Bitan – Ort der Liebenden und der Toten?

In dem Stadtteil Xindian in Taipei County befindet sich der pitoreske Ort Bitan. Wortwörtlich bedeutet Bitan “Grüner See“, was seinen Ursprung in der natürlichen, türkis-smaragdgrünen Farbe des Wassers hat.

Für viele gestresste Taiwaner und Liebespaare ist Bitan aufgrund seiner idyllischen Landschaft ein beliebtes Ausflugsziel. Besonders am Abend, bei Anbruch der Dämmerung, ist Bitan mit seinen beleuchteten Brücken, den Bergen und seiner Wasserpromenade mit den in Kerzenlicht getauchten kleinen Cafés und Restaurants ein romantischer Ort.

Eine 200-Meter-lange Hängebrücke, die sich wie ein Regenbogen quer ueber den Gruenen See erstreckt, verbindet das Ost-und das Westufer miteinander.

Zahlreiche Freizeitaktivitäten locken Menschenmassen jedes Wochenende nach Bitan. Verliebte können sich Tretboote in Schwanenform mieten und gemeinsam in den Sonnenuntergang strampeln, zudem werden Kanus und Fahrräder am Ufer des grünen Sees vermietet. Livebands unterhalten die Gäste der Restaurants und Teehäuser und nehmen für ein kleines Trinkgeld Liederwünsche entgegen.

Dennoch gibt es eine Vielzahl an Taiwanern, die bewusst einen Ausflug nach Bitan meiden. Gerade die Hängebrücke, die berühmteste Attraktion in Bitan, die 1937 erbaut und im Jahre 2000 erneuert wurde ist vielen Einheimischen ein Greuel. Lange Zeit war die Hängebrückeein beliebter Ort, an dem Menschen in den Freitod gingen. Kindern wurde früher gesagt, dass sie sich auf der Hängebrücke nicht umdrehen dürfen wenn sie eine Berührung auf dem Rücken spuerten. Noch heute ranken sich zahlreiche Geistergeschichten um Bitan. Viele Taiwaner glauben fest daran, dass es Unglück bringt Bitan aufzusuchen und behaupten, dass der Ort von der negativen Energie verlorener Seelen durchsetzt ist.

Bitan wurde Ende 2007 umgebaut. Ein Versuch die mutmasslich schreckliche Vergangenheit Bitans zu verschleiern? Die Massen, die jedes Wochenende nach Bitan strömen scheinen von den Geistergeschichten jedenfalls wenig beeindruckt zu sein und geniessen ihre Zeit am grünen See.

                                                                                                             Autorin: Mina Wu

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Eine Antwort

  1. Wie hat Bitan es denn geschafft den „Missbrauch“ der Haengebruecke zu unterbinden?

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