Ausflug nach Tamshui

Abenddämmerumng an der Flussmündung

Tamsui

Eine der Endstationen der roten Linie der Taipeier Schnellbahn ist Tamshui bzw. Danshui. Der früher Huwei genannte Ort liegt nordwestlich von Taipei an der Mündung des gleichnamigen Danshui-Flusss.

Danshui bei Nacht

Tamshui war frueher ein Fischerhafen, der jedoch langsam diese Funktion verliert und sich nun zu einem sehr beliebten Ausflugsort entwickelt.

Taipeier Bürger besuchen am Wochenende gern das kleine Dorf. Die Fahrt mit der Schnellbahn vom Taipeier Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle Tamshui dauert etwa 45 Minuten.

Koloniales Gebäude

In Tamshui koennen die Besucher beim Spaziergang mehrere alte Gebäude besichtigen, manche stehen sogar unter Denkmalschutz. Weiterhin können die Besucher auch mit den Fähren von Tamshui nach Bali, einer kleinen Stadt gegenüber Tamshui-Stadt, oder Dadaocheng, der Altstadt von Taipei, fahren. Entlang des Flusses ist die Landschaft sehr schön und im Sommer kann man in Shalun am schönen Strand baden gehen.

Das sogenannte „kleine Weisshaus“, das ehemalige Huwei-Fort und das sogenannte „Rothaarige Fort“ bilden der Kern der Denkmalzone Tamsuis. Das „Rothaarige Fort“ wurde im Jahr 1629 von Spanischen Kolonialisten erbaut, als sie von 1629 bis 1641 Damshui besetzten. Damals hiess das Fort noch „Fort Santo Domingo“. Dieses Fort wurde später von holländischen Kolonialisten besetzt, nachdem diese 1641 die spanischen Besatzer aus Taiwan vertrieben hatte. Der heutige Name des „rothaarigen Forts“ erinnert an die Herrschaft der Niederlande auf Formosa.

In den alten Strassen von Tamshui kann man viele alte Geschäfte entdecken, die schöne Holzschnitte und Kunstwerke aus Steinen verkaufen. Selbstversändlich finden sich dort auch zahlreiche Souvernirlaeden sowie Geschäfte fuer verschiedenste Snacks und Leckereien. Im Frühjahr wird in Tamsui das Huwei-Kirschblüten-Festival abgehalten. Ein Besuch in Tamshui lohnt sich also fuer Besucher Taipei’s auf alle Faelle.

Autorin Chiu Bihui

Die grüne Insel – Lü Dao

Ein wunderschöner blütenweißer Strand, von kleinen Muschelscherben bedeckt, dazu kristallklares Wasser, soweit das Auge reicht. Das gibt es nicht nur in der Karibik, sondern auch im Süden Taiwans zu erleben, da das Gebiet schon zur tropischen Klimazone zählt. Und dort im Südosten Taiwans befinden sich zwei kleine Inseln, eine davon heißt Lü Dao, was übersetzt die Grüne Insel heißt und ihren Namen hat sie sich wahrlich verdient. Die 33 Kilometer vom taiwanischen Festland entfernte Insel ist schon von weitem zu erkennen, als ein halbrundes, aus dem Ozean ragendes Felsmassiv, soweit man sehen kann mit tropischen Pflanzen überwuchert. Nur an der Küste hat die Zivilisation der Natur einige Meter abringen können. Alle Häuser stehen an derselben Straße, der einzigen um genau zu sein. Sie führt um die ganze Insel herum und man kann sie mit dem Motorroller in 40 Minuten abfahren.

Ursprünglich war die Insel vom größten Ureinwohnerstamm Taiwans, den Amis, bewohnt, die ihr den Namen Sanasai gaben, wie Archäologen anhand von Ausgrabungen alter Siedlungen herausgefunden haben. Vor etwa 200 Jahren kamen dann die ersten Han-Chinesen auf die Insel und begannen sie als festen Wohnsitz zu entdecken.

Heutzutage ist es ein beliebter Urlaubsort für taiwanische Familien und auch für Ausländer, die der ungewohnten Hektik der Großstadt entfliehen möchten. Der Ortsname war aber nicht immer so positiv besetzt. Bekannt unter der einheimischen Bevölkerung ist Ludao vor allem durch sein Gefängnis, in dem während der Alleinherrschaft der Kuomintang vor allem politische Häftlinge einsaßen. Diese dunkle Phase taiwanischer Geschichte begann mit dem Massaker am 28. Februar 1947 (auch 228-Zwischenfall genannt), bei dem es durch Proteste gegen die Willkür der Polizei zu einem Massenaufstand kam, in dessen Folge zwischen 10.000 und 30.000 Menschen auf bloßen Verdacht hin, Oppositionelle zu sein, entweder getötet oder für lange Zeit auf die Insel verbannt wurden. Heutzutage kann man das einstige Gefängnis besichtigen, es gibt die ehemaligen Zellen zu sehen, in denen sich manche Künstler mit Rauminstallationen zu Menschenrechtsthemen verewigt haben. Außerdem ist noch eine Galerie mit Darstellungen anderer Menschenrechtsmuseen weltweit aufgestellt, über die Geschichte des eigentlichen Ortes erfährt man als Ausländer aber leider recht wenig, da es nur chinesisch sprachige Broschüren gibt. Aber ein Besuch, nach Vorbereitungslektüre, lohnt sich für den geschichtsinteressierten Besucher allemal, da häufig auch Parallelen mit der berühmten Gefängnisinsel „Robben Island“ in Südafrika gezogen werden.
Desweiteren kann man den Leuchtturm der Insel besichtigen, der 1940 als eine Spende der USA gebaut wurde. Verdient hatte ihn sich die Gemeinschaft durch die Rettung der Besatzung eines US-Amerikanischen Schiffes, das ein Jahr zuvor vor der Küste LüDaos gesunken war. Doch die Insel birgt nicht nur geschichtsträchtiges, für die kleinen Gäste gibt es ein Rehgehege zu bestaunen. Diese Tiere sind in Taiwan eine große Attraktion und dieser kleine Zoo wird von taiwanischen Familien sehr gerne aufgesucht, ich vermute, dass das aber hauptsächlich ein Resultat der naturfernen Umgebung des Alltags in den Großstädten ist. Wenn man der Rundstraße nun weiter folgt kommt man zu dem Aussichtspunkt “Sleeping Beauty”, einem kleinen Holzstand mit Picknickbänken, von wo aus man den umwerfenden Blick der Insel genießt. Alle diese Station lassen sich ohne Hektik an einem Vor- oder Nachmittag erledigen, so dass anschließend noch Zeit bleibt schnorcheln zu gehen. Und auch für Sportmuffel gibt es hier keine Ausrede, denn die Fische tummeln sich direkt am Ufer, so dass man nach einigen, ins Wasser watenden Schritten, sich nur noch treiben lassen braucht. Ich kann mit meiner eigenen Taucherfahrung sagen, dass es wirklich selten vorkommt, dass man mit so wenig Aufwand und ohne richtige Tauchausrüstung eine so große Auswahl an Fischen geradezu präsentiert bekommt. Allerdings sollte man nicht auf eingene Faust losgehen, denn ohne Neoprenanzug und –schuhen ist selbst das tropische Wasser des Pazifiks zu kalt. Die Ausrüstung lässt sich aber vor Ort problemlos für ein paar Euro leihen.
Im Anschluss sollte man auf jeden Fall noch die Heißen Quellen genießen, denn sie sind einer der Hauptgründe, für den starken Tourismus auf der Insel, sie gehoeren zu weltweit nur drei existierenden natürlichen heißen Salzwasserquellen. Direkt vor einem brechen die gewaltigen Wellen des Ozeans, während man selbst unterm Sternenhimmel das warme Wasser genießt. Und da sind sich alle Besucher einig: besser kann so ein Urlaubstag auf LüDao nicht enden.

von Nora Nording