Oberschulaufnahmepruefung

Etwa 300 000 Mittelschüler nahmen am 22. und 23. Mai an der allgemeinen Oberschulaufnahmeprüfung teil.

Etwa 300 000 Mittelschüler nahmen am 22. und 23. Mai an der allgemeinen Oberschulaufnahmeprüfung teil.

Am 22. und 23. Mai, fand in Taiwan die jährliche allgemeine Oberschulaufnahmeprüfung statt. Etwa 300 000 Mittelschüler, die bald ihre Mittelschulausbildung abschließen werden, haben in 7420 Klassenzimmern inselweit an der Prüfung teilgenommen. Auch in China gibt es zwei Prüfungsstellen, in den 360 in China lebende taiwanische Prüfungsteilnehmer ihre Tests geschrieben haben. Am ersten Tag wurden die Fächer Englisch, Chinesisch und Naturwissenschaften geprüft. Am zweiten Tag Mathematik und Sozialwissenschaften.

In 7420 Kalssenzimmern inselweit fanden die Prüfungen gleichzeitig statt.

In 7420 Kalssenzimmern inselweit fanden die Prüfungen gleichzeitig statt.

Um sich auf diese Prüfungen vorzubereiten, haben die meisten Prüfungsteilnehmer schon seit mehreren Jahren Nachhilfeschulen besucht und jeden Tag mehr als 10 Stunden fleißig in der Schule gelernt. Die Prüfungen an den oben genannten beiden Tagen sind nämlich eine entscheidende Weichenstellung für das zukünftige Leben der jungen, meist 15 jährigen Taiwaner.

Wenn sie bei den Prüfungen gut abgeschnitten haben, können sie einen Platz  an ihrer Wunschschule ergattern. Die meisten Prüflinge wünschen sich einen Platz an den sogenannten „Eliteschulen“, deren Aufnahmekapazitäten allerdings sehr begrenzt sind. Daher muss man sehr hart lernen, wenn man einen Platz an den Elitenschulen erhalten möchte. Die Konkurrenz ist sehr groß. Wenn die Prüfungsteilnehmer in der Prüfung nicht gut abgeschnitten haben, erhalten sie eine zweite Chance. Sie können am 10. und 11. Juli an der zweiten allgemeinen Oberschulaufnahmeprüfung teilnehmen.

Elterngruppen bieten Service aller Art an.

Elterngruppen bieten Service aller Art an.

An den Prüfungstagen war es in ganz Taiwan ziemlich heiß und schwül. Die Temperaturen stiegen auf 34 Grad Celsius. Trotz der hohen Temperaturen wurde in allen Klassenzimmern, in denen die Prüfungen stattfanden, die Klimaanlagen nicht eingeschalten. Denn nicht alle Klassenzimmer Taiwans sind mit Klimaanlagen ausgestattet. Um die Chancengleichheit zu wahren, wurden an den Prüfungstagen sämtliche Klimaanlagen abgeschaltet. Viele Prüfungsteilnehmer litten an beiden Tagen sehr unter der Hitze, da sie normalerweise gewöhnt sind, dass sowohl zu Hause, als auch in der Schule und  in allen Verkehrsmitteln überall Klimaanlagen haben. Daher wurden die 300 000 jungen Taiwaner an diesen zwei Tagen nicht nur auf ihre Lernleistung sondern auch auf ihre Hitzeresistenz geprüft.

Nicht nur die Prüfungsteilnehmer sondern auch ihre Begleiter hatten es nicht leicht, die Hitze zu bewältigen. Gewöhnlich wird ein Prüfungsteilnehmer von mindenstens einem Erwachsen zur Prüfung begleitet, meistens sind es die Eltern oder andere Vewandte oder auch Freund.  Aufgaben dieser Begleiter sind, den Prüflingen während der Pause gekühltes Wasser und Handtücher zu geben, sie mit einem Fächer etwas abzukühlen oder sie zu massieren. Auf diese Art und Weise unterstützten die Eltern bei den Prüfungen ihre Kinder.

Die Begleiter sind überall auf dem Korridor im Erdgeschoss verstreut.

Die Begleiter sind überall auf dem Korridor im Erdgeschoss verstreut.

Während der Prüfungszeit sind diese Begleiter überall auf den Korridoren, im Erdgeschoss, in den klimatisierten Hallen bzw. Räumlichkeiten, oder im Schatten unter den Bäumen verstreut. Sie lesen Zeitung oder Bücher, telefonieren, beschäftigen sich mit dem Computer, sehen fern oder unterhalten sich miteinander. Die meisten Taiwaner betrachten die Prüfung als einen „Kampf um die Ehre der ganzen Familie“.

Überall sitzen die Begleiter.

Überall sitzen die Begleiter.

Von Chiu Bihui

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Eine Wanderung zu den Riesenzypressen des Atayal Dorfes Smangus

Vor einiger Zeit berichtete ich in einer Sendung über ein kleines abgelegenes Dorf namens Smangus, das weit abgelegen in den Bergen östlich von der Industriestadt Hsinchu liegt. Das Dorf und seine Einwohner, Mitglieder des Ureinwohnerstammes der Atayal, wurden erst 1980 an das Stromnetzwerk angeschlossen und bekamen erst vor etwa 15 Jahren eine kleine Zufahrtsstrasse. Diese Tatsache und die darauf folgenden Lebensbedinungen in der Vergangenheit und heutzutage sind selber ebenfalls sehr interessant. Doch besondere Berühmtheit hat das Dorf durch eine Gruppe von Riesenzypressen erlangt, die über 2000 Jahre alt sind. Nachdem ich wie gesagt über dieses Dorf, seine Einwohner und die Riesenzypressen berichtet hatte, wollte ich selber einmal sehen, ob das Leben dort wirklich noch so ist, wie man sich das erzählt und insbesondere wollte ich die berühmten Riesenzypressen mit eigenen Augen sehen. Und so machte ich mich mit Frau und Schwager auf, ein Wochenende in Smangus zu verbringen. Über das Dorf selber, seine Vergangenheit und seine derzeitige Situation, werde ich in einem nachfolgendem Blogeintrag schreiben. In diesem Eintrag soll es um die Wanderung vom Dorf zu den Riesenzypressen und natürlich den Riesenzypressen gehen.

Der Eingang zum Wanderpfad

Der Eingang zum Wanderpfad.

Wir brachen nach einem traditionellen Frühstück (allerdings nicht traditionell Atayal, sondern chinesisch) bestehend aus flüssigem Reis, Trockenfleisch und einigem Gemüse in aller Frühe vom Dorf Smangus auf. Na gut, es war schon 8 Uhr, aber für einen Sonntag doch relativ früh. Nach einigen Minuten gelangten wir an einen Wegweiser, der auf den Beginn des Pfades zu den Riesenzypressen hinwies, und nach kurzer Zeit waren wir schon im Wald.

Zunächst ging es durch dichte Bambuswälder, die einen an den Film „Crouching Tiger, Hidden Dragon“ (臥虎藏龍), erinnerten. In diesem Kampfkunst-Drama aus dem Jahr 2000, das insbesondere in den USA und auch Europa sehr erfolgreich war, gibt es einige Kampfszenen, in denen die Helden nicht nur in Bambuswäldern kämpfen, sondern

sIlon lässt sich vom Film "Crouching Tiger, Hidden   Dragon" inspirieren.

Ilon lässt sich vom Film "Crouching Tiger, Hidden Dragon" inspirieren.

leichtfüssig durch die Gipfel fliegen und springen. So leichtfüssig ging es bei uns leider nicht, sondern wir mussten ganz normal weitermarschieren.

Es ging dann weiter durch Mischwälder, in denen eine Vielzahl von (Hartholz)bäumen und Nadelbäumen nebeneinander standen. Es gibt in Taiwan, was ja lediglich etwa so groß ist wie Baden-Würtemberg, eine viel höhere Zahl von Baumsorten als in Europa. Während es beispielsweise in Deutschland gerade mal eine Handvoll wirtschaftlich bedeutender Baumarten gibt, gibt es davon in Taiwan um die 100 Arten. Und das fiel mir auch wieder bei dieser Wanderung auf, obwohl ich mich mit Bäumen gar nicht auskenne. Doch

Aussichtsterrasse und Toilette, vollständig aus Holz gebaut

diese Vielfalt fällt einem auch als Laien auf. Wir wanderten etwas mehr als zwei Stunden an kleinen Bächen, tiefen Schluchten und hohen Berggipfel vorbei, wobei viel Zeit mit Fotografieren verbracht wurde. Die Mischung aus neuen Kamera und wirklich malerischer Landschaft brachte uns immer wieder dazu, anzuhalten und auf den Auslöser zu drücken. Schliesslich kamen wir an eine Aussichtsterrasse aus Holz, die gleichzeitig mehrere Toiletten integriert hatte. Diese war erst im vergangenen Jahr fertiggestellt worden, so dass man sagen kann, dass wir einen guten Zeitpunkt gewählt hatten, nach Smangus zu kommen.

Ilon vor "Riesenbaum Nr. 7". Kann mich jemand sehen?

Ilon vor "Riesenbaum Nr. 7". Kann mich jemand sehen?

Die Wandergruppe, müde aber glücklich und beeindruckt

Die Wandergruppe, müde aber glücklich und beeindruckt

Erleichtert ging es auf den letzten knapp einen Kilometer, bis endlich der erste „Riesenbaum“ vor uns auftauchte. Die Einwohner von Smangus, die diese kleine Ansammlung von Bäumen vor einigen Jahren entdeckt hatten, haben die Riesenzypressen JuMu (巨木) genannt, was soviel wie Riesenbaum oder Riesenholz bedeutet. Als wir endlich die ersten Riesenzypressen vor uns auftauchen sahen, war es wirklich unglaublich beeindruckend. Insgesamt sind neun Bäume als Riesenbaum ausgezeichnet, die man einen nach dem anderen auf einem kleinen Rundgang abgehen kann. Dabei ist jeder Baum von einem Holzzaun umgeben und geschützt. Wir gingen natürlich alle Bäume ab, und da uns der Blick für die tatsächliche Höhe der Bäume und den Durchmesser fehlte, konnten wir einfach nur sagen: „unglaublich hoch und unglaublich dick“. Insbesondere wenn man eine Person direkt neben den Baum stellte, konnte man einfach nur staunen. Wie gesagt, war dieser Platz sehr versteckt und erst vor einigen Jahren von den in Smangus lebenden Atayal entdeckt worden. Schon das gab diesem Ort einen Hauch des Geheimnisvollen, doch noch dramatischer erschien dieser Platz, als wir eine Holztafel fanden, die eine Geschichte aus der Zeit der japanischen Kolonialzeit erzählte. Man hatte im Nachhinein nämlich herausgefunden, dass die Atayal dieser Region ihre Frauen und Kinder während der Kämpfe gegen die japanischen Besatzer hier im Schatten der Riesenzypressen versteckt hatten. Ein überaus beeindruckendes Erlebnis, das es die insgesamt etwa fünfstündige Wanderung (wir mussten ja noch mal gut zwei Stunden zurück wandern) wirklich wert machte. Erwähnenswert vielleicht noch die Ruhe, die wir beim Wandern hatten, was sonst wirklich selten in Taiwan ist. Man sagte mir, dass maximal etwa 200 Touristen am Wochenende nach Smangus kommen und diese verstreuen sich doch ganz gut. So sind wir nur hin und wieder ein anderen Wandergruppe begegnet, ansonsten konnten wir ungestört dem Plätschern der Bäche und dem Zwitschern der Vögel lauschen. Zum Abschluss noch ein paar Fakten zu den Riesenzypressen. Tatsächlich handelt es sich bei diesen Bäumen korrekt gesagt, um Scheinzypressen. Was mir bei der Wanderung vollkommen entfallen war. Die Scheinzypressen (Chamaecyparis) gehören zu der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) und sind den „echten“ Zypressen (Cupressus) sehr ähnlich. Die Unterschiede, Ähnlichkeiten usw. sollte ich einem Experten überlassen, daher hier nur noch ein paar Informationen zu den Scheinzypressen. Es gibt wohl etwa sechs Arten – ich sage „etwa“ weil ich auch fünf und sieben gehört habe – auf der ganzen Welt, davon zwei in Taiwan. Zum einen die „Chamaecyparis taiwanensis“ oder auf Chinesisch 臺灣扁柏 (tái wān biǎn bǎ) und die „Chamaecyparis formonensis“, auf Chinesisch 紅檜/红桧 (hong kuai). Und bei den Riesenzypressen, die wir hier in der Nähe von Smangus gesehen haben, handelt es sich um die „Chamaecyparis formonensis“ (紅檜/红桧/(hong kuai). Diese werden so um die 55-60 Meter hoch und können einen Durchmesser von um die 7 Meter erreichen.

Von Ilon Huang

Eindrücke von der Wanderung



Eine Bambussprosse

Alle Jahre wieder…..

…findet der von Radio Taiwan International, organisierte Chinesisch Sprachwettbewerb statt. Veranstaltungsort der Vorrunde war diesmal das bekannte Grand Hotel in Taipei, mit dem Thema „Save the Earth“, also „rettet die Erde“. Der Wettbewerb erfreut sich steigender Beliebtheit, mit in diesem Jahr über 170 Teilnehmern, aus insgesamt 41 Ländern.

Die Präsentationen waren sehr abwechslungsreich gestaltet; die Leute hatten die verschiedensten Ideen, und scheuten auch nicht davor zurück, in die verrücktesten Kostüme zu schlüpfen, um ihren Reden mehr Ausdruck zu verleihen. Gitarre spielende Bäume waren genauso gut anzutreffen, wie zugemüllte Planeten oder müllbepackte Komiker.

In anschließenden Interviews haben uns die Teilnehmer dann auch davon erzählt, weshalb sie am Wettbewerb teilgenommen haben, wie sie auf ihre mitunter abgedrehten Ideen gekommen sind, und was sie sich durch die Teilnahme erhoffen.

Die Endrunde findet am 22.5 an der Danshui MRT Station statt, jedoch haben Sie, liebe Hörer, auch jetzt schon die Chance online abzustimmen, und sich auch direkt alle Aufführungen online anzusehen. 

von Philip Nadler

RTI-Hörertreffen 2010

Liebe Hörerinnen und Hörer von Radio Taiwan International,

RTI-Hörertreffen Ottenau 2010

RTI-Hörertreffen Ottenau 2010

herzlichen Dank für Ihre Teilnahme an den RTI-Hörertreffen am 8. Mai in Ottenau und am 9. Mai in Berlin!

RTI-Hörertreffen Berlin 2010

RTI-Hörertreffen Berlin 2010

Fotos und Informationen, Berichte von Teilnehmern usw.  auf den Webseiten des RTI-Hörerklub Ottenau  und des RTI-Hörerklub Berlin. Erste Fotos und Berichte von Teilnehmern sind schon bei uns eingetroffen! vielen Dank!
Gespräche mit Teilnehmern der Treffen senden wir auch am Freitag, den 14. Mai in unserer Sendung Briefkasten, dann auch als mp3 Datai und On Demand auf den Webseiten von RTI http://german.rti.org.tw/ unter Briefkasten