Wenn die Flugzeuge nicht fliegen …

… dann kommt man nicht wie geplant nach Taiwan zurück. Jetzt hört man kaum mehr etwas von dem Vulkan auf Island mit dem unaussprechlichen Namen. Ob wohl nun alle Hängengebliebenen wieder an ihren Zielorten angekommen sind? Ich wollte eigentlich „nur“ zwei Wochen in Europa bleiben. Am Donnerstag, einige Tage vor meinem geplanten Rückflug waren die Flugräume über mehreren europäischen Ländern schon geschlossen. Aber ich wollte ja erst am folgenden Dienstag Abend zurück nach Taiwan fliegen, also dachte ich mir noch nicht viel dabei. Doch der Vulkan spuckte und spuckte, solange, dass auch mein Flug gestrichen wurde.

"Außerplanmäßiger" Besuch in Tübingen

"Außerplanmäßiger" Besuch in Tübingen

Gleich morgens rief ich in heller Aufregung unsere Mitarbeiterin Bihui in der Redaktion in Taiwan an: Bihui, ich kann nicht fliegen! Ich stecke fest! Man hat mir einen Platz auf einem Flug am 2. Mai angeboten! Ich stehe auf der Warteliste für den 27. April! Vorher ist alles dicht! Bihuis Reaktion war nur: Ja, das haben wir uns schon gedacht, dass Du nicht wie geplant zurückkommen kannst. Da kann man nichts machen. Nun, aber es kam dann doch nicht so dick, wie es am ersten Tag ausgesehen hatte. Am Folgetag konnten die Flugzeuge wieder starten, es wurde ein zusätzlicher Flug eingesetzt und ich rutschte auf der Warteliste weiter nach vorne. Bis ich am Freitag Mittag dann das okay bekam, dass ich am Abend fliegen kann. Dann nichts wie weg, schnell zum Flughafen nach Frankfurt. Von da an ging wieder alles glatt. Der Flughafenbebrieb war wieder so ziemlich zur Normalität zurückgekehrt. Das Personal am Flughafen war entspannt und fröhlich, man merkte, dass alle  froh waren, dass das Schlimmste überstanden war. Die Passagiere sahen ebenfalls alle sehr froh aus. Da die meisten Passagiere auf meinm Flug aus Korea und auch aus Japan waren, konnte ich nicht viel verstehen, wenn sie sich sichtlich über ihre „Abenteuer“ austauschten. Von meinem koranischen Sitznachbarn erfuhr ich, dass er zu einem Symposium nach Europa geflogen war und eine Woche lang in Stockholm festgesessen war.
Nun, ich bin am Samstag Abend wieder gesund und munter in Taipei angekommen – und es hat sich auch bei Kolleginnen und Kollegen anderer Abteilungen herumgesprochen, dass auch ich zu den wegen des Vulkanausbruchs „Gestrandeten“  gehörte. Einige meinten, so was passiert vielleicht alle paar hundert Jahre einmal, und genau dann willst Du fliegen, Du solltest Dir schnell ein Lotterielos kaufen, bei der Trefferquote!

Treffen mit unserem ehemaligen Praktikanten David, seiner ebenfalls wegen des Vulkanausbruchs "hängengebliebenen" Tante und Pei-mei

Treffen mit unserem ehemaligen Praktikanten David, seiner ebenfalls wegen des Vulkanausbruchs "hängengebliebenen" Tante und Pei-mei

Große Pläne konnte ich zwar während der unfreiwilligen zusätzlichen Tage in Europa nicht machen, da ich immer sozusagen auf „Abruf “ war, aber ich hatte doch einen Nachmittag die Gelegenheit unseren früheren Praktikanten David Merkle in Tübingen zu treffen. Ein Wiedersehen mit früheren Mitarbeitern oder Praktikanten ist natürlich immer eine tolle Sache. Und ich konnte sogar seine Tante aus Taiwan kennenlernen – die genauso auf einen Rückflug nach Taiwan wartete.  Außerdem traf ich Davids Studienbetreuer, der vor vielen Jahren ebenfalls ein Praktikum bei RTI gemacht hat … ja, so sieht man sich wieder, alles dank der Vulkanaschewolke!

Mein "Stadtführer" David erzählte mir, dass hier letztes Jahr eine bekannte Persönlichkeit gewohnt hatte, die ich auch kenne... wer das wohl sein könnte? Ich kam nicht drauf, bis es mir David verriet: Bihuis Mann - er hatte in Tübingen an einem Symposim teilgenommen!

Mein "Stadtführer" David erzählte mir, dass hier letztes Jahr eine bekannte Persönlichkeit gewohnt hatte, die ich auch kenne... wer das wohl sein könnte? Ich kam nicht drauf, bis es mir David verriet: Bihuis Mann - er hatte in Tübingen an einem Symposium teilgenommen!

 Bald fliegt Bihui zu zwei Hörertreffen nach Deutschland. Es soll da ja noch den zweiten Vulkan geben … Ich hoffe, dass Bihui und unser Generalmanager Herr Wang, der ebenfalls mitfliegt, nicht wie ich steckenbleiben und mit dem Rückflug warten müssen, bis sich die Aschewolken wieder verzogen haben. Dann können wir wirklich langsam eine RTI-Außenstelle in Deutschland einrichten!

von Eva Triendl

Parkplaetze sind kostbar in Taipei

RTI ParkplatzParkplätze in der Stadt Taipei sind nicht nur kostbar sondern auch kostenintensiv. Ein Parkplatz im Daan-Viertel, im Osteil von Taipei, kostet ungefaehr 2 Millionen Taiwan Dollar, umgerechnet etwa 46 000 EURO.

Ein Berufsanfänger in Taiwan verdient im Monat durchschnittlich nur etwa 25 000 Taiwan Dollar, das sind ca. 580 EURO. Um so einen Parkplatz leisten zu können müssen sie für 6 Jahre ihr gesamtes Einkommen zurücklegen. Dann haben sie aber noch nicht Miete gezahlt, Lebensmittel gekauft oder sonstige Ausgaben abgedeckt.

Aber die Berufsanfänger können sich sowieso keinen Wagen leisten und daher brauchen sie im Grunde auch keinen Parkplatz. Diejenigen, die trotzdem ein Auto besitzen, haben es nicht einfach einen Parkplatz zu finden, wenn sie keinen eigenen besitzen.

Die Statistikbehörde hat vor kurzem eine Studie durchgefuehrt. Das Ergebnis der Studie lautet, dass im Durchschnitt jeder Bürger Taipeis, jeden Tag nach der Arbeit etwa 16 Minuten benötigt, um einen Parkplatz in der Nähe seines Wohnortes zu finden. Es handelt sich hier natuerlich nur um die Autobesitzer, die keinen eigenen Parkplatz haben. Am naechsten Morgen auf dem Weg zur Arbeit benoetigen sie weitere 11,2 Minuten, um einen Parkplatz zu finden. Jeden Tag verbringen sie im Durchschnitt 27 Minuten bei der Suche nach einem Parkplatz in Taipei. Der Mangel an Parkplaetzen wird daher durch die Bürger stark kritisiert.

 Parkplatz für Motorroller

Aber die Taipeier Autofahrer sind wohl nicht die ungluecklichsten Autofahrer der Welt. Die Autofahrer in Singapur haben es bei der Parkplatzsuche noch schwerer als ihre Taipeier Kollegen. Sie müssen zuerst das Recht auf ein Nummernschild kaufen. Die Kosten für ein Nummernschild können sich auf den gleichen Kosten wie ein guter Gebrauchtwagen belaufen. Wenn man schließlich ein Kennzeichen und dann ein Auto besitzt, kann man nicht beliebig mit seinem Auto ueberall hinfahren, weil das Autofahren in Singapur  beschränkt ist. Viele Zonen sind komplett autofrei. Oder an geraden Tagen dürfen nur Autos mit Kennzeichen die gerade Nummern haben fahren und an ungeraden Tagen nur Autos mit ungeraden Nummern auf bestimmten Straßen fahren.  

In Tokio gibt es kein Problem mit dem Parkplatzmangel, weil nur ein Fahrzeug erstanden werden darf, wenn man schon in Besitz eines Parkplatzes ist.

Im Vergleich zu den Bürgern Tokios oder Singapurs können sich also die Autofahrer in Taipei relativ glücklich schätzen. Im direkten Vergleich mit den meisten US Bürgern aber wohl kaum.

Eine Radtour mit Fahrradneulingen, erfahrenen Hasen und einem Gast aus Grossbritannien

Die Radwege in Taipei werden immer mehr ausgebaut. Man kann kilometerweit an den drei großen Flüssen in Taipei, dem Jilong Fluss, dem XinDian Fluss und dem Tamshui Fluss, von Xindian im Süden nach Tamshui im Norden oder nach XiZhi im Osten oder sogar bis zur bekannten Töpferstadt YingGe westlich von Taipei fahren. Dabei kann man sich nicht nur sportlich betätigen, sondern hat auch die Möglichkeit Landschaft, Geschichte, Kultur und verschiedene Speisen entlang des Weges zu genießen. Ilon Huang hat einige Freunde auf eine Radtour am Fluss entlang mitgenommen.

Der erste Versuch für ein Gruppenbild - bei dem Versuch, den Auto-Auslöser der Kamera zu betätigen und noch ins Bild zu laufen, flog Ilons Handy über den Zaun

Jetzt aber - das Handy wurde gerettet und der Auto-Auslöser funktionierte auch. Im Hintergrund der Guandu Tempel.

Es ging von XiZhi im östlichen Teil Taipeis, immer am Jilong Fluss entlang bis zur YuanShan MRT Station, ganz in der Nähe unseres Radiosenders und dann nach Norden, am Tamshui Fluss entlang bis nach Tamshui, zur dortigen MRT Station, um dort ein Mittagessen an der Flussmündung zum Meer hinaus zu geniessen.

Ein Drachenboot - und das mehr als zwei Monate vor dem Drachenbootfest.

Da der etwa 35 km lange Radweg immer am Fluss entlang und getrennt von der Strasse führte, verlief die Fahrt auch sehr ruhig und gefahrlos, und die Radler hatten genug Zeit, Eindrücke entlang der Strecke zu sammeln. Auch wenn für manche die Tour ein wenig ermüdend war, sammelte doch jeder aus der buntgemischten Gruppe, bestehend aus Neulingen, alten Fahrradhasen und einem Gast aus England, einige unterschiedliche aber positive und interessante Eindrücke.  

Noch ahnen wir nicht, dass gleich ein Baseball auf uns zukommen wird.

Eine taiwanische Spezialität - bestehend aus Ei, Austern und Salat - der Ersatz für das Omelett, nachdem es Elijah aus England gelüstete.

Mehr Spezialitäten von der Strecke.

von Ilon Huang

Dr. Thomas Weyrauch über sein Buch Chinas unbeachtete Republik -100 Jahre im Schatten der Weltgeschichte

 

Dr. Thomas Weyrauch

Dr. Thomas Weyrauch

Band 1 von „Chinas unbeachtete Republik -100 Jahre im Schatten der Weltgeschichte“, von Dr. Thomas Weyrauch, der die Zeit bis 1949 behandelt, ist kürzlich im Buchhandel erschienen.   Dr. Weyrauch befindet sich gerade in Taiwan, um Recherchen für den 2. Band vorzunehmen. Der 2. Band, der die Zeit 1950 bis 2011 behandelt, wird im Jahr 2011 erscheinen.

…. China hat im Laufe seiner Geschichte sehr viele Wandlungen erlebt, eine Wandlung, die sehr bedeutsam war, war die Revolution im Jahr 1911 als ein für alle Mal die Monarchie beendet wurde und ein modernes politisches System entstanden ist, das heute noch in Taiwan existiert. Man hat die erste Zeit der Republik kaum in Europa wahrgenommen, man kannte eine Person Sun Yat-sen, man kannte Chiang Kai-shek vielleicht, aber die politischen Vorgänge kannte man kaum, und das hat sich eigentlich bis heute so fortgesetzt, auch wenn diese Republik seit 1949 lediglich auf Taiwan beschränkt ist … (Dr. Thomas Weyrauch)
 

Das Interview mit Dr. Thomas Weyrauch können Sie auf den Webseiten von RTI hören:

Icon Lautsprecher   (Interview als mp3 Datei)

Dr. Thomas Weyrauch über Band 2:
…. der wird im Jahr 2011 erscheinen, also genau pünktlich zum 100jährigen Jubiläum, und ich denke, da wird natürlich viel mehr noch die aktuelle Situation beleuchtet werden, von beiden Teilen Chinas, also sowohl von der Volksrepublik China auf dem Festland, als auch von der Republik China auf Taiwan, denn diese beiden Teile Chinas haben ja immer irgendwas miteinander zu tun und das ist das Spannende dabei. Da wird sehr viel, auch kontrovers, diskutiert werden – also meine Publikationen waren immer irgendwie kontrovers diskutiert und das mag ich auch so, das soll auch so bleiben.

Mehr Informationen finden Sie auf folgenden Webseiten:

http://www.chinaobserver.de/100106-064502/Chinas-unbeachtete-Republik.html

http://www.dr-thomas-weyrauch.de/

http://german.rti.org.tw/Content/WhatsOnRtiSingle.aspx?ContentID=99233

Tamkang Studenten besuchen Radio Taiwan International

Studenten der Tamkang-Universität besuchen RTI.

Letzte Woche erhielt die Deutschredaktion von Radio Taiwan International (RTI) einen Besuch von 22 Germanistikstudenten der Tamkang Universitaet. Ziel dieses Besuches war es, den Studenten einen Einblick in die journalistische Arbeitweise der Deutschredaktion von RTI zu vermitteln.

im RTI Radiomuseum

Unter den 22 Besuchern war nur ein einziger junger Mann zu finden. Wie auch in anderen Ländern ist auf Taiwan die Anzahl der Frauen, die eine Fremdsprache in der Schule oder Hochschule erlernen, höher als die der Maenner.

Aber an welche Adressen oder Institutionen kann man sich wenden, wenn man auf Taiwan die deutsche Sprache erlernen moechte?

Um die deutsche Sprache zu erlernen stehen auf Taiwan für die Interessenten verschiedene Möglichekeiten zur Verfuegung. Darunter zwei Goetheinstitute, naemlich eins in der Hauptstadt Taipei und ein weiteres in der südtaiwanischen Stadt Gaoxiong. 

im Studio

Dazu kann man in vier taiwanischen Universitäten, im Rahmen eines Germanistikstudiums, die deutsche Sprache erlernen, darunter die Tamkang Universitaet und die Wenzao Hochschule in Südtaiwan. Parallel dazu werden auch in vielen privaten Sprachschulen und Oberschulen Deutschkurse angeboten, wo Schüler im Rahmen des Schulunterrichtes Deutsch als als zweite Fremdsprache waehlen koennen. 

Der einzige Mann in der Gruppe

Deutsch ist neben Englisch, Japanisch, Koreanisch, Französisch und Spanisch eine der beliebsten Fremdsprachen auf Taiwan. Dank der ständig wachsenden und immer tiefer werdenden wirtschaftlichen und kulturellen Kontakte zwischen Taiwan und Deutschland ist das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache auf Taiwan in den letzten Jahren gestiegten. Im Internet können alle wichtigen Informationen zu diesem Thema gefunden werden.