nachlesen das Interview plus einiger Bilder, die Jan Duben uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Können Sie uns vielleicht zunächst den Trip einmal kurz beschreiben und zusammefassen? Und was hat Sie zu diesem Trip bewogen?

Jan Duben: Wir haben unseren Trip Mitte Juli durchgeführt. Ich war nicht allein, sondern mit sechs anderen Freunden. Wir waren eine internationale Gruppe bestehend aus fünf Tschechen, einem Mädchen aus Chile und einem Jungen aus der Schweiz. Daher fand unsere Kommunikation meistens auf English statt. Wir sind von Taipei aus gestartet und sind dann zunächst um den Norden Taiwans gefahren. Also Tamshui, Yeliu und dann Jiu Fen. Von dort sind wir dann weiter durch die Tarokko Schlucht, zum Sonne Mond See, bis zum Ali Shan.

Die Strecke

Die Strecke

Dann ging es weiter nach ChiaYi und von dort aus ging es in den Süden Taiwans. Im Süden haben wir dann Tainan, Kaoshiung und Kenting besucht. Und die letzte Strecke ging dann an der Ostküste entlang nach Taidong. Für eine kurze Strecke haben wir den Zug genommen, da wir ein kleines Problem mit den Rädern hatten. Aber über 90% der Strecke haben wir mit dem Rad zurückgelegt. Wir haben es im Prinzip eher gemütlich angehen lassen. Wir haben am Tag durchschnittlich etwa 70, 80 oder 90 Kilometers zurückgelegt. Insgesamt haben wir eine Strecke von etwas über 1200 Kilometern zurückgelegt und dafür haben wir zwei Wochen benötigt. Wir haben viele Stopps eingelegt und an zwei Tagen sind wir auch sehr wenig gefahren.

Nicht nur Radeln, auch Surfen gehörte zum Programm

Nicht nur Radeln, auch Surfen gehörte zum Programm

Stattdessen sind wir surfen gegangen. Denn der Zweck dieser Reise war nicht, einfach einen Kreis um Taiwan zu radeln und dann wieder zurück zu kommen. Sondern mein Hauptgrund war, meinen Freunden Taiwan vorzustellen.

Die Gruppe noch am Anfang ihrer Tour

Die Gruppe noch am Anfang ihrer Tour

Das ist auf jeden Fall keine einfache Strecke, da muss man erst mal auf die Idee kommen. Wie sind sie überhaupt auf die Idee gekommen?

Jan Duben: Das erste Mal kam in mir die Idee für diese Radtour auf, als ich einen Film gesehen habe. Über einen Jungen, der hörbehindert ist und mit einer Gitarre um Taiwan herumradelt. Dieser Film hat in Taiwan viel Begeisterung ausgelöst. Und auch bei mir. Als ich einmal auf meinem Scooter durch Taiwan gefahren bin, habe ich gedacht, es wäre schön, dies einmal mit dem Rad zu machen.

Der Film, den Jan Duben anspricht, heisst Island Etude oder der chinesische Originaltitel, Lian Xi Qu (練習曲). Tatsächlich, so sagt man, habe dieser Film vor 2-3 Jahren mit zu dem Fahrradboom in Taiwan beigetragen und tatsächlich auch viele Menschen dazu bewogen, Taiwan zu umradeln. Doch zurück zu Jans Radtour. Es bedarf sicherlich einiger Vorbereitungen, um eine solche Radtour durchzuführen. Vor allem, wenn man sie über zwei Wochen hinweg durchführt, bedarf es ja auch wohl einiger logistischer Planung, und wie sahen die körperlichen und geldtechnischen Vorbereitungen aus?

Trinken ist immer wichtig

Trinken ist immer wichtig

Jan Duben: Wenn ich mal mit dem Geld anfangen kann, denn das ist der einfachste Teil. Es war nämlich tatsächlich billiger, um die Insel zu radeln, als in Taipei zu bleiben. Wir haben nämlich Zelte mitgenommen und dann am Strand gezeltet, oder an einer passenden Stelle. Wir brauchten also kein Geld für das Übernachten, nur für das Essen. Die Fahrräder habe ich von Freunden ausleihen können, wie beispielsweise von Lynn DongLong. Diese Freunde waren so nett, mir diese Räder einfach so auszuleihen. Ich denke, es ist wichtig, gute Fahrräder zu haben, wenn man durch Taiwan fahren möchte. Wir haben uns nicht wirklich vorbereitet.

Am Eingang des Taroko Nationalparks

Am Eingang des Taroko Nationalparks

Wir haben einfach nur ab und zu Sport gemacht. Und was dann passierte, war, dass wir während der ersten 3 oder 4 Tage doch ziemlich müde waren, doch nach und nach fingen wir an, uns daran zu gewöhnen. Und ab dem 5. oder 6. Tag, als wir schon in der Tarokko Schlucht waren, waren wir dann schon in ziemlich guter Form und es wurde immer leichter und besser zu.

In der Taroko Schlucht

In der Taroko Schlucht

Wie sah ihr Tagesablauf aus? Hatten sie einen sehr strengen Tagesplan oder sind sie das ganze eher flexibel angegangen?

Jan Duben: Wir waren sehr flexibel. Der Hauptgrund war, wie ich schon sagte, Taiwan zu sehen und nicht, Kilometer abzureissen. Aber wir haben immer versucht, möglichst früh aufzustehen, so gegen 5, 5 Uhr 30 oder 6 Uhr. Denn während des Sommers ist die Sonne die Hauptsorge. Meine Freunde waren ja gerade erst aus Tschechien gekommen waren noch völlig weiß, also sie hatten noch keine Bräune. Und daher war auch Sonnenbrand eine unserer Sorgen. Also jeden Tag sind wir, sagen wir mal, um 6 Uhr aufgestanden, haben dann gefrühstückt und sind dann los gefahren. Zwischendurch haben wir vielleicht Tee gekauft und haben Halt gemacht, wenn es etwas Interessantes zu sehen gab. Gegen 12 haben wir dann unsere Mittagspause eingelegt.

Essen ist auch wichtig

Essen ist auch wichtig

Normalerweise haben wir es vermieden, zwischen 12 und 15 Uhr zu fahren. Wir haben uns entweder etwas angesehen oder uns einfach ausgeruht. Nach 15 Uhr sind wir dann wieder aufgebrochen und sind fast bis zum Dunkelwerden gefahren. Entweder haben wir einen Punkt erreicht, der uns interessierte, wie beispielsweise YeLiu, und haben dann dort übernachtet oder wir haben einfach einen günstigen Platz vielleicht am Strand ausgesucht, um dort zu übernachten. Mit günstig meine ich, wo man Wasser bekommt und sich duschen kann. Ein guter Platz sind beispielsweise auch Grundschulen. Die lassen einen gewöhnlicherweise dort übernachten und duschen. Die waren wirklich sehr nett. Ein andere Platz sind die Tempel.

Auch in Tempeln kann man uebernachten

Auch in Tempeln kann man uebernachten

Da muss man etwas bezahlen aber nicht viel. Wir haben pro Person etwa 100 Taiwandollar bezahlt. Man kann also auch in Tempeln übernachten. Eine Freundin von mir, die diesen Trip allein gemacht hat, erzählte, dass sie jede Nacht in Polizeistationen übernachtet habe. Aber das ist vielleicht ein spezieller Fall, weil sie ein Mädchen ist. Ich weiss nicht, ob das für jeden ginge. Aber wir hatten ja unsere Zelte dabei und so haben wir die meisten Nächte in den Zelten übernachtet. Ich hatte einen ungefähren Plan darüber, wo es jeden Tag hingehen soll, doch wir haben keinen festen 100% Reiseplan verfolgt.  

Sie haben auch einige Bergetappen beschrieben. Dabei handelte es sich nicht um kleine Hügel, sondern um ernsthafte Berge. Wie haben sie diese bewältigt?

Jan Duben: Es war, glaube ich, an unserem 5. oder 6. Tag. Wir waren schon in besserer Form als am Start. Wir sind in einem kleinen Dorf an der Küste aufgewacht und haben uns von da aus dann auf die erste Bergetappe gemacht. Es geht dann rauf auf 3200 Meter über dem Meeresspiegel, und unser Ziel war es, diese Etappe an einem Tag zu bewältigen. Die Länge der Strecke betrug etwa 80 Kilometer und es geht wirklich fast die ganze Zeit bergauf.

Es geht immer bergauf

Es geht immer bergauf

Aber wenn man es langsam angeht, dann schafft man es an einem Tag. Wir hatten ein kleines Problem, kurz vor dem Gipfel, also etwa 5 Kilometer davor. Einer meiner Freunde hatte einen Platten, und wir mussten den Reifen flicken. Das hat uns etwas zurückgeworfen, und als wir weiterfahren wollten, war es schon dunkel. Aber wir wollten nicht an dieser Stelle übernachten, denn dann hätten wir am nächsten Morgen gleich mit einer sehr schweren Steigung anfangen müssen.

In ueber 3000 Metern Hoehe

In ueber 3000 Metern Hoehe

Denn die letzten etwa 5 Kilometer vor dem Gipfel sind sehr steil. Daher haben wir uns dann dazu entschieden, die Räder zu schieben, damit wir noch am gleichen Tag den Gipfel erreichen konnten. Da haben wir dann in unseren Zelten übernachtet. Übrigens, wenn man auf einer Höhe von etwa 3000 Metern zeltet, ist es schon ziemlich kalt.

Das sieht kalt aus

Das sieht kalt aus

Da oben und auf dem AliShan waren die einzigen Orte, an denen wir etwas gefroren haben. Doch das gute war dann die Abfahrt. Es ging etwa 60 Kilometer immer bergab und man musste sich eigentlich gar nicht anstrengen. Es ist wirklich eine schöne Fahrt und man gelangt dann direkt an den Sonne Mond See. Und es ist wirklich ein wunderschöner Anblick, auf den See zuzufahren.

Sonnenaufgang über dem Sonne-Mond See

Sonnenaufgang über dem Sonne-Mond See

 Es war sonnig und wirklich schönes Wetter und alle waren glücklich und in guter Stimmung, denn wir hatten es geschafft. Am nächsten Tag sind wir wieder eine Bergetappe gefahren. Und zwar sind wir wieder auf etwa 2800 Meter hochgefahren, bis zu dem Punkt, an dem man die Wanderung zum Jade Berg beginnt. Wir haben dann da wieder übernachtet, um dann am nächsten Tag wieder runterzufahren. An dem Tag sind wir dann etwa 120 Kilometer gefahren, denn der erste Teil war wieder eine lange Strecke nur bergab bis in die Gegend um den Alishan.

Im Alishan Park

Im Alishan Park

Man kann dort übrigens Affen sehen und einige von uns hatten tatsächlich Glück und sahen auch einige Affen. Was ich noch anfügen möchte, wenn man wirklich jeden Tag Fahrrad fährt, dann gewöhnt man sich daran und man beginnt, es zu geniessen. Das ist der Punkt. Alle meine Freunde haben gesagt, dass sie es nach 5 oder 6 Tagen genossen haben. Auch wenn es in den ersten 2 oder 3 Tagen etwas schmerzvoll war.

Es geht wieder runter

Es geht wieder runter

Die Bergetappen haben Sie also ohne größere Probleme bewältigt. Aber gab es insgesamt irgendwelche größeren Probleme?

Jan Duben: Ich denke, unsere größten Probleme waren tatsächlich die platten Reifen. An einem Tag hatten wir 8 oder 9 Platten und wir hatten keinen Ersatzschlauch mehr. So mussten wir dann Flicken benutzen. An dem Tag haben wir dann den Zug nach Hualian genommen. Bzw wir haben die Gruppe aufgeteilt und eine Gruppe ist mit dem Zug nach Hualien gefahren, um einige Gegenstände zu kaufen, die wir brauchten. Wir befanden uns nämlich gerade in einem kleinen Dorf, in dem es gewisse Dinge, die wir brauchten, nicht zu kaufen gab. Aber wir hatten die meisten Werkzeuge usw. selber dabei und so war das eigentlich auch unser einziges größeres Problem.

Was waren die größten Herausforderungen während der Reise? Ich kann mir vorstellen, dass eine Gruppentour nicht immer einfach ist, auch wegen der Kommunikation.

Jan Duben: Ja, die Sprache war eine Herausforderung. Denn 5 von uns kommen aus Tschechien und so ist es für uns natürlich, dass wir uns auf Tschechisch unterhalten. Doch das wäre natürlich den anderen beiden gegenüber unhöflich gewesen. Daher haben wir versucht, das möglichst gering zu halten und uns auf Englisch oder Chinesisch zu unterhalten, wenn möglich. Das war die erste Herausforderung, aber ich glaube wir waren erfolgreich und haben das ganz gut hingekriegt. In Bezug auf die körperliche Herausforderung. Die gibt es natürlich und daher ist es wichtig, mit wem man diesen Trip macht. Aber ich denke, wir hatten sehr viel Glück, denn es hat sich niemals jemand beschwert.

Alle waren guter Dinge und wirklich glücklich. Für einige war es das erste Mal in Asien, daher waren sie wirklich enthusiastisch, kann ich sagen, über das was sie gesehen haben. Jeden Tag haben wir uns darauf gefreut, neue, interessante Dinge zu sehen. Denn wir haben Dinge und Orte gesehen, die nicht nur für sie neu und überraschend waren, sondern auch für uns, die wir schon länger hier in Taiwan sind. Es gab so viele schöne Dinge, und wenn irgendwas schlechtes passiert, muss man einfach damit leben und weitermachen. Einmal sind wir in einen sehr schweren Regen geraten. Es war in Kenting und plötzlich kam der Taifun.

Kending, vor oder nach dem großen Regen?

Kending, vor oder nach dem großen Regen?

Da hat es so schwer geregnet, dass wir schon fast aufgeben wollten, obwohl nur noch ein kleiner Teil der Reise vor uns stand. Doch glücklicherweise hörte dann der Regen wieder auf und alle waren wieder frohen Mutes und bereit, weiter zu fahren. Aber für einen Augenblick während des Regens, wussten wir nicht, was wir machen sollten, denn wir waren die ganze Zeit Sonnenschein gewohnt. 

Dass wir im Meer schwimmen konnten oder mit den Taiwanern draussen Basketball spielen konnten. Und auf einmal war da dieser grosse Regen. Doch wir haben durchgehalten.

Was sind ihre schönsten Erinnerungen, und welche Orten haben ihnen am meisten gefallen, bzw. würden sie empfehlen?

Jan Duben: Ich glaube, die meisten guten Erinnerungen sind mit den Menschen verbunden, mit denen man zusammen geht. Daher ist es wirklich wichtig, die richtige Gesellschaft zu wählen für einen solchen Trip. Die meisten in dieser Gruppe waren meine besten Freunde seit meiner Kindheit. Wir verstehen uns ziemlich gut, und auf diesem Trip sind wir uns noch näher gekommen. Das ist perfekt, wenn man etwas hartes durchmacht. So wie beispielsweise die Tarroko Schlucht oder die Bergetappen.

Es ist hart, aber man sieht die anderen. Die haben auch Probleme, es ist auch hart für sie, aber sie fahren weiter. Das gibt Dir das Gefühl, ja, das ist es wert. So war ich wirklich glücklich darüber, wie alle in unserer kleinen Gruppe den Trip genossen. In Bezug auf Taiwan selber. Was ich besonders empfehlen würde, wenn jemand nach Taiwan kommt, dann ist es die Strecke zwischen Kenting und Taidong. Dieser Teil ist sehr schön, denn er ist sehr ruhig und abgelegen. Man sieht dort keine 7-11 und nur wenige Menschen. Es ist etwas wilder als in anderen Gegenden. Die Straßen sind nicht so gut, aber es ist wirklich schön dort und empfehlenswert.

Wie haben die Taiwaner ihre Reise insgesamt aufgenommen? Eher mit Skepsis, diese verrückten Ausländer, oder eher mit Unterstützung?

Jan Duben: Die Taiwaner waren extrem hilfreich. Man musste nur erwähnen, dass man einen solchen Trip macht, und alle haben einem Hilfe angeboten. Sie bieten einem sogar an, in ihrem Haus zu übernachten oder bieten einem andere Hilfe an. Taiwaner sind wirklich freundlich, denke ich. Man muss nur sagen, dass man diese Strecke mit dem Fahrrad fährt, dann äußern sie ihre Bewunderung und ihren Respekt. Das war vielleicht etwas zu viel für einige Gruppenmitglieder, aber es war wirklich sehr schön.

 Und man hat uns während unserer Reise tatsächlich sehr oft geholfen. Ein Beispiel – in unserer Gruppe war ja ein Mädchen, wie ich erwähnt hatte. Und sie konnte nicht so wirklich die ganze Zeit mit den anderen Gruppenmitgliedern mithalten. Anfänglich haben wir uns gefragt, was wir machen sollen. Auf sie zu warten, hätte die Gruppe vielleicht zu oft zurückgehalten, was für einige Mitglieder der Gruppe vielleicht nicht so schön gewesen wäre. Doch sie hat dann einen eigenen Stil zu reisen entwickelt. Sie ist immer so lange mit uns mitgefahren, bis sie müde war und wenn sie müde war, hat sie den Rest der Strecke per Anhalter zurückgelegt. Sie hatte niemals Probleme, es gab auch immer jemanden, der sie mitgenommen hat.

Und so war sie dann auch immer vor uns an unserem Treffpunkt. Noch ein anderes Beispiel. Einmal habe ich meine Geldtasche verloren. Und innerhalb von zwei Stunden habe ich einen Anruf von der Polizei erhalten. Die hat mir dann einen Platz genannt, wo ich mir meine Geldtasche abholen konnte. Und es gab sogar einen freundliche Person, die mich dorthin gefahren hat. Das war wirklich sehr nett. Wir haben keine negativen Erfahrungen mit Taiwanern gemacht, es war perfekt.

Auch immer mehr Taiwaner radeln

Auch immer mehr Taiwaner radeln

Ich habe diese Frage nicht ohne Grund gestellt, denn bis vor einiger Zeit war Fahrradfahren gar nicht so populär in Taiwan und oftmals wurden die wenigen Leute, die derartige Radtouren unternehmen, verständnislos gefragt: „warum machst du sowas“. Doch inzwischen sind Taiwaner es gewöhnt, Radfahrer zu sehen und auch Radfahrer, die längere Strecken unternehmen. Und wie man auch aus Jans Beschreibung entnehmen kann, ist aus Unverständnis eher Anerkennung geworden. Doch das war es auch schon von meinem Gespräch mit Jan Duben.

Von Ilon Huang

Photos von Jan Duben und Freunde