Wahlkampf in Taiwan

Am 27. November 2011 ist in Taiwan „Supersamstag“ oder „Superwahlkampftag“. Zum einen werden die Bürgermeister für 5 (teilweise neu gegründete) Städte gewählt. Durch eine Verwaltungsreform werden einige Städte und Landkreise zusammengelegt und zu sogenannten “regierungsunmittelbaren Städten” ernannt oder aufgewertet. Das sind zum einen die südtaiwanischen Städte und Kreise Kaohsiung und Tainan und die zentraltaiwanische Stadt Taichung samt Landkreis. Auch der Kreis Taipei (Taipei County/台北縣) wird zu einer “regierungsunmittelbaren Stadt” aufgewert. Der chinesische Name dieser neuen Stadt bedeutet übersetzt etwa soviel wie Xinbei Stadt (新北市). „Xin“ (新) bedeutet „neu“ und „Bei“ (北) bedeutet „Nord“. Also soviel wie die neue Stadt im Norden. Über den englischen Namen scheint man sich noch nicht ganz einig zu sein. Je nach Partei-Zugehörigkeit scheinen die Spitzenkandidaten eine andere Meinung bzgl. des englischen Namens zu haben.

Fahnenmeer

Wahl in Taiwan - ein Meer von Fahnen an jeder Straßenecke

Wir werden wahrscheinlich also auf den Wahlausgang warten müssen, bevor wir 100% wissen, wie der offizielle englische Name lauten wird. Für diese vier neuen “regierungsunmittelbaren Städte” und für die Hauptstadt Taipeh werden die Bürgermeister gewählt. Doch es werden nicht nur die Bürgermeister für diese 5 Städte gewählt, sondern auch die Stadtratsabgeordneten und in vielen Gemeinden die Gemeindevorsteher (Li Zhang 里長).

Fahnenmeer

... und an den Straßen entlang

 Die Wahl wird unter anderem als Barometer für die derzeitige Stimmung der Bevölkerung in Bezug auf die derzeitige Zentralregierung, die von der KMT gestellt und vom KMT-Vorsitzenden Ma Ying-jeou als Präsident angeführt wird. Daher wird diesem Wahltag nicht nur aufgrund des Umfangs eine große Bedeutung beigemessen und mit großer Aufmerksamkeit auch im Ausland beobachtet.

Plakate

Jede freie Stelle wird für Plakate benutzt

Doch hier will ich nicht die Wahl selber analysieren, sondern ein paar Eindrücke vom Wahlkampf vermitteln. Als ich während eines kürzlichen Interviews gefragt wurde, wo die großen Unterschiede zu Wahlkämpfen in Deutschland liegen, mußte ich zugeben, dass ich mich nicht mehr so gut an Wahlkämpfe in Deutschland erinnern konnte.

Auf einen Blick

Aber immerhin hat man gleich alle Kandidaten auf einen Blick

Außerdem bin ich in Deutschland auf dem „Lande“, aufgewachsen, wo Wahlkämpfe sich unter Umständen von denen in den Großstädten unterscheiden. Daher kann es sein, dass manche Leser bei meinen Beschreibungen denken, „das ist doch nichts besonderes, das ist in Deutschland genauso.“ Ich hoffe, es gibt den Lesern trotzdem einige interessante Eindrücke. Zunächst fällt mir immer wieder auf, mit wieviel Pathos und Gefühl der Wahlkampf getrieben wird.

Bitte Bitte

Nein, das ist kein Kandidat. Hier wird sich aufs Bitten verlegt. Die Botschaft heisst in etwa "Bitte, bitte, helft mir, für sie zu stimmen." Und darunter der Name der Kandidatin plus deren Wahlnummer

Sprüche in der Art „Er ist dafür gemacht, ein Held zu sein“ sind keine Seltenheit. Auch das Wort „Bitte“ (chin. Baituo 拜託) kommt in fast jeder Rede vor. So in der Art „Bitte, gebt mir noch eine Chance“. Und die Kandidaten, egal ob Kandidaten für die Bürgermeister, Stadtratsabgeordneten oder Gemeindevorsteher, alle suchen die Nähe zum „einfachen Volk“. Immer wieder tauchen Kandidaten auf den Märkten auf, um den frischen Fisch, eine Suppe oder sonst ein Gericht zu probieren, oder um irgendein Gemüse zu probieren.

Schnelle Kandidatin

Hier war die Mannschaft dieser Kandidatin schneller als alle anderen.

Oder Sie gehen umher, um ihre Brochüren zu verteilen und möglichst vielen Menschen die Hand zu schütteln. Außerdem ist der Wahlkampf sehr laut – Feuerwerk, Trommeln, Musik und Ansagen per Lautsprecher sind auf der Tagesordnung – und wirklich überall sichtbar – die ganze Stadt ist in einem Meer von Fahnen und Plakaten getaucht.

Fahnen am Tempel

Auch vor einem Tempel wird nicht haltgemacht. Aber vielleicht hilft ja göttliche Unterstützung

Ganze Fassaden sind von Wahlplakaten verhüllt. An Balkonen und Fußgängerbrücken flattern Fahnen in den Farben der verschiedenen Parteien. Und wenn einige Wähler dann aufgrund der Informationsflut leicht irritiert sind, fahren dann Lautsprecherwagen in den verschiedensten Formen und Aufmachungen durch die Straßen, um diese Wähler dann wieder auf die richtige Spur zu bringen, bzw. diesem nochmal klar zu machen, wo das Kreuz gemacht werden soll.

Ein Lautsprecherwagen

Die Kandidaten rüsten Autos aber auch Scooters mit Mikrofonen und Fahnen aus, um ihre Botschaft noch deutlicher an den Mann oder die Frau zu bringen

Diese Lautsprecherwagen oder auch -Scooter sind allgegenwärtig und verbreiten die Botschaft des jeweiligen Kandidatens. Der Höhepunkt für mich sind die Paraden der Kandidaten selber. Wenn sie auf einem Jeep stehend und von einer flaggengeschmückten Auto- und Scooterkolonne begleitet durch die Stadt fahren und dem einfachen Volk zuwinken, während dieses Feuerwerk am Straßenrand abbrennt, fühlt man sich an vergangene Zeiten erinnert – halt nur Scooter und Autos anstelle von Pferden und Kutschen.

Lautsprecherwagen

Eine modernere Ausführung - in Grün, der Farbe der DPP, gehalten

Leider habe ich bis jetzt nie eine Kamera dabei gehabt, wenn ich einer dieser Paraden begegnet bin. Was lernt man daraus – als RTI Reporter immer die Kamera dabei haben. Aber noch habe ich ja ein paar Tage Zeit, und wenn ich noch einmal einer dieser Paraden begegne, reiche ich die Bilder nach.

Kleine Parade

Hier schon eine kleine Parade. Mit fahnenschwenkenden Anhängern auf den Autos und der Kandidat mit dabei.

Und damit warten wir nun gespannt auf den Wahltag, von dem wir bei RTI natürlich berichten werden.

KMT Kandidat

Übrigens in blau gehalten - ein KMT Kandidat

Von Ilon Huang 

 
 
 

Wahlzentrum

Und hier das Wahlzentrum des Kandidatens - Ein Kandidat für den Stadtrat von Taipei Stadt

 

DPP Kandidaten

Die DPP - Kandidatin für das Bürgermeisteramt für die neue Stadt Xinbei City, Tsai Ying-wen, und ein Kandidat für den Stadtrat. Wie das Plakat sagt, sehen die beiden die Zukunft. Das ist auf jeden Fall positiv.

Eric Chu

Und hier KMT-Kandidaten. Der Radfahrer ist der KMT-Kandidat für das Bürgermeisteramt der neuen Stadt Xinbei City - Eric Chu. Man beachte die Nummern, die auf allen Plakaten und Fahnen zu sehen sind. Alle Kandidaten bekommen Wahlnummern zugelost.

Eine weitere Kandidatin

Eine weitere Kandidatin - interessanterweise haben viele Kandidatinnen ihre Poster, Autos und Fahnen in Rot oder Rosa gehalten, im Gegensatz zu ihren meisten männlichen Kollegen, die sich im Allgemeinen an ihre Parteifarben halten. Vielleicht soll das dem Wähler dabei helfen, zu erkennen, dass es sich um eine KandidatIN handelt.

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Taipei im Zeichen der Flora Expo

Am 6. November wurde die Internationale Flora Expo offiziell eröffnet. Die Flora Expo ist eine sogenannte Internationale Gartenschau, die von dem Internationalen Verband des Erwerbsgartenbaues (Association Internationale des Producteurs de l‘ Horticulture / AIPH / IAHP) anerkannt wird.

Die Maskottchen weisen auf die Flora Expo hin

Die Blumenfeen, der Wassertropfen (die Maskottchen der Flora Expo) und ein großes Tier mit Streifen weisen im Stadtteil Neihu ( 內湖 ) auf die Flora Expo hin

 Das Motto der Expo lautet „Flüsse, Blumen, neue Horizonte“. Auf einer Ausstellungsfläche von über 90 ha können sich die Besucher in vier verschiedenen Bereich über Gartenbaukunst und Blumenpracht erfreuen.

Ein großer Schmetterling kündigt die Flora Expo an.

Vom Süden der Stadt kommend kündigt ein großer Schmetterling die Flora Expo an. Aufgrund von Taifunen mußte dieser Schmetterling schon mehrmals abgenommen werden.

Aber auch Kunst und Kultur werden nicht zu kurz kommen: über 6.000 Vorführungen werden in den sechs Monaten dargeboten, in der die Expo läuft.

Feuerwehr vom Geist der Expo erfasst

Auch die Feuerwehr ist vom Geist der Flora Expo erfasst. Die Notrufnummer ist mit Blumen dargestellt.

Ein weiteres Thema sind Grüne Technologien. Deutlichstes Symbol dabei vielleicht der „Eco Arc“ Pavillon, der aus 1,5 Millionen wiederverwerteten Plastikflaschen gebaut wurde. Mit Strom versorgt sich der Pavillon über Solarzellen, ein Verdunstungsvorhang aus Regenwasser fungiert als Klimaanlage.

Der "Eco Arc" Pavillon

Auch ohne das Flora Expo Gelände zu betreten, deutlich sichtbar: der "Eco Arc" Pavillon

Damit möchte sich Taiwan als asiatischer Vorreiter in Sachen Umweltschutz präsentieren und zeigen, wie es auch in großen Metropolen gelingen kann, Probleme im Umweltbereich in den Griff zu bekommen.

Blumenschilder

Schilder aus Blumen hergestellt weisen den Weg zum Eingang der Flora Expo

Die Stadtregierung Taipei hofft, dass in den sechs Monaten bis zum 25. April 2011 etwa 8 Millionen Zuschauer die Expo besucht haben werden.

Per Fähre zur Flora Expo

Es gibt viele Wege zur Expo - z.B. per Fähre auf dem Keelung Fluss zur Flora Expo

Nach den ersten 10 Tagen wurde gemeldet, dass die Flora Expo über 400.000 Besucher verzeichnen konnte.

Die Fähre steuert auf das Flora Expo Gelände zu

Die Fähre steuert auf das Flora Expo Gelände zu

Dabei war das Wetter nicht mal besonders gut. Wenn sich das noch verbessert, und wenn dann noch einige Feiertage dazu kommen, ist die Chance nicht schlecht, dass die anvisierten 8 Millionen erreicht werden können.

Per Bus zur Flora Expo

Auch per Bus kann man zur Flora Expo gelangen. Viele davon sind sogar im Flora Expo Design

Im Gegensatz zu mir gehörte auch Eva zu den ersten 400.000 Zuschauern. Doch natürlich werde auch ich noch das eine oder andere Mal die Expo besuchen. Doch auch ohne über das offizielle Gelände zu marschieren, hat man die Möglichkeit ein paar Eindrücke von der Expo zu gewinnen.

Bis hierher und nicht weiter

Mit dem Fahrrad - aber ohne Eintrittskarte bis hierher und nicht weiter. Allerdings ein guter Blick auf den Pavillon im Dajia Riverside Park Area

Zum einen gibt es in der Stadt Taipei viele Hinweise auf die Expo und zum anderen gibt es um die Expo herum einige gute (erhöhte) Orte, von denen man eine gute Übersicht über die Flora Expo hat. Und so möchte ich ihnen heute ein paar Eindrücke von außerhalb der Expo vermitteln.

von Ilon Huang

Ein Blick von der Brücke

Ein Blick von der Brücke auf das Dajia Riverside Park Gelände. Idyllisch am Keelong Fluss gelegen.

 

Ein Blick von der Brücke

Ein Blick von einer anderen Brücke - Menschen drängen sich um die Blumenfeen

Ein Blick im Vorbeigehen

Ein Blick im Vorbeigehen - Da die Expo teilweise ziemlich offen darliegt, können sich auch Fußgänger, die gerade vorbeilaufen, an einigen Teilen der Flora Expo erfreuen.

Ein Blick im Vorbeigehen

Ein Blick im Vorbeigehen

Ein Blick im Vorbeigehen

Ein Blick im Vorbeigehen

Sound from Formosa: Eurasia Chamber Orchestra aus Taiwan in München

Foto: Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland, Presseabteilung Büro München

Foto: Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland, Presseabteilung Büro München

Pressemittteilung der Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland:

Ein Konzert der besonderen Art ist am Samstag, 20 November in München zu hören. Es spielen ein Orchester aus Taiwan und ein Quartett aus Deutschland zusammen. Außerdem wird es die Uraufführung der “Formosa Suite“ geben.

Das Eurasia Chamber Orchestra aus Taiwan und das Tetraphonics Saxophonquartett aus Deutschland sind eine internationale Kooperation eingegangen, um den Kulturaustausch zwischen beiden Ländern zu fördern und Verständnis füreinander zu wecken.

Die musikalische Leitung der Konzerte liegt bei der Musikdirektorin des „Eurasia Chamber Orchestra“, Iren Huang. Die Orchester sind auf einer gemeinsamen Konzerttournee, die sie durch mehrere Städte in Deutschland und Taiwan führt.

Es kommen Werke von J.S. Bach, W.A. Mozart, P. Tschaikowsky, A. Dvorak und Cary Florio sowie taiwanesische Volkslieder zum Vortrag, darunter als Besonderheit die Uraufführung der „Formosa Suite“ der in Stuttgart ansässigen, aus Taiwan stammenden Komponistin Shiau-nan Pan.

Sound from Formosa

mit dem Eurasia Chamber Orchestra und dem Tetraphonics Saxophonquartett
 
Samstag, 20. Nov. 2010
19:00 bis 21:00 Uhr
mit Pause

Goethe-Institut
Hilmar-Hoffmann-Saal
Dachauer Str. 122 80637 München

(Tram 20 und 21 ab Hauptbahnhof – Haltestelle Goethe-Institut; Tram 12 ab Romanplatz – Haltestelle Leonrodplatz; Bus 53 ab Münchner Freiheit – Haltestelle Leonrodplatz)

Eintritt frei

Es wird um eine Spende für die Orchester gebeten.
Veranstalter:

Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland
Büro München, Presseabteilung
Sonnenstraße 25/IV
80331 München
Tel: 089/2711958

Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Council for Cultural Affairs, Ministry of Foreign Affairs, Ministry of Education R.O.C. (Taiwan)

Erste Eindrücke von der Flora Expo Taipei

Am Donnerstag , einige Tage nach Eröffnung der Flora Expo habe ich auf dem Weg zur Arbeit einen kleinen Abstecher über das Gelände der Flora Expo Taipei gemacht, und zwar über den Park des Fine Arts Museums, der dieser liegt auf  meinem Weg zu RTI. Das Gelände habe ich durch einen kleineren Seiteneingang  betreten – im Gelände der internationalen Gärten etwa in Höhe der  „Chilenischen Phantasie“ und dem Vorgarten der USA. 

Chile: "Chilenische Phantasie"

Chile: "Chilenische Phantasie"

USA

USA

Im Park des Fine Arts Museums sind auf dem Gelände der internationalen Gärten Beiträge von über 20 Ländern zu sehen. Hier nur ein paar davon:

Indonesien

Indonesien

Thailand

Thailand

Spanien - "Captured nymph"

Spanien - "Captured nymph"

Philippinen
Philippinen
Ungarn

Ungarn

Kanada

Kanada

Hawaii

Hochzeitsfoto vor dem Garten von Palau

Hochzeitsfoto vor dem Garten von Palau

Ganz besonders auch der Taiwan Garten mit einem Pavillon, der aus Bambus geflochen ist:

Taiwan Garten - mit einem Pavillon aus Bambus geflochten

Taiwan Garten - mit einem Pavillon aus Bambus geflochten

Taiwan Garten - mit einem Pavillon aus Bambus geflochten

Taiwan Garten - mit einem Pavillon aus Bambus geflochten

Taiwan Garten - mit einem Pavillon aus Bambus geflochten

Taiwan Garten - Blick vom Pavillon in den Garten

Taiwan Garten - mit einem Pavillon aus Bambus geflochten
Taiwan Garten – mit einem Pavillon aus Bambus geflochten
Taiwan Garten - mit einem Pavillon aus Bambus geflochten

Taiwan Garten: Kindergartengruppe im Pavillon

Taiwan Garten - mit einem Pavillon aus Bambus geflochten

Taiwan Garten - mit einem Pavillon aus Bambus geflochten

Sehr schön ist an einem sonnigen Tag auch ein Gang durch den sehr leicht wirkenden „Blumentunnel“ mit seinen Licht- und Schatten-Effekten

Blumentunnel

Blumentunnel

Auch der Übergang nach dem Blumentunnel in Richtung Xinsheng Park hat bei Sonne besondere Licht- und Schatteneffekte

Übergang nach dem "Blumentunnel" Richtung Xinsheng Park

Spiel mit Licht und Schatten

 Die EXPO Halle – einem „tanzenden“ Schmetterling nachempfunden

EXPO Halle

EXPO Halle

Pavillon der Blumentdüfte mit Souvenirs, Imbiss usw.

Pavillon der Blumentdüfte mit Souvenirs, Imbiss usw.

Blick von der Fußgängerbrücke zwischen dem Fine Arts Museum Expo-Gelände und dem YuanShan Gelände auf den „Pavillon der neuen Mode“ – hergestellt aus 1,52 Millionen PET-Flaschen, die zu Bauelementen verarbeitet wurden – mit Photovoltaik-Modulen zum speichern von Sonnenenergie zur Beleuchtung der Fassade bei Nacht. 

Blick von der Fußgängerüberführung zum Pavillon der neuen Mode mit seiner Fassade aus PET-Flaschen

Blick von der Fußgängerüberführung zum Pavillon der neuen Mode mit seiner Fassade aus PET-Flaschen

Ein Foto des Pavillons der neuen Mode bei Nacht können sie sicher bald auf unserem Blog sehen – und natürlich weitere Fotos von der Flora Expo und weiteren Geländen. Ich habe bei einem ersten Besuch nur einen kleinen Teil der Expo gesehen – aber wir haben bis zum 25. April sicher noch oft Gelegenheit die Flora Expo zu Besuchen.  

von Eva Triendl

 Hier noch mehr Fotos vom Expo Gelände im Park des Fine Arts Museums:

Flora Expo mit großem Feuerwerk eröffnet

Am Samstag, den 6. November, wurde in Taipei die 2010 Internationale Flora Expo Taipei eröffnet. Und zwar nicht nur mit den üblichen Reden, sondern wie vorher schon angekündigt wurde, mit einem großen Feuerwerk. Schon vorher war in den Medien verkündet worden, dass die Eröffnungsfeier im Dajia Flusspark (am Ufer des Keelung Flusses im Norden von Taipei Stadt) abgehalten werden sollte und diese Eröffnungsfeier werde ein großes Feuerwerk beinhalten. Genauer gesagt, zwei Feuerwerke, eines eben am Dajia Flusspark,

Ein Blick auf den noch ruhigen Daja-Flusspark

 

Auf einzelne Attraktionen herangezoomt

Auf einzelne Attraktionen herangezoomt

Auf einzelne Attraktionen herangezoomt

Auf einzelne Attraktionen herangezoomt

das dann entlang des Keelung-Flusses laufen werde, bis hin zum sogenannten Dadaocheng Kai. An dieser Stelle mündet der Keelung Fluss in den Danshui Fluß. Dabei sollten die Feuerwerke auch Themen haben – im Dajia Flusspark sollte das Feuerwerk ein internationales Thema haben, das aus verschiedene Feuerwerk-Vorführungen aus Taiwan, Großbritannien, Schweden, Italien und Spanien bestehen sollte. Das Feuerwerk am Dadaocheng Kai sollte eine Landkarte von Taiwan darstellen und 18 Meter hoch und 9 Meter breit sein und langsam aus dem Wasser emporsteigen.

Das Grand Hotel füllt sich

Das Grand Hotel füllt sich

Da stellte sich natürlich die Frage, von wo aus man das Spektakel am Besten sehen werde können – auch da gaben die Medien gleich einen guten Ratschlag – wer nicht direkt im Flußpark an der Eröffnungsfeier teilnehme, sollte sich zum Grand Hotel, (圓山大飯店) begeben. Im Prinzip zwischen den beiden Standort und dazu noch auf einem Berg gelegen, sollte das Grand Hotel die beste Aussicht liefern.

RTI Mitarbeiter auf dem Dach des Senders

RTI Mitarbeiter auf dem Dach des Senders

Doch natürlich hatten wir von RTI noch eine andere Alternative – das Dach unseres Senders. Unser Sender liegt ja gleich neben dem Grand Hotel, also sollten wir fast die gleich gute Aussicht haben. Zwar liegt der Sender etwas tiefer als das Hotel, doch schon auf dem Weg zum Radio bemerkte ich, dass das Senderdach aber einen besonderen Vorteil haben sollte – wesentlich mehr Platz, da weniger Menschen. Denn gegen 20 Uhr sah man hunderte von Menschen zum Grand Hotel pilgern, und die wollten nicht nur dort essen, wie ich später feststellen sollte.

Auch im Park harrt man der Dinge, die da kommen

Auch im Park harrt man der Dinge, die da kommen

Kurz vor 21 Uhr (dem offiziellen Beginn des Feuerwerkes) begaben sich die RTI Mitarbeiter auf das Dach, um dem etwas störenden Regen zu trotzen und auf den pünktlichen Beginn

Das Feuerwerk beginnt

Das Feuerwerk beginnt

des Feuerwerks zu warten. Ein Blick auf das Grand Hotel bestätigte die doch richtige Auswahl unseres Standortes (RTI Dach). Die Balkons, Balustraden, Fenster, Eingänge usw. des Hotels waren gefüllte mit Menschen, die genauso wie wir im Regen auf das Feuerwerk warteten. Aber auch im Park konnte man massig Menschen sehen (da zahlt sich eine gute Kameralinse doch aus), die voller Spannung auf das Feuerwerk warteten (aber wahrscheinlich auch den anderen Programmteilen der Eröffnungsfeier gefolgt sind). Und glücklicherweise begann das Feuerwerk auch pünktlich um 21 Uhr. Leider führte der Regen zu etwas zu viel Rauch, trotzdem war es ein mächtiges Feuerwerk. Da Bilder mehr sagen als 1000 Worte, schließe ich hiermit und lasse eben Bilder sprechen.

Immer am Fluss entlang

Erkennt man das Herz?

Erkennt man das Herz?

Leider etwas verraucht

Leider etwas verraucht

Ein Experiment des Fotografen

Ein Experiment des Fotografen

In der anderen Richtung: Das Feuerwerk am DadaoCheng Kai

In der anderen Richtung: Das Feuerwerk am DadaoCheng Kai

Von Ilon Huang

Tempel auf den Pescadoren-Inseln

Die Penghu- bzw. Pescadoren-Inseln, die aus über 90 Inseln bestehen, bedecken eine Gesamtfläche von 128 Quadratkilometern. Die Hauptinsel Magong hat eine Fläche von lediglich 2,36 Quadratkilometern und eine Bevölkerungszahl von 54,951.

Aber es gibt hier eine ganze Anzahl von Tempeln, sage und schreibe 65. Mit anderen Worten stehen auf der Insel Magong auf jedem Quadratkilometern 27 Tempel.

Die Magong-Insel ist somit der Ort Taiwans, wo es die meisten Tempel gibt. Der Grund für diese Entwicklung ist leicht vorstellbar, denn auf der Inselgruppe leben entweder Fischer oder Personen, die in der Fischerei tätig sind. Für diese ist die religiöse Unterstützung oder andere übermenschliche Kräfte notwendig, weil ihre Arbeit auf dem Meer oder an der Küste sehr vom Wetter und anderen natürlichen Bedingungen abhängig ist Diese können menschliche Kräfte nicht unbedingt kontrollieren oder ändern.

Am meisten verehrt wird auf der Magong-Insel und den ganzen Pescadoren-Inseln die Göttin Mazu, die Patronin der Fischer. Fast an allen Ecken der Insel trifft man auf Mazu-Tempel, sei es gross oder klein, prächtig oder schlicht. Schon in der Stadtmitte von Magong liegt ein Mazu-Tempel, der schon 406 Jahre alt ist. Noch während der Ming-Dynastie wurde der Tempel im Jahr 1604 erbau. Dieser Mazu-Tempel, der unter Denkmalschutz steht, ist der älteste Mazu-Tempel Taiwans.

Der Mazu-Tempel befindet sich im Stadtzentrum der Hauptinsel Magong von Peskadoren-Inseln.

Der Mazu-Tempel befindet sich im Stadtzentrum der Hauptinsel Magong von Peskadoren-Inseln.

Der Innenhof des Mazu-Tempels im Stadtzentrum von Magong

Der Innenhof des Mazu-Tempels im Stadtzentrum von Magong

Unweit vom Mazu Haupttempel steht ein weiterer Mazu-Tempel auf der Magong-Insel.

Auch in diesem Tempel wird die Göttin Mazu verehrt.

Auch in diesem Tempel wird die Göttin Mazu verehrt.

Wenn die Göttin Mazu einen Sparziergang macht, wird ihre Statue auf diese Sänfte gesetzt und von besonders treuen Gläubigen auf einer ausgewählten Route zum Zielort getragen.

Wenn die Göttin Mazu einen Sparziergang macht, wird ihre Statue auf diese Sänfte gesetzt und von besonders treuen Gläubigen auf einer ausgewählten Route zum Zielort getragen.

Auf dem Weg zur Bucht Feng-Gui-Dong (風櫃洞) stoösst man auf einen neu renovierten Tempel Wen-Wang-Dian(溫王殿). Hier wird WenWangYe (溫王爺) verehrt. Der Tempel ist schön bunt dekoriert und sieht sehr prächtig aus, wohingegen die Häuser neben dem Tempel meistens schlicht, fast etwas verkommen aussehen. Dieser Tempel hat auch eine Geschichte von über 200 Jahren.

Im Wen-Wang-Dian wird WenWangYe verehrt. Der Tempel ist über 200 Jahre alt.

Im Wen-Wang-Dian wird WenWangYe verehrt. Der Tempel ist über 200 Jahre alt.

Die Decke des Tempels ist schön verziert mit prächtiger farbigen Dekoration.

Die Decke des Tempels ist schön verziert mit prächtiger farbigen Dekoration.

In der Mitte der Halle sitzt der Hauptgott WenWangYe (溫王爺).

In der Mitte der Halle sitzt der Hauptgott WenWangYe (溫王爺).

Neben dem Hauptgott werden auch andere Gottheiten, die den Hauptgott begleiten, im Tempel verehrt. Auf der rechten und linken Seite des Hauptgottes sitzt jeweils ein Nebengott bzw. eine rangniedrigere Gottheit.

Neben dem Hauptgott werden auch andere Gottheiten, die den Hauptgott begleiten, im Tempel verehrt. Auf der rechten und linken Seite des Hauptgottes sitzt jeweils ein Nebengott bzw. eine rangniedrigere Gottheit.

Bunte und komplizierte Dekoration an der Haupttür des Tempels.

Bunte und komplizierte Dekoration an der Haupttür des Tempels.

Und schon an der nächsten Ecke sieht man einen weiteren Mazu-Tempel, dieser ist allerdings relativ klein und schlicht.

Ein weiterer Mazu-Tempel in der Nachbarschaft.

Ein weiterer Mazu-Tempel in der Nachbarschaft.

Selbstverständlich hat der Stadtgott seinen eigenen Tempel. Der Stadtgott ist nämlich vom Jadegott, dem ranghöchsten Gott in der taoistischen Götterwelt-Hierachie, in die menschliche Welt geschickt. Sein Auftrag ist es,  dem richtigen bzw. menschlichen Bürgermeister zu helfen, die Stadt bzw. den Landkreis, wohin er entsendet worden ist, zu regieren. In jeder Stadt und in jedem Landkreis gibt es einen Stadtgott.

In jeder Stadt und in jedem Landkreis sitzt ein vom Jadegott entsandter Stadtgott, um den Jadegott vertretend die Menschen in der Region zu verwalten.

In jeder Stadt und in jedem Landkreis sitzt ein vom Jadegott entsandter Stadtgott, um den Jadegott vertretend die Menschen in der Region zu verwalten.

Der Korridor des Stadtgott-Tempels

Der Korridor des Stadtgott-Tempels

Auch ein riesengrosser Baum, der 336 Jahre alt ist, bekommt seinen eigenen Tempel. Der Baum mit knapp 100 Luftwurzeln hat eine Krone von 660 Quadratmetern und ist während der chinesischen Ming-Dynastie von einem Bürger (林瑤琴), der dort wohnte, angepflanzt worden. Weil der Baum so mächtig gewachsen ist, glauben die Menschen hier auf der Pescadoren-Inseln, dass der Baum übermenschliche Kräfte besitzt.

Der Baum hat eine Krone von 660 Quadratmetern.

Der Baum hat eine Krone von 660 Quadratmetern.

Der Tempel des Baumgottes

Der Tempel des Baumgottes

Von Chiu Bihui