Pekingente

Wie der Name schon sagt, stammt das Gericht „Pekingente“ aus Peking. Aber auch in Taipei kann man in vielen Restaurants Pekingente bekommen. Viele Taiwaner behaupten sogar, dass die Pekingente in Taipei besser schmecke als die Pekingente in Peking selbst. Ob das stimmt, ist natürlich fraglich. Immerhin geht es um eine Geschmackssache, die immer sehr subjektiv ist. Aber eins steht fest: Die Taipeier Pekingente ist etwas weniger fettig als die Pekingente in Peking.

Pekingente wird aufgeschnitten

Pekingente wird aufgeschnitten

Das hat zwei Gründe: Erstens kommt Taiwans Pekingente nicht aus Peking sondern meistens aus dem nordösttaiwanischen Landkreis Yilan, wo die Enten anders gezüchtet werden als die Enten in Peking. Zweitens essen die modernen Taiwaner sehr Gesundheitsbewusst und deshalb nicht gern fettige Gerichte. Daher wird das Entefett meistens entfernt, wenn die Gäste der Bedienungen bzw. den Koch nicht extra Bescheid gesagt haben, dass sie das Fett noch behalten wollen.

Das Geicht „Pekingente“ ist in Taiwan ein sehr gängiges Gericht, das man nicht nur in Pekingrestaurants sondern auch in Hongkongrestaurants bekommen kann. Die Zubereitung von Pekingenten ist in unterschiedlichen Restaurants auch verschieden. In Hongkongrestaurants schmecken die Pekingenten etwas süsslicher als in richtigen Pekingrestaurants. Aber eins haben sie gemeinsam, nämlich dass alle Pekingenten besonders knusprige Haut und eine glänzende, braune Hauptfarbe haben sollen.

Die Hautfarbe der Pekingente sollte immer braun und glänzend sein.

Die Hautfarbe der Pekingente sollte immer braun und glänzend sein.

Wenn man in Taiwan Pekingente essen möchte, muss man mindestens einen Tag vorher das Gericht bestellen, damit die Köche genug Zeit haben, es zu zubreiten und vor zukochen. Wenn die Gäste da sind, wird die fertig gekochte Ente von der jeweiligen Bedienung aus der Küche an den Tisch vorgetragen. Dann wird die Ente auf einem kleinen Arbeitstisch neben dem Speisetisch geschnitten. Die Gäste werden gefragt, wie die Ente geschnitten haben möchten und wie sie sie essen möchten. Das heisst, ob die Haut mit dem Fleisch zusammen oder getrennt geschnitten werden soll und ob die Ente in ein oder zwei oder drei Gänge gegessen werden soll. Nach den Anweisungen der Gäste fangen die Bedienungen an, die Ente zu schneiden. Wie der Koch bzw. die Bedienung die Ente schneidet, ist eine absolute Kunst, weil diese schnell und gleichmässig schneiden. Gewöhnlich wird eine ganze Ente von ihrem oberen Teil auf 36 Scheiben oder noch mehr jeweils mit oder ohne Haut geschnitten. Jede Scheibe ist etwa 5 cm lang, 3 cm breit und etwa 0,5cm dick. Wenn nur ein Gang gewänscht wirde, wird der restliche Teil der Ente weiter zerstückelt und auf dem Tisch serviert. Werden zwei Gänge bestellt, wird der Enterest zu einer Suppe gekocht. Bei einem dritten Gang wird der Enterest zum Teil zur Suppe und zum Teil mit anderem Gemüse gekocht.

Die fertig geschnittenen Entescheiben, die Hauptattraktion des Gerichtes, kann man mit der Sauce essen. Aber die meisten Gäste legen zuerst ein Teigblatt in ihre Handfläche oder auf ihren Teller. Danach legen sie eine Scheibe Haut bzw. Haut mit Fleisch sowie etwas Frühlingszwiebel bzw. Lauch und Sauce auf das Teigblatt und rollen das Ganze dann zusammen. So kann man diese kleine Rolle in den Mund stecken und das leckere Essen geniessen.

Die Redakteurin Bihui Chiu  vor einer typisch taiwanischen Pekingente.

Die Redakteurin Bihui Chiu vor einer typisch taiwanischen Pekingente.

Viele Taiwaner lieben diesen Geschmack und besuchen gern Pekingenterestaurants. Eines der beliebtesten Pekingenterestaurants in Taipei ist das Restaurant „Songji“. Wenn man dort essen möchte, muss man 6 Monate vor dem Essen dort schon einen Tisch bestellen. Nein, Sie haben sich nicht verlesen, die Wartezeit für einen Tisch dort beträgt tatsächlich 6 Monate, also ein halbes Jahr. Ich esse zwar sehr gern Pekingente, aber diese lange Wartezeit verdirbt meinen Appetit, sodass ich das Songji noch nie besucht habe.

Von Bihui Chiu

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2 Antworten

  1. hmmmmm, sehr interessanter Bericht……. jetzt bekomme ich Hunger und werde jetzt vor dem zu Bett gehen nochmals den Kühlschrank aufsuchen müssen:-)
    LG nach Taiwan
    D.Wolf

  2. Ich finde es sehr gut wenn man mit den Bräuchen dieses
    Landes unterrichtet wird.
    Viele Grüße an RADIO TAIWAN und an alle Besucher dieser Seite sendet Radiomuseum Innsbruck

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