Geister in der Menschenwelt: Zhongyuan-Fest bei RTI

Zhongyuan-Zeremonie vor dem RTI-Gebäude

Zhongyuan-Zeremonie

Heute ist Zhongyuan-Fest – der 15 Tag im 7. Monat nach dem Mondkalender – die Mitte des Geistermonats. Der Geistermonat ist der 7. Monat nach dem Mondkalender, in diesem Jahr vom 10. August bis zum 7. September. Das  Zhongyuan Fest ist der Höhepunkt des Geistermonats. Im Geistermonat können die Geister aus der Geisterwelt in die Welt der Menschen kommen. Das Tor zur Geisterwelt wird am 1. Tag des Geistermonats geöffnet. Die Geister können einen Monat lang in der Menschenwelt bleiben, sie können Verwandten besuchen und sich mit Nahrungsmitteln und anderen notwendigen Dingen eindecken.
Heute zum Zhongyuan-Fest stellen viele Haushalte, Geschäfte, Organisationen und auch Regierungsbehörden vor ihrem Gebäude einen Opfertisch auf und  führen eine Opferzeremonie durch. Auch Radio Taiwan International hat heute Nachmittag – wie jedes Jahr zum Zhongyuan-Fest einen Opfertisch vor dem Haupteingang aufgeschlagen und eine Opferzeremonie durchgeführt. Um zwei Uhr Nachmittags kommen die Mitarbeiter, die an der kurzen Zeremonie teilnehmen zusammen –  Hier einige Fotos:

Ganz vorne bei der Zeremonie die RTI-Senderleitung, in der Mitte die Intendantin und der Generalmanager

Ganz vorne bei der Zeremonie die RTI-Senderleitung, in der Mitte die Intendantin und der Generalmanager

Auch nach der Zeremonie kommen noch einige Mitarbeiter, um zu den "guten Brüdern und Schwestern" zu beten

Auch nach der Zeremonie kommen noch einige Mitarbeiter, um zu den "guten Brüdern und Schwestern" zu beten

Auf dem Opfertisch verschiedene Obstsorten, hier Kiwis, Pomelos, Orangen, Äpfel und Drachenaugen

Auf dem Opfertisch verschiedene Obstsorten, hier Kiwis, Pomelos, Orangen, Äpfel und Drachenaugen

... verschiedene Sorten Instantnudeln, Kekse und Gebäck

... verschiedene Sorten Instantnudeln, Kekse und Gebäck

... außer Obst, Instantnudeln und Gebäck stehen hinten auch noch Getränke, wie Orangensaft, Apfellimonade und Kola

... außer Obst, Instantnudeln und Gebäck stehen hinten auch noch Getränke, wie Orangensaft, Apfellimonade und Kola

die Geister brauchen auch Kleidung (links Hemd und Hose für die Männer, rechts Bluse und Rock für die Frauen), außerdem Schuhe, Fächer Kamm und andere Gegenstände zum täglichen Gebrauch ...

die Geister brauchen auch Kleidung (links Hemd und Hose für die Männer, rechts Bluse und Rock für die Frauen), außerdem Schuhe, Fächer Kamm und andere Gegenstände zum täglichen Gebrauch ...

... und natürlich Geld - das mit dem Zeichen für Silber (銀) bedruckte Opfergeld ist für die Geister bzw die "guten Brüder und Schwestern"

... und natürlich Geld - das mit dem Zeichen für Silber (銀) bedruckte Opfergeld ist für die Geister bzw die "guten Brüder und Schwestern"

... das mit dem Zeichen für Gold (金) bedruckte Opfergeld ist für den Gott Pudu Gong

... das mit dem Zeichen für Gold (金) bedruckte Opfergeld ist für den Gott Pudu Gong

Geldschiffchen aus Papier

Geldschiffchen aus Papier

Einladung von RTI an den Pudu Gong und die "guten Brüder und Schwestern" zum Bankett

Einladung von RTI an den Pudu Gong und die "guten Brüder und Schwestern" zum Bankett

… Opfergeld und Opferpapier mit Aufdrucken von Gegenständen werden verbrannt.  Man kann das Opfergeld auch zu Sammelstellen bringen – wie zum Beispiel dem Umweltamt, die das Opfergeld dann umweltfreundlich verbrennen.  Die Lebensmittel werden dann wieder eingesammelt –  es ist ja nun Taifunsaison und RTI verteilt an die Mitarbeiter bei Taifun immer Instantnudeln in verschiedenen  Geschmacksrichtungen, Cracker und Kekse … 
…  und gerade kam eine E-Mail mit der Mitteilung: es ist Obst usw. von der Zhongyuan-Zeremonie im Büro in der 3. Etage, wer möchte, kann sich etwas davon nehmen …

... am Abend wird ein Teil der Opfergaben den Mitarbeitern als Erfrischung angeboten: Pomelo, Drachenaugen (ähnelt etwas den Litschis), Orangen, Reiscracker, Apfellimonade und Kola

... am Abend wird ein Teil der Opfergaben den Mitarbeitern als Erfrischung angeboten: Pomelo, Drachenaugen (ähnelt etwas den Litschis), Orangen, Reiscracker, Apfellimonade und Kola

Die Pomelo landete schließlich bei uns in der deutschen Redaktion.

Mehr über den Geistermonat und Bräuche und Tabus in Taiwan im Geistermonat in der Sendung Kaleidoskop am 24. August 2010 mit Chiu Bihui und Yoyo Long

von Eva Triendl

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Ähnlich wie in Peking, aber doch anders

Vor einer Woche bin ich in Taipei angekommen, um ein zweimonatiges Praktikum in der Deutschredaktion von Radio Taiwan International zu absolvieren.

Sprachprobleme

Von 2006 bis 2007 absolvierte ich meinen Zivildienst in Peking, von 2007 bis 2009 studierte ich dann an der Ruhr-Universität in Bochum Politik Ostasiens mit Sprachschwerpunkt Chinesisch und schließlich absolvierte ich von September 2009 bis Juni 2010 einen einjährigen Sprachkurs an der Capital Normal University in Peking. Vor meiner Ankunft in Taiwan hatte ich also schon insgesamt vier Jahre lang Chinesisch gelernt und zwei Jahre lang in Peking gelebt. Ich dachte, dass ich wohl keine Probleme in Taiwan haben werde, immerhin spricht man hier ja auch Chinesisch. Ich sollte schnell eines Besseren belehrt werden. Dabei stellten sich die Langzeichen, die man ja noch in Taiwan verwendet und die ich nicht gut lesen kann, noch als das kleinste Sprachproblem heraus.

Gerade in Taipei angekommen, wollte ich erst einmal die Stadt erkunden, am besten geht das doch bestimmt mit der U-Bahn dachte ich mir kurzerhand. Ich fragte eine Passantin nach der nächsten U-Bahn Station. Für U-Bahn benutze ich seitdem ich Chinesisch denken kann das Wort ditie 地铁. Ahnungslosigkeit. Auch der nächste Passant muss passen. Gibt es hier vielleicht gar keine U-Bahn?

Doch! Aber die Taipeier nennen ihre Untergrundbahn jieyun 捷運. Kein Wunder also, dass mich die Fußgänger nicht verstanden hatten. Nun gut, wenn ich die U-Bahn nicht finden kann, muss ich mir halt ein Taxi nehmen entschloss ich kurzerhand. Ich konnte mich glücklich schätzen, dass ebenso wie in Peking viele Taxis auf Taipeis Straßen unterwegs sind. Hätte ich nämlich nach einem Taxistand fragen müssen, hätte man mich vermutlich erneut nicht verstanden. Ich habe das Wort chuzuche 出租车für Taxi gelernt, die taiwanesischen Hauptstädter sagen jedoch jichengche 計程車zu ihren Taxis.

 

Manieren in der U-Bahn 

Wie ich bereits erwähnt hatte, blieb mir die Gelegenheit mit der U-Bahn zu fahren am ersten Tag verwehrt, am zweiten Tag fand ich jedoch eine U-Bahn Station. Am Eingang kaufte ich mir einen Toast und eine Flasche Wasser. Völlig unbehelligt riss ich die Verpackung auf und schob mir ein Stück Toast nach dem anderen in den Rachen. und bemerkte nicht, dass ich bereits eine gelbe Markierung auf der dick und fett „Essen verboten“ stand überquert hatte. Am Bahnsteig angekommen wies mich eine ältere Dame auf mein unzivilisiertes Verhalten hin: „Entschuldigung, aber hier darf man nicht essen und trinken“, sagte sie mir nett aber bestimmt noch bevor ich meine Wasserflache angesetzt hatte, um das Toastbrot herunterzuspülen.

Und noch etwas kannte ich so aus Peking nicht. Die Leute stellen sich alle ganz brav in einer Reihe vor den Türen der U-Bahnen auf. Wie langweilig! Es macht doch viel mehr Spaß beim Aufgehen der Türen um die wenigen Sitzplätze zu kämpfen, so wie das ein stattlicher Pekinger machen würde.

Wie konnte ich diese dicke, gelbe Linie nur übersehen?

Wie konnte ich diese dicke, gelbe Linie nur übersehen?

Dieses Bild wurde definitiv nicht in Peking geschossen.

Dieses Bild wurde definitiv nicht in Peking geschossen.

 

Besucher im Büro

Ich habe nach meinem Sprachkurs an der Capital Normal University in Peking ein dreiwöchiges Praktikum bei der Beijing Rundschau in Peking absolviert.

Hier gab es außer meinen drei chinesischen und einem deutschen Kollegen nur noch mich im Büro. Ach ja und ein Dutzend Mücken.

Viel wilder geht es in Taipei zu. Vor unserem Büro zirpen die Zikaden. Aber auch innerhalb des Büros stoße ich auf mir unbekannte Lebewesen: „Oh hören Sie das, das ist ein Gecko, der macht hier jeden Tag im Büro seinen Spaziergang“, sagt meine Chefin, nachdem ich durch ein ungewohntes Geräusch aufgeschreckt wurde. Aber auch in Taipei treffe ich alte Bekannte aus der Tierwelt wieder: Mücken. Die kleinen Tierchen sind hüben wie drüben einfach nur lästig. Alles in allem ist Taipei also ähnlich wie Peking aber doch anders.

von

Christoph Karg

Taiwanoper in Berlin

Das bekannte Taiwanopern-Ensemble Ming Hua Yuan ist im Oktober in Berlin zu sehen – mit dem Stück „Legende vom Schneefuchs“ (雪狐情 )
In der Hauptrolle Sun Tsui-feng als Schneefuchs

Ming Hwa Yuan Taiwanopern-Ensemble - die Legende vom Schneefuchs

Ming Hwa Yuan Taiwanopern-Ensemble - die Legende vom Schneefuchs

Eine seltene Gelegenheit …

Ming Hwa Yuan Taiwanopern-Ensemble
im Admiralspalast in Berlin

Taiwan Oper – Die Legende vom Schneefuchs
– Deutschlandpremiere –

Dienstag, 12.10.2010, 19:30 Uhr
Mittwoch, 13.10.2010, 19:30 Uhr

Im Admiralspalast Theater
Friedrichstrasse 101, 10117 Berlin 

… Die Legende vom Schneefuchs ist die Himmel und Erde erschütternde Liebesgeschichte zwischen einem Fuchsgeist und einer Sterblichen.
Ein Fuchs- und ein Pfirsichbaumgeist verwandeln sich in menschliche Gestalten, um sich in der Stadt zu vergnügen. Sie nehmen an einem Wettkampf teil, dessen Sieger die schöne Tochter des reichen Bürgers Ko bekommen soll. Der Fuchsgeist gewinnt den Wettbewerb und verliebt sich sofort in die Tochter. Nicht erfreut über diese Entwicklung fordert der legendäre, unsterbliche Taoistenmeister Lu Dung-Bin drei ganz besondere Verlobungsgeschenke von dem Fuchs. Nur durch die starke Liebe schafft es der Fuchsgeist die Geschenke zu besorgen. Dabei verliert er seine Unsterblichkeit. Die Aufregung im Reich der Unsterblichen über diesen Zwischenfall reicht noch weit über das glückliche Ende durch die Heirat des zum Menschen gewordenen Fuchses mit der schönen Ko-Tochter hinaus … 

Mehr Informationen auf den Webseiten des Admiralspalast

von Eva Triendl

Religionen in Taiwan

In Taiwan genießt man große Religionsfreiheit. Man kann hier Spuren fast aller wichtigen Religionen der Welt finden. Bis Ende 2009 sind mindestens 27 Religionen beim Innenministerium offiziell registriert worden. Mehr als 15 000 Tempel, Kirchen, Moscheen und andere sind legal angemeldet. Aber die eigentliche Zahl liegt viel höher. In jedem Landkreis bzw. in jeder Stadt gibt es im Durchschnitt 600 Tempel und Kirchen. Die Zahl ist im Vergleich zu anderen Ländern enorm hoch, weil Taiwan eigentlich ein kleines Land ist. 78% der Tempel sind taoistisch, gefolgt von buddhistischen mit knapp 20%.

Inselweit gibt es 3 322 Kirchen, davon 76% protestantische und 22,5% katholische.

Qingshui Zushi Tempel in Sanxia im nordtaiwanischen Landkreis Taipei. Ein taoistischer Tempel

Qingshui Zushi Tempel in Sanxia im nordtaiwanischen Landkreis Taipei. Ein taoistischer Tempel

Viele von diesen Religionen stammen ursprünglich aus China. Als Chinesen vor 300, 400 Jahren nach Taiwan einwanderten, brachten sie ihre Religionen mit nach Taiwan. Inzwischen sind einige neue Religionen entstanden, die sich eigentlich von den aus China gekommenen Religionen abgespalten haben. Westliche Religionen sind fast alle durch wirtschaftliche Kontakte der Taiwaner mit anderen Ländern nach Taiwan eingeführt worden. Manche Glauben kommen auch aus Legenden, wie zum Beispiel der „18-Wanggong-Miao“ in Nordtaiwan. In diesem Tempel werden 17 chinesische Einwanderer und ein Hund verehrt.

Religiöse Zeremonie vor dem Tempel Zhenlan-gong in Dajia, in Mitteltaiwan. In diesem Tempel wird die Meeresgöttin Mazu verehrt.

Religiöse Zeremonie vor dem Tempel Zhenlan-gong in Dajia, in Mitteltaiwan. In diesem Tempel wird die Meeresgöttin Mazu verehrt.

Dieser Glauben geht auf eine Geschichte des 18. Jahrhunderts zurück. 17 Chinesen, die nach Taiwan auswandern wollten, verunglückten vor der Küste Taiwans und ertranken. Als die Bewohner dort die Leichname bergen wollten, um sie zu beerdigen, sprang der Hund dieser 17 Chinesen ins Wasser und ertrank auch. Der Hund wollte aus Treue nicht allein am Leben bleiben. Aus Mitgefühl hatten die Bewohner dort einen Tempel für die 17 Einwanderer und den Hund gebaut. Oft gingen die Wünsche derjenigen, die in diesem Tempel gebeten hatten, in Erfüllung und so gingen immer mehr Gläubige in diesen Tempel.

 eine Presbyterianer Kirche in Südtaiwan

eine Presbyterianer Kirche in Südtaiwan

Die Menschen in Taiwan besuchen oft Tempel und Kirchen und beten oft zu allen Gottheiten, seien es westliche oder östliche oder einheimische. In vielen Tempel werden gleichzeitig Gottheiten aus unterschiedlichen Religionen verehrt. In diesem Jahr beginnt am 10. August, am ersten Tag des 7. Monats nach dem chinesischen Mondkalender, der Geistermonat. Das ist auch eine Zeit, in der viele Taiwaner in die Tempel gehen, um dort zu beten..

 eine katholische Kirche in Wutai im südtaiwanischen Landkreis Pingdong. Die Kirche ist aus Stein gebaut und beinhaltet viele Bauelemente der Ureinwohner Rukai

eine katholische Kirche in Wutai im südtaiwanischen Landkreis Pingdong. Die Kirche ist aus Stein gebaut und beinhaltet viele Bauelemente der Ureinwohner Rukai

 

Von Chiu Bihui

Metropole Taichung

Taichung ist mit 1 Mio Einwohnern die drittgrößte Stadt in Taiwan und befindet sich in der Mitte des Landes.

Taichung ist eine recht moderne Stadt, lag ein wenig unbeachtet im Schatten der beiden anderen Großstädten Taipei im Norden und Kaohsiung im Süden, doch hat man schon vor einigen Jahren das Wettrennen um die Moderne aufgenommen.

KTV - ein wenig USA - darüber alles neu

KTV – ein wenig USA – darüber alles neu (Foto: Frank Pevec)

Von Taipei aus kann man das etwa 200 km entfernte Taichung mit der HighSpeedRail HSR, dem normalen Zug oder mit einem Reisebus anfahren.

Die HSR zeigt ihre Stärken auf den längeren Strecken in den Süden, bis Taichung kann je nach Zielort auch die normale Bahn oder der Reisebus eine Alternative sein, beide sind zudem deutlich preisgünstiger. Die Bahnstation der HSR liegt etwas außerhalb, zum Hauptbahnhof im Stadtzentrum gibt es jetzt zwar eine Bahnanbindung, doch verliert man dadurch mindestens 30 Minuten der eingesparten guten Stunde, die man mit der normalen Bahn länger braucht.

Ich entschied mich das letzte Mal für den Luxusreisebus, der etwa 1/3 des HSR Fahrpreises ausmacht, und legte mich entspannt in dem gutgepolsterten Schlafsessel zurück.  Qualitativ war dies etwa mit dem Liegen in der 1. Klasse eines Flugzeugs vergleichbar, ebenfalls mit Lautsprechern in der Kopfstütze, eigenem Bildschirm und frei wählbaren Videos, wie man es bei den besseren Fluggesellschaften kennt.

In Taichung konzentriert sich Taiwans Maschinenbau  und metallverarbeitende Industrie – Fahrradgigant Giant hat etwas außerhalb der Stadt ebenfalls seinen Sitz, ebenso werden hier etliche Motorroller hier produziert.

Daneben ist die Stadt ohne Zweifel die Karaoke-Hauptstadt der Insel, von denen einige allerdings in leicht rötliches Licht getaucht sind.

Alte Gebäude gibt es kaum

Alte Gebäude gibt es kaum KTV (Foto: Frank Pevec)

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CBS feiert 82-jähriges Bestehen

Central Broadcasting System CBS wurde am 1. August 1928 in Nanjing gegründet. Heute fand im Sendehaus von CBS – Radio Taiwan International eine Feier zum  82jähriges Bestehen statt, an der auch Premierminister Wu Den-yih und weitere Ehrengäste teilgenommen haben.

RTI-Mitarbeiter bei der Feier zum 82. Jubiläum von CBS

RTI-Mitarbeiter bei der Feier zum 82. Jubiläum von CBS

 Foto: Radio Taiwan International feierte am Montag 82-jähriges Bestehen von Central Broadcasting System CBS. Weiterlesen

Ein Besuch in Anping, Stadteil von Tainan, Südtaiwan

Vor kurzem unternahm ich einen interessanten Besuch nach Tainan im Süden Taiwans gelegen. Interessiert man sich für Geschichte, ist man in Tainan sicher sehr gut aufgehoben. Denn Tainan hat eine für Taiwan sehr lange Vergangenheit, und als ehemalige Basis für die Niederländische Ostindien-Kompanie, als ehemalige Hauptstadt eines kurzlebigen Königreiches auf Taiwan und später der Provinz Taiwan verfügt die Stadt über eine Vielzahl von historischen Sehenswürdigkeiten und Spuren dieser Vergangenheit. Ausserdem ist Tainan auch als die Stadt der Snacks bekannt. Viele Besucher, die nach Tainan kommen suchen zunächst einen der vielzaehligen Stände oder Restaurants auf, die einen oder mehrere diese berühmten Snacks anbieten. Natürlich habe ich auch den einen oder anderen der bekannten Snacks probiert, wie beispielsweise ein O-A Chen, eine Art Austernomlett oder die O-A Mi Soa, eine Suppe bestehend aus sehr feinen Nudeln vermischt mit Austern, und selbstverständlich habe ich auch einige der historischen Sehenswürdigkeiten besucht.

Eine weitere von den Nieerländern erbaute und von Zheng Cheng Gong übernommene Festung - der Chikan Turm

Eine weitere von den Niederländern erbaute und von Zheng Cheng Gong übernommene Festung - der Chikan Turm

Beispielsweise die ewige Goldene Burg (億載金城, Yìzǎi Jīn Chéng), eine während der Qing Dynastie erbaute Festung, die die Region gegen eine Japanische Invasion verteidigen sollte, der im Jahr 1666 erbaute Konfuziustempel, der damit der älteste Konfuziustempel Taiwans ist, oder das Fort Anping (安平古堡), das von den Vertretern der Niederländische Ostindien-Kompanie erbaut wurde und später von Zeng Cheng Gong (鄭成功), auch bekannt als Koxinga, übernommen wurde.

Im Konfuziustempel

Im Konfuziustempel

Von hier aus nahm ich dann an einer kleinen Führung durch den Stadtteil Anping teil, wovon ich hier einiges vorstellen möchte. Tatsächlich war die Gegend des heutigen Anpings früher, noch als die Niederländische Ostindien-Kompanie dort ihre Basis aufbauten, eine kleine Insel gewesen. Doch im Laufe der Zeit führte die Meeresströmung dazu, dass die Lagune zwischen der Insel und dem Festland so verschlammt wurde, dass diese bis zum 19 Jahrhundert verschwand und die Insel mit dem Festland verschmolz. Anping ist geschichtlich so wichtig für die Gegend um Tainan, denn wie schon erwähnt bauten hier die Niederländer ihre Basis auf und hier traf Zeng Cheng Gong auf die Niederländer, als er sich nach Taiwan zurückzog, worauf es zur Auseiandersetzung zwischen diesen beiden Seiten kam. Zheng Cheng Gong war schließlich siegreich, worauf sich die Niederländer von Taiwan zurückzogen. Weiterlesen