Schätze aus 8.000 Jahren: Das Nationale Palast Museum

Um das Nationale Palast Museum in Taiwan ranken sich viele Mythen. Eine davon ist, dass so viele Kunststücke im dahinter liegenden Berg gelagert sind, dass man als Besucher nie das selbe Stück zweimal zu sehen bekommt.

Das Hauptgebäude des Nationalen Palast Museums in Taiwan

Das Hauptgebäude des Nationalen Palast Museums in Taiwan

Ob das stimmt oder nicht, kann ich nicht ganz beurteilen. Fest steht aber, dass die Besichtigung der “Schätze aus acht Jahrtausenden” auf den drei Etagen des Hauptgebäudes schon einige Stunden in Anspruch nimmt. Diese umfangreiche Sammlung chinesischer Kulturgegenstände gelangte im Zuge des Bürgerkriegs zwischen den Nationalisten und Kommunisten von China nach Taiwan. 1949 sandte die Nationalregierung mehr als 600.000 Kunstgegenstände auf die Insel. Heute werden die Austellungsstücke des Nationalen Palast Museums in Taiwan als die beste chinesiche Kultur- und Kunstsammlung der Welt bezeichnet.

Internationale Aufmerksamkeit errang vor allem die jüngste Ausstellung des Palast Museums. Unter dem Titel “Harmonie und Integrität” konnten vom 10. Juli 2009 bis zum 10. Januar 2010 Kunstschätze zum Leben und der Zeit des Herrschers Yongzhen bestaunt werden. Die Ausstellung war deshalb so herausragend, weil sie als die erste Zusammenarbeit zwischen den beiden Palast Museen in Taipei und Peking seit 60 Jahren entstanden ist. Von den 246 Ausstellungsstücken, die unter anderem aus Bildern, Porzellan, historischen Büchern und Landkarten sowie Kalligraphien bestand, waren 37 Stücke eine Leihgabe des Palast Museums in Peking. Weitere Ausstellungs- stücke wurden von dem Museum in Shanghai und privaten Sammlern beigesteuert. Diese Exponate boten einen facettenreichen Einblick in das Leben und die Epoche des Herrschers Yongzheng, der nur dreizehn Jahre regierte (von 1722 bis 1735).

Neben den ständigen Sammlungen werden auch immer wieder Sonderausstellungen gezeigt.

Neben den ständigen Sammlungen werden auch immer wieder Sonderausstellungen gezeigt.

Neben den ständigen Ausstellungen, wie etwa “Die Morgendämmerung der chinesischen Zivilisation – die Jungsteinzeit (62. – 16. Jhr. v. Chr.)”, “Die klassiche Zivilisation – Bronzezeit (16. Jhr. – 221 v. Chr.)” sowie “Kunstschätze aus dem goldenen Zeitalter – Kaiser der Qing-Dynastie: Kang-xi, Yongzjeng, Qian-long, kann man sich während des Besuchs im Palast Museum auch in den diversen Restaurants und einem Teehaus stärken oder dem Zhi Shan Garten entspannen. Nicht zu empfehlen ist der Besuch jedoch an Wochenenden, weil es dann sehr eng und vor allem sehr laut werden kann. In der Woche an Vormittagen jedoch können die Kunststücke in aller Ruhe bestaunt werden. Einen besonderen Tipp gibt es noch für junge Besucher und Studenten: Jeden Samstag Abend kann die Ausstellung nach Sonnenuntergang und ohne Trubel genossen werden- ganz umsonst.

Ab dem 5. Febraur wird eine neue Sonderausstellung im Nationalen Palast Museum gezeigt. Unter dem Titel “Gold und Ruhm – die Wunder der Khitan aus der inneren Sammlung des Mongolischen Museums” werden mehr als 115 Exponate zu sehen sein.

Das Plakat zur nächsten Sonderausstellung "Gold and Glory"

Das Plakat zur nächsten Sonderausstellung "Gold and Glory"

Die Khitan Normaden lebten seit dem 4. Jhr. ursprünglich in der Mongolei und Manchuria in der nordöstlichen Region Chinas. Zwar dominierten sie ein weites Gebiet im Norden Chinas im 10. Jhr., aber nur wenige Relikte sind bis heute gefunden worden. Das Prachtstück dieser Ausstellung ist eine goldene Maske, die zusammen mit weiteren Ausstellungsstücken wie Kleidung, Waffen und Prozellan der Normaden von Khitan noch bis zum 16. Mai 2010 zu sehen sein wird.

von Vanessa Steinmetz

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